Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Rollenspiel] Zwischen den Kräften
Herzog Jarl
22-05-2002, 16:16
Jarl schaute lange aus einem Fenster auf das Tor des Schlosses. Die Sonne war wieder aufgegangen und der neue Tag begann.
Wachen gingen ihre Wege hin und her und neue Gardisten begaben sich auf ihre Streifen durch die Stadt. Er hatte sich lange mit Oberst Heydinger streiten müssen bis er die Ausbildung so vieler Gardisten durchsetzen konnte und nun verwünschte er sich hierfür. Er schwelgte in Erinnerungen an die Nacht. An Gorathans Blick der Enttäuschung, aufrecht stehend in einer nassen Kerkerzelle. Das von den Wänden hallende "Warum?" war seit Stunden weiterhin in seinem Kopf zu hören und er konnte sich nicht mehr losreissen. Der Herzog begutachtete seinen Siegelring und die Bilder des Kerkers kamen wieder zurück in seinen Geist.
Er sah den Halbelfen wieder vor sich mit der herzöglichen Robe und einem Hut den Jarl doch so hasste.
"Ich werde die Bluthunde sollange aufhalten wie ich kann, Gorathan."
Die Worte seines Verrates. Jarl erinnerte sich an die Geschichten und an das was die Inquisition aus ihm machen könnte.
Er dachte an den Inquisitor Lotharan welcher mit erschreckender Genauigkeit vorging und ihn nun unterschwellig Zwang seine eigenen Vertrauten zu jagen.
"Ketzer, Heräten, Verräter...namenloses Gesindel ist es nur! Pack vor den Füssen Glarons. Sie werden die Läuterung erfahren!"
Die Worte Lotharans brachten ihm Vadrak vor das geistige Auge. Der ehrenvolle Paladin Vadrak ein Ketzer?
Der Inquisitor betrat im wütendem Schritt den Gang in welchem Jarl aus dem Fenster hinaussah.
"Was ist nun mit euren Gardisten, Herzog? Diese Besessene und ihre verblendeten Freunde will ich in euren Kerkern wissen!" grollte Lotharan in einem abfälligen Tonfall.
Jarl deutete aus dem Fenster wo gerade zufällig mehrere Gardisten das Schlosstor verliesen um ihre Wachläufe durch die Stadt zu machen.
"Wir ihr seht, Inquisitior, gehen die ersten Späher schon hinaus. Vergesst nicht das Britannia ein grosses Land ist und es Tage dauern könnte bis sie Spuren finden."
Der Inquisitor wirkte beruhigter bei dem Anblick der Gardisten welche nach Jarls Lüge nun auszogen um der Sache der Inquisition zu dienen. Er überreichte dem Herzog zwei Pergamentrollen mit dem Siegel der Inquisition des Glaron.
"Gebt diese einem Boten welcher sich zu dem Baron Minocs aufmachen soll. Er soll in seiner Stadt nach den Ketzern suchen."
Noch während die Schritte des Glaronmannes in den Gängen verhallten, verfiel Jarl wieder in Erinnerungen. Während er langsam seine Kammern betrat kamen die Bilder von Seylarana und Vadrak wie sie immerzu stritten. Die tadelnden Worte Vadraks und der beleidigte Schmollmund Seylaranas waren ihm schon von mehreren Treffen bekannt. Doch nun zogen sie an selben Strang. Die Wege der Inquisition liessen die Beiden eine Meinung haben, liesen sie gemeinsam handeln. Nun waren sie fernab von Britain, doch ihrem Ziel vielleicht einen Schritt näher.
Jarl erinnerte sich an eine unschuldig wirkende Frau welche ihm vor einigen Tagen Berichte für den Inquisitor gab. Lotharan musste seine Spione wirklich überall in Britain haben.
Der Herzog stand lange vor dem Kamin und sah den beiden Pergamentrollen des Inquisitors zu wie sie sich in den Flammen windeten und zu Asche wurden.
"Ich werde die Bluthunde sollange aufhalten wie ich kann, Gorathan."
Seylarana Ryell
22-05-2002, 16:41
Der Himmel war blau und wolkenlos und die Sonne schien warm und angenehm. Die Vögel in den Gärten schmetterten ihre Lieder. Auf einer nahen Wiese graste eine Herde Schafe, bewacht von ihrem Schäfer und dem Hütehund. Friedlich und ruhig lag das Kloster zu Moonglow. Die Mönche gingen mit stiller Andächtigkeit ihren täglichen Aufgaben nach. Mit besonderer Sorgfalt wurden die Gärten gepflegt, die Wege jeden Tag gekehrt und die Gottesdienste am Morgen und am Abend abgehalten.
Zwischen all den friedlichen Männern in ihren farblosen Kutten, wirkte die junge, rothaarige Frau in ihrer edlen weinroten Kleidung fast fehl am Platze. Seylarana schritt das Kloster ab, als befände sie sich in ihrer Stadt Britain auf Kontrollgang. Die Mönche schauten die Frau etwas beunruhigt an. Sey, mit einem angelernt steinernen Gesichtsausdruck, ignorierte die Blicke auf ihr Schwert gekonnt. Natürlich wusste sie, dass Waffen im Kloster nicht gern gesehen wurden, aber sie konnte nicht anders. Sie hatte das Gefühl jeder Zeit kampfbereit sein zu müssen. In der letzten Nacht waren Dinge geschehen, die die junge Kriegerin gefürchtet und auf die sie sich in langen Geistesübungen vorbereitet hatte.
Ihre Worte zum Herzog, zum Herzog als ihr Herr, waren nicht leer gewesen: „Ich kann solche Quälereien an Menschen nicht tatenlos mit ansehen. Sollte Sianne verletzt werden, werde ich nicht zögern sie mit meinem Schwert zu verteidigen.“
Sie hatte dies nicht mit ihrer alten Hitzköpfigkeit geschworen, sondern mit einer ruhigen Entschlossenheit, die sie nur langsam unter Schwierigkeiten erlernt hatte. Selbst nachdem Gorathan, den sie bis zuletzt als Freund betrachtet hatte, sie bei seiner Ergreifung so beschimpft hatte, dass die alte Sey wohl ihre Fassung verloren hätte, selbst dann wankte sie nicht in ihrem Beschluss. Sie betrachtete die ganzen Geschehnisse mit einer neuen Distanziertheit, obwohl es sich um alte Freunde handelte. Die ganze Zeit hatte sie nur die Erfüllung ihrer Pflichten, ihres Kodexes, im Sinn, die Pflichten und den Kodex eines Ritters, der sie nicht war und der sie nun vielleicht auch nie sein würde. Früher hätte Sey dies furchtbar geplagt, sie verunsichert und verängstigt, jetzt sah sie die Dinge anders.
Sie hatte kein schlechtes Gewissen, wenn sie daran dachte, dass sie den Inquisitor mit der Armbrust bedroht und den anderen bei Siannes Befreiung geholfen hatte. Der Kodex war inzwischen so stark in ihr, dass sie wusste, dass sie nicht anders hätte handeln dürfen.
Bei den Gedanken an Sianne, hob Seylarana ihren Kopf und blickte zu dem Gebäude hinüber in dem Gorathans Frau schlief. Ein leises Lächeln stahl sich auf ihr ausdrucksloses Gesicht. Sie hatte nur selten so viel Liebe und Treue zwischen einem Paar gesehen und dies bewegte ihr Herz auf schmerzvolle und auch bewundernde Weise. Und es stärkte sie. Sie wandte den Kopf und blickte durch das Tor des Klosters in Richtung des Mondtors, durch das sie gestern mit Vadrak Larthay, dem Paladin und Gorathans Frau Sianne gekommen war. Ihr Blick wurde sorgenvoll. Melina, ihre angenommene Tochter, war gestern bei der Befreiung dabei gewesen und hatte sich ebenfalls gegen die Inquisition gestellt. Jedoch hatte sie sich geweigert, als Sey wollte, dass sie ihrerstatt mit Sianne und Vadrak nach Moonglow gehen sollte. Sie war in Britain geblieben und schwebte nun in großer Gefahr. Seylarana wusste nicht, ob sie es riskieren sollte nach Britain zu reiten um Mel und ihr Töchterchen Sianne zu holen.
Wieder sah sie zum Gebäude zurück, in dem Sianne, bewacht von Vadrak schlief. Die Streitereien zwischen ihr und dem Paladin waren nach einem klärenden Gespräch vergessen gewesen, Vadrak hatte sich entschuldigt und sie hatte ihre Fehler eingesehen. Nun waren sie wieder ein Gespann und Sey war dankbar, den Paladin auf ihrer Seite und in ihrer Nähe zu wissen. Es milderte den Schmerz der erneuten, brutalen Trennung von ihrem geliebten Jarl ein wenig, wenn Vadrak ihr gut zu sprach. Sie sorgte sich auch um den Herzog, denn sie wusste, dass er versuchen würde ihnen zu helfen und dass er sich damit ebenfalls in Gefahr brachte.
Ihr Gesicht wurde wieder ausdruckslos und undeutbar. Gleich, was mit ihr geschehen würde, sie würde diesen Weg bis an sein Ende gehen, sie würde Sianne helfen.
Sie drehte sich auf dem Absatz um und begann ihren Kontrollgang aufs Neue...
Melina Govaine
22-05-2002, 17:07
Lange lag Melina wach... zuviele Dinge waren geschehen.
Immer wieder kehrten die Bilder von dem gestrigen Tage zurück...
wie der Inquisitor immer wieder auf Sianne einschlug... sie blutend am Boden lag.. leblos... wehrlos... und dieser Bastard immer wieder den leblosen Körper achtlos trat.
Langsam verliess der Inquisitor Siannes Zelle... doch Melina wusste.. sie müsse Sianne helfen. Sie stellte sich dem Mann in
den Weg... sie bdrohte ihn.. mit Hass und Verzweiflung in den Augen.
Sie öffnete die Kerkertür, die noch nicht wieder abgesperrt war... rannte zu Sianne.. untersuchte ihre Wunden...
Ihre Schwester blutete stark.. sie blutete auch aus dem Mund und ihre Lebenszeichen waren sehr schwach.
Melina schrie um Hilfe.. und Vadrak und Seylarana rannten zu ihr.. halfen ihr und sorgten sich um Sianne...
Ihnen gelang es.. Sianne aus den Kerkern zu befreien und den Inquisitor in die Zelle zu sperren.. schnell flohen sie aus der Burg Britains...
Seylarana und Vadrak begaben sich schnellstens mit Sianne nach Moonglow, damit ihr dort geholfen wird...
Lange sah Melina ihnen nach, dann rannte sie heim... schrieb eine Nachricht an ihren geliebten Manne... dann rannte sie schnellstens wieder zurück zu dem kerker... um Gorathan doch noch dazu zu bewegen, mit ihr zu fliehen.
Immer wieder flehte sie ihn an, sie zu begleiten... doch besass er die Sturheit eines Zwergen und blieb...
Ihr wurde bewusst... dass ihre Freunde und auch sie selbst gejagt werden würden... immer wieder hörte sie das Wort des Inquisitors... Hochverrat...
Findet man sie, so werden sie bestraft.. das wurde ihr immer mehr und mehr klar..
Langsam stand sie auf... gab dem schlafenden Sadinon und der schlafenden Sianne einen Kuss auf die Wange und begab sich wieder auf den Weg gen Moonglow...
Gorathan
22-05-2002, 19:07
Zirpende Grillen im Gras des Nahen Waldes bohrten tief in seine Gedanken.Das Heulen der Uhus,immer und immer wieder wachte Gorathan auf,Sianne im Arm.Seine Gedanken schienen ihm selbst wirr.Die Schergen der Inquisition wuerden sie sicher nicht so schnell aufgeben.Seine Liebe im Arm ,immer noch hilfebeduerftig.Doch woher...
Langsam kletterte er auf das flache Dach des Klosters.Der Mond schien hell ueber das Land,so das der weite Weg nach Moonglow fast voll einsehbar war.
Ein Lichstrahl weckte den Halbelfen.Er schmerzte fast in seinen Augen als er sie öffnete,zu scmalen ,blinzelnden Schlitzen.
´Kein Traum´dachte er bei sich.Langsam kletterte er hinab,ging herum,suchte Futter fuer die Pferde,band sein Pferd dann los und schickte es fort,schlug es regelrecht,damit es ging.
Ab hier mussten sie zu fuss weiter.Die Pferde,laut und unbeherrscht,waren ein zu grosses Risiko.Wuerde Sianne es schaffen? Skara Brae...niemand wird sie dort vermuten,und doch ist es sehr sehr weit..
És wird ein Kampf Sianne,wie es immer einer sein wird...´
Sein Blick senkte sich,er sah sich um,sah Seylerana.und ging leise Richtung Sianne...
Vadrak Larthay
23-05-2002, 09:35
Vadrak fuhr sich müde über die Augen. Wieder war ein Stück seiner Welt in Scherben gefallen, hatte ihm eine schöne Illusion geraubt. Wie war er nur in diese mißliche Lage gekommen? Er, Vadrak Larthay, Paladin des Glaron, Großmeister des Templerordens von Britannia, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, befand sich jetzt auf der Flucht vor seinen eigenen Glaubensbrüdern. Unwillig und verständnislos schüttelte er den Kopf.
Er hatte die falsche Entscheidung getroffen, als er dem Herzog und dem Inquisitor seine Vermutungen über den Vogt und dessen Gemahlin dargelegt hatte. Hätte er nicht einfach schweigen können, als sie ihn befragten? Hatte ihn wirklich sein Gewissen, seine Sorge um Sianne, dazu bewogen, der Obrigkeit alles mitzuteilen oder war es nicht eher falscher Stolz gewesen, der Stolz, über einen vermeintlichen Diener der Finsternis triumphieren zu können?
Jetzt, im Nachhinein, hatte er einen schalen Geschmack im Mund, als er an sein übereifriges Verhalten dachte. Und doch: er hatte sich ernsthaft Sorgen gemacht. Siannes Glaubenskraft war über jeden Zweifel erhaben, doch das Böse, das von einem Teil ihrer selbst Besitz ergriffen hatte, mußte so schnell wie möglich vertrieben werden. Er hatte Angst, daß seine eigenen Kräfte nicht ausreichen würden, um ihr helfen zu können. Deshalb war er froh gewesen, diese Verantwortung an jemanden abtreten zu können, der einen weit höheren Rang bekleidete als er selbst: einen Mann, dessen Wissen weitaus größer sein mußte und dessen Kompetenz in solchen Dingen der seinen zweifelsfrei meilenweit überlegen war. Wie hätte er ahnen sollen, daß die Heilige Inquisition nicht der Zusammenschluß gläubiger, weiser Männer war, die aufgrund ihres Wissensstandes und Erleuchtung in ihr Amt gekommen waren, wie man es ihn gelehrt hatte? Des Herzogs warnende Worte schon hatten ihn aufhorchen lassen, doch was er dann mit eigenen Augen im Kerker mit hatte ansehen müssen, hatte ihm bewiesen, daß die sogenannte Heilige Inquisition nicht im Sinne Glarons sein konnte. Müde schloß er einen Moment die Augen. Selbst die Worte eines Mannes, den er als Diener der Finsternis erkannt zu haben vermeinte, enthielten mehr Weisheit und Wahrhaftigkeit als die Worte des Mannes, der Sianne im Namen Glarons fast umgebracht hätte. Vadrak korrigierte sich rasch: diese Art zu denken, war gefährlich. Es war nicht der Diener des Bösen, der weise sprach, sondern es war der Inquisitor Kin, gegen den jeder Narr weise erscheinen mußte. Kin war es, der den Namen Glarons beschmutzte, der die Grundfesten von Vadraks Glauben so sehr erschütterte, daß dieser das Undenkbare tat und sein Schwert gegen ein Mitglied seiner eigenen Kirche erhob, um Sianne zu befreien.
Was würde nun folgen? Sicherlich würde man ihn unter Anklage stellen. Würde die Inquisition soweit gehen, sogar den Templerorden für Vadraks Taten zur Verantwortung ziehen? In diesem Fall würde er sich stellen müssen, um seine Brüder zu schützen. Er dankte Glaron dafür, daß er seinen ehemaligen Schüler aus dem Orden entlassen hatte: ein Mensch weniger, den er in Gefahr brachte. Der Gedanke an Greg erinnerte ihn daran, daß er Greg versprochen hatte, ihm am 23. Tag dieses Mondes seine restliche Habe und das Gold für die Tischlerwaren auszuhändigen. Als Treffpunkt hatten sie die Goldene Ente vereinbart. Es würde gefährlich sein, so bald schon nach Britain zurückzukehren, noch dazu an einen Ort, wo ihn jeder kannte - doch ein Templer stand zu seinem Wort!
Herzog Jarl
23-05-2002, 16:21
Es war eine lange Nacht ohne Schlaf gewesen welche man dem Herzog ansah. Zuviel war geschehen, zuviel stand auf dem Spiel um sich auch nur einen Augenblick entspannen zu können. Die Sonne war schon lange wieder aufgegangen doch war der Gedanke den edlen Stuhl gegen ein Bett zu tauschen wie ein Frevel für den Mann. Das lange Warten auf Dinge welche wohl nicht kommen werden...
Warten....warten..........warten!
Er hasste es.
Das Geräusch von auf Holz trommelnden Fingern ging durch den Raum.
Die Inquisition hat ehrliche Männer und Frauen, doch war ihr Weg gegen die Ketzer nicht der Seine, dachte sich Jarl im Stillen seiner Kammern. Die Sorge brachte ihn damals dazu sie um Hilfe zu erbitten, doch was wurde aus dieser Hilfe?
Nun war er wieder allein mit seiner Sorge.
Er dachte an die Wenigen welche sich irgendwo in den Landen versteckten. Es lies ihm wenig Ruhe noch Rast tatenlos zu sein. Grosse Dinge geschahen in Britain und nun war er in seinen Taten begrenzt, fast Machtlos. Alles was er tun konnte war die Inquisition in ihren Forderungen zu beschneiden und Zeit zu gewinnen.
Jarl wurde plötzlich etwas mulmig als er an die Verdachte gegen seinen ihm vertrauten Gorathan dachte, doch schwor er ihm nicht die Treue?
All der Zwist zwischen Göttern, Glauben, Loyalität und Aufrichtigkeit schwappte nun über den übermüdeten Herzog ein und er sackte mit dem Kopf auf den Tisch, leise verzweifelnd.
Nachdenklich saß sie dort und beobachtete Ihre Gefährten im Schlaf. Eine kleine Gruppe Flüchtiger. Nacheinander betrachtete sie alle, die sie so friedlich und sorglos zu schlafen schienen.
Dort lag sie, ihre Schwester Mel. Niemals würde sie von ihrer Seite weichen, das war ihr jetzt klar. Alles war Mel bereit aufzugeben, nur für sie. Unbehaglich wurde Sianne bei dem Gedanken. Mel hatte einem Mann und eine Tochter. Sie wurde gebraucht, und nahm sie sie voll in Anspruch. Dazu hatte sie kein Recht.
Ihr Blick schweifte weiter zu Seylarana. Eine wirklich mutige Person war sie, ein edler Ritter, der immer die Stirn bot für das an was sie glaubte. Und sie glaubte an Melina. Eine bessere Mutter konnte sich Melina nicht wünschen. Sie würde ohne auch nur einen Wimpernschlag zu zögern ihr Leben für Melina fortwerfen, und mit Gewissheit in den Tod gehen. Doch nun war sie hier...würde sie auch für eine fast Fremde ihr Leben fortwerfen?
Nein, das durfte sie nicht, Melina brauchte sie.
Dort, leise schnarchend lag Vadrak, dem Mann dem sie bewusst ihr Leben in die Hände legte, und der gewissermaßen auch sein Leben in das ihre legte. Ein Vorbild war er für sie, stark und unerschütterlich in seinem Glauben. Und sie hatte ihm sein Leben damals fast genommen, als sie versuchte die Kraft des Windes gegen ihn zu richten, dort am Brunnen im Park.
Die Magie hatte ihm jedoch nichts anhaben können, zu fest ruhte Glarons Schutz über ihm.Er wollte ihr helfen, doch was war der Preis dafür? Er hatte gegen seine eigene Kirche das Schwert erhoben, nur für sie. Sie hatte eine dunkle Seele, der Mann in der Zelle hatte ja nicht voll und ganz Unrecht gehabt. War sie eine Ketzerin? Wieviel ist von mir in diesen Gedanken und Tun? Habe ich Spass daran? Zumindest in dem Augenblick...zitternd erinnerte sie sich daran wie sie dem Mann in der Zelle Schmerzen zugefügt hatte und ihre Macht gegen ihn richtete. Es war belustigend gewesen zu sehen wie der Blitz ihn erfasste und ihm wehtat. Sie erschrak über diese wirren Gedanken. Der Mann hatte trotzdem gegen sie kämpfen wollen und die Magie nicht gefürchtet. Stark war sein Glauben an seine Sache.
Sie schaute in das Gesicht ihres Liebsten, der friedlich schlafend neben ihr lag. Hast du aufgehört zu kämpfen? Diese Frage gingen ihr seitdem sie sie gestellt hatte nichtmehr aus dem Kopf.
Er hatte sie bejaht...doch sagte er das er den Kampf wieder aufgenommen hat. Und dann war da dieser Mann in diesem dunklen Gewebe, das sie nur allzugut kannte. Er hatte versprochen das er niemanden holen würde der es in sich trägt.
Hatte er sie verraten? Spielte er mit ihren Gefühlen?
Der Gedanke machte sie krank. Schnell verwarf sie ihn wieder. Nein seine Liebe ist ehrlich und treu. Ich werde nicht an seinen guten Absichten zweifeln, niemals.
Sie musste ihn auf dem richtigen Weg halten, soviel war klar. Der Meister wäre sicher unzufrieden mit Ihr wenn sie ihm nicht half seine Machenschaften fortzuführen. Wieder schweifte sie mit ihrem Blick über ihre Gefährten. Wie glühende Kohlen leuchteten ihre Augen in der Dunkelheit. Sie sind Narren. sie haben mich aus den Fängen ihres eigenen Verbündeten befreit. Sie haben mich und meinen Geliebten befreit und sind ihrer eigenen Seite in den Rücken gefallen. Sie schmunzelte leicht bei dem Gedanken.
Wären sie nicht so töricht und wertlos, konnte man sie fast dafür belohnen...zumindest mit einem schnellen schmerzlosen Tod, wenn es dann soweit ist. Nun, Ich werde darüber nachdenken.
Wieder schaute sie auf ihren Liebsten und verzog das Gesicht zu einem bösartigen Lächeln. Sehr gut stand ihr dieses Lächeln.
Und wenn es dann soweit ist wirst du ganz und gar mir gehören.
Du wirst Mein sein, Gorathan. Und du wirst niemals daran zweifeln das Du nur dafür lebst um mich zufrieden zu stellen.
Und ich bin mir sicher du wirst deine Sache gut machen.
Noch lange sah sie ihn lächelnd und kalt an, und streichelte seine Wange, wie man das Fell eines Hundes streichelt.
Sadinon Marlent
23-05-2002, 23:12
Sadinon war nur schweren Herzen mit der kleinen Sianne von Melina fortgegangen....
Wußte er doch, das er ihr helfen, aber auch Mel und die kleine Sianne schützen wollte und mußte, nur wie?? Wie konnte er helfen, er fühlte sich machtlos und leer...
Er suchte mit der Kleinen, aus Sicherheitsgründen, bei Freunden unterschlupf und wartete dort jeden Tag aufs neue, auf eine Nachricht von Melina und den anderen, die geflohen waren und nun darauf hofften, das sich die ganze Geschichte sich zum positiven wenden würde.
Sadinon stand am Bettchen, in dem die kleine Sianne lag und friedlich schlummerte. Lange sah er nachdenklich und mit traurigem Blick auf die Kleine. Ihm wurde jetzt noch mehr bewußt, wie sehr sie ihrer Mutter ähnelte und das schmerze in ihm noch mehr... er streichelt der Kleinen sanft über den Kopf und murmelt leise: " Gut das du noch so klein bist und nicht weißt, was jetzt geschehen ist. Ich hoffe, das du deine Mutter nochmal sehen wirst und Sie mit ansehen kann, wie du aufwächst, deine ersten Schritte machst und deine ersten Worte sprichst." Eine Träne rollte ihm über die Wange, bei dem Gedanken Melina niemals mehr wiedersehen zu können, sie nie wieder im Arm halten zu dürfen, ihre Nähe zu spüren und ihr Lachen zu hören. Ihr lachen, wie lange hatte er sie nicht mehr lachen hören....
Sie wurde so erdrückt von allen Sorgen und Nöten, die mit einem Schlag auf sie einströmten. Hatte sie letzten endes unter all dieser Last das Lachen verlernt?? Er stand da und konnte ihr nicht helfen. Verzweifelung und Wut wuchsen immer mehr in ihm, was konnte er tun und wie konnte er helfen? Er wußte, das er nun jeden seiner Schritte, jedes Wort und jede Tat genau überlegen mußte.
Er atemte tief und schwer durch, verlies das Kinderzimmer und schloss die Türe leise hinter sich. Er wischte sich verstohlen über das Gesicht und setzte sich an den Tisch, der gerade mit frischen Speisen gedeckt worden war. Er starrte auf das Essen und bekam kaum ein Bissen runter. Immer wieder wanderten seine Gedanken zu Melina und den Anderen. Wie mag es ihnen wohl gehen, wie ist es ihnen ergangen, wo haben sie unterschlupf gefunden, leben sie noch??? Fragen über Fragen, die auf ihn einströmten und ihn jeglichen Appetit nahmen. Die Freunde forderten ihn mehrfach auf etwas zu essen..... Erst nach dem ihm klar gemacht wurde, das er nicht nur an Mel denken soll, das er jetzt , gerade jetzt an seine kleine Tochter denken sollte, die ihn nun mehr brauchte als je zu vor, nahm er lustlos die Speisen und Getränke zu sich. Seine Gedanken wanderten weiterhin immer wieder zu Melina und den Anderen, er nahm schon fast nichts mehr von seinem Umfeld war, als ihm einer seiner Freunde Sianne sanft in den Arm legte, da sie erwacht war...
Er sah Sianne an und drückte sie sanft an sich. Ihm wurde klar, er durfte sich nicht hängen lassen, er mußte weiter kämpfen, er durfte nicht an sich denken, er mußte an seine Tochter denken, sie nun schützen und versorgen soweit es ihm möglich ist. Er war froh, das er Freunde um sich hatte, denen er vertrauen konnte, die ihm zur Seite stehen...... Er hoffte inständig, das Melina ebenfalls von solchen Freuden umgeben sein würde, die ihr nun beistanden und ihr und sicher selber Mut zuredeten. Er hoffte, das keiner der Geflohenen jemals den Mut verlieren würden und das sie lebend wieder heimkehren und in Freiden leben können..... Frieden... wird er jemals wieder einkehren??? Wie wird Melina´s Zustand sein, nach all den Strapazen, Ängsten, Sorgen und Nöten?? Wird sie jemals wieder sie selbst sein, wird sie irgentwann wieder lachen können???.......
