Gontis Cranador
21-02-2002, 20:03
Mit zornroten Gesichte, eine tiefe Falte die Stirn durchfurchend, stolperte Gontis Cranadore in den neuen Morgen. Den Morgen eines neuen Tages, der eine so verheißungsvoll beginnende und so schockierend endende Nacht ablöste.
Paladin - kein Lächeln zuckte über das braungebrannte Gesicht des einstigen Knappen von Thorus, dem machtvollen Streiter des Glaron.
In einer feierlichen Zeremonie hatte Thorus, sein Dienstherr und Lehrmeister, ihn zum Paladin geschlagen. Stundenlang hatte Gontis, von tiefer Ehrfurcht durchdrungen und ganz mit sich und Glaron im Reinen, in der herzöglichen Kapelle gebetet und Nachtwache gehalten. Dies, nachdem er sich in einem rituellen Bad von allen Sünden gereinigt hatte.
Ja, Gontis spürte es, er war bereit gewesen. Bereit, aus dem breiten Schatten des Thorus zu treten und seinen eigenen Weg zu gehen: Nicht mehr hinter, sondern neben seinem Ausbilder, an seiner Seite im Namen Glarons, des Allmächtigen.
Zeit, seine Ernennung zu genießen hatte der junge Paladin jedoch nicht gehabt. Kaum erhoben in den neuen Stand, hatte Thorus ihn in die Taverne abgeordnet, denn böses Unheil nahm dort bereits seinen Lauf, zu einem Zeitpunkt, zu dem Gontis noch im Einklang mit sich und seinem Gott, tief in sich gekehrt, Andacht gehalten hatte....
Ein Bande übler, mordlustiger Dunkelelfen, vier waren es an der Zahl, hatte es gewagt, die Anordnung Herzog Jarls zu ignorieren und nicht nur meuchelnd in die Stadt Brittain einzufallen, nein, hier auch noch Geiseln zu nehmen: In der Taverne hielten sie die Bankiers fest. Ross, den Gontis von etlichen Begegnungen kannte und für seine Freundlichkeit schätzte, stand mit dunkel befleckter Hose, aus zahlreichen kleinen Wunden blutend, nahe des Einganges. Der Arme hatte sich benäßt, zitterte am ganze Leibe, die dunkle Klinge eines Messer an die Halsschlagader gepresst.
Feige, zutiefst verachtenswert und ehrlos...diese Gedanken schossen Gontis immer wieder durch den Kopf. Eiskalt und skrupellos, ohne jede wahrnehmbare Regung waren die Dunkelelfen vorgegangen. Ihre blitzenden Klingen in tödlicher Präzision auf ihre Opfer gerichtet hatten sie gerade Unglaubliches verlangt: 30.000 Goldmünzen in bar, dazu 30 Schwerter verschiedener Art, hergestellt von einem meisterlichen Schmied.
Beim Rückbesinnen auf die Situation erinnerte sich der Paladin, wie er nur mit Mühe hatte verhindern können, sein Schwert zu ziehen und sich auf die Attentäter und Erpresser vor sich zu stürzen. Es war wohl die Hand Thorus', die auf seiner Schulter lag und ihn im entscheidenden Moment zurückhielt. Was hätte er auch ausrichten können ? Einen, vielleicht zwei der Dunkelelfen hätte er mit in den Tod reißen können, nur um ihn dann selbst zu finden. Und die Bankiers...sie währen immer noch nicht frei gewesen, im Gegenteil, sein unüberlegtes Handeln hätte sie nur noch mehr gefährdet.
Finael oder...war es [Finrael [/b] ? Dieser Name spukte wie ein quälender Geist durch Gontis' Kopf...es war einer der Namen, die gefallen waren, mit denen die Angreifer einen der ihren angesprochen hatten. Er, jener Finael, war Gontis durch besondere Kälte und sein geradezu abstoßend vom Hass verzerrtes Antlitz aufgefallen.
