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Rajanh Narebo
03-04-2009, 13:34
Titel: Elementarmagische Abhandlung V
Author: Rajanh Narebo

Von den elementaren Machtworten

Einleitung

Die Worte der Macht - als Überbleibsel einer scheinbar uralten Sprache und zwingend notwendiger Faktor für jegliche magische Aktivitäten werfen sie auch heutzutage nach wie vor einige Rätsel auf.
Eines davon ist in Betrachtung der Elementarmagie gesondert zu erwähnen: Das Fehlen einer Rune, die das Element des Wassers beschreibt.
Jeder uns überlieferte Zauberspruch der sich in irgendeiner Form mit Wasser beschäftigt, umschreibt dieses Wort unter Zuhilfenahme zweier anderer Runen: "Atek Faur", was übersetzt etwa "Verringerung des Feuers" bedeutet.
Was aber ist der Grund für diese Umschreibung? Wieso gibt es keine unmittelbare Überlieferung des Elementes Wasser, wo doch auch die übrigen Elemente eine Übersetzung besitzen?
Es gibt viele Theorien zu dieser Thematik, die beiden bedeutendsten und meist vertretenen möchte ich in diesem Buch vorstellen.
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Vorstellung einer magischen Ursprache

Dennoch muss vorab einiges an nötigem Vorwissen erläutert werden, vorallem bezüglich dem eigentlichen Hintergrund der Machtworte.
Es ist unbekannt, ob diese Worte, die als einzige in der Lage sind, Magie in dieser Welt zu manifestieren, auf eine einheitliche Ursprache eines alten Volkes zurückgehen, welches sie auf irgendeine Art und Weise mit dem arkanen Netz verbinden konnte, oder aber sie schon immer als eine Art "echte" oder "wahre" Sprache Teil unserer Welt gewesen waren und nur nach und nach von den Elfen, Menschen und den übrigen arkanbegabten Rassen entschlüsselt wurden.
Als gesichert gilt jedoch, dass es angesichts der möglichen Vielfalt der Magie noch eine große Zahl unbekannter Runen geben muss, die sich schlicht und ergreifend dem Kentnisstand des Menschen entziehen und entweder im Laufe der Jahre verloren gingen oder aber nie entdeckt worden sind.
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Die Theorie der verlorenen Rune

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass die Übersetzung für Wasser dem noch unbekannten Teil der arkanen Machtworte zuzuordnen ist, sei es durch ein bisheriges Verborgenbleiben einer passenden Übersetzung oder aber durch das Verlorengehen entsprechender Kentnisse.
Die Idee dieser Theorie ist, dass die Menschen sich behalfen, in dem sie die Rune für das Wasser mit dem "Verringern des Feuers" umschrieben.
Der Hintergrund dieser Überlegung ist jener, dass die arkane Sprache in enger Verbindung mit unserer Seinsebene steht, sie ist gewissermaßen die sprachliche Verkörperung unserer Welt. Feuer und Wasser stehen in einem aggressiven Verhältnis zueinander, wenn sie sich begegnen, verringern sie sich gegenseitig so lange, bis der Schwächere von ihnen aufgehoben ist.
Dieses Verhältnis wird durch die Wortverbindung "Atek Faur" beschrieben, bedingt durch die enge Verbundenheit der Machtworte zu der existenten Welt käme dies nach dieser Theorie einer Übersetzung des Wortes für "Wasser" gleich. Umgekehrt müsste laut dieser Theorie die Silbe "Atek" in Verbindung mit der Rune für "Wasser" gleichbedeutend dem Feuer sein, was aber so nicht nachzuvollziehen ist, da sich diese Übersetzung unserem Kentnisstand entzieht, falls sie denn existiert.
Doch wie könnte man diese Theorie beweisen?
Natürlich gilt unsere erste Idee Versuchen mit den beiden übrigen Elementen. Natürlich können wir in diesem Falle nicht das Wort "Atek" verwenden, denn das Verhältnis, in dem Erde und Luft stehen, ist weit komplizierterer Natur: Erde und Luft greifen sich nicht gegenseitig an, sie stehen zwar in Form ihrer Eigenschaften in einem konkreten Gegensatz zueinander, doch attackieren sie sich dennoch nicht.
Aber wie will man ein solches Verhältnis in einer Verbindung der arkanen Worte ausdrücken? Selbst wenn unser Wortschatz und dieses Wagnis erlauben würde, wäre es sehr schwer ein entsprechendes Satzgebilde zu kreieren.
Dessentwegen kann diese Theorie nicht bewiesen werden.
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Die Vielfältigkeitstheorie

