Tarlo Ferantis
11-07-2007, 23:44
Titel: Die Stoffschneiderei
Author: Tarlo Ferantis
Vom Rohstoff zum Stoff - Ein Lehrbuch über das Grundwissen eines Stoffschneiders
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Inhalt
1. Vorwort
2. Rohstoffe zur Stoffherstellung
a. Wolle
b. Baumwolle
c. Seide
d. Flachs
3. Weiterverarbeitung
a. am Webstuhl
b. am Spinnrad
4. Produktionsergebnis Garn/Zwirn
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1. Vorwort
Diese Schrift richtet sich an alle Auszubildenden Schneider und Interessenten des Schneiderhandwerks. Der Inhalt basiert auf einer jahrelangen Schneidersausbildung, welche mir zu Teil wurde. In dieser Ausbildung konnte ich mich mit den verschiedenen Rohstoffen des Schneiderhandwerks und deren Erzeugnissen vertraut machen. Im ersten Buch möchte ich näher auf die Grundlagen eingehen, die ein Stoffschneider besitzen sollte. Darunter befinden sich Informationen über verschiedene Rohstoffe, Stoffarten und den benötigten Werkzeugen zur Herstellung von Stoff. Aus Notizen und Aufzeichnungen, welche ich über die Jahre sammelte, stammen folgende Erkenntnisse.
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2. Rohstoffe zur Stoffherstellung
Die Wolle
Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fells einiger Nutztiere. Die wohl bekannteste Wolle stammt vom Schaf, die so genannte Schafswolle. Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher regelmäßig vom Tier geschoren werden kann.
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Die Baumwolle
Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen wird. Sie ist sehr saugfähig, welche Eigenschaft sich bei Regen als negativ erweisen kann. Baumwollstoffe zeichnen sich allerdings durch ihr angenehmes Tragegefühl aus, denn sie kratzen nicht und sind sehr hautfreundlich. Diese Hautfreundlichkeit macht Baumwolle zu einem idealen Stoff für Kinderkleider.
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Die Seide
Seide ist ein feiner Faden, welcher aus den Kokons der Seidenraupe oder der Larve des Seidenspinners gewonnen wird. Seide ist ein besonders edler Stoff, welcher auf Britannia nicht zu finden ist. Die einzige Möglichkeit ihn zu erhalten, ist der Import aus Übersee, was den Stoff noch wertvoller macht.
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Der Flachs
Der Flachs wird ähnlich der Baumwolle von einer Pflanze geerntet. Diese Pflanze nennt man Flachspflanze oder Lein. Die etwa 50 fingerlangen Fasern befinden sich im Stängel der Pflanze. Sie wird von Hand geerntet, dabei wird die Pflanze mit der gesamten Wurzeln aus dem Erdreich gezogen. So erhält man möglichst lange Fasern. Flachs lässt man dann auf den Feldern liegen und gibt ihm der Sonne und dem Regen preis. Nachdem die Pflanze verrottet ist, kann man sie in seine Bestandteile trennen. Die erhaltenden Fasern werden durch das Spinnen oder Weben weiterverarbeitet, zudem ich später in meinen Ausführungen noch kommen werde. Es entsteht Garn, aus welchen sich der so genannte Leinenstoff herstellen lässt. Leinenstoff ist sehr reißfest, bildet keine Flusen, knittert leicht und ist kochfest. Darüber hinaus kühlt Leinenstoff im Sommer die Haut angenehm.
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3. Weiterverarbeitung
Der Webstuhl
Die Weberei ist eine Technik zur Herstellung von Geweben (Stoffflächen), bei dem mindestens zwei Fäden im Wechsel, von einer Webkante zur anderen durch die gesamte Webbreite eingezogen und verkeuzt werden. Diesen Vorgang sollte sich der Laie von einem bereits am Webstuhl ausgebildeten Schneider zeigen lassen. Das Erzeugnis bezeichnet der Schneider als Tuch, im Volksmund auch unter dem Begriff Stoff bekannt.
Teppiche sind meistens gemusterte Gewebe, die ihre Anwendung im Bekleiden von Wänden sowie zum Bedecken von Fußböden finden.
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*Ein detailgetreues Bildnis eines Webstuhles ziert diese Seite.*
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Das Spinnrad
Das Spinnrad ist eines der hilfreichsten Arbeitsmittel des Schneiders, welches die Arbeit für jenen immens erleichtert.
Beim Verspinnen werden die losen und ungeordneten Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Ausrecken zu einem Faden verarbeitet. Das Verdrehen der Fasern erfolgt durch die Spindel des Spinnrades, während das Zuführen der Fasern und das Ausrecken von den Fingern des Schneiders ausgeführt wird. Im gleichen Arbeitsprozess wickelt sich der entstandene Garn auf eine Spule auf, die der Schneider am Ende seiner Arbeit leicht abnehmen kann. Die Tätigkeit des Schneiders beschränkt sich im Wesentlichen auf den Antrieb des Rades durch die Fusskurbel, sowie die Regulierung der Faserzufuhr durch Festhalten und Loslassen der Fasern mit den Händen. Diesen Vorgang sollte sich der Laie von einem bereits am Spinnrad ausgebildeten Schneider zeigen lassen.