Selbst als Fiana Sandström, die von Bruder Josephus ins Leben zurückgeführte Amazone und nun getreue Dienerin des Glaron, Seylarana Ryell und er es vollbracht hatten und Gold und Schwerter in Windeseile zusammengetragen hatten, waren die Dunkelelfen nicht gewichen. Ohne Respekt vor Herzog Jarl und der Stadtgarde, ohne sichtbare Furcht vor den Vasallen um Thorus und ihn, keine Übermacht fürchtend, hatten die Erpresser einen jeden von ihnen sogar noch verhöhnt, die spitzen Klingen immer noch am Halse ihrer Opfer...
Gontis hatte sie zurückhalten wollen, als sie - mit Lösegeld, Schwertern und den Bankiers, hatten fliehen wollen. Wieder war er zurückgehalten worden, dieses Mal von Seylarana, deren kummervolle und ernste Stimme ihm beinahe gebot, nicht einzugreifen. Gontis wußte nicht warum, doch zum zweiten Mal hatte er seinen eigenen Willen zurückgestellt... - und damit den Geiseln möglicherweise das Leben gerettet. Denn während die Dunkelelfen durch ein Dimensionstor lachend und drohend entschwanden, blieben die Bankiers zurück.
Ross, schwer verletzt...Gontis hatte nicht beurteilen können, ob der tiefe Schnitt am Halse des Bankiers mit der Absicht, den Mann zu töten verursacht worden war. Nun, Ross hatte überlebt. Vorerst. Und Gontis stand vor den Scherben des Abends, der einer der Wichtigsten in seinem Leben werden sollte - u-d wohl auch war. Innerlich leer und verzweifelt stand er da, am Ende des Tages seiner Berufung zum Paladin. Voller Zorn auf die Dunkelelfen und ihr gotteslästerliches Tun.
"Finael" murmelte Gontis... "Finael oder wie immer Du und Deine Mordkumpane heißen mögen...ich werde Euch finden. Und Eure ehr- und ruchlose Tat wird nicht ungesühnt bleiben...."
Mit diesen Worten auf den Lippen und verbitterten Gedanken im Sinn erreichte der Paladin die Festung des Ordens und schloß das schwere Tor auf. Mit einem dumpfen Krachen fiel es hinter ihm ins Schloß...
Paladin - kein Lächeln zuckte über das braungebrannte Gesicht des einstigen Knappen von Thorus, dem machtvollen Streiter des Glaron.
In einer feierlichen Zeremonie hatte Thorus, sein Dienstherr und Lehrmeister, ihn zum Paladin geschlagen. Stundenlang hatte Gontis, von tiefer Ehrfurcht durchdrungen und ganz mit sich und Glaron im Reinen, in der herzöglichen Kapelle gebetet und Nachtwache gehalten. Dies, nachdem er sich in einem rituellen Bad von allen Sünden gereinigt hatte.
Ja, Gontis spürte es, er war bereit gewesen. Bereit, aus dem breiten Schatten des Thorus zu treten und seinen eigenen Weg zu gehen: Nicht mehr hinter, sondern neben seinem Ausbilder, an seiner Seite im Namen Glarons, des Allmächtigen.
Zeit, seine Ernennung zu genießen hatte der junge Paladin jedoch nicht gehabt. Kaum erhoben in den neuen Stand, hatte Thorus ihn in die Taverne abgeordnet, denn böses Unheil nahm dort bereits seinen Lauf, zu einem Zeitpunkt, zu dem Gontis noch im Einklang mit sich und seinem Gott, tief in sich gekehrt, Andacht gehalten hatte....
Ein Bande übler, mordlustiger Dunkelelfen, vier waren es an der Zahl, hatte es gewagt, die Anordnung Herzog Jarls zu ignorieren und nicht nur meuchelnd in die Stadt Brittain einzufallen, nein, hier auch noch Geiseln zu nehmen: In der Taverne hielten sie die Bankiers fest. Ross, den Gontis von etlichen Begegnungen kannte und für seine Freundlichkeit schätzte, stand mit dunkel befleckter Hose, aus zahlreichen kleinen Wunden blutend, nahe des Einganges. Der Arme hatte sich benäßt, zitterte am ganze Leibe, die dunkle Klinge eines Messer an die Halsschlagader gepresst.