Herzog Jarl
24-05-2002, 18:05
Das Schloss lag in stiller Dunkelheit. Jarl sass still in Gedanken versunken auf seinem Thron als metallende Schritte näherkamen. Es war Hauptmann Abon, einer der ersten Gardisten in seinem Dienst und ehrvoller Träger seines Ranges. Ein Schimmer von Hoffnung flog auf und ein prüfender Blick wanderte zu den beiden Wachen zu den Seiten des Thronsaals.
"Ich grüsse Euch, Abon. Es tut gut euch zu sehen. Begleitet ihr mich auf einen Spaziergang?"
Der Hauptmann nickt knapp und sie verliessen zusammen den Saal. Jarl führte den Mann in der Garderüstung in die ruhigen und leeren Orte des Schlosses und in einem Zimmer verbargen sie sich vor den neugierigen Augen und Ohren Anderer.
"Ich weiss das ihr ein mir immer treu gedient habt, Hauptmann. Es wird nun an der Zeit das ihr über Dinge unterrichtet werdet welche nur die wenigsten in Britain wissen. Es geht um viel, Abon."
Lange Zeit verging und vieles wurde hinter verschlossenden Türen besprochen und seit der Flucht Gorathans konnte das erste mal der Herzog für einen kurzen Augenblick mit Hoffnung im Herzen lächeln. Gemeinsam gingen sie hinaus und sahen sich vorsichtig um. Niemand war auf den dunklen Fluren zu sehen. Der Hauptmann machte sich kurzerhand auf das Schloss zu verlassen und Jarl kehrte zurück in den Saal, seine Anwesendheit somit bekundend.
In einem Schloss ohne Vertrauen war dieser Mann seine grösste Hoffnung und die einzigste Seele dessen Treue nicht von der Inquisition überschattet wurde.
Er würde nicht aufgeben was auch immer passieren mag.
Vadrak Larthay
24-05-2002, 18:49
Ein alles durchweichender Nieselregen machte dem kleinen Grüppchen Flüchtiger heftig zu schaffen. Den ganzen Tag waren sie umhergeirrt, auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf, nur um herauszufinden, daß, wo immer sie auch auftauchten, die herzöglichen Wachen schon nach ihnen suchten. Müde und frierend stolperten sie durch den nächtlichen Wald, fernab von jedem Weg, fernab von jedem Haus. Melina nießte schon fortwährend und auch Vadrak spürte die ersten Anzeichen eines Hustens. Seine Füße in den nassen Stiefeln waren so wundgescheuert, daß er mit den anderen nur noch mühsam schritthalten konnte, seine Muskeln schmerzten vom ungewohnt langen Fußmarsch durch unwegsames Gelände, dennoch beklagte er sich nicht, sondern dankte in Gedanken Glaron für jede Meile, die sie alle in Freiheit zurücklegen durften. Wie lange noch mochten sie ihre Freiheit auskosten dürfen?
lange hatte gregorian, melina geliebt, er wäre für sie gestorben. Und doch war sie weg, er konnte ncihts dagegen tun. wenn er nach ihr suchen würde, würde ihm jemand folgen und das wäre ihr und sein sicherer tod. Das hatte ihm Sadinon und Vomath gut eingeprägt. Dennoch hatte er bereits einen plan wie er ihr vielleicht helfen konnte. Er würde bald zur Garde gehen, informationen - viele informationen würde Greogiran über sie bekommen. Vorallem nützliche informationen, sie würden kostbar sein. Es war von nutzen das er Vadrak jeden 3. tag sehen durfte, auf das nächste mal hatte er sich gut vorbereitet. da er wusste wie die lage bei ihnen sein müsste.....tränke hatte er gekauft, viele nützliche und essen mit wasser und milch. das treffen kam immer näher.... Melina wird sicher darüber freuen und stolz auf ihn sein....
Sir Dante
25-05-2002, 03:18
Unnatürliche Dunkelheit umspielte die alten, hohen Bäume des Waldes. Der Wind hauchte kühl und bedrückend durch das Blattwerk, sein trauriges Lied summend. Ein Gebüsch streift beiseite und Vadrak in grüner Robe gekleidet schritt voran. Sein Glauben leuchtete ihn den Weg durch die Dunkelheit um ihn. Ihm dicht folgend war dort Sianne. Dunkle Flecken wanderten über ihren müden Körper, ihren Arm und die Schulter bedeckend. Bedrohlich und doch schmeichelnd bewegten sich die Schatten über sie hinweg. Sianne schaute starr auf den Rücken des Paladins und folgte ihm wie im blindem Vertrauen. Die Schatten umarmten Sianne, liebkosten ihren Hals in einer geschmeidigen und doch würgenden Bewegung. Plötzlich blieb sie stehen und blickte Vadrak mit flehendem Blick an.
"Ist es noch weit? Ich glaube, ich kann nicht mehr."
Die grüne Robe bauschte kurz auf als der Auserwählte des Glaron sich umdrehte und die zwei Schritte zu ihr ging. Sein Licht erleuchtete ihren Körper, doch weichten die Schatten nicht von ihr.
"Sei stark. Niemand kann sagen wie weit wir noch wandern müssen doch Glaron wird über dich wachen und dir Schutz gewähren."
Sianne nickte ihm zu und brachte ein ehrliches Lächeln auf während sie ihren Halsschmuck berührte und vorsichtig umgriff.
Ein Mann in strahlender Rüstung hielt eine Fackel hoch und sah sich um. In der weiten, steinigen Dunkelheit war nichts zu erkennen. Der glatzköpfige Gardist beugte sich schwerlich und langsam runter und sah in die Tiefe vor ihm. Man sah ihm seine fragenden Gedanken an wie er seinen Weg hinüber finden könnte. Er machte einen kurzen Wink und mit leisen Schritten kamen weitere Siluetten in das Licht. Die kleine Gruppe Gardisten stand vor der ihr hindernden Kluft. Ausserhalb, weit hinter ihnen stand noch jemand in den Schatten. Das glänzende Blau eines Umhanges bewegte sich leicht hin und her doch wagte die Gestalt keinen Schritt ins Licht der wehrhaften Gardisten.
Der Hauptmann lies seine Fackel in den Schacht fallen und sah ihr nach bevor er seinen Helm aufsetzte und sich zu den Anderen drehte. Er deutete über die Kluft. Wie in einer Bewegung nickten seine Gardisten und trugen Steine heran. Abon sah sich jeden einzelnen Stein genau prüfend an. Er las die Namen der Büger Britains welche sich jeweils auf einen Stein verewigten. Als wäre es Kunst stellten sie ausgesuchte Steine langsam und mühsam hintereinander und erbauten ihre Brücke.
Auf der anderen Seite schleppten sich mehrere Gestalten durch die Schatten. Ein leichtes Licht ging von ihnen aus. Magisch, anziehend wie eine Oase in der Wuste schien es auf die fleissigen Gardisten zu wirken. Sie wollten sichtlich die Kluft überbrücken bevor sie vorbeizogen.
Sianne sass zitternd inmitten des Sturms. Der Wind peitschte auf sie ein und der Regen welcher eher einem gewaltigem Wasserfall ähnelte, drohte sie davonzuschwemmen. Blitze zuckten über den Himmel und malten düstere Zeichen im Himmel welche von dem dunklen Orchester des Donners unterstrichen wurde. Sie betete laut, voller Hoffnung und Verzweiflung zu Glaron um Beistand, doch kein Licht kam herab zu ihr, wärmend und schützend. Die Schwäche stand ihr im Gesicht und sie schloss die Augen. Eine schützende Robe legte sich langsam über ihre Schultern. Gorathan, der Halbelf drückte sich sachte an sie, umarmte sie, schirmte sie ab. Gestalten bezogen Posten um sie herum. Eine rötliche, edle Rüstung glänzte kurz auf. Die durchnässte Frau hielt schützend ihren Schild vor die Beiden, erhellt durch das makellose, flammende Schwert in den Händen des Paladins welcher mit wachem Blick in den Himmel schaute. Vor ihnen stand die junge Schmiedin. Keinen sichtlichen Schutz bietend stand sie da, scheinbar dem Unwetter durch Willen standhaltend. Gemeinsam standen sie dort in der Trostlosigkeit, ein unsichtbares und unerschütterliches Band sie verbindend.
Eine leise Stimme erfüllte die Stille.
"Wir werden uns wiedersehen, Sianne. Ich verspreche es dir."
Sianne stand vor Helen im ihr so bekannten Park Britains. Sie wirkte traurig und ängstlich, doch erhellten diese Worte ihr Gemüt. Sie wusste das diese Frau die Wahrheit sprach.
Helen drehte sich um und beschaute die Schatten. Ein altes, mächtiges Wesen verbarg sich an schützenden Orten. Es beobachtete, wartete auf den richtigen Augenblick.
Ein tiefer Atemzug. Es roch nach Gras und Blumen. Augen öffneten sich langsam. Der Kopf der Frau lukte aus der schützenden Decke hervor. Sie lag auf einer kleinen Wiese, geschützt durch die dichtbelaubten Bäume auf ihrer ausgerollten Schlafmatte. Sie band ihre kastanienbraunen Haare zügig zusammen und erhob sich langsam in einer fliesenden Bewegung. Helen rekelte sich kurz mit einem verschlafenen Seufzer und blickte sich um. Ein kleiner Vogel baute sich ein Nest in dem Baum unter dem sie nächtigte. Die Sonne erhob sich langsam und beharrlich über den Berg welcher in der Ferne zu sehen war und sie machte sich auf ihr kleines Lager abzubauen.
Die junge Hellseherin ging langsam tapsend, scheinbar wahllos, einen Trampelpfad folgend ihren Weg.
Sie erinnerte sich an diesen Traum zurück welcher sie seit Tagen immerwieder besuchte. Einen Busch beiseite drückend spricht sie leise, aber mit klarer Stimme das letzte Versprechen welches sie Sianne gab.
"Alles wird gut."
Sir Ismael
25-05-2002, 04:37
..."Keine Spur von Ihnen, Euer Eminenz." Die Worte der jungen einfach gekleideten Frau klangen fast ängstlich.
Stille herrschte im Raum für einige Zeit, nur das Prasseln des Kaminfeuers störte die Ruhe ein wenig.
Dann plötzlich ein wuchtiger Knall, als die Faust des Inquisitors Lotharan auf den Tisch niederfuhr.
Zorn stand ihm ins Gesicht geschrieben, sein Blick hart und steinern. Es kann doch nicht sein, das 5 Glaronverlassene Ketzer verschwinden wie von Geisterhand? Noch dazu wo eine von Ihnen anscheinend eine völlig verlorene Seele ist? Wollt ihr sagen, das sie niemanden im Lande auffallen? Zornig donnerte die authoritäre Stimme des Inquisitors durch den Raum.
Auf seinen Siegelring blickend erhob sich die Gestalt von ihrem Sessel. Eine ganze Armee befindet sich auf ihren Fersen. Doch scheint selbst dies nicht ausreichend zu sein. Ich will diese Ketzer haben! Seine Hand ballte sich zu einer Faust.
Sie müssen Helfer haben, und es würde mich nicht wundern, wenn sich diese direkt vor unserer Nase befinden. Manchmal, gute Frau, befindet sich die Nadel neben dem Heuhaufen, und man sieht sie bloß nicht, weil man nicht hinsieht. Ruhiger und fast belehrend klang die Stimme nun. Sein Gesicht zeigte fast den Ansatz eines Lächelns.
Wir werden sie schon bekommen, irgendwann machen sie einen Fehler. Glaron ist auf unserer Seite, soviel ist gewiss. Das Licht wird am Ende triumphieren.
Er machte eine fast scheuchende Handbewegung in Richtung der jungen Frau. Ihr könnt gehen. Fast abfällig klangen die Worte.
Nachdem die junge Frau gegangen war, ging Lotharan noch einige Zeit im Zimmer auf und ab. Ja das Licht wird triumphieren... Seine Gedanken schweiften zu Kin, einem seiner engsten Vertrauten. warum schicke ich nicht den Wolf selbst auf die Jagd? Er wird es schon verstehen, etwas in Erfahrung zu bringen. Eilig verließ der Inquisitor den Raum, die Tür fiel laut ins Schloss, und die Schritte entfernten sich.
Hört denn dieser Regen nie auf? Noch immer matt saß Sianne am Feuer und fuhr sich nachdenklich durch ihr blondes Haar. Bisher schien das Glück und Glaron selbst auf ihrer Seite zu sein. Seit Tagen hatte sie nicht mehr richtig geschlafen. Müde sah sie zu ihren Gefährten, die unruhig auf ihren Grasmatten schliefen. Auch für sie war das eine Strapaze. Ich bin nicht mehr allein... Der Gedanke gab ihr neue Kraft. Wäre ich allein, wäre es das klügste nach Britain zu gehen und dem ganzen ein Ende zu setzen. Aber...wäre es vielleicht auch so das klügste? Würden ihre Freunde Gnade erfahren wenn sie sich stellen würde?
Nachdenklich schaute sie in die Flammen und stocherte mit einem Ast darin herum. Ihr Blick schweifte zu ihrem Liebsten. Mit angespannter Miene schlief er, sich ab und zu umwälzend.
Er braucht mich, es würde ihn verletzen.
Langsam sah sie die anderen an. Sie wären sicher enttäuscht von mir, würde ich es tun. Alles riskieren sie um mich zu retten, geben ihr Leben auf...Nein, es wäre nicht recht würde ich jetzt aufgeben, die anderen erwarteten von mir das ich stark bleibe.
Wieder sah sie ins Feuer. Aber was kümmern sie mich schon? Ich sollte alleine entscheiden was das Beste für mich ist. Aber was ist das Beste für mich?
Lange starrte sie wieder in die Flammen. Gorathan weis es besser als ich, soviel ist sicher. Ich muss noch einiges von ihm lernen. Er hat selbst eingewilligt als ich ihm sagte er soll mir das Schwimmen beibringen. Und er will von mir lernen, sagte er... Oh ja, das wird er auch. Ich werde ihn so manches lehren in der Zukunft, Dinge die er sich niemals vorstellen könnte, Dinge die nur ich erfahren habe... Schmunzelnd sah sie kurz nochmal zu dem Halbelfen.
Ich habe zum ersten Mal geschafft mich diesem Drang zu erwehren, dort in Skara Brae bei den Gardisten. Wie habe ich es gemacht? Angestrengt dachte sie nach, ihre Stirn zog sich in Falten.
Ich denke ich bin kurz davor es unter Kontrolle zu bringen... Dieser Drang Glaron anzubeten ist wirklich nicht zu ertragen. Wann bin ich endlich wieder ich selbst?
Alles wird gut werden... Der Gedanke einer alten Freundin kam ihr in den Kopf. Sie hatte immer recht behalten.
Ich werde weiter dagegen ankämpfen. Aber ich benötige alle meine Kräfte und muss ausgeruht sein.
Leise erhob sie sich von dem alten Baumstamm,legte sich wieder auf ihre Grasmatte, und begann damit, sich in den Schlaf zu zwingen.
Weiter tobte der Sturm um die Höhle...
Sir Ismael
25-05-2002, 05:23
Womit kann ich dienen Eure Eminenz? Der hagere Mann verneigte sich demütig und unterwürfig. Lotharan stand im Raum, ein nur schwach erleuchtetes Zimmer, als würde sein Bewohner es vorziehen, das man ihn nur schemenhaft erkennt.
Ausdruckslos sah der Inquisitor ihn an. Nun, mein lieber Kin, habt ihr irgendetwas zu berichten? Ein Teil des Satzes klang fast ironisch. Ja, Euer Eminenz, natürlich, es gibt eine Spur Erbärmilch klang die Stimme seines Speichelleckers für ihn.
Eine Augenbraue anhebend sah Lotharan ihn an. Nun, euer Eminenz, ich sah heute einen Aushang in der Markthalle, der uns möglicherweise auf eine Spur bringen könnte. Ab und zu eine Verbeugung andeutend berichtete der hagere Mann dem Inquisitor was er wusste. Dieser zeigte keinerlei Regung während er lauschte. Das habt ihr sehr gut gemacht, Kin Auch das leichte Lächeln auf den Lippen des Inquisitors liess die Worte nicht weniger abfällig klingen. Dann los, bringt in Erfahrung was wir wissen wollen. Ich vertraue da ganz auf eure Fähigkeiten. Glaron schütze Euch, Kin.
Nachdem er eine segnende Handbewegung gemacht hatte, ausdruckslos und beiläufig, wandte der Inquisitor sich um und verliess den Raum. Auf ihn kann ich mich wirklich verlassen. dachte er und lächelte leicht.
Seylarana Ryell
25-05-2002, 10:39
Ihre Schritte waren flink und vollkommen lautlos. Seylarana huschte mit angelernter elfischer Lautlosigkeit von Baum zu Baum und Gebüsch zu Gebüsch. Sie ging in die Knie und reckte aufmerksam ihren Kopf.
Fast ein Jahr war vergangen, seit sie nach Britain gekommen war. Sie hatte sich sehr verändert, war zu einer Kriegerin mit Kodex geworden, hatte gelernt der Furcht vor einem Gegner ins Auge zu sehen. Doch sie hatte nie die fünf Jahre völliger Einsamkeit im Wald vergessen. Sie hatte ganz auf sich gestellt überlebt und sich selbst versorgt. Nun kamen ihre Fähigkeiten als Waldläuferin der ganzen Gruppe zugute und Seylarana war froh, dass sie die Not der anderen zumindest in dieser Hinsicht mildern konnte. Ihre Rüstung blieb jetzt fast völlig unbenutzt, im Wald waren Schnelligkeit und Lautlosigkeit überlebenswichtig und so schleppte Sey die dunkelrote Rüstung nur noch für den Notfall mit sich herum. Sie erlag nicht der Versuchung das schwere Ding irgendwo zu verstecken, um sich das Gewicht zu ersparen. Niemand außer Gorathan und ihr schien solche Situationen gewohnt zu sein und auch wenn sie Vadrak wegen seiner Fußlahmheit oft mit sanften Spott bedachte, beunruhigte sie das schnelle Ermüden der anderen drei. Ohne Gorathans und ihre Fähigkeiten hätten sie sich längst verirrt oder wären verhungert.
"Städter." Sey sprach es nicht mit dem leisesten abfälligen Ton aus, wie es die meisten Waldläufer tun.
Das Zusammenleben der Gruppe klappte ziemlich gut. Jeder tat das, was er am besten konnte und Sey war ziemlich überrascht gewesen, wie gut sie zusammen arbeiten konnten, war sie es bis jetzt immer gewohnt gewesen, alles allein zu tun. Vielleicht war es auch ihr Beschützerinstinkt, der sie von sich erwarten ließ, alles selbst zu tun.
Sie lauschte wieder konzentriert. Vor ihr auf der Lichtung weidete ein großer Damhirsch. Fleisch für alle, war der einzige Gedanke der Seys Schritte nun lenkte. Sie legte mit ihren guten alten Bogen waagerecht auf den Hirsch an. Das Tier hörte das Knarren der Sehne und setzte zur Flucht an. Doch der Pfeil war schneller. Sirrend schoss er heran und bohrte sich durch das Auge direkt ins Hirn. Der Hirsch brach wie vom Blitz getroffen zusammen.
Sey erhob sich langsam und ließ den Bogen sinken. Ihre Hand wanderte fast mechanisch an ihr Jagdtmesser, als sie auf das tote Tier zu ging. Sie weidete ohne jeglichen Anflugs von Ekel das Tier aus und zerlegte es.
"Soll ich... dir nicht helfen, Sey?"
Sie, bedeckt mit Blut, schmunzelte. "Du bist lautloser als ein Schatten, Gorathan."
Der Halbelf erwiderte nichts, er lächelte nur und ging ihr dann zur Hand. Seit seinem Ausbruch bei seiner Verhaftung war ihre Freundschaft verständlicher Weise ziemlich angeknackst. Sey hatte ihm jedoch längst verziehen, sie war nicht mehr so nachtragend, wie noch vor ein paar Wochen, zumal sie Gorathan gut verstehen konte. Wie hätte sie reagiert, wenn ein Freund zu ihr käme, mit den Worten: "Im Namen des Herzogs, du bist festgenommen."
Sie ließ das Messer sinken. Der Herzog. Er half ihnen tatsächlich. Mit Unbehagen dachte sie an die Sache auf Skara Brae, als die herzögliche Garde sie erwartet hatte. Sie hatte schon mit ihrem Leben abgeschlossen gehabt, als die Blechmänner auf die kleine Gruppe an der Fähre zugekommen waren. Als sie jedoch die Gesuche mit den falschen Bildern vorgezeigt und gefragt hatten, ob sie diese Leute gesehen hätten, war Sey schnell in die Offensive gegangen und ihre Freunde und sie hatten perfekt Waldläufer und Barbaren gespielt. Sie musste unwillkürlich schmunzeln, als sie an die entnervten Gesichter der Soldaten dachte. Skara Brae hatten sie ebenfalls besetzt vorgefunden und waren, nach schauspielerischer Höchstleistung, zum Glück wieder entwischt. Nun saßen sie schon seit Tagen in dieser feuchten Höhle fest, wärend es draußen regnete und regnete. Sey nutzte die kurzen Regenpausen, um für die Gruppe zu jagen.
"Das wird eine Weile reichen, denke ich", sagte sie zu Gorathan, als sie das Fleisch, in das Fell des Hirsches gewickelt, gemeinsam zur Höhle trugen.
Er nickte nur leicht. Sein Gesicht war voller Sorge um Sianne und Sey seufzte innerlich mitleidig. Wie gut konnte sie ihn verstehen. Sie kam um vor Sorge um Jarl und sie wusste, dass es ihm ähnlich ging. Er hatte ihr von Gorathan ein Zeichen uberbringen lassen. Sey trug den Hut immer bei sich, selbst jetzt steckte er in ihrem Rucksack; er spendete ihr Trost in diesen dunklen Stunden.
Sie verdrängte ihre trüben Gedanken, als sie die Höhle betraten und sie die müden, hungrigen Gesichter der anderen sah, die auf sie warteten...
Sadinon Marlent
25-05-2002, 11:46
Sadinon stand am Fenster mit seiner kleinen Tochter Sianne auf dem Arm. Immer noch wartent auf ein Lebenzeichen von Mel und ihren Gefährten. Die Kleine brabbelte vergnügt vor sich hin und spielte mit den Kordeln vom Hemd, welches Ihr Vater trug. Sadinon sah auf seine Tochter und ein kleines Lächeln huschte für einen Moment über sein sorgenvolles Gesicht. Für eine kurzen Moment vergass er was ihn bedrückte und blickte auf dieses kleine Geschöpf. Sie lag in seinen Armen unschuldig und reinen Herzens, nicht wissend von gut und böse, gerecht oder ungerecht. Sadinon blickte wieder gedankenverloren aus dem Fenster, die kleine Sianne im Arm halten, streichelte er Sianne sanft über die kleinen Finger. Es regnete und ein Gewitter zog heran. Sadinons Gedanken wanderten wieder zu Melina und ihren Gefährten die nun da draussen auf sich allein gestellt waren, immernoch auf der Flucht vor der Inqusition. Sadinons Gedanken schienen sich nicht zu sortieren, immer wieder schossen ihm schreckliche Vorstellungen und Gedanken durch den Kopf, die ihm unerträglich wurden. Vermischt mit den schönen Stunden und Momenten die er mit Melina und seiner kleinen Tochter erlebt hat.
Sorgenvoll sah er zum Himmel wo mögen sie sein, sind sie gesund, haben sie genügent Speisen und Getränke, haben sie einen Unterschlupf gefunden, warme und trockene Sachen bei sich? Fragen die Sadinon quälten, wärend er so hinaussah und das Unwetter betrachte. Er war in einem trockenem und warmen Haus, hinter ihm der Kamin, in dem das Freuer friedlich vor sich hinflackerte. Wieder blickte Sadinon auf seine kleine Tochter. Sie blickte ihn an und ihm kam es vor als würde sie ihn aufmunternt an lächelnt, mit dem gleichen lächeln ihrer Mutter, welches ihm sagte "Alles wird gut".
Er spazierte mit ihr im Zimmer umher und erzählte ihr von ihre Mutter. Wie sehr er sie liebte und das er sie sehr vermißt. Sie lag ruhig in seinen Armen und schien ihm zu zuhören. Er erzählte wie sie sich kennenlernten und was sie gemeinsam erlebt haben. Er brach mitten in der Erzählung ab, als er daran dachte, wie ihr erster Hochzeitstermin platze. Bruder Josephus war ermordet worden und dann die Nachricht, das Sianne tot sei.
In seinen Gedanken kamen wieder die Bilder hoch, wie sehr Mel darunter gelitten hatte, wie sie beinahe das leben verlor, weil sie den schmerz nicht er tragen konnte, das ihre geliebte Schwester nicht mehr lebte und eines Tages auftauchte, vor Mel und ihm stand und beide sie ansahen als sei sie ein Geist.
Er drückte die Kleine sanft an sich und dachte darüber nach, das es nicht das einzige mal war, das er Mel beinahe verloren hätte. Er dachte daran, das er beinnahe beide, Mel und seine kleine Sianne verloren hätte...
Wieder wanderten seine Gedanken zu Mel, wird sie jemals wieder zurück kehren, wird er wieder das glück haben, sie lebend in die Arme schliessen können oder muß er sich mit dem Gedanken abfinden, sie niemals mehr wieder zu sehen und mit Sianne alleine zu sein?? Wann hat das ganze ein Ende? Seufzent schaut er auf Sianne die in seinen Armen eingeschlafen war. Er legte sie sanft in das Bettchen und deckte sie zu, verließt leise das Zimmer und setzte sich an den Kamin. So sass er da, Gedanken versunken ins Feuer starrend und mit sorgenvollem Gesichtsausdruck, verharrent, der Dinge, die da noch kommen sollen.....
Gwendolyn Rikor
25-05-2002, 19:18
Voller Sorge lenkte Gwen ihre Schritte aus der Herberge in Richtung Schloß. Sie wusste nicht so recht, warum sie wirklich ihren Dienst antreten sollte, wußte sie doch genau, was ihr bevorstehen könnte, sollte sie den Weg weitergehen, den sie eingeschlagen hatte.