Versponnen werden alle genannten Fasern wie Flachsfaser, Baumwolle, tierische Fasern wie die Schafswolle und selbst menschliche Haare. Das Produkt des Spinnvorganges heisst Garn.
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*Ein detailgetreues Bildnis eines Spinnrades ziert diese Seite.*
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4. Produktionsergebnis Garn/Zwirn
Das Garn
Das Garn ist ein langes, dünnes Gebilde aus einer oder mehreren Fasern. Im Volksmund einfach Faden genannt. Er wird unter anderem zum Nähen verwendet. Als Nähen bezeichnet man das Verbinden zweier Stoffteile durch eine Naht. Der Schneider vollführt diese Arbeit mit einer Nähnadel, in dessen Kopf er das Garn eingefädelt hat.
Die wichtigsten Kenngrößen eines gesponnenen Garnes sind neben der verwendeten Faser das Gewicht des Garnes sowie seine Reißfestigkeit. Im Allgemeinen gilt: Je feiner das Garn, desto teurer ist er. Die Qualität der verwendeten Fasern und die Art, wie sie versponnen werden, ist maßgebend für viele Eigenschaften des später daraus entstehenden Stoffes.
Der Schneider unterscheidet den Einfachgarn und den gefachten Garn. Das gefachte Garn ist ein ein- oder mehrstufiger Zwirn.
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Der Zwirn
Ein Zwirn ist eine Art dicker Faden, der aus mehreren zusammengedrehten Garnen besteht. Den Herstellungsvorgang bezeichnet man als zwirnen. Ein Zwirn hat wesentlich mehr Reißkraft als die ungedrehten Garne zusammen.
Die Zwirnherstellung umfasst mehrere Schritte: Zuerst werden zwei oder mehr Fäden vereinigt. Diesen Vorgang nennt der Schneider fachen. Der zweite Schritt ist der eigentliche Zwirnvorgang bei dem die Fäden zusammengedreht werden. Diesen Vorgang nennt der Schneider zwirnen. Um dem Zwirn mehr Glanz zu verleihen, kann der Schneider abstehende Fasern abbrennen. In der Fachsprache sengen genannt.
Der stabilste Zwirn wird gewöhnlich aus Flachs hergestellt.
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Tarlo Ferantis,
3. Lorica des Jahres 1291
Author: Tarlo Ferantis
Vom Rohstoff zum Stoff - Ein Lehrbuch über das Grundwissen eines Stoffschneiders
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Inhalt
1. Vorwort
2. Rohstoffe zur Stoffherstellung
a. Wolle
b. Baumwolle
c. Seide
d. Flachs
3. Weiterverarbeitung
a. am Webstuhl
b. am Spinnrad
4. Produktionsergebnis Garn/Zwirn
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1. Vorwort
Diese Schrift richtet sich an alle Auszubildenden Schneider und Interessenten des Schneiderhandwerks. Der Inhalt basiert auf einer jahrelangen Schneidersausbildung, welche mir zu Teil wurde. In dieser Ausbildung konnte ich mich mit den verschiedenen Rohstoffen des Schneiderhandwerks und deren Erzeugnissen vertraut machen. Im ersten Buch möchte ich näher auf die Grundlagen eingehen, die ein Stoffschneider besitzen sollte. Darunter befinden sich Informationen über verschiedene Rohstoffe, Stoffarten und den benötigten Werkzeugen zur Herstellung von Stoff. Aus Notizen und Aufzeichnungen, welche ich über die Jahre sammelte, stammen folgende Erkenntnisse.
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2. Rohstoffe zur Stoffherstellung
Die Wolle
Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fells einiger Nutztiere. Die wohl bekannteste Wolle stammt vom Schaf, die so genannte Schafswolle. Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher regelmäßig vom Tier geschoren werden kann.
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Die Baumwolle
Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen wird. Sie ist sehr saugfähig, welche Eigenschaft sich bei Regen als negativ erweisen kann. Baumwollstoffe zeichnen sich allerdings durch ihr angenehmes Tragegefühl aus, denn sie kratzen nicht und sind sehr hautfreundlich. Diese Hautfreundlichkeit macht Baumwolle zu einem idealen Stoff für Kinderkleider.
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Die Seide
Seide ist ein feiner Faden, welcher aus den Kokons der Seidenraupe oder der Larve des Seidenspinners gewonnen wird. Seide ist ein besonders edler Stoff, welcher auf Britannia nicht zu finden ist. Die einzige Möglichkeit ihn zu erhalten, ist der Import aus Übersee, was den Stoff noch wertvoller macht.