Feige, zutiefst verachtenswert und ehrlos...diese Gedanken schossen Gontis immer wieder durch den Kopf. Eiskalt und skrupellos, ohne jede wahrnehmbare Regung waren die Dunkelelfen vorgegangen. Ihre blitzenden Klingen in tödlicher Präzision auf ihre Opfer gerichtet hatten sie gerade Unglaubliches verlangt: 30.000 Goldmünzen in bar, dazu 30 Schwerter verschiedener Art, hergestellt von einem meisterlichen Schmied.
Beim Rückbesinnen auf die Situation erinnerte sich der Paladin, wie er nur mit Mühe hatte verhindern können, sein Schwert zu ziehen und sich auf die Attentäter und Erpresser vor sich zu stürzen. Es war wohl die Hand Thorus', die auf seiner Schulter lag und ihn im entscheidenden Moment zurückhielt. Was hätte er auch ausrichten können ? Einen, vielleicht zwei der Dunkelelfen hätte er mit in den Tod reißen können, nur um ihn dann selbst zu finden. Und die Bankiers...sie währen immer noch nicht frei gewesen, im Gegenteil, sein unüberlegtes Handeln hätte sie nur noch mehr gefährdet.
Finael oder...war es [Finrael [/b] ? Dieser Name spukte wie ein quälender Geist durch Gontis' Kopf...es war einer der Namen, die gefallen waren, mit denen die Angreifer einen der ihren angesprochen hatten. Er, jener Finael, war Gontis durch besondere Kälte und sein geradezu abstoßend vom Hass verzerrtes Antlitz aufgefallen.
Selbst als Fiana Sandström, die von Bruder Josephus ins Leben zurückgeführte Amazone und nun getreue Dienerin des Glaron, Seylarana Ryell und er es vollbracht hatten und Gold und Schwerter in Windeseile zusammengetragen hatten, waren die Dunkelelfen nicht gewichen. Ohne Respekt vor Herzog Jarl und der Stadtgarde, ohne sichtbare Furcht vor den Vasallen um Thorus und ihn, keine Übermacht fürchtend, hatten die Erpresser einen jeden von ihnen sogar noch verhöhnt, die spitzen Klingen immer noch am Halse ihrer Opfer...
Gontis hatte sie zurückhalten wollen, als sie - mit Lösegeld, Schwertern und den Bankiers, hatten fliehen wollen. Wieder war er zurückgehalten worden, dieses Mal von Seylarana, deren kummervolle und ernste Stimme ihm beinahe gebot, nicht einzugreifen. Gontis wußte nicht warum, doch zum zweiten Mal hatte er seinen eigenen Willen zurückgestellt... - und damit den Geiseln möglicherweise das Leben gerettet. Denn während die Dunkelelfen durch ein Dimensionstor lachend und drohend entschwanden, blieben die Bankiers zurück.
Ross, schwer verletzt...Gontis hatte nicht beurteilen können, ob der tiefe Schnitt am Halse des Bankiers mit der Absicht, den Mann zu töten verursacht worden war. Nun, Ross hatte überlebt. Vorerst. Und Gontis stand vor den Scherben des Abends, der einer der Wichtigsten in seinem Leben werden sollte - u-d wohl auch war. Innerlich leer und verzweifelt stand er da, am Ende des Tages seiner Berufung zum Paladin. Voller Zorn auf die Dunkelelfen und ihr gotteslästerliches Tun.
"Finael" murmelte Gontis... "Finael oder wie immer Du und Deine Mordkumpane heißen mögen...ich werde Euch finden. Und Eure ehr- und ruchlose Tat wird nicht ungesühnt bleiben...."
Mit diesen Worten auf den Lippen und verbitterten Gedanken im Sinn erreichte der Paladin die Festung des Ordens und schloß das schwere Tor auf. Mit einem dumpfen Krachen fiel es hinter ihm ins Schloß...