Sie war einerseits recht froh, dass die Inquisition ihr bisher noch erspart geblieben war, hatte sie doch diesen Lorathan auf ihrer Wache zu Gesicht bekommen, und der war ihr alles andere als sympatisch. Aber er wusste nicht, das Gwen ueber alles bescheid wusste. Noch nichteinmal der Herzog wusste es. Und wenn sie es genauer betrachtete, wusste es niemand ausser denen, die sich jetzt auf der Flucht befanden. Ärger stieg in ihr hoch. Wie konnte der Herzog nur so etwas zulassen, dass ein Mensch dermaßen gefoltert wurde, wie sie es von Mel noch gehoert hatte, bevor sie so schnell wieder verschwunden war. Stellen wollte sie sich, und doch verschwand sie so schnell wieder, wie sie aufgetaucht war. Lange sinnierte Gwen auf ihrem Weg zu ihrer Truhe, was das nur bedeuten sollte.
Leise klirrend verließ sie in Uniform den Garderaum, und erschrak ein wenig, als sie plötzlich vor Jarl stand, der wohl gerade auf dem Weg in den Kerker war. "Das könnte eine Chance sein", dachte sie bei sich. "Vielleicht die Chance, die mir im Moment bleibt um überhaupt noch etwas zu tun"
So sprach Gwen dann schließlich mit dem Herzog über all die Dinge, die sie wußte, schließlich war er der Mann, dem sie unterstand, und der Mann, den sie zu schützen befohlen ward. Jarl, der von alledem bisher nichts wußte, staunte teilweise, doch wusste es recht gut zu verbergen. Und als er sie letztendlich mit den Worten über neue Befehle an Hauptmann Abon verwies, fühlte sie sich seltsam missverstanden und nicht so recht wohl in ihrer Haut. Das einzig wahrlich gute, was sie im Moment sehen konnte, war das Bett das ihr der Herzog im Schloss anbot, und es schien, als könnte sie endlich das Gasthaus verlassen und an einem wesentlich sichereren Ort nächtigen.
Und so gab Jarl sie in die Hände von Hauptmann Abon, mit dem sie zum zweiten mal an diesem Tage über all das sprach, was sie belastete und was sich dachte, und durch seine Worte, und die neuen Befehle die sie von ihm empfing, wurde ihr doch ein wenig klar, was hier tatsächlich gespielt wurde. Und ihr wurde froh ums Herz, da es sich doch alles hoffnungsvoller anhoerte, als sie noch in dem Moment dachte, bevor sie Jarl getroffen hatte.
Und doch etwas verwirrt war sie: Zweimal, von Herzog Jarl und von Hauptmann Abon, wurde sie davor gewarnt, mit der Inquisition zuviel Umgang zu pflegen. Sie konnte ahnen, warum. Und da Gwen nicht gerade als das bezeichnen konnte, was man im Allgemeinen als "gläubig" bezeichnete, konnte sie sich ausmalen, was ihr blühte, sollte der Inquisition auch nur eine Andeutung davon zu Ohren kommen. Und doch musste sie mit den Inquisitoren reden. Nicht wegen der Nekromanten-Sache, sondern um ein Mittel gegen Vampire zu finden, um so endlich auch diese Sache zu einem Ende bringen zu können. Und sie konnte nur hoffen, das die Vampire nicht wußten, dass sie wußte wer sie waren. Zumindest hatte sie einen Namen, und andere würden folgen, soviel stand fest.
So zog Gwen einen Strich unter die Gespräche mit ihren beiden Vorgesetzten, und konnte doch glücklich sein:
Sie würde nun ihrer Pflicht als Gardistin freier begegnen können. Und sie konnte eine bessere Verbindung zu ihrem Hauptmann aufbauen, nachdem auch er ihr ein Bett angeboten hatte. Sie hatte auch die Unterstuetzung der Garde bei ihrem Vorhaben, ein wenig Ordnung zu schaffen, und das sogar mit dem Wissen des Herzogs.
Und doch fragte sie sich, wo das alles hinfuehren sollte. Und wieder dachte sie an die Gruppe der flüchtigen und hoffte in Gedanken, dass es ihnen allen gut ging:
Mel, der sie die Freundschaft geboten hatte, und sich mehrmals für sich eingesetzt hatte.
Sey, von der sie allzuoft nur unwirsche Kommentare gehört, aber die sich seit kurzem auch mehr verstehen konnte, nachdem sie vor der Ente ein wenig reden konnten.
Vadrak, den sie, obwohl er ein unverbesserlicher Glaronsmann war, der sie versuchte zu bekehren, trotz alledem vermisste, da er immer ein offenes Ohr und einen wissenden Geist hatte. Von den netten Diskussionen über Glaube und nicht-Glaube einmal abgesehen.
Sianna und Gorathan, auch wenn sie wenig mit ihnen zu tun gehabt hatte. Und auch wenn ihr doch recht klar erschien, wer sie waren, trotz alledem galt ihre Sorge auch den beiden...
Mit all diesen Gedanken passierte Gwen das Tor des Schlosses, setzte sich den Helm auf und griff nach der Armbrust, in der Hoffnung, bald etwas von Hauptmann Abon zu hören....
Vadrak Larthay
27-05-2002, 16:44
Und wieder war ein langer, ereignisreicher Tag zuende. Vadrak lag noch einige Zeit wach, lies die Geschehnisse Revue passieren:
Am frühen Morgen, als alle anderen noch schliefen, hatte er sich aufgemacht, um Gregorian in Britain zu treffen. Gregorian – der Templer schüttelte den Kopf in Gedanken an seinen ehemaligen Schüler, den er für einen ausgemachten Bruder Leichtfuß hielt – Greg hatte ihm aufgetragen, Melina auszurichten, daß er sie nicht mehr begehre. Als ob das so einfach wäre! Vadrak wußte selbst viel zu genau, was es bedeuete, eine Frau zu begehren, die unerreichbar war, um Gregs Worten Glauben schenken zu können. Der Schmerz, der ihn bei der Erinnerung an die Zeit mit Fiana durchzuckte, war noch genauso scharf wie damals. Nein, ein solches Gefühl konnte man nicht abstreifen wie ein Paar Handschuhe oder einen alten Hut. Für Greg war es ein Segen, daß er Mel in nächster Zeit nicht würde treffen können. Aus den Augen, aus dem Sinn – die Zeit heilt vieles bei jungen Leuten, so hoffte Vadrak. Er war Greg zwar dankbar für die vielen nützlichen Dinge, die dieser für die Gruppe besorgt hatte, doch änderte das nichts an seiner Mißbilligung Gregs respektlosen und anmaßendem Verhalten und seiner leichtsinnigen Art gegenüber.
War sein eigenes Verhalten nicht auch leichtsinnig? Der Besuch in Britain hatte seine Hoffnungen etwas enttäuscht. Waren die Dinge von Greg und die schon längst bekannte Information, daß man sie immer noch suchte, es tatsächlich wert gewesen, den langen Weg und die Gefahr des Entdecktwerdens auf sich zu nehmen? Zu viele Leute hatten ihn gesehen, ja sogar angesprochen, und Vadrak war sich der Tatsache durchaus bewußt, daß er kein Meister der Verstellung war, denn er war es nicht gewohnt, sein Gesicht verbergen zu müssen. Diese Maskerade war ihm ausgesprochen unangenehm und sein Verhalten vermutlich entsprechend auffallend. Ob die Wache ihn erkannt hatte?
Auf dem Rückweg hatte der Templer einen weiten Umweg gemacht, um etwaige Verfolger abzuschütteln und in die Irre zu leiten. Nicht, daß er Greg in Verdacht hatte, sein Wort zu brechen, doch könnte es durchaus möglich sein, daß ihr Treffen von kundiger Seite beobachtet worden war.
Zurück im Unterschlupf hatte Sianne ihnen von einem Traum erzählt. Dank dieses Traumes machte sie sich große Hoffnungen, das Böse, das sie quälte, bannen zu können. Sianne führte die Gruppe zu einer Ruine voller ruheloser Seelen. Ein Buch, das sie dort fanden, beschrieb ein Ritual, das den Dämon für immer in einen Schutzkreis bannen sollte. Vadrak war von Anfang an skeptisch. An diesem Ritual war seiner Meinung nach alles falsch – es konnte nicht auf diese Art funktionieren! Doch Sianne war sich ihrer Sache so sicher, daß der Templer sich wider besseres Wissen bereit erklärte, es dennoch zu versuchen.
Es war eine Falle gewesen! Der Dämon hatte über den sogenannten Schutzkreis nur gelacht! Ein weiterer Fehler in einer langen Liste von Fehlern, die er, Vadrak, gemacht hatte. Ein Fehler, den seiner Kameradin Sey beinahe mit dem Leben bezahlt hätte: Sey, die er nun schon jahrelang kannte, die einzige Person, die alles über ihn wußte, was es zu wissen gab und die ihn dennoch immer wieder mißverstand, Sey, deren Spott und Mißachtung seiner Prinzipien ihn im tiefsten Inneren traf und verletzte wie es niemand anders konnte, Sey, seine Kampfgefährtin, die ihm vertraute! Hätte der Dämon sie getötet, wie hätte sich der Templer das je verzeihen können? Doch Glaron war groß und Seine schützende Hand hatte über der Gruppe gelegen, so daß sie den Dämon besiegen konnten ohne Verluste zu erleiden. Vadrak wußte nun genau, daß es nicht DER Dämon gewesen war. Der eigentliche Kampf um Sianne stand ihnen noch bevor. Der Dämon hatte einen seiner Diener entsandt, um spielerisch ihre Stärke zu erproben! Der Sieg von heute war im Grunde eine Niederlage, denn nun verfügte der Dämon über Informationen, die er vorher noch nicht gehabt hatte und die er sicherlich als Waffe gegen sie einsetzen würde.
Vadrak würde Sianne noch sorgfältiger im Auge behalten müssen! Er durfte ihren Worten nie wieder so leichtfertig nachgeben! Mit diesem beunruhigenden Gedanken im Hinterkopf fiel Vadrak in einen unruhigen Schlaf.
Sadinon Marlent
27-05-2002, 21:01
An einem schönem Tage ging Sadinon vorsichtig zu seinem und Mel´s haus zurück, um nochmal nach dem rechten zu sehen. Zu vor hatte er bei seinen Freunden die Nachricht hinterlassen, das sie auf Sianne achtgeben möchte, er sei am Abend wieder daheim.
Am Haus angelangt erschien ihm ein Bote, der sich vorsichtig umschauten und sich ihm näherte. Der Boten hielt er eine Nachricht vom Hauptmann der Stadgarde in der Hand, die er ihm über geben sollte. Sadinon lass den Brief, warf dem Boten einen skeptischen Blick zu und antwortete dem Hauptmann. Der Bote verschwand eilents mit dieser Nachricht. Sadinon schaute sich im Hause um, holte noch das eine und andere, was er für einen Arbeitsreichen Tag brauchte. Er wollte sich ablenken um nicht länger über alles nachdenken zu müssen, über die Flucht und darüber, ob er Mel jemals wiedersehen würde.
Er lief durch die Wohnung und schaut überall nach dem Rechten.
Langsam schloss er alle Türen und Fenster und schritt zur Haustüre.
Als er die Haustüre öffnete stand ein dunkelgekleideter Mann vor ihm.
Er fragte nach Sadinon Marlenti und wollte wissen wo er sei, es gäbe eine große Gefahr und er wolle helfen.
Sadinon, sah den Mann argwöhnisch an. Ein Fremder, der ihm seine Hilfe an bot, das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. So fragte er ohne sich erkenntlich zu zeigen, was er den von diesem Manne wolle.
Der schwarz gekleidete Mann antwortete: " Es geht um seine Frau, sie ist in Gefahr."
Sadinon musterte den Mann eindringlich. Mel in gefahr?? In Sadinons Kopf schwirten alle moglichen Gedanken, er harderte.....
Stimmen in seinem Kopf machten sich breit. Die Eine verlangte, das er sich erkenntlich zeigte und die Ander warnte vor einer Falle. aber da war die Sache mit Mel, in wiefern wüßte er etwas über sie bescheid....
Sadinon war hin und hergerissen, solange hatte er schon nichts mehr von Mel gehört.
Der schwarz gekleidete Mann sah ihn ruhig an. Leise gab Sadinon zu verstehen, das er vor ihm stand.....
Der Mann sagte wieder erneut und eindringlich, " ich muß ihn dringent sprechen, da seine Frau wirklich in großer gefahr ist"
Sadinon gab nun deutlich zu verstehen, das er vor ihm stand. In diesem moment legte der schwarz gekleidete Mann seinen Kragen um und das Zeichen der Inquisition ward erkennbar. Starrvorschreck und kreidebleich sah Sadinon auf das Zeichen. Er war in die Falle getappt, die ihm gestellt wurde. Was würde nun geschehen, was wird aus Mel und den Anderen, was wird aus der kleinen Sianne??
Der Inquisitor bat ihn ins Haus, dort unterrichtete er ihn davon, das er helfen wolle, das Mel berfreit würde. Nur er könne dies, so sagte er. Er wolle für Mel Amnesie erwirken, damit sie freigesprochen würde.
Er sagte" Ich war im kerker und habe gesehen, das Mel wiederwillig geholfen hat" Sadinon wußte nur zu gut, das dies eine Lüge war. Wußte er doch, das Mel ihr Leben für die große Sianne opfern würde.
Sadinon traute ihm nicht und sagte ihm " selbst wenn ich wüßte, wo sie ist, würde ich euch nichts sagen. Ich weiß nicht wo Mel ist." Der Inquisitor sprach " wir sind ihnen auf der Spur und ihr könntet uns vom nutzen sein" Sadinon wußte nicht mehr so recht was er machen sollte, er weigerte sich, diesem Mann zu helfen, konnte er doch nichts gutes im Schilde führen. Er fragte " was wird aus den anderen?" Der Inquisitor sprach " sie bleiben ankeklagt des Hochverrats und der Ketzerei, doch eure Frau könnte frei sein" Sadinon blickte den Mann ernst an und schüttelte den Kopf. Nein niemals würde er seine Freunde verraten oder sie hintergehen, niemals. Er gab deutlich zu verstehen, das er sich nicht in der Lage fühlt, der Inquisition zu helfen. Der Mann sprach " so stellt ihr euch also auf ihre Seite?" Sadinon antwortete " Ich habe mich weder auf Eure noch auf die Seite der anderen geschlagen" Der Mann sprach" mit eurem Verhalten tut ihr dies bereits. Hier mit klage ich Euch an, des Hochverrates und der Ketzerrei, ihr seit Verhaftet" Sadinon blickte ihn ensetzt an. was wird nun geschehen, was wird mit Sianne.....
Er fragte den Mann " ist mir ein letzter Wunsch gestattet, das ich meinen Freunden bescheid gebe, was los ist?" Der Mann antwortete " nein, Euch ist hiermit jegliches Recht entzogen, kommt und folt mir" Sadinon weigerte sich. "Gut" sprach der Mann " dann werdet ihr von der Wache abgeholt und mit gewalt in den Kerker gebracht." Er sperrte Sadinon in sein Schlafzimmer und ging, um die Wache zu holen. Da sass Sadinon nun im Zimmer und dachte nach, was hätte er anders machen sollen?? Hätte er der Inquisition helfen sollen?? Er wagte es nicht seine Meinung zu ändern. Besass er doch zu viel Stolz dafür. Nach einiger Zeit er schien eine Wache und legte ihn brummelnt handschellen an und führte ihn in den Keker. Dort sperrte er ihn in eine zelle und nam ihm alle seine Sachen ab. Selbst den Schmuck mußte er abgeben. Nur zögerlich gab Sadinon die Sachen ab. Bei dem Ehering zögerte er sehr lange. Sein letztes Andenken an Mel, das mußte er nun hergeben, nicht hatte er mehr, womit er sich an sie erinnern konnte nur noch seine Gedanken, mit denen er nun alleien war.
Da sass er nun in der Zelle, verzweifelt und mismutig, mit sich selber hardernt, den falschen Weg eingeschlagen zu haben.
Lange sass er da und starrte in die dunkeheit, alleine mit all seine Sorgen und Kümmernisse und dachte nach, was noch alles geschehen würde........
Sir Ismael
28-05-2002, 00:37
...Gut gemacht Kin, ich werde mich persönlich um diesen Fall kümmern und Euch unterrichten, wenn ihr gebraucht werdet. Ihr könnt jetzt gehen.
Der hagere dunkelgekleidete Mann verbeugte sich und verliess den Raum. Lotharan saß nachdenklich am Schreibpult und starrte auf den leeren Zettel vor ihm.
Ich werde ein Gerichtsverfahren führen müssen, obwohl seine Schuld doch klar auf der Hand liegt.
Seufzend bohrte er mit der Schreibfeder im Tintenfass.
Plötzlich erhellte sich seine Miene etwas.
Wenn es schon öffentlich gemacht werden muss, dann kann ich wenigstens den Bürgern der Stadt zeigen, das die Ketzerei und Häresie bald zur Vergangenheit gehört. Ja, bei Glaron, ein öffentlicher Prozeß, sollen sie sehen was diese Verbrecher erwartet.
Das kratzende Geräusch der Feder mit der Lotharan die Anklageschrift verfasste war das einzige Geräusch im Raum...
Gorathan
28-05-2002, 03:55
*Der Halbelf legte sich den Umhang um.Kalt war es heute morgen.Draussen vor der Höhle heulte der Wind,hier drinnen zum Glück nur das Geschnarche von Seylarana,die bei ihrer Wache eingeschlafen ist.Mit einem lächeln nahm Gorathan eine dicke Robe und einen Umhang und bedeckte sie damit.So würde sie wenigstens warm aufwachen.
Feuerholz.Eine Lapalie,doch die Fünf hatten es vergessen.Niemand kümmerte sich darum,auch Er selbst nicht.So musste er nun zusehen ,früh am Morgen,Holz zu holen,um das glimmende Feuer nicht ganz der Asche zu überlassen.
Seine Gedanken jedoch tanzten in seinem Kopf wie Schneeflocken in einem Sturm. Kaum dachte er einen Moment nicht an Sianne,spürte er,wie es ihn fortzog.
Als sie den Diener besiegten..Er spürte noch genau,wie seine Schlaefe klopfte,sein Wille das Einzusetzen ,Sianne zu helfen mit aller Macht,egal was passieren würde ,oblag fast.
Noch einmal würde er es sicher nciht schaffen,nur das Schwert zu ziehen.Beim nächsten Mal...
Doch was dann? Was würde dann geschehen...
Zweifel keimten in ihm auf.Zweifel an dem Sinn,sich zu wehren,dann aber wieder Zweifel an IHM,denn hatte es nicht gehiessen,"weder durch worte noch durch taten,von IHM und seinen Dienern" ?
Gorathan packte das Feuerholz in dem Umhang zu einem grossen stapel zusammen,und ging Richtung Hoehle.
Eine Minute Spaeter konnte man noch sehen,wie der Umhang das Holz freigab,und an der Stelle,wo Gorathan gerade stand schien leere...
Der Wind blies nicht mehr.Der Morgen graute und die Sonne stieg hinter den Bergen auf.Vogelgezwitscher.
Was der neue Tag wohl bringen mag ?Wuerde er rechtzeitig zurueck sein?
Seylarana Ryell
28-05-2002, 10:54
Sey erwachte durch den pochenden Schmerz in ihrer Seite aus ihrem kurzen Nickerchen. Verwundert registrierte sie den Umgang um ihre Schultern. Doch ihre Gedanken blieben nicht lange dabei. Der Schmerz ihrer gequetschten Seite brandete mit einer jähen Heftigkeit hoch, dass sie ächzend zusammen zuckte. Die Schmerzen erinnerten sie mit schreckllicher Intensität an den Augenblick, als sie in gut vier Metern höhe in der Pranke des falschen Dämons gefangen war und er langsam, sich an ihren Qualen weidend zugedrückt hatte. Sie hatte noch jetzt das scheußliche Geräusch in den Ohren, als ihre Rippen brachen. Und dann? Was war plötzlich in sie gefahren? Sie hätte jammern, schreien, um Gnade winseln sollen, doch sie hatte es nicht getan. Statt dessen war eine unglaubliche Wut in sie gefahren, eine Wut, die nicht ihre eigene gewesen war.
"Shaobian..." Sie legte sich die Hand aufs Herz. "Du bist immernoch da und beschützt mich, Schwester..."
Sie erinnerte sich ohne Schrecken, wie das Bewusstsein der Elfe ihr eigenes, geschwächtes verdrängt und ihren Körper mobilisiert hatte. Sey hatte nur zugesehen, wie ihr Körper sich plötzlich gestreckt, ihre Arme das Schwert gehoben und dann in wilder Raserei immer wieder in die zupackenden Arme des Dämonen gejagt hatte. Er hatte sie fallen lassen und ab diesem Moment, hatte ihre Schwester sie wieder losgelassen.
Sey sah rot. Obwohl der Gegner mehr als doppelt so groß war wie sie selbst und mindestens zehnmal so stark war, war sie auf ihn zu gestürmt und hatte auf ihn eingeschlagen. Keiner ihrer Freunde hatte ihren Blutrausch bemerkt. Sey dachte nicht mehr, fühlte nicht mehr. Ihre Rüstung hielt den Schlägen des Dämonen stand, während sie in blinder Raserei auf ihn einschlug und einstach. Erst als der Dämon, niedergestreckt von Vadrak, den sie bis dahin in ihrem Rausch gar nicht wahrgenommen hatte, und ihr, leblos am Boden lag, ließ die rot gerüstete Kriegerin ihr Schwert sinken. Das Glühen in ihren Augen ließ nach, als sich das Bewusstsein ihrer Schwester gänzlich in sie zurückzog, bereit, Sey jeder Zeit zu beschützen.
Im Nachhinein oder vielleicht auch währenddessen, war Sey klar geworden, dass es zu einfach gewesen war. Kein Mensch, auch wenn er die beste Rüstung trug und noch so stark und kampferprobt war, konnte den Schlägen eines finsteren Gottes standhalten. Der Dämon war nur ein lächerliches Abbild dessen gewesen, gegen was sie kämpften.
Sey zitterte etwas in der morgendlichen Kälte und zog den Umhang enger um ihre Schultern. Was für Kämpfe standen ihr noch bevor? Würde sie wieder die Kontrolle verlieren?
Sie hoffte, dass es ihre Freunde niemals bemerken würden, wenn sie wieder dem Roten Rausch verfallen sollte...
Sadinon Marlent
28-05-2002, 22:20
Sadinon sass nun da im Dunklen, nass kaltem Kerker. Seine Gedanken wanderten zu Mel und dann zu Sianne. Immer wieder murmelte er ganz leise vor sich in "hoffentlich finden sie Sianne nicht, hoffentlich nicht". Es war schon fast wie ein gebet. Er sorgte sich sehr um Sianne, doch wußte und Vertraute er seinen Freunden, das sie gut auf die kleine Sianne acht geben würden. Als er so in Gedanken versunken da sass, kam Tumalon an und unterhielt sich mit ihm er stellte viele Fragen, die Sadinon ihm aber nicht beantwortete. Dann tauchte der Oberst der Stadtgarde auf. Ruppig und barsch sprach er mit Sadinon und versuchte etwas aus ihm heraus zu bekommen. Aber Sadinon blieb hart und schwieg. Der Oberst beschimpfte ihn immer wieder mit Hochverrat und Kätzerrei und strich seine Nahrungsration. Sadinon schwieg weiter. So verlies der Oberst nach geraumer Zeit den Kerker und Sadinon sass wieder alleine da mit all seinen Sorgen und Zweifeln. Er überlegte lange, wie es weiter gehen sollte und hoffte immer wieder inständig, das niemand die kleien Sianne finden würde. Er schlief irgentwann ein. Es war eine unruhige und kalte Nachtruhe. Sadinon sass in der Kerkerecke zusammen gekauert und schlummerte vor sich hin, als der Hauptmann der Stadtgarde und der Oberst zu ihm kamen. Der Oberst schrie ihn an " AUFWACHEN". Sadinon schreckte zusammen und sprang auf. Er stand an der hinteren Zellenmauer und sah die beiden abwechselnt an. Erst nach mehrmaligem Bitten des Hauptmanns trat er langsam in das Licht. Der Oberst musterte ihn streng und fragte ihn wo seine Tochter sei, er wolle sie in Sicherheit bringen. Sadinon sah den Oberst schweigen und skeptisch an. Erst, als der Hauptmann in nochmals fragte, wo seine Tochter sei und das er bitte sagen solle, wo seine Frau sich auf hält antwortete er leise "ich weiß weder, wo meine Frau ist, noch weiß ich wo meine Tochter sich befindet". Der Oberst und der Hauptmann versuchten alles, um ihn zum Reden zu bringen. Sadinon sah den Hauptmann immer wieder an, Ihm würde er noch vertrauen, dachte er bei sich, aber dieser Oberst....
War er gestern nicht vollkommen anders? Ruppig und schroff??
Sadinon traute ihm nicht einen millimeter über dem Weg und blieb hart. Er schwieg. Der Oberst versuchte ihm klar zu machen, das er seine Tocher vor der Inquistion schützen wolle und das er ihm sagen solle wo sie ist, wenn ihr leben wert ist. Sadinon blieb sturr, fast wütend erklärte er " ich weiß nicht wo meine Frau ist und ich weiß nicht wo meine Tochter ist, vieleicht leben beide schon lange nicht mehr" Der Oberst seufzte leise und verlor fast die Fassung. Er atmete tief durch und sprach dann leise "ich geb euch etwas bedenkzeit, aber wartet nicht zu lange, ansonsten könnte es schon der Tot eurer Tochter bedeuten". Mit diesen Worten verließ er den kerker und der Hauptmann stand nun alleine mit ihm da. Der Hauptmann sah ihn eine Zeitlang schweigent an. nach geraumer Zeit sprach er ruhig mit Sadinon und bat ihn eindringlich ihm zu sagen, wo sein Tochter ist. Nach langem Zögern fragte Sadinon den Hauptmann, wo er die Kleine hinbringen wolle, wnn er weiß, wo er sie findet. Der Hauptmann nannte ihm drei Orte, wo er die Kleine unterbringen würde. Sadinon Antwortete leise, das die Kleien versorgt würde. Er zögerte immer noch, so recht mit der Sprache raus zu rücken. Der Hauptmann sprach ruhig auf ihn ein udn gab ihm sein Wort, das der kleien Sianne nichts geschehen wird, aber er müßte wissen wo sie sei, um sie in sicherheit bringen zu können. Nach einigen Minuten des Schweigens fragte Sadinon den Hauptmann " Würdet ihr auch die Familie, die die Kleien betreuen und versorgen mit verstecken und Sianne bei ihnen lassen, ich vertrauen ihnen und möchte Sianne nicht in fremden Händen wissen."