Wie wir wissen, ist das Wasser das vielseitigste aller Elemente - seine Einsatzmöglichkeiten und die erzielbaren Resultate sind beeindruckend vielschichtig, kein anderes Element besitzt derart viele Aspekte.
Diese Theorie basiert auf der Idee eines Urvolkes, dass die arkane Sprache erfand.
Auch sie sollen dementsprechend die Vielfältigkeit des Wassers gesehen haben und ihretwegen von der Zusammenfassung unter einem Wort abgesehen haben und verlegten sich vielmehr darauf, das Wasser in seinen verschiedensten Formen und Anwendungszwecken explizit zu erwähnen, anstatt es als Ganzes anzusehen. Dessentwegen wäre, nach dieser Theorie, das Element Wasser das einzige, das keine eigene Rune besitzt und vielmehr nur durch Umschreibungen ausgedrückt werden könne, was wiederrum erlaube, die einzelnen Verwendungszwecke viel präziser zu formulieren.
Die Richtigkeit dieser Theorie ist allerdings, auch wenn sie recht weit verbreitet ist und vergleichsweise viele Anhänger findet, sehr umstritten, doch darauf möchte ich im nächsten Kapitel näher eingehen.
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Abschliessende Wertung

Beide hier genannten Theorien sind in ihren Grundzügen recht gut nachvollziehbar und aufgrund der fehlenden Möglichkeit, die Theorie des verlorengegangenen Wortes zu beweisen, bleibt nach wie vor die Richtigkeit jeder anderen Idee im Bereich des Möglichen.
Dennoch halte ich im generell die erstgenannte Theorie für um einiges wahrscheinlicher, nicht zuletzt, weil sie im Ganzen in sich geschlossener wirkt und auch unter einer Vielzahl möglicher Komponenten noch nachvollziehbar bleibt. Nicht zuletzt setzt sie sich auch mit dem Unwissen der menschlichen Rasse auseinander und der Vorstellung, dass noch lange nicht alles, was es zu wissen gibt, von uns in Erfahrung gebracht wurde, was mit Sicherheit kein schlechter Ansatz ist.
Zudem gibt es viele Dinge, die gegen den Wahrheitsgehalt der Vielfältigkeitstheorie sprechen, allem voran die Tatsache, dass es auch unter Berücksichtigung und Hinzunahme eines Wortes für Wasser im Bereich des Möglichen wäre, die verschiedenen Verwendungszwecke zu beschreiben, denn auch heute noch kommt in nahezu jedem wassermagischem Zauberspruch die Wortverbindung "Atek Faur" vor, was gleichbedeutend dem Wasser ist. Zudem ist es unverständlich, wie ein Volk, dass die Ursprache erfand (ausgegangen von der Richtigkeit der Idee, dass es ein solches Urvolk gab und die arkane Sprache nicht schon immer existierte),
nicht die Gleichwertigkeit eines jeden Elementes erkannt haben soll und es durch die Verwährung einer unmittelbaren Bezeichnung den übrigen Ursprüngen hinten anstellte.
So bleibt abschliessend zu erwähnen, dass zwar die erste Theorie aus meiner Sicht die weit wahrscheinlichere darstellt, aber es besonders in Hinsicht auf die Thematik der fehlenden Wasserübersetzung eine Vielzahl weiterer Theorien gibt, die allesamt im Bereich des Möglichen liegen.