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Der Flachs
Der Flachs wird ähnlich der Baumwolle von einer Pflanze geerntet. Diese Pflanze nennt man Flachspflanze oder Lein. Die etwa 50 fingerlangen Fasern befinden sich im Stängel der Pflanze. Sie wird von Hand geerntet, dabei wird die Pflanze mit der gesamten Wurzeln aus dem Erdreich gezogen. So erhält man möglichst lange Fasern. Flachs lässt man dann auf den Feldern liegen und gibt ihm der Sonne und dem Regen preis. Nachdem die Pflanze verrottet ist, kann man sie in seine Bestandteile trennen. Die erhaltenden Fasern werden durch das Spinnen oder Weben weiterverarbeitet, zudem ich später in meinen Ausführungen noch kommen werde. Es entsteht Garn, aus welchen sich der so genannte Leinenstoff herstellen lässt. Leinenstoff ist sehr reißfest, bildet keine Flusen, knittert leicht und ist kochfest. Darüber hinaus kühlt Leinenstoff im Sommer die Haut angenehm.
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3. Weiterverarbeitung
Der Webstuhl
Die Weberei ist eine Technik zur Herstellung von Geweben (Stoffflächen), bei dem mindestens zwei Fäden im Wechsel, von einer Webkante zur anderen durch die gesamte Webbreite eingezogen und verkeuzt werden. Diesen Vorgang sollte sich der Laie von einem bereits am Webstuhl ausgebildeten Schneider zeigen lassen. Das Erzeugnis bezeichnet der Schneider als Tuch, im Volksmund auch unter dem Begriff Stoff bekannt.
Teppiche sind meistens gemusterte Gewebe, die ihre Anwendung im Bekleiden von Wänden sowie zum Bedecken von Fußböden finden.
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*Ein detailgetreues Bildnis eines Webstuhles ziert diese Seite.*
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Das Spinnrad
Das Spinnrad ist eines der hilfreichsten Arbeitsmittel des Schneiders, welches die Arbeit für jenen immens erleichtert.
Beim Verspinnen werden die losen und ungeordneten Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Ausrecken zu einem Faden verarbeitet. Das Verdrehen der Fasern erfolgt durch die Spindel des Spinnrades, während das Zuführen der Fasern und das Ausrecken von den Fingern des Schneiders ausgeführt wird. Im gleichen Arbeitsprozess wickelt sich der entstandene Garn auf eine Spule auf, die der Schneider am Ende seiner Arbeit leicht abnehmen kann. Die Tätigkeit des Schneiders beschränkt sich im Wesentlichen auf den Antrieb des Rades durch die Fusskurbel, sowie die Regulierung der Faserzufuhr durch Festhalten und Loslassen der Fasern mit den Händen. Diesen Vorgang sollte sich der Laie von einem bereits am Spinnrad ausgebildeten Schneider zeigen lassen.
Versponnen werden alle genannten Fasern wie Flachsfaser, Baumwolle, tierische Fasern wie die Schafswolle und selbst menschliche Haare. Das Produkt des Spinnvorganges heisst Garn.
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*Ein detailgetreues Bildnis eines Spinnrades ziert diese Seite.*
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4. Produktionsergebnis Garn/Zwirn
Das Garn
Das Garn ist ein langes, dünnes Gebilde aus einer oder mehreren Fasern. Im Volksmund einfach Faden genannt. Er wird unter anderem zum Nähen verwendet. Als Nähen bezeichnet man das Verbinden zweier Stoffteile durch eine Naht. Der Schneider vollführt diese Arbeit mit einer Nähnadel, in dessen Kopf er das Garn eingefädelt hat.
Die wichtigsten Kenngrößen eines gesponnenen Garnes sind neben der verwendeten Faser das Gewicht des Garnes sowie seine Reißfestigkeit. Im Allgemeinen gilt: Je feiner das Garn, desto teurer ist er. Die Qualität der verwendeten Fasern und die Art, wie sie versponnen werden, ist maßgebend für viele Eigenschaften des später daraus entstehenden Stoffes.
Der Schneider unterscheidet den Einfachgarn und den gefachten Garn. Das gefachte Garn ist ein ein- oder mehrstufiger Zwirn.
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Der Zwirn
Ein Zwirn ist eine Art dicker Faden, der aus mehreren zusammengedrehten Garnen besteht. Den Herstellungsvorgang bezeichnet man als zwirnen. Ein Zwirn hat wesentlich mehr Reißkraft als die ungedrehten Garne zusammen.
Die Zwirnherstellung umfasst mehrere Schritte: Zuerst werden zwei oder mehr Fäden vereinigt. Diesen Vorgang nennt der Schneider fachen. Der zweite Schritt ist der eigentliche Zwirnvorgang bei dem die Fäden zusammengedreht werden. Diesen Vorgang nennt der Schneider zwirnen. Um dem Zwirn mehr Glanz zu verleihen, kann der Schneider abstehende Fasern abbrennen. In der Fachsprache sengen genannt.
Der stabilste Zwirn wird gewöhnlich aus Flachs hergestellt.
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Tarlo Ferantis,
3. Lorica des Jahres 1291