Der Hauptmann nickt udn sprach " wenn dies euer wunsch ist, wird es so geschehen und die Familie wird mit dem Kinde zusammen an einen dieser Orte gebarcht." Sadinon nickte leicht und sah den Hauptmann noch eine Zeitlang schweigent an. Dann flüsterte er " die Kleien ist bei freunden, die selber Kinder haben" Leise erzählte er dem Hauptman wer die Kleien hat und wo er sie finden würde. Der Hauptmann wollte eien Boten damit beauftragen. Sadinon schüttelte den Kopf und bat ihn, es selber zu tun, er vertraue niemenaden mehr und möchte nicht, das noch mehr mit davon erfahren. Bedächtigt nickte der hauptman und sagte " ich werde alles in die Wege leiten". Sadin nickte und bedankte sich. Der Hauptmann verabschiedete sich udn reichte ihm noch etwas zu Essen. Dann ging er leise und schnellen Schrittes von dannen. Sadinon setzte sich wieder kauernt in die Ecke und dachte nach. Er hoffte, das er dem Hauptmann vertrauen konnte und das es nicht wieder eine Falle war. Er war voller zweifel. Er dachte nach, was jetzt noch alles geschehen wird, was, wenn es schief geht und der Hauptmann ihn reingelegt hat??..... Er wußte nur eines, sollte es so sein, wolle er nicht mehr länger leben...
Der Gedanke, Mel und Sianne nie mehr sehen zu können, wurden für ihn immer unerträglicher, so sass er lange da, er wußte nicht mehr wie lange. Er hatte das gefühl für Zeit verloren......
Melina Govaine
29-05-2002, 13:59
Lange Zeit schon sass sie auf dem wenigen Stroh in der Zelle. Sie fror... ihre Kleidung war zu dünn... die dünne kurze Hose und das kurzärmlige Hemd schützten sie kaum.
Ihre Füsse spürte sie kaum noch.. ihr Husten verschlimmerte sich mehr und mehr. Hunger... lange ass sie nichts mehr.
Kraftlos schaute sie durch die Gitterstäbe ihrer Zelle... in der Kerkerzelle schräg gegenüber sass ihr Liebster... er schien zu schlafen. Lange beobachtete sie ihn im Schlaf...
Sie wusste, dass ihr Tod nahte.. dass bald alles vorbei sein würde... und sie hoffte, dass sie niemals ihre Tochter finden würden... sie würden sie genauso verbrennen.... wie Sadinon und sie selbst...
Sadinon Marlent
29-05-2002, 16:27
Sadinon wußte nicht mehr wie lange er so da sass, als er auf einmal Schritte und Rasseln hörte. Sadinon sprang auf und späte durch die Gittertüre, doch konnte er immer noch nicht genau erkennen wer da kam und was geschah. Auf einmal vernahm er eine Stimme, die ihm vertraut und bekannt vorkam. Wie ein Blitz durch fuhr es ihn, und er rief nur noch "Mel". Mel wurde in ihre Zelle geschubst. Nach dem die Wache für einige Augenblicke fort war sprach Sadinon leise mit ihr. Er fragte sie wie es ihr geht und versuchte einen Blick auf sie zu erhaschen. Sie sagte ihm, das es ihr gut ginge. Sadinon fühlte sich erleichtert und doch nicht erleichtert. Seine größte Sorge war nun, das die Inqusition niemals erfahren würde, wo Sianne sich befindet. Er hoffte, das die Freunde sich ruhig verhielten und im rechten Augenblick das richtig taten. Er wußte, nun war alles vor bei, er würde mit Mel, seiner liebsten, brennen. Er hoffte, das Sianne wohlbehalten in einer geschützten Familie aufwachsen würde.
Sadinon lies sich verzweifelt zu boden sinken und kauerte in der dunklen Zellenecke, darauf wartent, das es jeden moment alles vor bei sein könne. Zu gerne wäre er jetzt bei Mel in der Zelle, damit sie wenigstens noch die letzten stunden zusammen sein konnten, aber dieses wurde ihnen leider verwehrt. Sadinon seufzte leise. Jetzt war alles vor bei, er hoffte, das beide nicht lange leiden müssen, das es so schnell wie möglich vorbei ist.......
Mit diesen Gedanken schlief er unruhig ein und träumte viele wirre Dinge....
Sir Ismael
29-05-2002, 19:39
...Die Verhandlung soll gestürmt werden, Eure Eminenz, so habe ich es verstanden. Die junge einfach gekleidete Frau sprach recht hastig und aufgebracht.
Inquisitor Lotharan hingegen blieb ruhig und sah sie an.
Seid ihr da ganz sicher, meine Dame, dass es so ist?
ja.
Nachdenklich setzte sich der Inquisitor an seinen Tisch und spielte mit seinem Siegelring.
Nun, da wir es jetzt wissen, werden wir es uns zum Vorteil machen. Was für eine wunderbare Gelegenheit, einen Großteil dieser Beihelfer und Verräter dingfest zu machen.
Fast erfreut klang die Stimme Lotharans.
Wir werden ihnen einen netten Empfang bereiten. Ihr könnt gehen. Hervorragende Arbeit, Meine Dame. Glaron schütze und entlohne Euch für Eure Treue.
Nachdem der Inquisitor eine segnende Handbewegung gemacht hatte, verneigte die junge Frau sich leicht und ging. Ein leises Klingen ihrer Armreifen, die als sie die Tür öffnete aneinanderglitten, war das letze was von ihr kam, bevor sie den Raum verliess.
Leicht lächelnd setzte Lotharan sich an den Tisch.
Wir werden Euch alle der gerechten Strafe Glarons übergeben. Kommt nur, der Empfang wird angemessen sein.
Leise kritzelnd bewegte sich die Schreibfeder über das Papier...
Sir Ismael
29-05-2002, 19:51
...Diese Verfluchten Mörder! Ketzer und Hochverräter!
Ausser sich vor Wut lief Lieutnant Garoman in der Wachstube auf und ab.
Webb war ein treuer und pflichtbewusster Gardist gewesen, und nun war er tot. Getötet von Aufständischen, die einen Verräter aus dem Kerker befreien wollte. Die letzen Zweifel an der Inquisition, die in ihm lasteten waren wie fortgewischt.
Sie haben Recht...Was ist bloss aus Britain geworden? Undankbarkeit der Garde gegenüber, die jeden Tag ihr Leben riskiert, um das Volk zu schützen. so wie es auch Webb tat, Tag für Tag...Sie haben ihn mit dem Feuertod entlohnt.
Du wirst nicht umsonst gestorben sein...
Der Zusammenhalt der Garde war in diesen Tagen besser als je und zuvor. Die gegenwärtigen Ereignisse hatten dafür gesorgt. Jetzt werden andere Zeiten anbrechen, soviel war klar. Jeden einzelnen werde ich persönlich in den Kerker werfen lassen.
Selbst die Elfen schützen die Ketzer! Eine Verschwörung. Vielleicht von den Elfen selbst angezettelt um Einfluss in Britain zu gewinnen. Wenn dem so ist, dann Gnade ihnen Glaron...
Nocheinmal liess er die Szene des Kampfes vor seinen Augen ablaufen. Der Botschafter selbst war bei den Aufständischen dabei gewesen.
Traurig setzte sich der Lieutnant an das Schreibpult und begann einen Bericht, sowie den Nachruf für seinen gefallenen Kameraden zu verfassen.
Sir Ismael
29-05-2002, 20:00
...polternd fiel der Stuhl um, als Inquisitor Lotharan danach trat.
Seine Augen glänzten vor Zorn, und sein Gesicht war verzerrt.
Verrat! brüllend schallte die Stimme durch den Raum.
Der Bote, der immernoch die gezeichneten Steckbriefe in der Hand hielt, die Herzog Jarl hatte anfertigen lassen, zuckte ängstlich zurück. Die Bilder waren falsch, Das Bild eines fremden Mannes war auf einem gezeichnet, und darunter stand der Name Vadrak Larthay.
Der Herzog selbst ist mit in diese Sache verwickelt. Ich will wissen warum! Immernoch zornig fauchend riss Lotharan dem Boten die Steckbriefe aus der Hand und machte eine scheuchende Handbewegung in seine Richtung. Sogar den Segen Glarons zu erteilen vergass er in seinem blinden Zorn.
Wütend stapte er nachdem er nocheinmal alle Steckbriefe ansah,aus dem Zimmer, die Tür knallte und seine schnellen Schritte überholten sogar den Boten noch auf dem Gang, als Lotharan zielstrebig in Richtung der herzöglichen Gemächer schritt...
Herzog Jarl
29-05-2002, 21:29
Jarl sass sehenruhig auf seinem gepolsterten Stuhl und schaute die Berichte des Vorfalles vor dem Schloss durch. Wie konnte es soweit kommen? Der Antrag die Armee in Bewegung zu setzten gab dem Herzog ein mulmiges Gefühl im Bauch. Faktisch ging er seine Optionen durch was er nun tun könnte um wieder etwas Ruhe ins Geschehen zu bringen. Laute, von den Wänden wiederhallende Schritte gingen seinen Gang entlang. Seine Türen schwangen auf und jemand kam in seine Kammern. Der Vorhang wurde beiseite gerissen und Lotharan stand vor ihm. Er wirkte wütend und hatte Pergamente in seiner geballten Faust. Kein gutes Zeichen, dachte sich Jarl und bliebt äusserlich ruhig während er sich auf das Schlimmste vorbereitete.
Der Inquisitor warf ihn mit einer Abfälligkeit welche Jarl selten erlebt die Steckbriefe auf seinen Tisch. In seinen Augen konnte er sehen das Lotharan bescheid wusste.
"Ihr solltet nicht mehr das Schloss verlassen, Herzog. Wir werden einige Zwischenfälle überprüfen. Es ist gefährlich dort draussen geworden und ihr könnt nicht riskieren in Gefangenschaft zu geraten oder gar durch Aufständische getötet zu werden. Ich werde die Schlosswachen über euer Einverständnis informieren."
Der Inquisitor musterte lange die Gesichtszüge des Herzogs. Er versuchte merklich ihn nun genau einzuschätzen. Jarl versuchte unwissend zu wirken und sah sich die gefälschten Steckbriefe an. Inquisitor Lotharan verlies wortlos die herzöglichen Kammern und stampfte zornig den Gang wieder entlang.
Jarl schloss die Augen. Die Maskerade welche er immerzu spielte fand hier ihr Ende. Die Inquisitoren würden mehr aufdecken, würden ihn an seinen Taten festmachen können. Aus weltlicher Sicht war er sicher. Jarl war das Recht, bestimmte die Gesetze. Doch hier ging es um göttliche Macht.....um Ketzerei. Die Inquisitoren würden es nicht wagen ihn in den Kerker zu werfen ohne etwas in der Hand zu haben aber war das Schloss selbst nicht schon sein Kerker?
Sie werden mich einkreisen, mich entkräften und dann...
Jarl dachte diesen Satz nie zuende. Es war an der Zeit zu handeln. Nachdenklich blickte er auf die Berichte vor sich. Die Festnahme der Familie Marlenti lag vor ihm.
Seine Gedanken schweiften umher. Er dachte an all die Dinge welche geschahen, all die Leute welche betroffen waren. Am Ende dieser Reihe von Namen stand nun auch er selbst.
Jarl dachte an Abon. Er brachte schon einige Sachen heimlich aus dem Schloss. Alles war vorbereitet. Der Blick nahm wieder den Bericht der Marlentis wahr. Melina...sie würde wissen was bisher geschah und könnte die Anderen aufspüren. Ein prüfender Blick lies den Hinweis auf den Elfenbotschafter entdecken. Botschafter Tosh wäre ansonsten ein weiterer Anhaltspunkt. Die Inquisition würde ähnlich denken doch war ihre Macht war dort beschränkt. Glarons Einfluss war für die Elfen von minderer Bedeutung. Die Kirche könnte ihnen nicht Folgen.
Langsam stand Jarl auf und ging die Treppe hinunter.
Hauptmann Abon wird der Schlüssel sein. Durch seine Hilfe würde der Herzog seinen letzten Dienst an Britain leisten können.
Im ruhigen Gang ging der Mann in die Glaronskapelle um zu beten. Lange Zeit verbrachte er dort im stillen Gebet.
Als Jarl wieder in die Nachmittagssonne trat wusste er was er tun musste. Oberst Heydinger musste eingeweiht werden. Seine Geistlichkeit war genauso gering wie seine Loyalität zum Herzog unerschütterlich war. Er würde es sein welcher im schlimmsten Falle den Weg bereiten würde welchen er beschreiten könnte.
Selbstsichere Schritte trugen den Adelsmann ins Schloss, den Oberst der Garde suchend.
Seylarana Ryell
29-05-2002, 21:53
Die Atmosphäre in den Räumen des Heilers hatte etwas beruhigendes, beschwichtigendes an sich. Der sanftmütige Elf kümmerte sich rührend um die junge rothaarige Frau, die mit gefährlichen Brüchen zu ihm gebracht worden war. Immer wenn Seylarana in sein freundliches Gesicht blickte, überkam sie ein Gefühl, als wäre sie nach Hause gekommen. Cerinor erinnerte sie sehr an die Sala in der sie aufgewachsen war.
"Ihr habt Glück, dass Ihr überhaupt noch lebt, Tala", hallte die sanfte, tadelnde Stimme des Heilers in ihren Gedanken nach.
So leichtsinnig war sie gewesen? Sey murrte ärgerlich. Sie musste sich schnell erholen, das wusste sie. Es nagte schon wieder an ihr, dass die Elfen ohne sie davongeeilt waren, um die kleine Sianne und die Grohalis nach Cerinor in Sicherheit zu holen. Sie hatte das Gefühl, sie im Stich gelassen zu haben. Aber Sey war auch klug genug gewesen, um zu erkennen, dass sie ihnen in ihrem Zustand nicht helfen konnte. Das Gewicht ihrer Rüstung und ein Ritt hätten sie vermutlich getötet.
Sey legte die Hand auf ihre straff verbundene Seite. Die Verletzungen heilten mit Hilfe des elfischen Heilers rasend schnell und die Kriegerin ahnte, dass es notwendig war. Sie fühlte, dass sie bald wieder kämpfen musste und dazu wollte sie in bester Verfassung sein. Es würde wieder Blut fließen und Sey wusste, dass sie dieses Mal ohne zu zögern töten würde. Dieses Mal würde sie ganz nach ihrem Kodex handeln und mit ganzem Einsatz kämpfen, selbst wenn sie ihre eigene Hemmschwelle überschreiten und einen Menschen töten müsste.
Doch zuerst... vollständige Regeneration... Sie schloss die Augen und schlief wieder ein...
Gorathan
29-05-2002, 22:52
*[I]gorathan sass auf der Treppe vor Saraphys Haus.Die Wachen der Stadt waren seid der Ankunft des Botschafters Yargh Tosh aufmerksamer denn je.Gorathan dachte an Melina und Sadinon,den Tumult im Hof des Schlosses zu Britain.Er dachte an die kleine Sianne bei Vomath und Mantana,welche allesamt schnellstmoeglich in Sicherheit gebracht werden mussten.
Auch dachte er an den Herzog,was ihm wohl durch den Kopf gehen mag ob der jüngsten Ereignisse.
Das ein Wachmann schwer verletzt wurde,soweit sollte es gar nicht kommen,alles passierte so schnell.Doch an den Wachmann verlor gorathan nichtmal einen reuigen Gedanken.Selbst hatte er zu oft versucht den Gardisten beizubringen ,das Befehle nur dann ihren Sinn haben,wenn sie dem Volk dienen.Wieder hatte keiner darüber nachgedacht anscheinend.
Nun wird am letzten Tag des Monats Gericht gehalten werden über Sadinon und Melina,wahrscheinlich hatten sie sie ja auch bereits gefangen.
Er musste etwas tun,das wusste er.Doch was ? die Wachen in Britain werden sicher alle Vorkehrungen getroffen haben,das das Schloss kaum mehr vom Volk betreten werden koennte.
Es muss doch einen Weg geben,es ist doch offensichtlich das der Herzog anscheinend alles tat um ihnen zur Seite zu stehen.Die gefaelschten Steckbriefe jedenfalls liessen das vermuten.
Salix..der Leutnant,dem Gorathan so oft schon gegenueberstand,ihm vertraute.
Gwendolyne,seine kleine Widersacherin,die ihm so imponierte mit ihrer entschlossenheit.
Erunius Abon,der Hauptmann,der von Gorathan letztens noch eine Ärger bekam ,aus dem Frust heraus.
Würden sie alle blind dem folgen,der die macht gerade an sich reisst ? Oder waren sie vielleicht loyal dem Herzog gegenueber ? egal was kommt ?
Und was war mit dem Oberst ? Er war der Halt der Garde,kaum jemals zu Gesicht bekommen,aber doch anscheinend in seiner Art eine Authoritaet.
Es muesse einen Weg geben,es muss.../I]
Saraphy sass auf dem Balkon, als sie die Unruhe unten bei der Wache bemerkte. Sie stand auf und sah runter. Sieh sah tala, die richtung Torausgang gedrängt wurden. Saraphy wußte nicht, was geschehen war, spreang auf. Sie verstandt die Unruhe nicht ganz und wollte runter um genaueres zu erfahren. Sie erkannte nur im letzten Augenblick Vadrak. Was war los, warum diese Aufrur?? Instinktive nahm Saraphy auf Sinolas Kiste die Genehmigungsscheine und rannte den Wachen hinterher. Sie hatte die tala aus den Augen verloren und fragte Wache, wo sie hin sie. Die Wache zeigte mürrisch in die Richtund wo sie waren und sprach " sie hatten keine Genehmigung, also also müssen sie vor den Toren der Stadt bleiben" Sarahpy nickte leicht und rannte zu ihnen. Dort stand Vadrak mit einem Fey und einem anderen tala, den sie nicht kannte. Vadrak stellte seine beiden Begleiter vor Gorathan hatte Sarahpy schon mal gesehen, da er ein halber Lairfey war, zögerte sie nicht lange ihm eine Erlaubnis zu überreichen. Vadrak war schon zweimal zu besuch da und der Andere Sarahpy beobachtete ihn kurz und gab ihm auch ein. Sie bat alle drei mit in die Stadt zu sich Heim, damit sie in ruhe reden können. Alle redeten sie auf einmal unn Gorathan teile mit, das noch zwei in der sala seinen Sey und Sianne. Gorathan fragte nach Yargh, der ihnen helfen wollte und schwerverletzt hierhergebracht worden war.
Sarahpy sah Gorathan erschrocken an und fragte wo er ihn das letze mal sah. Gorathan sagte, das er hier in die Stadt gebracht wurde und fragte " Wo ist hier der Heiler" Sarahpy rannte los und rief " kommt folgt mir"
Sarahpy rannte zum Heiler, dort lag Yargh schwer atment und schwer verletzt im Bett des Heilerhauses. Schwach und doch erleichtert sah er die Ankömlinge an. Gorathan eilte zu ihm und sprach leise mit ihm. Sarahpy trat ebenfalls an sein Bett heran. Ihr fiel ein, das sie wieder mal recht unbesonnen, voreilig und ohne Genehmigung des Rates gehandelt hat. Etwas bedrückt fragte sie Yargh ob es recht gewesen wäre, das sie so handelte. Als Yargh nickte leicht und versuchte etwas zu lächeln, atmete Saraphy erleichtert auf.
Nach einiger Zeit bat der Heiler die Besucher zu gehen, damit Yargh seine Ruhe findet und genesen kann. So gingen sie gemeinsam zu Sarahpy´s Wohung und beratschlugen, was nun getanwerden mußte. Sarahpy stellte derweil einige narhrungsmittel auf den Tisch. Die Neuankömmlinge mußten doch hungrig sein.....
Sarahpy beschloss mit Gorathan die beiden zurückgebliebenen in der Sala noch zu holen. also sie gerade aufbrechene wollten kam Sey zu ihrer Wohnung gelaufen. Sicher, sie hatte ja eien Erlaubnis und konnte ohne weiteres dies Stadt betreten. Sarahpy bat sie sich hinzusetzen, etwas zu essen und sich auszuruhen.
So machten sich Sarahpy und Gorathan auf in die Sala um Sianne noch zu holen. Dort angekommen unterhielten sich die beiden noch eine Zeitlang. Sarahpy bekam nicht so ganz mit worum es ging. Sie hatte nur an der Aufregung erkannt, das es sehr ernst war und gefährlich. Sara lies die Beiden für einige Augenblicke alleien und schaute sich um, das kein Fremder in der Sala war und holte noch einige Dinge, die sie in ihrer Baumhaushütte gelagert hatte. Sie kehrte zu den beiden zurück. Sianne machte sich schwere Vorwürfe, an allem schuld zu sein.
Gorathan versuchte sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sarahpy, die bemerkt hatte, das sie die einzige Fey in der Sala war wurde, es etwas unheimlich und drängelte zum Aufbruch. Sie konnte alleine nichts ausrichten, wenn die Inquisition es wagen sollte die Sala zu betreten. In der Hochelfenstadt waren wenigestens noch die Wachen. Gorathan öffnete ein Tor und sie schritten hindurch und standen vor ihrem Haus. Schnell gingen sie in die Wohung. Doch wo waren Vadrak, Sey und Sedrik.......
Sarahpy überlegte kurz und verscheuchte ihre Gedanken, sie durften sich schließlich frei hier bewegen. Sie bat Sianne und Gorathan sich zu setzen und stellte noch einpaar Nahrungsmittel auf den Tisch.
Sie bat Beide sich zu bedienen, da sie wohl sehr hungrig sein müssten. Beide nickten leicht und griffen zögerlich und dankbar zu. Wärend sie assen erzählten sie was geschehen war. Er berichtete, das Sadinon und Melina Marlenti im Kerker gefangen gehalten wurden. Sarahpy sah ihn erschrocken an. Sie kannte Mel und hatte sie irgentwie ins Herz geschlossen. von Sadinon hatte sie bisher nur gehört. Sie wußte, das die Marlentis ein Kind hatten und frage wo es sei. Gorathan antwortete "es ist _NOCH_ in sicherheit, dort wo es jetzt ist". Sarahpy, die selber eine kleien Tochter hatte, sah ihn nachdenklich an und sprach " _NOCH_ meint ihr nicht, das wir vorher eingreifen sollten, bevor etwas Schreckliches geschieht??"
Gorathan nickte bedächtig.
Die drei wurden doch so langsam etwas unruhig, das Vadrak, Sey und Sedrik nicht auftauchten. Sie gingen gemeinsam los, um die drei zu suchen. Vieleicht hatten sie sich auch nur in der Stadt umgesehen und hatten sich etwas verlaufen. Als sie gerade um die Ecke von Saraphy´s und Sinola´s Haus bogen, kam ihnen Sey entgegen. Sarahpy begrüßte sie lächeltn und bat Sey, das Pferd in den Stall zu bringen, damit es gut versorgt wird. Sey nickte leicht und murrte etwas. Saraphy etwas erstaunt über Sey´s murren drehte sich zu Gorathan und sprach leise " Ihr müsst viel schreckliches durchgemacht haben, wenn Sey so murrt." Gorathan nickte leicht und meinte dann "Es ist nicht nur das. Sey wurde schwer verletzt und hat vermutlich einige Rippen gebrochen." Sarahpy sah ihn erschrocken und erstaunt an. Sprach dann leise "Dann läuft und reitet sie noch??" In diesem Momentdrehte sich Saraphy um und sah Sey an, die schon eien Zeitlang hinter ihr gestanden hatte. Sey murrte leise. Sarahpy fragte sie, ob es stimme, das sie verletzt sei. Sey bejate diese Frage. Sarahpy schimpfte mit ihr und brachte sie zum Heiler, von dem Sey sich etwas wiederwillig untersuchenlies. Der Heiler versorgte ihre Wunden und sagte ihr, dsa sie sehr viel glück gehabt hatt, das sie das überlebte. In diesem moment kamen auch Vadrak, Sianne und Gorathan dazu. Sie sahen müde und fertig aus, von der langen reise und fragten wo sie nächtigen können. Spontan wies Saraphy auf die leeren Betten hinter sich. Hier könnten sich schlafen und morgen zum frühstück zu ihr in die Wohnung kommen. Dankbar, müde und erschöpft von den Reisen legten sich alle hin. Vadrak nicht, bevor er nicht zu Glaron gebetet hatte. Saraphy beobachtete ihn still mit einem leichten lächeln. Sie bewunderte ihn etwas, das er trotz der Zu- und Umstände noch so unerschüttert an Glaron glaubte. Langsam wendte sich Saraphy zum Gehen und legte sich ebenfalls schlafen.
Als sie am anderen morgen aufwachte und mit Sinola zusammen auf dem Balkonsass und frühstückten, erzählte sie ihm von den Geschehnissen des Tages und bat ihn, etwas in die wege zu leiten, damit dieses Kind der eingekerkerten vor der Inquisition gerettet wird. Sinola sah sie lange schweigent an udn fragte dann, wo sich die Tala aufhalten würden. Sarahpy sagte ihm "beim Heiler, ich habe so schnell keien andere Lösung gefunden. Ich hoffe es war recht so". Sinola nickte leicht. Ein Freund des hauses klopft an die Türe und bat darum mit Sinola alleine reden zu können. Saraphy ging mit etwas mürrischem gesicht hinaus udn setzte sich auf die Treppe udn dachte nach. Sie mußte herausfindne, wo das Kind der Familie Marlenti ist und es hier herbringen. Sie schauderte bei dem Gedanke, das es ihr eigenes Kind sein könnte, welches so ein schicksal erleidete. In diesem Moment wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Sinola trat vor sie und sah sie lange schweigent an. "Was hast du iama? Warum schaust du so bedrückt?" Saraphy sah ihn na und sprach leise "wir sollten dieses Talakind finden. Stell dir vor es wäre unseres. Ich könnte es nicht ertragen. Der gedanke, das die Inquisition diese Kind sucht und töten will, macht mich traurig und wütend zu gleich" Sinola nichte leicht und nahm ihre Hand. "Komm Iama wir sehen nach, ob eienr der Tala wach ist und reden mit ihnen." :sara nickte leicht und ging mit ihm zum Heilerhaus, in dem die Flüchtigen Nächtigten.
Langsam ging Saraphy auf Sey zu die etwas unruhig in ihrem Bett lag. Sie legte ihr eine Hand auf die Schulter und Sey erwachte. Sey sah sie verschlafen an. Sarahpy sprach ruhig und leise zu ihr "verzeih, ich wollte dich nicht wecken. Aber jetzt wo du wach bist, können wir mit dir reden?? Es ist wichtig." Sey richete sich auf und schaut fragend. Sarahpy erzählte ihr, wovon sie wußte und auch ihre bedenken. Sie sagte ihr, das sie das Kinde gerne zu sich hier in dei Hochelfenstadt holen wollen, damit die Inquisition es nciht in die Hände bekommt. Sey zögerte noch einen kurzen Moment und sagte Saraphy dann, wo sie die Kleine finden könne und bat gleichzeitig darum, auch die Familie nach hier zubringen, denn sie seien auch nicht sicher.
Saraphy nickt leicht und versprach die ganze Familie zu holen. Sinola griff ihr nun ins Wort und sprach ruhig "Ar Sara, du bleibst hier, es ist zu gefährlich für dich. Ich möchte dich nciht verlieren. Kümmere dich heir um die Tala. Unser Orden wird sich darum Kümmern, das die Familie nach hier gelangt." Saraphy nickte leicht und sah kurz noch zu sey. "Schlaf jetzt weiter Sey. Erhol dich und werd schnell wieder gesund." Mit diesen Worten verliessen Saraphy und Sinola leise das Heilerhaus und gingen Heim. Sinola traf die
Vorbereitungen, die Talafamilie nach Cerinor zu bringen, wären Saraphy für das leibliche Wohl der Neuankömmlinge sorgte.......
Mantana Grohali
30-05-2002, 15:32
Mantana sass mit Vomath im Garten die drei Kleine schliefen friedlich in ihren Betten. Mantana und Vomath machten sich Gedanken darüber, wie lange sie noch in ihrem Heim sicher seien und ob es nicht an der Zeit wäre doch mit dne Kindern wo anders hinzu gehen, als auf einmal 4 Hochelfen an ihrem Gartenzaun standen. Mantana erschrocken über so viele Elfen an ihrem Haus sprang auf und wirkte verunsichert. Sinola sprach beruhgiend auf das Paar ein. Er erklärte, von wem erwußte, was los war und das sie das Kind der Marlentis versorgten. Er sprach eindringlich auf die Beiden ein, sie mögen mit den Kindern ihn begleiten, da sie nicht mehr sicher seien und die Inquisition nun nach dem Kinde der Familie Marlenti suche. Sie haben die Eltern des Kindes eingekerkert, und die Elfen wollen nur eine vorsichtsmasßnahme ergreifen, das sie vor der Inquisition die Familie in sicherheit haben. Sinola gab Vomath ein Genehmigungsschreiben. Mantana besass schon eine, da sie ja immer noch mit den Elfen handelte.
In windeseile packten sie einige Sachen zusammen und löschen die Kerzen udn Fakeln im Haus, nahmen die Kinder sanft aus ihren Betten, um sie nicht großartig zu wecken und folgten den Elfen.Geschützt von den vieren kam Mantana sich vor wie eine Gefangene, wußte sie aber doch,das sie den Elfen doch vertrauen konnte. Waren sie bisher zwar Skeptisch ihr gegenüber gewesen aber doch freundlich. So gelangten sie nach Cerinor und wurden zum Heilerhaus zu den Anderen geführt, wo sie auf Gorathan, Sianne und Sey trafen. Gorathan war sichtlich erleichtert, als er die Familie Grohali mit samt den Kindern ins Heilerhaus kommen sah. Eine Sorge weniger, die er nun zu tragen hatte. Das Kind der Familie Marlentis und die Familie Grohali, die sich berreiterklärt hatten, für Sadinon und die kleien Sianne zu sorgen waren nun auch in Sicherheit. Mantana brachte die drei schnell in die Betten, damit sie weiter schlafen konnten und setzte sich eine Zeitlang zu den Kleinen. Sie dachte nach, wie es nun weitergehen würde, wie lange sie hier verweilen müssen und dürfen....
Nach einiger Zeit legte dann auch sie sich schlafen und Schlief das erstemal seit langen wieder ruhig unt tief.......
Sir Kalidor
31-05-2002, 02:24
Gwen erwachte in der Gardisterei auf einem der Betten, wo sie sich zur Ruhe begeben hatte. Sie konnte Stimmen hören, und schnell hatte sie sie als die von Herzog Jarl und Hauptmann Abon erkannt.
Nach kurzem Gespraech wurde recht schnell klar, dass es bei ihrer Anwesenheit nicht nur um eine Inspektion ging, sondern um die Befreiung von Melina und Sadinon aus dem Kerker und somit auch aus den Fängen der Inquisition. Gwen konnte nicht anders als zuzustimmen, den beiden damit zu helfen und sie bei der Flucht zu unterstuetzen.
Verkleidet mit Uniformen, war es für die ganze Gruppe nicht sonderlich schwer, sich an der Wache am Schlosstor vorbei in die Freiheit zu bewegen und die Stadt mit all ihren Gefahren hinter sich zu lassen. Somit begann eine mehr oder weniger gut geplante Flucht, die letztendlich mit dem Treffen der anderen Flüchtlingen in Cerinor endete. Und hier machte Gwen, nach all dem was sie wusste als sie sich schlafen legte, um den Tag revue passieren zu lassen, ihren Fehler: Jarl stellte sie vor die Wahl, ob sie an seiner Seite oder nach Britain zurueckkehren wollte. Sie entschied sich dafür, einerseits aus Freundschaft zu den Marlentis, andererseits aus Loyalität gegenüber dem Herzog, dazu an der Seite Jarls zu bleiben.
Doch lange Besprechungen in der Stadt der Elfen zermuerbten Gwen innerlich, und doch ließ sie sich nichts anmerken, und versuchte sich, so gut sie konnte zu beteiligen. Doch letztendes war das Ziel, das aus all diesen Besprechungen resultierte nur das, dass sie abwarten und Informationen sammeln mussten. Und genau dass war etwas, das Gwen wenig behagte: schlichtes Warten. Seither konnte sie aktiver sein, und sich nicht nur mit dem einen Problem befassen, sondern auch auf ihr anderes Ziel hinarbeiten - ein Mittel zu finden um Kal'Zen endlich wissen zu lassen, dass sein Tag gekommen war - um Unmissverstaendlich klarzumachen, dass sie bereit war, effektiv etwas zu tun.
Doch nun saß sie hier, und es wuerde nicht lange dauern, bis sie auch ihr eigenes Gesicht auf einem der Steckbriefe wiedererkennen konnte.
Was wuerde Visaris dazu sagen? Tulandor? Wie würde die Garde reagieren, wenn sie davon erfuhren? Würde Oberst Heydinger sie halten können? Zuviele unsichere Einzelheiten schossen Gwen wieder und wieder durch den Kopf, die auch alles reden nicht klaeren konnten.
Sicher war nur, sie hatte einen Schritt gemacht, und diesen Schritt würde sie nicht ungeschehen machen können. Sie hatte sich selbst ausgetrickst. War sie seither noch frei, so hatte sie sich jetzt selbst eingesperrt. Sicher, sie war mit all denen Zusammen, um die sich sorgte, doch war das wirklich so vorteilhaft? Sie konnte es nicht sagen, nur war sie sich fast sicher, einen Fehler gemacht zu haben. Sie fühlte sich nutzlos hier, sie verstand nicht viel von der Politik und dem verdeckten Kampf. Sie dachte über die Worte nach, die Gorathan benutzt hatte:
"Ich halte ihn nicht nur für faehig, sondern für gierig genug". Die Rede war hier von Baron de Mar gewesen. Nach all dem, was sie gehoert hatte, stand sie vor einem Dilemma mit sich selbst:
Sie hatte geschworen, Jarl zu schuetzen. An und fuer sich nicht das Problem. Aber sie hatte auch geschworen, die Stadt Britain zu schuetzen. Und das konnte sie von hier aus nicht so tun, wie sie es bisher getan hatte.
Elend stieg in ihr auf, als sie in dem Elfengarten ihr Feuer entzuendete und sich an die Flammen legte. Und doch forderte Ihr Koerper nach Ruhe und Entspannung, und so fiel sie alsbald in einen unruhigen und leichten Schlaf....
Vadrak Larthay
31-05-2002, 18:00
Nachdem sie alle frisch und ausgeruht wieder beieinander saßen, begann auch die Diskussion um die Inquisition erneut. Es mußte doch eine Lösung geben! Als wieder die Rede auf einen potentiellen Krieg zwischen Elfen und Menschen kam, schickte Vadrak in Gedanken ein Stoßgebet zum Himmel: „Glaron, schenk mir Weisheit, damit ich jetzt die richtigen Worte wähle und sie zum Zuhören bewegen kann!“, dann nickte er kurz dem Herzog zu und begann zu sprechen:
„Mit Eurer Erlaubnis, Sire!" - Er verbeugte sich leicht in Richtung Herzog und schaute sodann in die Runde. "Ich glaube, die Lösung unseres Problems entzieht sich uns, weil wir nicht die richtigen Fragen stellen. Wir sollten uns darauf besinnen, was die Inquisition ist und worin ihre eigentliche Aufgabe besteht. Die Inquisition besteht ja nicht aus einem Haufen dahergelaufener Strolche, sondern es handelt sich um hoch angesehene und gut ausgebildete Männer, die das Vertrauen der Kirche genießen. Ihre Aufgabe ist die Vernichtung des Bösen und die Reinigung der Kirche von Mitgliedern, welche als Diener der Finsternis sich eingeschlichen haben, um Schaden zu erwirken. So gesehen ist die Inquisition eine segensreiche Einrichtung, denn jede Institution braucht Wachen und Richter. Doch worüber ich nicht unterrichtet war, sind die fragwürdigen Mittel, zu denen die Inquisitoren greifen. Und genau hier befindet sich die Inquisition im Irrtum, denn die Anwendung von Folter kann nicht im Sinne Glarons sein.
Was nun hat die Inquisition nach Britain gebracht? Es war die Sorge der Kirche, daß Britain
gleichsam vom Bösen überrollt werden könnte. Es hat sich bis in höchste Kreise herumgesprochen, daß die Diener der Finsternis ungehindert in Britain ihr Unwesen treiben. Sicherlich vermutet man, daß schon wichtige Schaltstellen der Macht von Schergen des Bösen besetzt sind.
Was also können wir tun? Wir müssen die Inquisitoren davon überzeugen, daß zum einen ihre Mittel falsch sind und dem Namen Glarons mehr Schaden zufügen, als daß ein Nutzen, so groß er auch sein möge, es jemals ausgleichen könnte. Zum anderen müssen wir die Inquisitoren davon überzeugen, daß sie auf der falschen Spur sind. Wir müssen ihnen verdeutlichen, daß von Sianne nicht nur keine Gefahr ausgeht, sondern daß sie überdies eine wahrhaft Gläubige ist, deren Verfolgung ein großer Fehler war. Sie müssen einsehen, daß es Glarons Wille war, daß Sianne nicht gefoltert wurde und daß wir, ihre Helfer, im Recht gewesen sind. Wir müssen verdeutlichen, daß die Schaltstellen der Macht in Britain sich nach wie vor in gläubiger Hand befinden. Ferner müssen wir beweisen, daß Herzog Jarl als weltlicher Herrscher, sowie die Führer der Glarongläubigen als kirchliche Macht, durchaus willens und kundig genug sind, das Böse in Britain in Schach zu halten. Wenn es gelingt, diese drei Punkte überzeugend darzulegen, wird die Inquisition sicherlich aus Britain abziehen.
Der erste Punkt ist nur durch überzeugende Reden zu leisten, etwas, das ich gern übernehmen will. Der zweite Punkt gestaltet sich wesentlich schwieriger, solange wir nicht wirklich wissen, wie wir Sianne helfen können. Der dritte Punkt ist mit dem zweiten Punkt eng verknüpft. Denn wenn es uns gelänge, Sianne zu helfen und sie von ihrem Übel zu befreien, dann könnten uns die Inquisitoren sicherlich nicht ihre Anerkennung vorenthalten.
Und nun möchte ich gern Eure Meinungen dazu hören...“
Seylarana Ryell
31-05-2002, 18:04
Als die frühe Morgensonne die Nebel über Cerinor mit ihrem Licht durchbrach, wurde die Insel der Elfen lebendig. Die Vögel stimmten die ersten Lieder an, Baumfrösche quakten und Grillen zirpten leise. Das goldene Licht durchbrach das Laubdach des tropischen Waldes und tauchte den Waldboden in helles Licht.
Zwei Menschen lagen dicht aneinander geschmiegt in einem Haufen Decken, versteckt vor neugierigen Blicken. Im langen hellblonden Haar des Mannes hatten sich Tautropfen gesammelt, die im Licht der Sonne wie kleine Perlen glänzten. In seinen Armen, den Armen eines Kriegers, lag eine junge, rothaarige Frau. Sie hatte sich schutzsuchend an ihn geschmiegt und er hielt sie selbst im Schlaf tröstend fest.
Ein Sonnenstrahl wanderte auf Jarls Gesicht, das im Schlaf friedlich und zufrieden wirkte. Der Herzog atmete plötzlich tief ein, bewegte leicht den Kopf und schlug die Augen auf. Er blinzelte geblendet durch das Licht und hob die Hand vor die Augen. Als er sich an das Licht gewöhnt und sich verschlafen umgeschaut hatte, fiel sein Blick auf die Frau in seinem Arm. Sein Blick wurde sanft und zärtlich, ein Blick den er einzig dieser Frau schenkte.
Liebevoll streichelte er ihr Gesicht. "Sey, wach auf" , flüsterte er mit leiser, samtener Stimme in ihr Ohr.
Sey seufzte, bewegte sich und öffnete dann verschlafen die Augen. Dunkelgrüne Augen blicken Jarl ins Gesicht und diese Augen lächelten, so wie Sey es nun tat. Ihre Hände glitten über den bloßen Rücken ihres Liebsten, bis sie die Arme um ihn gelegt hatte. Sie wollte nicht, dass sie sich wieder einmal gleich trennen mussten, weil irgendeinen von ihnen die Pflicht rief.
Er lächelte und strich ihr ein paar Strähnen aus der Stirn. "Du hälst mich fest, als hättest du Angst, ich würde gehen, mein Herz." Sachte drückten sich seine Lippen auf ihre Stirn.
Sie genoss diese Berührung. In Jarls Nähe blühte Sey immer wieder auf, selbst nach der schrecklichen Erfahrung gestern. Sie zuckte innerlich zusammen, als sie sich wieder erinnerte, was geschehen war.
Angefangen hatte es damit, dass Vomath und sie nach Brit aufgebrochen waren, um die anderen zu suchen, die sie dort vermutet hatten. Doch dort waren sie nur auf Vadrak gestossen. Vadrak hatte sich als Heiler verkleidet und wollte so versuchen ins Schloss zu den Marlentis zu gelangen. Doch die Wachen hatten ihn einfach ignoriert und so kehrten sie unverrichteter Dinge nach Cerinor zurück.
Dort erlebten sie eine Überraschung. Der Herzog hatte die Marlentis in der Zwischenzeit aus den Zellen befreit und war gemeinsam mit ihnen, Hauptmann Abon und Gardistin Rikor aus dem Schloss geflüchtet. Sey war unendlich erleichtert alle in Sicherheit zu wissen. Während der anschließenden Diskussion über das weitere Vorgehen und dem ständigen Hin und Her zwischen den Beteiligten, war Sey immer stiller geworden. Sie erfuhr vielerlei Dinge, die sie erzürnten. Als sie bemerkte, was mit ihr geschah, war es fast zu spät. Sie konnte gerade noch aufspringen und aus dem Versammlungssaal stürzen, bevor der Rausch sie wieder packte. Die überraschten Blicke der anderen folgten ihr. Sey rannte. In ihrem Kopf hämmerten nur drei Ziele: ihre Rüstung, ihr Pferd und das nächste Orklager.
Wenige Minuten später donnerte eine rotgerüstete Kriegerin auf einem rostbraunen Pferd die Straße zum Hafen der Elfenstadt hinunter. Sie sprengte durch die Tore auf den Steg und schaffte es gerade noch ihr Pferd zum stehen zu bringen. Val´heoru, ihr alter Mentor und Geliebter, stand ihr gegenüber und daneben stand, mit entgeistertem Blick Jarl. Sey, für die diese beiden Männer die wichtigsten Personen darstellten, empfand in diesem Moment nichts. Ihre Gedanken kreisten darum, wie sie diese schreckliche Wut besänftigen konnte. Von den beiden begriff nur der feinfühlige Elf, das etwas ganz und gar nicht mit Sey stimmte, während der Herzog glaubte, Sey hätte wieder eine ihrer Launen. Sey brachte auf die Fragen nur mühsam die Erklärung hervor, dass sie ihre Wut mildern musste. Ohne weitere Worte preschte sie an beiden vorbei aufs nächste Schiff und ließ sich nach Vesper übersetzen.
Das nächste an das sie sich erinnerte, war, als sie offensichtlich Stunden später auf dem Steg des Hafens von Vesper stand. Verwirrt sah sie sich um und sich dann an. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie nach Brit geritten sein sollte, um die schwarze Rüstung und den schwarzen Hengst Morrog zu holen, doch hatte sie es getan. Und sie war gänzlich mit dem grünlichen Blut von Orks besudelt. Sie war völlig verstört und verunsichert. Das einzige, das sie wusste, war, dass ihre Wut verschwunden war.
So fanden sie Vadrak, Gwen und Sianne vor und brachten die verstörte Frau nach Cerinor zurück. Sey nahm kaum noch etwas wahr, bis sie Val´heoru vor den Stallungen wieder sah. Der Elf war etwas überrascht, als Sey plötzlich in seine Arme flog, aber er gab ihr gern den Schutz, den sie bei ihm suchte. Die junge Frau war so verstört, dass sie kaum ansprechbar war und nur wenig von ihrer Umgebung wahrnahm. Saraphy und Val´heoru schafften es schließlich sie in ihrer Sprache zu beruhigen, während Vadraks Gesicht, da er nichts verstand, immer besorgter wurde. Erst als Jarl mit finsterer Miene in Begleitung von Gwen an ihr vorbei ging, wurde sich Sey bewusst, was eigentlich vorgefallen war. Ihre Freunde und sie gingen zurück zur Versammlung und hörten weiter zu. Sey blieb stumm. Die beruhigende Berührung von Val'heorus Hand, spendete ihr Trost. Die Versammlung löste sich auf. Melina hatte einen heftigen Streit mit Gorathan, da sie nicht verstand, warum er den Mann auf ihre Seite ziehen wollte, der ihr Kind verbrennen wollte. Sey ertrug das Geschreie nicht mehr und verließ kurze Zeit den Raum.
Erst als alle gegangen waren, ging sie zurück. Da saß er. Jarl mit unglücklichem, enttäuschtem Gesicht. Sey zog durch liebevolle Berührungen seine Aufmerksamkeit auf sich. Sein verwirrter Gesichtsausdruck schmerzte sie und sie konnte ihm seine Fragen nach dem "Warum" nicht wirklich beantworten. Ihre Zweisamkeit wurde dann durch Val'heoru unterbrochen, der sich aber schnell zurückzog, als er die Situation erkannte, anders als die wütende Mel, die kam, um sich zu verabschieden, sie wollte sich von der Gruppe trennen. Nachdem Sey mit Val geredet und Mel verabschiedet hatte, kamen sie und der Herzog sich wieder näher und zogen sich schließlich in den nahen Wald zurück.
Sey räkelte sich in Jarls Arm und lächelte wieder, als sie an die innige Zuneigung dachte, die sie in der Nacht miteinander geteilt hatten. Jarls sanfter Blick ruhte auf ihrem Körper und suchte dann ihre Augen. Sie lächelte und er erwiderte dieses Lächeln.
Sie hoffte, dass sie ein bisschen Frieden auf der Insel mit ihrem Liebsten von der Wut kurieren würde. Ihre Hand legte sich um Jarls Nacken und zog ihn zu sich hinunter. Sie wollte nicht daran denken, nicht jetzt...
Sir Dante
01-06-2002, 05:23
Britains Strassen lagen in tiefer Nacht. Die Brücke zur herzöglichen Residenz lag im fahlen Licht des Mondes. Die grosse Doppeltür schwang langsam auf und ein bärtiger Mann blickte sich mit geübtem Auge um. Langsam ging er auf die Brücke und schaute zu der Strasse welche am anderen Ende wartete. Heydinger blieb still und stumm auf der Brücke stehen während eine kleine Gruppe Dunkelgekleideter die Residenz verlies.
Der Oberst erinnerte sich an Jarls letzte Worte vor seinem Verschwinden. Die Ruhe der Stadt, die Gardisten...die Flucht der Herzögin war nun seine Aufgabe.
Die kleine Gruppe folgte dem Oberst über die Brücke hin zur Strasse wo mehrere Pferde warteten. Der Stallbursche welcher vor den Tieren auf und abging machte einen nervösen Eindruck.
War es eine Falle?
Die Hand des grimmigen Oberst ruhte schon längst an seinem Schwertgriff als er langsam zu den Stalljungen ging. Mit prüfenen Blicken musterte er jede Bewegung des Jungen während er langsam näherkam.
Er hasste Kinder. Wenn sie klein sind schreien sie Nächte lang wie es kein Verwundeter im Felde nachahmen könnte. Kleinkinder wollen immer nur haben...haben haben und nie etwas bieten. Dann werden sie grösser, dachte sich Heydinger. Grösser und noch störender. Sie lernen zu sprechen und alles was sie dann tun können ist es ihm sinnlose Fragen zu stellen.
Warum gibt eine Kuh Milch?
Weil das so ist!
Fragen, Fragen, Fragen! Er hasste soetwas.
Wenn sie ersteinmal genug gefragt haben beginnen sie alles besser zu wissen. Diese kleinen Ungeheuer denken sie würden die Antworten auf alle Fragen kennen. Er hasste Besserwisser. Wenn sie diese Zeit überleben sollten werden sie zu soetwas... Mit mürrischem Blick schaute Heydinger den Stallbuschen an. Unfähig ein Schwert zu halten, auf falsche Art dankbar für alles und haben Angst wenn sie auch nur aus ihrem Bettchen steigen müssen.
Ich war nie so ein klägliches Etwas, dachte sich der alte Veteran.
Der Junge stand vor ihm und schaute ihn erleichtert an. Wenn der junge Heuschaufler sich freut wie ein Hund auf seinen Herrn kann es keine Falle sein.
"Guter Junge. Nimm dein Gold und verschwinde und sage niemandem etwas von heut Nacht. Hast du verstanden?"
Der rothaarige Knirps nickte und nahm dankbar das Gold entgegen um in der Nacht zu verschwinden.
Es war an der Zeit die Pferde zu kontrollieren. Ein prüfender Ruck am Sattel, ein kurzes Nachziehen eines Gurtes, ein absegnenden Klopfer auf die Seite eines Pferdes. Alles war bestens und sicher.
Er hasste Pferde. Sie sind gross, stinken und fressen soviel das man für dasselbe Traggewicht mehrere Gardisten versorgen könnte. Zwei gute Beine sind alles was man brauchte und jeder gute Soldat steht lieber auf zwei Beinen als im Sattel eines Tieres zu sitzen.
Alles war bereit als die dunkel gekleideten Gestalten die Stufen auf die Strasse zu den Pferden hinabstiegen. Mit aller Seelenruhe sah er zu wie sie langsam nacheinander aufsattelten. Bald würden sie weg sein und er könnte schlafen. Einer der wenigen kam mit kleinen Schritten auf ihn zu. Erol verdrehte die Augen und erwartete die Dinge welche nun kamen. Ein hagerer Mann schaute ihn an und begann zu sprechen.
"Die herzögliche Hoheit Rhilana dankt euch für eure Treue, Oberst Heydinger. Wir hoffen das all dies hier bald vorbei sein wird. Doch so dunkel es sein sollte, erinnert euch immer daran das Glarons Licht auf euch..."
Der bärtige Mann fiel ihm ruppig und schnell sprechend ins Wort.
"Lassen wir die Förmlichkeiten. Ihr solltet schnellstens Aufbrechen und die Herzögin wegbringen."
Der hagere Mann wirkte kurz überrumpelt, nickte dann und gesellte sich zu der Gruppe welche langsam trabend durch die dunklen Strassen gen Osten ritt.
Der alte Gardist sah ihnen nach bis sie die Stadt auf der Strasse verliesen, drehte sich brummend um und ging zurück zum Schloss welches sich über die Häuser der Stadt erhob.
Er hasste dieses Göttergerede.
Lange saß Sianne an dem prasselndem Feuer, was sie gemacht hatte in der Feuerstelle die sie einst gebaut hatten. Erschöpft starrte sie in die Flammen und dachte über die Entscheidung Cerinor zu verlassen nach. Der Elf hatte ihr klar und deutlich gesagt was er von Rache hielt. Und Recht hatte er auch, das sah sie ein.
Die Rache ist in mir, und ein Teil von mir fordert sie. Und dieser Teil gehört nunmal zu mir.
Sie wusste, das die Wut und die Rachegedanken wiederkehren würden. Und dann würden die Elfen sie spätestens nicht mehr willkommen heissen. Anscheinend wussten sie garnicht, was in ihr schlummerte. Bevor die anderen unter diesen Gedanken ihrerseits leiden würden, denn sie wusste das sie ihr folgen würden, musste sie also fortgehen. Sie würde schon überleben, das wusste sie. Aber wichtiger waren die anderen. Sie hatte genug Unheil angerichtet, es musste irgendwann enden. Hier, in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit, war niemand dem sie etwas antuen konnte, sei es bewusst oder unbewusst.
Und die Tiere würden ihr Gesellschaft leisten. Es wird nicht das schlechteste Leben sein. Morgen würde sie überlegen wo sie hingehen kann, irgendwo wo niemand sie finden konnte.
Ihre Gedanken kehrten zu Yargh zurück, ihrem alten Freund. Genauso wie sie damals ihm nicht Lebewohl sagen konnte, konnte sie es ihm jetzt auch nichtmehr. Immer hatte er mit weisem Rat zur Seite gestanden und ihr geholfen. Und nun ist er fort, das Letzte was er von ihr sah war diese verzerrte Gestalt dort in Britain, die er ansah wie eine Fremde.
Bitterkeit und Tränen kamen erneut in ihr hoch.
Getötet durch Tala, getötet durch sie... immerwieder hatte sie es ihm gesagt, es sind nicht alle Tala schlecht, doch immer hatte er daran gezweifelt. Einst sagte er zu ihr, das von nun an die Belange der Menschen ihm egal seien.
Und Letzenendes starb er durch sie, und zwar aus dem Grunde, weil er es eben nicht getan hat, er hatte sich wieder um die Belange der Menschen gekümmert. Wie konnte sie es sich auch anmessen seine Entscheidung die er damals treffen wollte anzuzweifeln.
Sie werden dafür bezahlen alter Freund, dies ein mein letztes Versprechen das ich dir gebe, Ich werde sie dafür bezahlen lassen.
Die Worte die sie sprach als sie neben ihm kniete kamen ihr wieder in den Kopf. Glaron würde es nicht gutheissen, deshalb wollte sie es nicht tun. Rache liegt im Ermessen des Schicksals, nicht in ihrem. So wie es im Ermessen des Schicksals lag wann man sterben musste.
Zorn und Hass stiegen wieder in ihr auf, Der Hass auf alle Menschen für das was heute geschah tauchten ihre Augen in eine tiefschwarze Dunkelheit. Funken knisterten um ihre vor Wut zitternden Hände.
Sie werden alle dafür bezahlen, Ich werde ihnen zeigen was Leid ist. Ich werde ihnen zeigen was wahres Leid bedeutet.
Meister, gib mir die nötige Kraft um sie bezahlen zu lassen, gib mir die Kraft die ich brauche um ihnen unermessliches Leid zuzufügen in deinem Namen.
Hasserfüllt blickte sie den Wolf an der es sich am anderen Ende der Höhle bequem gemacht hatte. Ihre Hand in die Richtung streckend, lies sie eine unheilvolle schwarze Flamme von ihren Fingerspitzen auf das Tier niederfahren, heulend wurde das nichtsahnende Tier davon erfasst, und zurück blieb nichts als eine eingefallene verschrumpelte Leiche...
Melina Govaine
02-06-2002, 01:40
Lange lag Melina wach, wieder musste sie über vieles nachdenken. Sianne hatte die Insel verlassen, ohne sich zu verabschieden, ohne zu sagen, wohin sie ginge.
Melina wusste nicht, ob sie wütend oder traurig sein sollte, hat sie doch ihre Familie und ihr Leben riskiert, um sie zu retten. Sollte das der Dank sein?
Ihre Entscheidung hatte sie längst getroffen. Melina würde Sianne nicht mehr helfen, ihre Familie braucht sie jetzt, das wurde ihr mehr und mehr klar.
Sie schaute neben sich, aus ihren schlafenden Liebsten. Der Abend zusammen mit ihm war einfach wundervoll gewesen, seit langem war sie mal wieder glücklich gewesen, doch wusste sie, dass es nur ein Moment war, ein Moment in einem langem Zeitraum...
Melisandra Caron
02-06-2002, 12:49
Melisandra starrte an die Decke. Ihr iama war draußen, schlaflos wie er sagte. Sie war todmüde und doch wollte der erlösende Schlaf sich nicht einstellen. Draußen tagte es, und während alles erwachte, legte sie sich, erschöpft von der letzten Nacht zur Ruhe.
Ihre offenen Augen waren nach oben gerichtet, blicklos. Sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen.
Dachte daran, wie Sinola sie gebeten hatte, ihrem Mentor und Lehrer Yargh Tosh nachhause zu helfen, weil sie alle besorgt waren, er würde es nicht schaffen. Was hatte Thay ihr kurz zuvor zugeflüstert? Er würde den Teufel tun und einem so erfahrenen, weisen fey sagen, er solle sich schonen und weiterhin ruhen. Tränen tropften langsam seitlich aus Melisas Augenwinkeln. Sie bemerkte es nicht. Sie hatte ihrem iama entgegnet, dass sie auf keinen Fall zusehen würde, wie Yargh sich zugrunde richtete. Er hatte nur genickt dazu und sie spürte wie er ihr doch irgendwie recht gab. Dann dieser seltsame Moment.. als Yargh in der Tür stand und zu ihnen vieren, zu Sinola, Saraphy, Thaydan und ihr selbst sprach, die Sterne mögen über sie und Cerinor wachen. Ein Schatten hatte sich auf ihr zuvor noch so glückliches Herz gelegt. Eiskalt war ihr geworden. Wie die anderen spürte sie, dass er sich verabschieden wollte.. auf immer? das wollte sie nicht wahrhaben. Sie war nach draußen geeilt und bot ihm an ihn zu stützen.. Melisandra hatte das Gefühl die Szene habe sich wie mit Messern in ihr Gedächtnis geschnitten, schmerzhaft und mit zurückbleibenden Narben. Yargh wollte sich am Geländer festhalten.. und dann.. war er gestürzt.. ein Wirbel aus dem weiß seiner Robe und dem Weiß seiner Haare. Sie hatte wie in Trance gehandelt, war die Treppe beinah hinuntergeflogen und schrie lauthals um Hilfe. Sie brachten den alten fey ins Haus des Heilers wo sie ihn aufs Bett legten. Nach und nach trafen viele ein, zufällig, tala, fey. Jeder erfasste die Nachricht auf seine Art. Die erwachsene Sianne sagte sich selbst immer wieder er schliefe nur. Leyljia brach nach einer Weile zusammen. Rachegedanken wurden laut, zuerst von Thay.. er verschwand lautlos nach draußen, wo er auf einen Baum einen Pfeil abschoss und somit wieder ruhiger war. Doch Sianne... Sianne wollte sich rächen an denen die Yarghs Tod herbeigeführt hatten. Melisa starrte nur zu Boden. Sie hatte vorhin schon mitangehört, weshalb es passiert war. Sie alle waren erwachsen, gingen ihren Berufungen nach, Yarghs Sohn hatte eine Gefährtin und war ebenfalls erwachsen. Und Viona.. Viona war nicht mehr da. Yargh hatte keine Aufgabe mehr...
Viele Worte der Trauer wurden an diesem Abend geflüstert, gesprochen. Es wurden noch viel mehr Tränen vergossen. Jeder erinnerte sich an seine Zeiten mit Yargh und so mancher wünschte, auch Thaydan und Melisandra, er hätte ihn besser gekannt.
Als niemand mehr außer ihnen beiden im Haus des heilers war, trat sie an yarghs Bett und verabschiedete sich endgültig. Sie nahm die eisig kalte Hand und sagte ihm, sie glaube bestimmt, er würde von den Sternen auf sie heruntersehen.
Die Tür ging langsam und etwas knarrend auf.. ein müder, erschöpfter Thay trat herein. Sie nahm ihn in die Arme.. ohne ihn wäre jeder Halt dahin...
Sadinon Marlent
03-06-2002, 10:39
Sadinon lag lange Zeit in Cerinor beim Heiler im Bett wach und dachte nach, was er in letzter Zeit durch lebt hatte. Ihm kam das ganze so unwirklich vor wie ein Traum, der nicht enden wollte. Waren er und Mel doch vor ein paar Tagen im Kerker und warteten auf ihr Hinrichtung und nun? Nun lagen sie beide hier, bei den Hochelfen in der Stadt und konnten sich frei bewegen. Sadinons Gesicht war von Sorgenfalten durch zogen. Er blickte Mel und seine kleine Tochter immer wieder an. Er konnte es kaum glauben..... Der Herzog persönlich hatte ihnen zur Flucht verholfen....
Er hatte Mel und die kleine Sianne wieder. Er konnte das ganze kaum fassen. Lange brauchte er, um sich von den Strapatzen im Kerker zu erholen. Erst nach und nach stellte sich seine Lebensfreude wieder ein. Auch bei Mel dauerte es recht lange. Hatte sie doch einiges mehr durchstehen müssen, als er. Er sah Mel wieder an. Ein Lächeln huschte wieder über sein Gesicht. Heute nach lange Zeit hatte er sie wieder lachen gehört. Das war der glücklichste Moment seit langem in seinem Leben. Sie konnte wieder lachen. Sie hatte es nicht verlernt.
Sadinon´s Gesicht wurde wieder ernst. Er schaute zur Decke und dachte weiter nach. Wie wird es nun weitergehen, was wird noch geschehen? Seit dem Tod von Yargh Tosh, gab es ein neues Gesetz in Cerinor. Ein jeder Mensch, der Rache übenen wolle, nur um sich oder Yargh zu räche, würde der Stadt verwissen und darf auf weiteren Schutz nich hoffen.
Sianne war gegangen, weil sie ihre Rachegedanken nicht zügeln konnte, Gorathan war ihr gefolgt, um sie zu suchen und ihr zu helfen.......
Und Mel war kurz vor dem Zerbrechen. Es war alles sehr viel, was auf die junge Familie eingeströmt war. Eine Zeitlang sah Sadinon seiner Frau im Schlafe zu, bevor er dann endlich seinen Schlaf fand; ruhig und tief einschlief.
Die Familien waren kaum in Cerinor angekommen, als die nächste Unruhe auftauchte. Yargh Tosh, der Botschafter der Feya, war tot.
Er erlag seinen Verletzungen und seinen Gedanken, keine Aufgabe hier bei den Feya zu erfüllen.
Rachegedanken tauchten auf und erfüllten die Herzen derer, die ihm nahe standen. Nicht nur bei den Tala. Einige Feya äußerten ihn auch, fingen sich dann wieder. Kurzfristig setzte sich ein kleiner Teil des Rats zusammen und erließ das Gesetzt, das ein jeder Tala, der Rache üben wolle, die Stadt nicht mehr betreten darf und keinen weiteren Schutz der Feya erhält. Es war eine Schutzmassnahme, die die Feya ergriffen, um Krieg und eventuell schlimmeres von Cerinor ab zu halten. Sianne verstand dies nicht und zog von dannen.
Saraphy hatte schwer damit zu kämpfen, das Yargh nicht mehr lebte und sie kein Wort mehr mit ihr wechseln konnte. Sie hatte doch noch eine Aufgabe und bitte an ihn. Gorathan udn Sianne waren mit einem Herzenswunsch an sie getreten, das sie Yargh um etwas bittet. Gorathan udn Sianne wollten ihr Bündnis, welches sie sich schon einmal gaben erneuern, aber diesmal auf Feyaart. Sie wünschten eine Seelenverschmelzung. Saraphy war sehr betrübt und Traurig über diese Situation. In dieser Zeit der Trauer verschloss sich sich und arbeitete den ganzen Tag und fast eine halbe Nacht durch, um das Haus des Ordens einzurichten.
Saraphy wollte sich ablenken, sie wollte nicht mehr darüber nachdenken, als sie Gorathan begegnete und er nach Sianne fragte. Saraphy hatte mitbekommen, das Sianne gegangen war. Sie versuchte Gorathan zu beruhigen und ihm zu erklären, was geschehen war. Aber er war sehr und gehalten, aufbrausen, beleidigend und verletzent.
Er sprach schwere Vorwürfe aus, die Sarah sich sehr zu Herzen nahm. Er warf ihr vor, das Yargh eine Aufgabe gehabt hätte, wenn sie ihm den Wünsch von Gorathan übermittelt hätte. Saraphy Fühlte sich elend udn verscuhte diesem Sturren und Dickköpfigen Halblairfeya klar zu machen, das sie Yarghm seit der versorgung beim Heiler nciht mehr gesehen hatte. Sie hatte nicht die Möglichkeit gehabt ihm das mitzuteilen.
Gorathan aussersich vor Wut schimpfte über alles und jeden. Er zeigte ihr, das werder er udn die Tala, noch sie in der Stadt willkommen waren. Alteingesessene Hochfeya verkauften ihm nichts, udn er machte den Rat dafür verantwortlich. Jegliche versuche, Gorathan davon zu überzeugen, das der Rat nicht dafür verantwortlich sei, schlugen bei ihm fehl. Er behauptete sogar, das sie nur gedultet sei. Weder akzeptiert, noch sonst irgentetwas. Das traf Saraphy sehr tief. Sie liebte Sinola und wußte das er ihre Liebe erwiederte. Val´heur und Sinola traten später dazu, als Saraphy mit ihren Kräften am Ende am Boden sass und bitterlich weinte. Sie bekam kaum noch mit, was um sie herum geschah. Schluchzent und stockend erzählte sie den beiden Hochfeya, was geschehen war. Sinola und Val hatten mühe die kleien Lairfeya zu beruhigen. Sie versuchten ihr klar zu machen, das sie in dieser Stadt Willkommen war und sie hier ihre Freunde habe. Keiner würde sie nur dulden. Wortlos und leise ging Saraphy heim, und legte sich etwas hin.
Es war wohl spät in der Nacht, als sie durch irgentetwas erwachte und sich erhob, um einen kleien nspaziergang zu machen.
Auf dem Weg in die Sala, traf Saraphy auf Gorathan, der mit einer Talafrau Helen, auf dem Bootssteg kniete, sie im arm hielt und über einige Geschehnisse sprach. Saraphy sah die beiden eine zeitlang still an, grüßte kurz und wendete sich zum gehen. Gorathan sa auf und rief sie zu sich zurück. Er entschuldigte sich bei ihr udn bat sie um einen Gefallen. Sie solle alle von ihnen grüßen. Sie sollte zum herzoge gehen und ihm ausrichten von Gorathan aus Richten, das er müde aus sehe und sich auschlafen solle. Goratahn würde sich bei ihm melden, wenn er nach Britain zurück kann, um seinen Thron wieder zu besteigen.
Melina solte Sie ausrichten, das sie noch was bei ihm gut hätte.
Dann ließ sich Gorathan von Helen einen reif übergeben. Er wickelte ihn fest in Badagen ein und übergab ihn Saraphy. Er sprach " Bitte nimm das, verschließe es gut weg. Fass es niht ohne Bandagen an udn gib es nur einen Mann. Nur einem gewissen." Er sah sie dabei eindringlich an. Saraphy erwiederte seinen Blick udn begriff nicht so rech was da vor sich ging. Er sprach weiter "Gib diesen Reif Vadrak, er möge auf ihn achten und diese Geheimniss für sich behalten, bis ich mit ihm persönlich darüber rede oder bis ihn die Nachricht meines Todes ereilt." Saraphy nickt nur und Sah ihn irritiert und verwirrt an. Dann sprach er eine zeitlan mit Helen. Als sie sich verabschiedete, wande er sich Saraphy wieder zu. Er sah ihr in die augen, zög sich dann einen Ring vom finger " für den Fall, das wir uns nicht mehr wieder sehen" sprach er und legte den Ring in ihre Hand. Saraphy betragtete den Ring und sah ihn fragend an. Sie Verstand nicht, was er damit meinte. Leise fragte sie " Warum...... Warum gibst du mir diesen Ring?" Sie sah ihn dabei unentwegt an. Gorathan antwortete "Weil ihr die einzige noch lebende Lairfeya seid, die mir ans Herz gewachsen ist." Saraphy schaut auf den ring und dann wieder zu ihm. " Ich soll ihn tragen??" Sieh sah ihn fassungslos an. Gorathan nickte udn sah sie an. Saraphy zögerte den Ring an zu ziehen, so nahm Gorathan den Ring und steckte ihn an ihre Rechte Hand. Er drückte ihre Hand kurz und sprach "Sagt allen Lebe wohl, und erinnert euch, was ich euch gesagt habe." Mit diesen Worten wande sich der Halbfeya ab und ging langsam Richtung Vesper. Noch lange stand Saraphy auf den Ring an ihrem Fingerschauent am Hafen. Als sie endlich wieder zurück zu Sinola ging.
Es dämmerte schon, und Saraphy konnte nicht mehr schlafen. Sie ging in das Ordenshaus und zimmerte weiter an den Möbel und Einrichtungen. Saraphy dachte dabei lange über Gorathans worte nach, vor allem darüber, ob sie wirklich hier in cerinor daheim war..... Ist das wirklich ihre Heimat? Wo war ihr zu Hause?......... In diesen Gedanken versunken gestaltete sie das Gebäude......
Melina Govaine
03-06-2002, 14:20
Lange Zeit stand sie vor der Tür ihres Heimes... verstohlen schaute sie sich um, ob jemand in der Nähe ist. Leise schloss sie die Tür auf und öffnete sie leise...
Das Wohnzimmer war ordentlich und leicht verstaubt...
Traurigkeit überfiel sie, als sie sich langsam auf einen der Steinstühle setzte.. es war ihr Heim... doch dürfte sie nicht hier sein..
Schweren Herzens stand sie auf.. ging in den Lagerraum und holte sich ein paar wichtige Dinge aus den Truhen.
Sie zog ihren Schlapphut tief ins Gesicht und verliess ihr Heim.. schaute sich kurz um und verschwand dann in der Dunkelheit...
Sir Ismael
04-06-2002, 01:20
...Im Scheine der Kerze brach Inquisitor Lotharan das Siegel des Schreibens. Es war ein Siegel des Firough de Mar, Baron zu Minoc und Vesper. Zügig lesend glitten seine Blicke über das Pergament.
Glaron zum Grusse, Ehrenwerter Lotharan,
mit Schrecken erfuhren Wir von den dramatischen Vorgängen die über Stadt Britain hereingebrochen sind. Der Ehrenwerte Herzog Jarl ein Verräter, diese Nachricht fügte Uns tiefe Enttäuschung und Traurigkeit zu, denn der Herzog hatte bisher immer Unseren Respekt und Unsere Verbundenheit, wenngleich Wir ein finsteres Geheimnis schon erahnten und erleichtert sehen dürfen, dass Glaron es zu Tage förderte.
Eine Stadt ohne die Anwesenheit der weltlichen im Blute geborenen Repräsentanten, seid Euch gewiss das Wir in diesen schweren Zeiten mit Euch fühlen und auch Wir keine Ketzer auf Minocs Territorium dulden. Wir wünschten Uns Euren starken Arm für Minoc an unserer Seite.
Doch werden Wir in diesen Zeiten der Prüfungen durch Glaron nicht tatenlos Euren Problemen zusehen und werden euch mit Unserer Hilfe zur Seite stehen. So braucht Britain einen weltlichen Führer zu, der mit Euch in den Kampf gegen das Unrecht und den Verrat welches Britain heimgesucht hat weiterzuführen. Wir bieten Uns als Statthalter für den Thron von Britain an, bis eine geregelte Thronfolge in Kraft treten wird.
Lasst Uns Nachricht zukommen, falls Ihr einverstanden seid. In der Weiheit, mit welcher Ihr durch Glaron beschenkt seid, werdet Ihr sicher die richtigen Entscheidungen für das Licht treffen.
Möge dieses Licht bald wieder in voller Pracht über Britain leuchten.
Respektvoll,
Firough de Mar,
Baron von Minoc und Vesper.
Langsam faltete Lotharan das Pergament zusammen und blickte einige Zeit nachdenklich in die Kerze. Dann schien er einen Entschluss gefasst zu haben.
Wenn er seine Hilfe schon anbietet, warum sollte ich sie nicht wahrnehmen?
Augenblicke später glitt Lotharans Schreibfeder über ein sauberes Pergament, als er ein Antwortsschreiben verfasste...
...Ruhig und entspannt lag sie in Gorathans Armen, der Sand des Strandes sie umgebend, leise waren die Wellen zu hören die gegen die Felswand klatschten, tief unter ihnen.
Lächelnd blickte sie in den klaren Sternenhimmel.
Sie war ihrem Ziel so nahe, das spürte sie, doch würde Er nicht kampflos aufgeben. Gegenseitig gaben sie sich durch ihre Liebe Kraft den Hass den Er in ihnen schürte zu besiegen.
Sie fühlte sich ausgeglichener als je zuvor, und sah fast eine Art inneren Frieden wenn sie zu ihrem schlafenden Liebsten blickte.
Er war so stark...stärker als sie selbst, und er würde siegen. Letztenendes würde er siegen.
Mit Diesem Gedanken schlief sie sanft ein.
Kampfbereit stand sie in dem finsteren Gang, allein, niemand bei ihr. Schnell lief der Traum vor ihren Augen ab. Durch die Gänge lief sie, eilige grosse Schritte machend. Der Fluch... nochimmer lastete er hier, es schien eine Ewigkeit her zu sein das sie sich ihm entgegenstellen wollte. Ein versunkenes Schloss, oder war es eine Stadt...tief hinter den alten Katakomben. Knochenmänner standen Wache, wahrscheinlich genauso wie sie es zu Lebzeiten taten, als diese Gemäuer noch das Licht des Tages erblickten. Veschwommen waren die Bilder, die Gänge und Hallen flogen an ihr vorbei. Immer tiefer drang sie ein. Dann stand die Gestalt vor ihr. Vom Tode gezeichnet und zerfressen lachte sie bösartig. Ihr werdet niemals davon kommen...
Sie blickte an sich herab. In Ihrer Faust lag ein Silbernes Schwert, überirdisch glänzend. Noch bevor sie erfassen konnte, wo es plötzlich herkam, verschwamm das Bild um sie...die grässliche Fratze der Gestalt die ihr lachend ins Gesicht starrte war allgegenwärtig...
Schweissgebadet wachte Sianne auf und drückte sich an ihren Liebsten. Langsam nahm sie die Umgebung wahr und bemerkte, wo sie war.
Es war nur ein Traum...
Melina Govaine
04-06-2002, 18:01
Langsam kehrte Melina durch den dunklen Wald zu der Stadt der Elfen zurück. In ihrem Kopf wüteten die Gedanken... traurige..fröhliche.. hoffnungsvolle Gedanken bestimmten ihr Leben zur Zeit.
Der Tag mit Gregorian war schön, es tat gut, einen guten Freund an seiner seite zu haben. Freunde sind in dieser Zeit rat gesäht...
Gorathan und Sianne waren verschwunden, bisher hat sie seitdem auch nichts mehr von ihnen gehört. Leben sie überhaupt noch?
Melina wurde schlecht bei dem Gedanken, die beiden vielleicht nie mehr wieder zu sehen, sie erinnerte sich noch genau an dem tag, an dem Gorathan ihr sagte, dass Sianne tot sei...
Nein! Dies durfte nicht noch einmal geschehen, doch wusste Melina, dass sie nichts tun konnte... und jetzt.. wo sie genau weiss, dass sie schwanger ist.. da wird alles nochviel schwerer, sie musste jetzt noch viel mehr vorsichtig sein...
"Seid gegrüsst, Freund der Hochelfen", die Stimme der Elfenwache liess sie aufschrecken... sie hatte überhaupt nicht bemerkt, dass sie mittlerweile vor den Toren der Stadt stand...
Seufzend ging sie durch das Tor und begab sich zu ihrem SDchlafplatz...
Gwendolyn Rikor
05-06-2002, 04:11
Nachdenklich saß Gwen an ihrem kleinen Feuer in dem Elfengarten und dachte ueber den vergangenen Tag nach: Sie hatten es tatsaechlich geschafft, diese komische Klinge aus den Haenden des Dieners zu entreissen. Sie haette es selbst nicht fuer moeglich gehalten, aber sie verliessen siegreich die unterirdische Burg. Sie hatte die Klinge sichergestellt, und sie wurde gut verwahrt. Sie hoffte, damit konnte man Sianne endlich helfen.
Doch noch viel mehr war passiert: Gori hatte sein Geheimnis gelueftet. Er sprach offen zu ihr und den anderen, und sie war froh, es endlich bestaetigt zu wissen, was sie schon so lange wusste und doch nie wirklich beweisen konnte. Sie wollte sich gerne mit Gorathan in eine endlos lange Unterhaltung stuerzen, und doch warf er ihr das Wissen, dass er in sich barg, nur haeppchenweise zu, wie einem Hund, der anderfalls nur alles hinunterschlingen wuerde, anstatt zu kauen. Sie spürte es tief in sich, da war noch viel mehr, als er zugeben wollte, doch auch wusste sie ganz genau, er würde ihr nie alles verraten koennen. Dunkle Seite hin oder her, doch von ihm wuerde sie nicht so viel erfahren, wie sie sich erhofft hatte.
Auch schoss ihr in den Kopf, was ihr noch bevorstand: Eine nette kleine Reise nach Cove, an den wohl gastfreundlichsten Flecken gleich nach Cerinor auf ganz Britannia. "Schaut euch dort um nach Unterkuenften und Nahrungsmittelversorgung" hatte Jarl gemeint. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Cove? Warum ausgerechnet Cove? Vor ihrem geistigen Auge bildete sich ein Bild von der Karte: Geschmiegt an den Fuss eines BErges lag Cove direkt am Meer, und hatte am noerdlichen Ende eine schmale Öffnung die das Meer von der Bucht trennte. Der Berg und der Ozean taten das Ihre, die Mauer an der Südost-Tangente das restliche. Sie wusste, wenn sie die Stadt wuerden waehlen koennen, wuerde sie recht einfach zu halten sein. Nun ja, sie sollte sich erst einmal dort umsehen, was die Zeit dann bringen würde, zeigte sich dann.
Und so schlief GWendolyn Rikor auf ihrem leichten Bett aus aesten und Blaettern schliesslich unruhig ein, leise murmeln, wie sehr sie doch absolut unsicher war, was Gori anbelangte....
Seylarana Ryell
06-06-2002, 11:25
Sey hatte nach dem Kampf unter dem Friedhof Britains viele Tage geschlafen. Die enorme Intensität ihrer Raserei, die sie bei den vier untoten Beschwörern überkommen hatte, hatte ihr zwar gewaltige Kraft verliehen und ihr jegliche Angst genommen, aber ihr im Nachhinein auch sämtliche Kraft geraubt. Sie hatte es nicht mal mehr in ein Bett geschafft, sondern war im Versammlungsraum über der Tischplatte zusammengebrochen und eingeschlafen. Sie wusste nicht, wer sie in ein Bett gelegt und von ihrer Rüstung befreit hatte. Jedenfalls trug sie normale Kleider, als sie endlich wieder aufwachte.
Etwas verwirrt wanderte sie durch die Staßen Cerinors und traf schließlich auf Gwen. Sey war mehr als überrscht und etwas besorgt, als Gwen ihr kurz und oberflächlich vom Auftrag des Herzogs berichtete. Was sollte sie in Cove? Und warum begleitete sie niemand aus der Gruppe? Sey beunruhigte es, wenn sie nur halbe Sachen wusste.
Sie wollte diese ganze Sache endlich beenden. So viel Zeit war bei Streitereien verloren gegangen, Zeit, die man hätte nutzen können, um diese traurige Geschichte endlich zu beenden. Sie hatte es satt, sich zu verstecken und sie hatte die ewigen Debatten und Streitereien satt. Sicher hatte sie Verständnis für die Auseinandersetzungen, begriff die Gründe, auch wenn sie hart und desinteressiert wirkte und scheinbar nur voran wollte um jeden Preis. Auf der einen Seite, der pflichtbewussten Seite, war sie der Meinung, dass man Streitereien zum Schluss austragen könnte, auf der anderen, gefühlsmäßigen Seite, hatte sie Verständnis dafür. Es war schwer, aber sie gab in dieser Situation der pflichtbewussten Seite Vorrang. Die missbilligenden Blicke der anderen schienen sie nicht zu interessieren, aber innerlich schmerzte es sie.
Müde wanderte sie in der Elfenstadt herum. Sie hoffte, dass sie am Abend der Gruppe wieder nützlich sein konnte und mehr erfahren würde. Doch zunächst wollte sie noch ein wenig schlafen. Ihre Füße trugen sie unbewusst zum Heiler. Dort ging sie wie schlafwandelnd auf das nächstbeste Bett zu und ließ sich hineinfallen. Sie schlief ein, noch bevor ihr Körper die Matratze berührte...
Gwendolyn Rikor
06-06-2002, 17:06
Sie erwachte am fruehen Morgen und noch immer konnte sie die Schmerzen in ihrer Seite spüren. Noch immer war sie halb im Traume, der ihr verzerrte Bilder und Worte in die Gedanken spülte. Diese ganze Gorathan-Sache hinterliess so langsam Spuren an ihr. Kurz flimmerte in ihr das Bild auf, als sie angekommen war: Mit nichts ausser ihrem getreuen Sigul sah sie sich wieder an der Pier stehen, mit den Worten Tiflis' in den Ohren: "...wenn wir drüben sind, ein paar Geschäfte machen, es wäre mir eine Freude." Damals haette sie nicht gedacht, jemals hier gluecklich zu werden. Und doch wurde sie es.. irgendwie jedenfalls.
Ein zwitschernder Vogel riss sie aus ihrem Traume, und sie wurde sich gewahr, wo sie eigentlich war. Sie war sich nicht sicher, was aus ihr werden sollte. Es schien, die Sache würde niemals ein Ende nehmen...
All die Sorgen und Nöte über die sie ständig stolperte. Britain besetzt von der Inquisition, Sianne befallen von einem Daemon, und Gorathan, eigentlich ihr Feind, _der_ Feind eigentlich. Auch das lange Gespraech mit ihm konnte die letzten Zweifel nicht wegwischen. Sie wünschte sich, sie könnte es sich so einfach machen, und gehen, so wie Melina es vorhatte. Aber ihr Verantwortungsgefuehl und ihre Loyalitaet als Soldat und Gardistin ließen das einfach nicht zu.
Sie sah zwar noch keinen Ausweg, aber sie hatte nun endlich eine Beschaeftigung, einen Auftrag, der ihr behagte, der das rumsitzen endlich beendete. Für ein paar Stunden jedenfalls.
So erhob sie sich mit der frühen Sonne und machte ein paar Schritte aus dem Garten auf die Strassen von Cerinor, und war doch recht ueberrascht, auf Saraphy zu treffen. Sie wollte und konnte nicht viel plauschen, und so fragte sie recht direkt nach einer passenden Art sich zu verschleiern, schliesslich hatte eine Waldelfe doch diesbezueglich Erfahrung. Und nach kurzer Unterhaltung wurde klar, dass, wenn sie ihre Ruestung anbehalten wollte, nur eine Lumpenrobe in Betracht kommen würde, und so verwies sie Saraphy an Mantana.
Auch hier versuchte sie, moeglichst schnell auf den Punkt zu kommen, und nach etwas warten, hatte Mantana sogar noch 2 Reisesteine für sie geholt - der beste Weg ungesehen nach Cove und wieder zurueck zu kommen.
Dann wurde die Welt kurz duester und sie spürte, wie die Macht des Steins ihren Koerper davontrug, an jenen Ort, der ihm nahegelegt wurde. Noch bevor sie sich richtig ruehren konnte, wurde sie, mit barschen, aber dennoch vorsichtigem Ton gefragt, wer sie sei und was sie wolle.
Sichtlich überrascht dreht sich Gwen nach der Stimme um und war noch mehr ueberrascht, eine junge Frau in Lederkluft vor sich zu sehen, die sie mit einem Bogen bedrohte. Ein Schmunzeln huschte auf Gwens Lippen. So schnell gedachte sie nicht in Gefahr zu kommen.
Sie beschwichtigte das sichtlich veraengstigte Maedchen und schon recht bald konnte sie sich entspannt mit ihr unterhalten, und so fragte sie sie ein wenig über die Umgebung und die Stadt aus, doch viel konnte sie nicht erfahren. Das Maedchen war selbst noch nicht lange hier, und es klang ehrlich als sie sagte, sie könnte nichts mit der grossen Stadt anfangen. Gwen fühlte sich seltsam an sich selbst erinnert, und waehrend sie sich moeglichst unauffaellig umsah, unterhielt sie sich mit dem Maechen, und versuchte ihr ein wenig naeherzubringen, warum die Menschen alle Schutz und Zuflucht in der Stadt suchten, und warum auch Menschen immer ein Feuer brennen hatten.
Doch Gwen taeuschte sich. Der Kleinen war sehr wohl bewusst, was Gwen hier tat, und fragte vorsichtig und doch seltsam fordernd nach, was sie hier suchte. Nur schwer konnte Gwen ihr begreiflich machen, dass sie, trotz ihrer Verhüllung, niemandem etwas böses wollte.
Doch wieder wurde Gwen überrascht, als sie glaubte, das Maedchen würde sie nicht verstehen. Denn als sich das Maedchen verabschiedete, gab sie Gwen vorsichtig eine Feder in die Hand und meinte: "Wenn wir uns wiedersehen, und eure schlechten Zeiten vorrueber sind, werde ich euch an dieser Feder wiedererkennen" Gwen war sichtlich beeindruckt. Und so entschied sie sich, da sie aufgrund ihrer Vorsicht nichts anderes zur Hand hatte, dem Maedchen im Gegenzug einen Bolzen aus ihrem Koecher zu schenken, bevor sich ihre Wege trennen sollten. Soweit Gwen erkennen konnte, wurde ihr hier nichts vorgespielt, sie hatte es also mit keinem Spion zu tun, sondern mit einem jungen Maedchen, das eindeutig allein war. Nur zu gern wollte sie sie mitnehmen und in ihr Herz schliessen, und war doch ueberrascht von den Gefuehlen, die diese Frau in ihr hervorrief. Sie versuchte die Gedanken zu verwischen, doch tief in ihrem inneren spürte sie genau, vielleicht endlich einen Menschen gefunden zu haben, der aehnlich dachte wie sie. Nur dass dieser Mensch juenger war. Vielleicht viel juenger. Seufzend setzte sie ihre Untersuchungen fort, als ihr klar wurde, dass es vielleicht damit zusammenhing, dass selbst in der Situation, in der sie sich befand, die Menschen um sie herum eine Liebe leben konnten, die ihr nun versperrt war: Gorathan liebte Sianne, Sadinon hatte Melina, und was da zwischen Jarl und Sey einherging, war viel zu offensichtlich. Und sie selbst? Tulandor... Gorathan hatte nicht viel ueber ihn verloren, doch genug das Gwen wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. Er hatte ihr verheimlicht, was tatsaechlich Sache war. Und doch hatte er ihr ins Gesicht gelogen, es sei nichts, und er wuerde ihr immer alles sagen. Sie fuehlte sich benutzt, ausgezehrt, und ihre Mine versteifte sich. Nur hin und wieder, wenn sie an das Maedchen dachte, wurden ihre Zuege kurz etwas weicher und freundlicher. Innerlich schalt sie sich selbst: "Du weisst selbst gut genug, dass die Wahl deines Weges eine Liebe niemals zulassen würde. Auch keine wirkliche Familie. Also hoer endlich auf daran zu denken, und mach deine Arbeit!"
Und so wanderte sie erneut durch die Stadt, inspizierte die Haeuser und die Geschaefte, nahm die Befestigungsanlagen in Augenschein, und nahm eine Probe des Bodens mit. Sie wusste nicht, ob in so einem trockenen Boden etwas wachsen konnte, aber vielleicht wussten die Elfen mehr.
Sie fand durchaus, das Cove in einem recht guten Zustand war. Die Pier war sehr stabil gebaut worden, und das herbe Seeklima hatte dem Holz nicht viel ausgemacht. Mit den Haeusern und dem Wall schien es aehnlich zu gehen.
Das Ufer innerhalb der Stadt war mit angespitzen Palisaden gespickt, und bot einen guten Schutz gegen Anlandungsversuche seitens der See. Wellenbrecher erkannte sie in Ufernaehe, grosse Felsbrocken und angeschwemmtes Treibholz. Wunderbar.
Die Haeuser waren im groben Geschaefte, und mit ein wenig großzuegigen Einkaeufen würden sie im Zweifelsfalle auch die Haendler zum Schweigen bringen koennen.
Doch 2 Haeuser schienen bewohnt: Die Namen Estelle Barum und Verghul Rashner zierten die Schilder an den Haustueren. Beide verschlossen, genauso wie ein unbekanntes Haus, ohne Schild, in dem sie ein Lager der Stadt vermutete. Haeuser standen auch zum Verkauf, somit sollte auch die Unterbringung kein Problem darstellen.
Die Stadt konnte man nur durch das Tor betreten, durch das sie nun hinausging - Mit wenig Mann sollte man es recht gut halten koennen, wenn Gefahr drohte. Doch die Umgebung gefiel ihr nicht sonderlich: Das Fort der Orcs auf den Klippen, Riesenfledermaeuse und Ettins in der Naehe des Reisetores und der Stadt machten es ihr nicht leicht, ungesehen durch das Unterholz zu schluepfen. Die Versorgung mit Fleisch war gewaehrleistet, genuegend Spuren von Wild waren zu erkennen.
2 Gebaeude noerdlich der Stadt, nahe der Kueste regten ihre Aufmerksamkeit an.
"Landsitz des Giron" stand auf dem einen - Adel also, sollte Jarl bekannt sein hoffte sie.
"Den Todgeweihten" las sie auf einem kleinen steinernen Turm, der alles andere als freundlich aussah. Auch durch ruetteln liess sich die Türe nicht oeffnen. Vielleicht hatte Gorathan das mit seinen frueheren Besuchen in Cove gemeint.
Sie folgte der Kueste noch ein gutes Stueck nach Norden, und verweilte dann eine Weile nahe der Strasse. Ein Reiter sprengte an ihr vorbei. Nicht gruessend, nichts ahnend, vielleicht hatte er sie nicht gesehen, oder sie fuer ein Trugbild seiner Sinne gehalten. Auf jeden Fall konnte sie nicht alleine entscheiden, ob Cove nun ein guter oder ein schlechter Unterschlupf sein sollte. So rieb sie nach einer Weile den zweiten Reisestein Mantanas und fand sich alsbald in Vesper wieder, wo sie zielstrebig die Faehre nach Cerinor aufsuchte, und mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne den Hafen verliess....
Sir Ismael
06-06-2002, 20:22
Oberst Heydinger betrat den Raum, so wie ihm gehiessen wurde von dem dunkelgekleideten Mann der zu ihm kam.
Inquisitor Lotharan wollte ihn sprechen, und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Er hasste diese Inquisition, seit sie hier war, war alles ausser Kontrolle geraten.
Lotharan saß an seinem Schreibtisch. Der Raum war hell erleuchtet von mehreren Kerzen und Lampen.
Ahh...Glaron zum Grusse Oberst Heydinger.
Wie immer waren die Worte des Inquisitors ausdruckslos.
Es gibt sehr gute Neuigkeiten für uns alle. Britain wird bald wieder zu seiner alltäglichen Ordnung zurückkehren.
Wie aus Reflex zog der Oberst eine Augenbraue hoch, bereute diese Bewegung aber auch schon in dem Moment in dem er sie machte. Sollte das heissen das diese Inquisition endlich verschwindet? Ein Gefühl der Freude machte sich kurz in ihm breit, die aber je unterbrochen wurde.
Baron Firough de Mar wird als Statthalter in Britain eintreffen, um für den Thron geradezustehen, bis eine geregelte Thronfolge arrangiert werden kann.
Wut stieg in Heydinger auf. Ich hasse diesen Kerl, De Mar, dachte er. Trotzdem Zwang er seine Mimik unter Kontrolle.
Bitte organisiert doch den Empfang, denn er soll als Dank für die schnelle Hilfe die uns der Baron zukommen lässt angemessen sein.
Ein kurzer Gedanke einer Gardemannschaft die mit gezogenen Waffen das eintreffende Empfangskomitee aus der Stadt jagt kam ihm in den Sinn und er musste kurz schmunzeln.
Mit Hilfe dieses Gedanken, obwohl er wusste das es nur ein nicht durchzusetzender Wunsch war, brachte er ein nicht ganz so mürrisch klingendes "Jawohl eure Eminenz" hervor.
So sei es denn, Glaron segne euch Oberst. Die scheuchende Handbewegung stiess dem oberst etwas auf, doch liess er sich nichts anmerken. "Gehabt Euch wohl" brummelte er noch und verliess den Raum.
Als allererstes musste der Herzog davon erfahren, und er wusste auch schon wen er schicken würde...
Sir Dante
07-06-2002, 03:19
Das Sonnenlicht des Nachmittags brach durch das Laubwerk der Bäume. Vogelgezwitscher hallte von von den Bäumen und untermalten den friedlichen Eindruck des Augenblicks. Schatten tanzten fröhlich auf dem kühlen Gras. Am Rande der Bäume erhob sich der dicke, hölzerne Wall des kleinen Ortes Cove. Menschen gingen auf den Mauern hin und her und inspizierten genau die Beschaffenheit ihres Schutzes. Ein Halbelf, Gorathan, ging hinaus und sah sich kurz um. Scheinbar wollte er die Umgebung genauer in Augenschein nehmen und ging langsam seines Weges. Zwei Personen fielen auf dem sichtbaren Hafensteg ins Auge. Ein Mann im Grün des Waldes und eine Frau in Kettenkleidung redeten und gestekulierten auch auf der Distanz sichtbar. Scheinbar redeten sie über die Hafenanlage und wirkten trotz langer Reden irgendwie zufrieden.
Cove wurde plötzlich wieder lebendig. Leute liefen umher und sahen sich in ihrem neuen Heim um.
Eine Frau sass zwischen den Bäumen vor dem Ort im Gras mit ihren Armen die Beine umschlingend. Mit einem leichten Lächeln beschaute sie das hektische Treiben auf dem grossen Holzwall. Ein kleiner Vogel hüpfte fröhlich auf einem Ast des Baumes welcher Helen Schatten spendete; sie schaute kurz hinauf zu ihm und ein kurzer Augenblick der Freude spiegelte sich in ihren Augen wieder. Langsam senkte sich wieder der Blick zu den Mauern in der Ferne. Lange sass sie dort und sah einfach nur zu, hörte manchmal leise Stimmen von Cove kommen. Sie wussten scheinbar was auf sie zukam. Ihr Blick wanderte zu dem Mann welcher sich langsam zu dem Mann welcher durch den Wald schlich. Vadrak schien sich langsam an die Heimlichkeit gewöhnt zu haben. Sie wusste wie sehr er es hasste sich zu verstecken, aber auch er wusste das Sicherheit über dem Stolz steht. Ihre Blicke folgtem ihm wie er langsam und leise durch das Unterholz ging und dann in der grossen Doppelpforte Coves verschwand.
Langsam erhob sich Helen und klopfte sich sachte etwas Dreck von ihrem Rock. Ein Marienkäfer krabbelte zu ihren Füssen langsam auf einen hohen Halm, scheinbar der für ihn unermässlich riesigen Frau trotzend. Unweigerlich dachte sie an Gorathan und Sianne. Würden sie wie der Käfer in ihre Freiheit fliegen sobald sie ihr Ziel erreicht haben? Ihr Blick wanderte wieder gen Cove. Würden sie alle es schaffen dem Riesen zu trotzen? Sie wussten nicht was alles wohl noch auf sie zukam, doch vielleicht erahnten sie das nur ihr Fleiss sie nun voranbringen konnte. Sie waren wenige, doch wer weiss wielange dem so sein wird? Schon wenige Seelen können viele Anziehen, Wenige könnten Viele werden.
Mit einem dezentem Lächeln schlenderte Helen langsam in den Wald, an mancher Blume einen kurzen Halt machend.
Der Marienkäfer erklomm seinen Grashalm und verharrte kurz. Der Fleck vor ihm wo vor kurzem seine Schattenspenderin ruhte war nun eine unberührte Fläche wo das Gras einladend in einem leichten Windhauch sich bewegte. Wie könnte er widerstehen?
Melina Govaine
07-06-2002, 11:55
Frühmorgens stand Melina auf. Sie hatte nicht besonders gut geschlafen, denn das Bett in ihrem neuen Haus war nicht besonders bequem gewesen.
Müde ging sie zu dem Stadtbrunnen und holte sich mit einem Eimer Wasser aus diesem.
Lange schaute sie den mit kaltem Wasser gefüllten Eimer an und goss sich dann das eiskalte Wasser über den Kopf.
Melina schauderte, sie bekam eine Gänsehaut und schüttelte sich, brrr, war das kalt.
Völlig durchnässt ging sie schleunigst in das Haus zurück und zog sich nach gründlichem Abtrocknen erst einmal um. Sadinon und Sianne schliefen noch und so beschloss Melina, sie mit einem schönen Frühstück zu überraschen.
Sie holte abermals Wasser aus einem Brunnen, suchte sich ein Paar Laibe Brit zusammen, etwas Obst und fragte den Bauern nach ein paar Hühnereiern.
Sianne machte sie einen wohl schmeckenden Apfelmus und für Sadinon schnitt sie kräftige Scheiben von dem Brot ab und belegte sie mit Käse.
All das lies sie auf dem Tisch stehen und begab sich dann zum dem Berg, um das zu tun, was sie kann... Waffen und Rüstungen für die Gemeinschaft zu schmieden...
Melina Govaine
08-06-2002, 14:47
Lange sassen Melina und Sianne noch am Lagerfeuer in Cove, der Herzog und ihre anderen Freunde waren längst zu Bett gegangen. Sie sprachen viel miteinander, für Melina war es fast wie früher.
Wenn all das vorbei wäre, wenn Britain wieder frei ist, wenn sie alle wieder in Freiheit leben dürfen, dann wollen sie eine schöne Doppelhochzeit feiern, noch einmal ihr Versprechen vor Glaron bekräftigen.
Sianne und Gorathan, Melina wusste, dass ihre Liebe zueinander ihre Schwester retten kann, und auch sie würde all ihre Liebe geben, um Sianne zu retten. Nicht noch einmal würde sie zulassen, dass sie ihre Schwester, verliert. Nicht noch einmal...
Irgendwann war es doch zu spät und Melina ging zu Bett, so anstrengend war doch der Tag. Sie hatte Rüstung und Waffen geschmiedet, für alle die, die noch kommen würden, um der Gemeinschaft zu helfen. Melina wusste, der Tag würde kommen, an dem sie kämpfen mussten, sie wusste auch, dass dann ihr Liebster mit in den kampf ziehen würde, um für die Freiheit zu kämpfen... sie wusste auch, dass er sterben könnte...
Traurig kuschelte sich Melina zu Sadinon, ihrem Liebsten und hauchte ihm leise in sein Ohr: "ich liebe dich..."
Traurig aber doch mit Hoffnung im Herzen schlief sie langsam ein...
Firough de Mar
09-06-2002, 11:17
Die abendliche Sonne warf ihre letzten wärmenden Strahlen des Tages durch den Fensterbogen des Schlafgemachs Firough de Mars. Das kunstvoll gearbeitete Fenster selbst, welches aus bunten kleinen Scheiben aus wertvollem Glas gearbeitet war, ragte weit geöffnet in den Raum. Der Wind, welcher schwül warme Luft hineintrug versprach keine Abkühlung. Doch Firough de Mar schwitzte nicht. Er stand vor einem verzierten Kristallspiegel und betrachtete sich mit eingefallenen von dunklen Schatten umrandeten Augen. Mit dünnem Lächeln auf den Lippen sprach er zu seinem Spiegelbild.
Ihr seht heute wieder ganz vortrefflich aus verehrter Baron. Ihr müßt mir einmal bei Gelegenheit das Geheimnis Eurer Jugend und Anmut verraten.
Langsam hob er den Arm und fuhr sich mit dem Handrücken über seine bleiche, doch makellos scheinende Haut. Einen Augenblick später begann er schallend zu Lachen, doch mündete es in einen schweren nicht enden wollenden Hustenanfall. Nach vorn gebeugt und schwer nach Atem ringend zückte er ein Taschentuch aus dem Ärmel, welches mit kleinen Blutflecken besprenkelt war und hielt es sich vor den Mund.
Jeder menschliche Körper war vergänglich und die Strapazen, die dieser Körper schon hatte erleiden müssen, würden diesem eines Tages sein Ende bereiten. Aber bis dahin würde es reichen.
Ein kleines Insekt flog in den Raum hinein und zog summend seine Kreise auf der Suche nach frischem süßen Blute eines Nahrungsspenders. Seine Facettenaugen hatten ein Ziel ausgemacht und so flog es zielstrebig darauf zu. Doch bevor es auch nur zur Landung ansetzte, vernahm sein Geruchsvermögen, welches die Auscheidungen von Lebewesen sehr gut wahrnehmen konnte, daß dort nichts war, was eine lohnenswerte Mahlzeit darstellte und es drehte ab. In einer dunklen Ecke des Raumes gab es eine Quelle "frischen" Blutes und so setze es seinen Flug dorthin fort.
Regungslos, doch mit der Bereitschaft jederzeitig aus dem Dunkel hervorzuspringen stand Ricram Herfas in einer Ecke des Gemaches, welche nicht durch den Schein der Kerzen ausgeleuchtet war. Aus den Augenwinkeln konnte er den ganzen Raum überblicken und seine geschulten Schützenaugen würden jede noch so kleine Bewegung wahrnehmen. Seine Züge erinnerten an ein Raubtier.
Plötzlich schnellte seine Hand vor und ein kräftiger Daumen, sowie ein sehniger Zeigefinger griffen das Insekt aus der Luft, um es zu zerdrücken und anschließend die leblose zerstörte Hülle zu Boden fallen zu lassen.
Ricrams Mine war wie aus Stein gemeisselt und verriet seine Gedanken nicht im geringsten. Er war gereizt, ob der Warterei und des höfischen Gehabes des Barons. Diese kleinen lästigen Plagegeister, die den Baron sicherlich aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht angriffen, doch ihn beständig aufsuchten, verschlechterten seine Laune mit jeder Minute die verstrich. Nur die Aussicht auf ein hohes Kopfgeld hatte ihn hier verweilen und den Baron in seinem Gehabe gewähren lassen. Doch würde auch seine Geduld bald ein Ende haben. So stand er nun schon mehrere Stunden wartend in einem mit Prunk nur so übersähten Schlafgemach. Das grosse mit Rüschen und Ornamenten verzierte Himmelbett aus stabilem Eschenholz, welches mit einer übergroßen Dauendecke bedeckt und mit weichen Samtkissen nur so übersäht war, war sicherlich viel zu weich für einen erholsamen Schlaf. Der Schrank, welcher durch eine geöffnete Flügeltür einen Blick auf seinen kostbaren Inhalt preisgab, war zu allem Überfluß mit Gold und Edelsteinen bestückt und seiner Meinung nach viel zu groß, um darin, die Kleidung eines Einzelnen aufzubewahren. Ein Waschtisch mit einer, wie sollte es auch anders sein, bemalten und goldverzierten Porzellanschüssel und unzähligen Flacons darauf, deren Inhalt aus penetrant riechenden Essenzen und ätherischen Ölen bestand. Ein Schreibtisch, hinter dem ein gepolsterter Lehnstuhl mit Wappen des hiesigen Adelshauses stand und der wiederum wertvolle Dinge trug und sicher auch in sich barg.
Und dann noch dieser Firough de Mar, der Ihn wissentlich ignorierte und sich aufführte, als sei er der Herrscher aller zivilisierten Länder. Dieser eingebildete Pfau, war nicht mehr wert, als ein Beutel mit Kupferstücken, geschweige denn eines dieser Möbelstücke.
Nun Herr Herfas, was habt Ihr Uns zu berichten .
Überrascht, daß der Baron sich doch einmal herabließ und sich ihm widmete, brach seine steinerne Maske und er kniff unwillkürlich seine Augen zu engen Schlitzen zusammen.
Ich habe ihn noch nicht ausfindig gemacht Herr Er sprach ruhig und gelassen doch seine tiefe rauhe Baßstimme tönte durch den Raum. Das Wort Herr, war ihm nicht so leicht über die Lippen gegangen wie es vielleicht den Anschein hatte doch er setzte unbeirrt seinen Bericht fort, bevor sich seine barönliche Herrschaft langweilte und sich wieder mit seinem Teint beschäftigte. Die Spuren verlieren sich in Vesper. Es hieß letztlich er habe Zuflucht bei den Elfen gefunden, doch mag es nur ein gestreutes Gerücht sein. Ich kann mich leider nicht davon überzeugen, da man mich nicht nach Cerinor einläßt.
Firough de Mar nickte. Ja, Gerüchte haben zwar einen wahren Kern, doch ist es wichtig diesen zu erkennen. Zudem ist die Zeit Ihnen weit voraus. Sucht ihn dort, wo man ihn am wenigstens erwartet, doch bedenkt, daß er eine ausgezeichnete strategische Ausbildung genossen hat, so wie Wir selbst. Er bezeichnet sich selbst als ein Mann für das Volk. Er wird sich sicher mit Bauern und Tagelöhnern umgeben. Das würde zu ihm passen. Sie werden ihm Treu sein, solange Sie sich einen Vorteil dadurch versprechen und nicht Ihr Leben riskieren. Bestecht oder bedroht sie und Ihr werdet zu ihm gelangen. Wie ihr das erreicht ist mir gleich, doch darf er nicht zurückkehren. Er muß beseitigt werden, so wie die kleinen Stechmücken, deren Beseitigung ja Eure Vorliebe zu sein scheint. Mißbilligend blickte Firough de Mar auf den kostbaren Teppich, der mit Insektenkörpern gespickt war.
Ihr werdet uns heute das letzte mal hier in Minoc aufgesucht haben. Wir werden im Morgengrauen nach Britain aufbrechen. Der Inquisitor Lotharan schickte uns jüngst eine Nachricht, daß es Unserer Hilfe bedarf, die weltliche Ordnung aufrecht zu halten. Wir werden Britain in eine neue Ära führen. Kehrt nicht vorher zurück zu mir, bis Ihr ihn gefunden und aus der Welt geschafft habt. Laßt Euch schon einmal von Colby eine Anzahlung für Eure Mühen geben. Ihr dürft nun gehen.
Erleichtert endlich gehen zu können, um die Jagd fortzusetzen, verbeugte Ricram sich und ging hinaus. Was glaubte der Baron wohl, wen er vor sich hatte? Einen Schuljungen, oder Stallknecht? Seine weisen Ratschläge hätte er sich auch sparen können. Er wußte wie man in solch präkären Situationen vorzugehen hatte, schließlich übte er die Kopfjagd schon mehre Jahrzehnte aus. Wachsam schritt er durch die Gänge der Burg, ließ sich auszahlen und ritt noch in dieser Nacht hinaus. Entfernt auf einer Lichtung im Wald, nahm er sein Jagdhorn zur Hand und blies hinein. Mochte diese Jagd ein erfolgreiches Ende nehmen.
Nach einem weiteren Blick in den Spiegel ließ sich Firough de Mar auf seinem Lehnstuhl nieder. Ein zufriedenes Lächeln lag in seinem Gesicht. Nicht nur, daß er den Kopfjäger demonstrativ stundenlang hatte warten lassen, auch die Gelegenheiten, die sich ihm bieten würden, gaben Anlaß dazu. Er würde die Inquisition unterstützen und Britain mit starker Hand regieren.
Die Schreibfeder mit Tinte befeuchtet, begann er neue Gesetze und Änderungen zu verfassen, die für Britain bitternötig waren...
Herzog Jarl
10-06-2002, 05:58
Langsam schritt Jarl den Schutzwall von Cove ab. Seine Gedanken waren überall und doch wusste er das er sich auf den jetztigen Augenblick konzentrieren musste. Sein Blick wanderte zu der Flagge über dem Tor des Ortes. Sein heller, strahlender Adler auf dem blauen Grund bewegte sich stolz im Wind. Sein altes Banner aus vergangenen Zeiten. Damals war er noch ein Anderer. Mit Verwunderung im Blick dachte Jarl an all das zurück. Jahrelang reiste er umher. Jahrelang suchte er Ruhm und doch, egal was er tat, er war nie zufrieden. Sein Banner wehte immer prunkvoll an seiner Lanze und weiste ihm seinen Weg zu noch grösseren Herausforderungen. Die Zeit hatte ihn eitel gemacht. Eitel durch das Erlebte, dekadent und hungrig. Als die Nachricht an ihn herankam das seine Cousinen nun aktiv versuchen würden Britain zu regieren war es sein Augenblick. Britain war sein und diese beiden sollten niemals das bekommen was ihm zustand. Niemals! Welch ein Narr er einst doch war...
Bekehrung, Spionage und Manipulation waren seine Waffen. Immer mehr machte er sich zu einem Mann im Volke und sammelte Loyalisten. Sein Thron kam ihm immer näher, je mehr er unter den Leuten war. Vielleicht war er ihnen zu nah gekommen? Jarl dachte zurück an die Attentäter-Tage. Es war als würde jeder dritte Bürger ihm auflauern wollen. Auch der beste Schwertkämpfer wäre machtlos gegen fünf Gegner wenn er keine Rüstung trägt, doch ist dies ein Grund sich ihnen hinzugeben? Ein kurzes Schmunzeln fährt über die Miene des Mannes.
Wie kam es das er das wurde was er allen damals nur vorspielte?
War es die Erkenntnis das der wahrhaft ehrhafte Weg sogar der Einfachste war? Menschen wollen keine Zugeständnisse, sondern Taten, dachte sich Jarl wieder. Menschen lassen sich von Taten inspirieren. Menschen lassen sich führen wenn sie glauben können. Zulange lebte Britain ohne seinen Adel. Niemand hatte das Interesse an einem Thron und ein Handelsrat wurde ausgerufen. Bürgerliche welche über die Stadt regieren? Handwerker welche die Aristokratie leben? Herrschen war ein Geburtsrecht, doch herrschen können war Ausbildung und Talent. Talent zu Führen...ein Handwerker? Jarl dachte an vergangene Schlachten. Selbst der unfähigste General konnte durch findige Hauptmänner einen Krieg gewinnen. So schlecht auch etwas geplant wurde, es gab Männer und Frauen welche es allem zum Trotze schaffen konnten. Hatte Jarl solche Seelen umsich? Würden alle sterben müssen wenn er eine falsche Entscheidung träfe?
Langsam ging der blonde Adelsmann zu der befestigten Hafenanlage. Ein kleines Boot schaukelte leicht in den sachten Wellen, gehalten durch Taue am Steg. Rikor.....Jarl verbesserte sich, Gwen hatte es irgendwie beschaffen können. Es war eine weitere Möglichkeit für seine Seite.
Seine Seite? Er war flüchtig vor der Inquisition. Flüchtig weil er Ketzern zur Flucht verhalf und die Inquisitoren belog um Zeit zu schinden. Er war von Adelsblut doch bedeutet dies etwas ohne sein Britain? Jeden Tag kamen mehr Leute nach Cove um sich den Leuten anzuschliessen. Manche wussten nicht einmal um was es ging, wussten nicht von der Bedrohung welche von dem falschen Baron ausging. Erst am letzten Abend kamen Leute zusammen und ihre Dienste anzubieten. Sie hatten Jarl niemals gesehen, waren nie lange in Britain gewesen, wussten nicht was er tat und will und doch folgten sie ihm nun. Es war mehr wie nur ein Titel. Es war auch mehr wie er selbst. Jarl erinnerte sich an all die Gesichter und Namen welche in Cove waren oder in Britain für ihn spionierten. Die vielen Gesichter zogen an seinem geistigen Auge vorbei und er wusste das er welche der besten Seelen Britainnias an seiner Seite hatte. Sie alle zusammen konnten Dinge bestehen welche niemand für möglich halten würde. Alles sah so gut aus, doch warum fühlte er sich so schwach?
Unweigerlich dachte Jarl an Seylarana. Was war nur geschehen? Was war es für eine Bestie in ihr von der Vadrak sprach? Was trieb sie so in den Wahn das sie selbst ihre Adoptivtochter einen fast totbringenen Pfeil schenkte? Sie war schon immer seltsam, doch seit Thorus dort bei ihr war, war sie...anders. Thorus war gefallen als Glaronsmann. Einst ein ehrenvoller Paladin, war er nun nurnoch Abschaum welcher seine Saat verteilte wie die Pest. Nicht umsonst gab Jarl Gwen den Befehl auf Sicht auf diesen Mann zu schiessen, sollte er es nocheinmal wagen Cove zu betreten. Thorus trug gefährliches Gedankengut mit sich und würde sie alle in den Untergang führen, wäre er weiterhin bei ihnen. Er verführte Seylarana in einem wilden Sturm gegen die Orks vorzugehen. Jarl wusste ganz genau das diese Grünlinge vor den Toren ein Segen sein können falls die Inquisition und de Mar versuchen sollten sie einzuschliessen. Während er und seine Leute sich in Cove formierten, müssten Alle, welche Briatin ausschickt um etwas gegen sie zu tun, sich mit den Orks plagen. Kein ruhiger Schlaf, kein Seelenfrieden würde sie ereilen sollange sie sich auf zwei Dinge konzentrieren mussten. Die Aufmerksamkeit der Orks aufsich zu ziehen wäre der Untergang Coves auf immer.
Langsam ging Jarl an den Häusern vorbei wo viele der Leute welche ihm folgten schliefen. Ein Blick wanderte durch die Betten und Schlafmatten wo leises Schnarchen und Welzerei zuhören war. Aris Lupin, eine junge Schreinerin fiel in sein Auge. Es war nochnicht sehr lange her wo ihre Neugier sie ihn und Sey verfolgen lies. Nur langsam und schwerlich konnte sie den Herzog überzeugen das sie keine Spionin war und nun war sie ein Teil seiner Gefolgschaft. Sie schien viel über die derzeitige Situation nachzudenken. Sie dachte daran ein weiteres Haus zu bauen, doch wusst Jarl das jeder Gang in den Wald um das nötige Holz zu beschaffen eine nicht zu unterschätzende Gefahr war. Selbst vor der drohenden Gefahr durch Orks, Riesenfledermäuse und Soldaten würde sie sich wohl nicht abbringen lassen. Trotz allem Mutes war sie trotzdem verletzlich, gefühlvoll. Auch sie kämpfte damit ihren Glauben nicht zu verlieren. Jarl merkte das sie ihm imponierte und verwarf den Gedanken schnell. Da waren noch die Neuankömmlinge des Ordens des alten Kodex. Sie machten einen wackeren Eindruck. Sie könnten der Flügelschlag sein welcher ihn näher nach Britain trägt. Vadrak schien grosse Stücke auf sie zu bauen und so vertraute auch Jarl ihnen.
Viele waren es welche sich unter seinem Banner sammelten. Der Adler auf dem blauen Grund. Damals war Jarl ein anderer Mensch, doch hatte es für ihn die Erinnerung fest umgriffen. Er war ohne Britain, aber er würde wiederkehren. Schon bald.
Seine Gedanken flogen immerwieder zu Seylarana. Zuviel Gefühl war an sie gebunden, zuviel von ihm legte er in der Hoffnung in ihr Herz. Wurde sie eine Bestie? Jarl spürte wie Unsicherheit in ihm aufstieg. War es wirklich gut für ihn für einen Menschen mehr zu fühlen wie Dankbarkeit für erwiesene Loyalität? Vor dem Ganzen war er stark in sich, doch nun fühlte er sich verletzbar. Es wurde Zeit sich selbst zu finden. Sobald sich Cove beruhigt hat würde er handeln, dachte sich Jarl, doch bis dahin darf er nicht brechen, darf nicht schwach werden.
Der Blick ging zum Tor über dem der Adler im Wind wehte. Er würde sich niewieder verstecken.
Melina Govaine
10-06-2002, 10:52
Schweissgebadet schreckte Melina hoch, ihr Nachtgewand war klitschenass und ihre Haut mit Schweissperlen bedeckt.
Sie atmete unruhig, in ihren Augen sah man die grosse Angst, die sie hatte.
Sie fühlte nach ihrem Hals... sie spürte dort keine Wunde...
War es doch nur ein böse Traum?
Dann sah sie das Blut auf dem Bettlaken... und Melina erschrak... es war kein Traum.. es war real gewesen! Es war wirklich geschehen!
Ihr blieb ein Kloss im Halse stecken... ihre eigene Mutter hatte wirklich auf sie geschossen!
Völlig designiert liess Melina sich wieder in das Bett sinken... blieb dort liegen und starrte einfach gegen die Hüttendecke.
Langsam kehrten ein paar Erinnerungen zurück.. sie hatte gestern noch mit Sianne an dem Lagerfeuer gesessen... irgendjemand hatte sie geheilt... und sie hatte genug Kraft, um nach draussen zu gehen...
In ihrem Kopf drehte sich alles... langsam richtete sie sich wieder auf... Luft.. sie brauchte Luft..
Wackelig ging sie zu dem Fenster... öffnete es langsam und liess die frische Luft in die Hütte. Sie atmete einmal tief durch und die Blässe ihrer Haut verschwand ein wenig... Luft.. sie tut so gut.
Langsam streichelte sie über ihren Bauch... sie und ihr ungeborenes Kind haben überlebt... diesesmal...
Ricram Herfas
10-06-2002, 14:52
Gebeugt stand er über die schon Tage alten Spuren. Seine Finger Furen die Konturen am Erdboden entlang. Es war schwierig gewesen Sie zu finden, und nun stnad er wieder am Anfang. Die tagelangen Regenfälle hatten die Spuren verwischt und dort, wo vor ihm felsiger Boden begann, war nichts mehr zu entdecken. Vielleicht war er auch auf eine falsche Fährte eingestiegen, die ihn hierher gelockt hatte. Verärgert nahm griff er die feuchte Erde und ballte seine Hand zu einer Faust. Er war schon wieder am Anfang seiner Suche. Die lange Reise zurück würde ihn Tage kosten. Er haßte die Magie und konnte auch nichts mit ihr Anfangen. Den Weg zu Fuß zurück zu legen, blieb ihm als Option.
Überrascht mußte er Lächeln. Beim Gedanken an die Magie hatte sich seine Linke Hand fest um sein Schutzamulett, welches er um den Hals trug geschlossen. Mürrisch setzte er sich lautlos in Bewegung, bedacht darauf selbst keine Spuren zu hinterlassen.
Nach einigen Tagen der Reise schritt er endlich durch die Stadttore der gut befestigten Stadt Britain. Es mußten hier Menschen zu finden sein, die mehr über den Verbleib seines Jagdsopfers wissen mußten. Inquisition hin oder her, er würde nicht lange genug bleiben, um mit diesen durch ihren Glauben verblendeten Streitern in Konflikt zu geraten.
Im Ostteil der Stadt befand sich nach seinen Informationen eine gut besuchte Taverne. Meist hielten sich Gesuchte und zwielichtiges Volk dort auf, um den Schutz der Menge zu suchen und man erwartete sie dort selten.
Zielstrebig begab er sich dort hin und traf eine kleine Anzahl von Menschen an. Ein kurzer abschätzender genügte, um zu wissen, daß sie für ihn keine Gefahr darstellen sollten. Ohne zu zögern trat er auf sie zu und erkundigte sich, ob jemand wüßte, wo man diese Arten von Reisesteinen käuflich erwerben könne. Er würde diese Steine, in denen die verhaßte Magie gebunden war vielleicht brauchen, auch wenn ihm dieser Gedanke keineswegs behagte. Man gab ihm bereitwillig Auskunft, wenngleich es keine sinnvollen Informartionen für die Jagd gab. Doch die neugierigen Fragen, die sie nach ihm und seiner Person stellten, ließen ihn aufmerksam werden. Sie konnten mehr wissen, als sie zu wissen vorgaben. Dies galt es herauszufinden.
Ich werde nicht lange bleiben, denn diese Stadt behagt mir nicht. Man stellt hier zu viele Fragen unter dem Deckmantel des Glaubens. Scheinbar offen und bereitwillig gab er Informationen und versuchte das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken. Wenn es Spione waren und sie ihn vielleicht als einen der ihrigen einschätzten konnte er mehr bewirken, als mit blossen Drohungen. Doch auch in diesem Fall waren sie zu geschickte, als daß jemand sich verriet. Er hatte es mit ebenbürtigen Gegnern zu tun. Man bot ihm Hilfe an. Warum nicht zum Schein darauf eingehen. In diesen Zeiten mißtraute jeder jedem.
Mit einem unhörbaren Seufzer blickte Ricram durch das geöffnete Wegetor nach Vesper. Es war hindurch nicht zu entdecken, ob es sich um eine Gefahr handelte hindurchzuschreiten. Die vier Personen, von denen er sich mehr erhoffte, waren schon hindurchgeeilt. Die in ihm aufsteigende Übelkeit ob der Nutzung eines magischen Reisetores unterdrückte er mit aller Kraft. Er nahm seinen Bogen zur Hand und konzentrierte sich darauf, was ihn dort auf der anderen Seite erwarten könnte. Mit einem Schritt hinein, wurde sein Körper in sekundenschnelle hinübergezogen. Angespannt verschaffte er sich mit angelegtem Bogen einen Überblick und atmete erleichtert auf. Wieder einmal Vesper.
Es waren inzwischen Stunden vergangen. Seine Gegenüber hatten nichts preiszugeben, was ihn vorangebracht hätte. Auch nachdem er sie verlassen hatte und sie im Schatten verbergend belauschte war es nur um belanglose Dinge gegangen. Sie waren seinen Vorgaben, was er in Vesper und Cove zu suchen gedachte auf den Leim gegangen, doch zu mehr waren sie nichts nütze. Zumindest würden sie keinen Verdacht schöpfen. Der hochgewachsene Baum an dem er lehnte bot guten Schutz davor entdeckt zu werden. Hier würde er ausharren. Sicherlich würden boten versand, um das, was sich zutrug zu übermitteln. Sich an die Fersen eines solchen Boten zu hängen, war die beste Möglichkeit ans Ziel zu gelangen.
Ein beiläufiger Blick in den Himmel ließ seine Körperspannung und seine erlernte raubtierartigen Bewegungen zurückkehren. Eine Taube?
Blitzschnell hatte er auch schon seinen Bogen zur Hand und einen Kriegspfeil mit einer gekreuzten Doppelspitze an die Sehne gelegt. Das Ziel war mehr als Zweihundert Meter entfernt. Ein ballistischer Schuß würde kaum treffen. Fluchend nahm er seine Habe an sich und zog in die Richtung, aus der die Taube gekommen war...
Seylarana Ryell
10-06-2002, 16:30
Der Nachthimmel war verdunkelt von finsteren, fast schwarzen Regenwolken. Weder Mond noch Sterne waren zu sehen. Ein Blitz zuckte, dann prasselte der Regen auf die Erde. Der Wald lag in unheimlicher Stille da, kein Geräusch außer das Donnern und das Tropfen von Wasser.
Ein Elch bahnte sich seinen Weg durch das dichte Unterholz. Langsam trottete er voran, den Kopf unter der Nässe gesenkt, die gewaltigen Schaufeln als Schutz gegen tiefhängende Äste benutzend. Das Tier blieb plötzlich stehen, hob den Kopf und bewegte seine Ohren aufmerksam in alle Richtungen. Sein Atem beschleunigte sich. Dampfwolken stiegen in rascher Folge aus seinen Nüstern und seine breite Brust hob und senkte sich heftig. Etwas war dort im Wald, etwas, was dort nicht hingehörte. Das Tier sprang in wilder Panik los. Elche waren riesige Tiere, die kaum Feinde kannten und für ihren Mut bekannt waren. Ein leises Knurren war zu hören. Der Elch kam abrupt zum Stehen.
Langsam wurden schwarze Pfoten voreinander gesetzt. Das Knurren wurde zu einem tiefen, bedrohlichen Grollen. Die Augen des Wolfes glühten im Dunkeln wie zwei Kohlen. Er fletschte die Zähne und schnappte mehrere Male drohend in die Luft. Der Elch schnaubte in wilder Panik, er dachte gar nicht erst daran, sich zur Wehr zu setzen und floh. Der Wolf sprang ihm sofort hinterher. Mit einem gewaltigen Satz sprang er dem fliehenden Tier auf den Rücken und vergrub die scharfen Zähne in seinem Nacken. Das Tier ging brüllend zu Boden. Die Schreie wurden zu einem qualvollen Gurgeln, als der Wolf ihn bei lebendigen Leibe begann zu zerfetzen.
Die Gestalt des Wolfes wandelte sich, streckte sich. Dann war es plötzlich ein Mensch, der wie ein Tier über den Elch herfiel. Besudelt mit Blut, hockend in den Überresten des Tieres, blickte die Frau auf. Das Blut, die gefletschten Zähne und die infernalisch glühenden Augen ließen ihr hübsches Gesicht zu einer dämonischen Grimasse werden.
"Blut muss fließen! Leiden sollen sie! In Qualen krepieren! Töte! Töte! Töte sie alle! Rache! Sie sollen alle büßen!"
Mit einem heiseren Schrei fuhr Sey schweißgebadet aus den klatschnassen Laken hoch. Ihr Atem raste, ihre Augen waren entsetzt aufgerissen. Ein sengender Schmerz fuhr ihr in den Schädel, ihre Strafe. "ES" verfolgte sie bereits in ihre Träume und was es dort tat, war entsetzlicher als alles was es tat, wenn es ihren Körper übernahm und sie zuschauen lies, wie es wütete. Sey krümmte sich und hielt sich die Schläfen. Alles in ihr schrie danach sich zu rüsten und auf Jagdt zu gehen. Blut! Sie musste Blut sehen!
"Nein..." wimmerte sie. "Lass mich!" Sie krümmte sich unter Qualen auf ihrem Bett, die Schmerzen wurden immer schlimmer und bald pochte es wie Schmiedehämmer auch in ihrer Hüfte.
Sie erinnerte sich mit entsetzlicher Klarheit daran, was geschehen war. Sie hatte mit ansehen müssen, wie ihre Arme ohne ihr Zutun den Bogen gespannt und dann einen Pfeil auf Melina, ihre geliebte Ziehtochter, hatten fliegen lassen. Sey selbst hatte nur verhindern können, dass der Pfeil tötlich war, doch Mel stolperte unglücklich und prallte mit dem Kopf auf einen Stein. Es war der Moment als "ES" Sey wieder losließ, um sie leiden zu lassen. Und Sey litt.
Die verängstigten Blicke der Anderen waren Schlimmer als alles, was sie je hatte ertragen müssen. Sie fühlte sich allein und verstoßen. Selbst Vadraks verständnisvolle Art nahm ihr ihre Ängste nicht. Sie fürchtete, noch mehr Leute zu verletzen, wenn sie ins Lager zurück ginge. Vadrak schaffte es jedoch sie nach einer langen Reihe von Fragen zu überzeugen. Sey konnte wegen der Schmerzen in ihrer Hüfte nicht gehen und so trug Vadrak sie ins Lager, damit sie Jarl sehen konnte, bevor sie um ihr Seelenheil beten gehen würden. Doch was hatte sie eigentlich von Jarl erwartet? Seine Blicke waren wie Messerstiche ins Herz und Sey konnte ihn kaum ansehen. Er verstand einfach nicht. Er gab sogar Thorus die Schuld an ihrem Verhalten. Wie naiv er war... Thorus war ein gewöhnlicher Mensch, wenn er sich auch immer mehr verändert hatte, ja, schon fast wie sie selbst war. Jarl hatte sie nicht mal mehr berühren wollen, nicht einmal seine Hand durfte sie berühren und als sie ihr Messer zog, um ihm zu zeigen, was "ES" wollte und sich in die Hand schnitt, wich er vor ihr zurück, als fürchtete er einen Mordanschlag.
Als die Schmerzen unerträglich wurden, griff Sey an das von Glaron geweihte Amulett, das Vadrak ihr gegeben hatte. Der Schweiß stand ihr auf der Stirn und sie klammerte sich verzweifelt an den Glauben an Glaron. "ES" war kein Dämon, "ES" fürchtete keine Götter und so stand Sey allein gegen diese Bestie in ihr. Stundenlang quälte sie sich, aber sie verweigerte sich der Bestie. Sie hatte Vadrak vor Glaron einen Eid geleistet. Drei Tage lang sollte sie nur dann töten, wenn der Herzog es ausdrücklich befahl und sie hatte Jarl versprochen zu kämpfen.
"Komm, es ist ganz leicht, Sey. Gib dich mir hin und du wirst dich wieder gut fühlen. Komm."
"Nein... lass mich in ruhe..." Seys Stimme war nicht mehr als ein Röcheln.
Die Bestie traktierte ihren gemarterten Körper stundenlang, doch Sey ergab sich nicht und als "ES" sie wieder los ließ, fiel sie vor Erschöpfung in Ohnmacht...
Seylarana Ryell
11-06-2002, 21:17
Die Dämmerung brach herein. Langsam kroch die Morgensonne den Himmel empor und erhellte mit ihrem Licht das kleine Kaff, dass man Cove nannte. Es war fast, als würden die Sonnenstrahlen die Häuser nur Stück für Stück aus dem Dunkeln holen. Das Licht fiel durch eines der Fenster ins Lagerhaus und wanderte langsam über den Teppich auf die Betten darin zu. Es traf auf etwas dunkelrotes, metallisches, wanderte an langen, gepanzerten Beinen hinauf, über gepanzerte Arme, die sich um Knie schlangen und dann über das ausgezehrte, bleiche Gesicht einer weißhaarigen Frau, die ohne zu blinzeln in das Licht blickte. Das Licht verharrte auf ihrer zusammengekauerten Gestalt am Fußende eines der Betten.
Erst Minuten später erwachte Sey mit einem Blinzeln aus ihrer Starre. Sie hatte die ganze Nacht am Fußende des Bettes gewacht, in dem Sianne ihren wohlverdienten Schlaf nachholte. An ihrer Seite im Waffengurt steckte das Schwert der Tycuahele, das Sianne sieben Tage lang wachgehalten hatte und nun Sey jegliche Müdigkeit nahm. "ES" hasste dieses Schwert und hatte sich Anfangs wie wahnsinnig dagegen gewehrt, denn es konnte diese Waffe nicht zum töten benutzen und zudem unterstützte das Schwert das Amulett Glarons in seiner beruhigenden Wirkung dermaßen, dass "ES" gezwungen wurde, sich tief in Sey zurückzuziehen.
Sey indes hatte die Nacht genutzt, um lange nachzudenken. Der Herzog hatte sie verlassen. Es waren bittere Worte gefallen, die sie hatten weinen lassen, aber was hatte es gebracht? Nichts. Sie hatte sich nur gedemütigt gefühlt. Mit ein paar Worten hatte man ihr den wichtigsten Teil ihres Lebens aus der Brust gerissen, ihr ihre Stütze genommen und ihr Lebensziel zerschlagen. Sey war zum ersten Mal in ihrem Leben mut- und ziellos. All die Zeit, die sie darauf verwendet hatte an sich zu wachsen, den Kodex der Ritter zu erlernen und ihre Kampfkunst zu verbessern, war plötzlich völlig bedeutungslos geworden.
Anfangs war sie wie besessen ihrem Ziel nachgejagt Ritterin zu werden, ihr Ehrgeiz war schon fast erschreckend gewesen, aber mit der Zeit war sie ruhiger geworden. Der Kodex hatte sich langsam in ihr verfestigt und auch wenn sie noch viele Lektionen zu lernen hatte, war sie bereits seit langer Zeit eine Ritterin im Herzen, sie hatte erkannt, dass sie keinen Titel brauchte, jedenfalls nicht dafür, um ihre Überzeugung zu vertreten. Niemand wusste so recht, wie es eigentlich dazu gekommen war, dass Sey diesen Weg eingeschlagen hatte. Es gab üble Nachreden, die Sey als Hure bezeichneten, die ihr Ziel über das Bett des Herzogs erreichen wollte. Obwohl sie wohl davon wusste, war es Sey völlig egal, was andere Leute dachten. Mit ausdruckslosem Gesicht erinnerte sich die Kriegerin an den schicksalhaften Tag, an dem ihre Laufbahn begann. Vielleicht war es nur eine Fügung des Schicksals gewesen, dass sie mit Romero Callahad zur rechten Zeit am rechten Ort einen alten Streit zuende brachte. Jedenfalls entdeckte sie als Erste den gesuchten Pandaron, der hinter dem Herzog, für den Sey seit sie ihn das erste Mal gesehen hatte, warme Gefühle empfunden hatte, her schlich. Damals war sie nur eine Pferdehändlerin gewesen, die kaum mit dem Schwert umgehen konnte. Nichts desto trotz handelte sie beherzt wie eine erprobte Kämpferin und hastete mit gezücktem Schwert hinter dem Gesuchten her, der eindeutige Absichten verfolgte. Es entstand ein Handgemenge, in dem der Herzog leicht verletzt wurde, aber mit Romeros Hilfe stellte sie Pandaron und hielt ihn fest, bis Thorus und Tarnum kamen und ihnen halfen. Seit dem Tag suchte sie nach einem Weg, dem Herzog, diesem einsamen, traurigen Mann, dem sie ins Herz geschaut hatte, näher zu kommen. Der einzige Weg, ihr Versprechen ihn zu beschützen einzuhalten, war es, Ritterin an seiner Seite zu werden und sie wollte den harten Weg einschlagen, um in seiner Nähe sein zu können. Zunächst war es ihr leicht gefallen ihre Gefühle bei Seite zu schieben, wenn sie mit ihm zusammen war und seine Stimme und Worte genoss wie eine Katze ihre Streicheleinheiten. Aber mit der Zeit wurden die Gefühle so stark, dass sie darunter litt, es ihm nicht sagen zu können.
Sey schloss die Augen. Die Erinnerungen taten ihr weh. Sie sah ihr Geständnis dem Herzog gegenüber noch vor sich, als wäre es gestern gewesen und sie erinnerte sich an das plötzliche Gefühl seiner weichen, warmen Lippen auf ihrem Mund, als hätte er sie gerade geküsst. Sie legte ihr Gesicht in die Hand, als sie ihre Gefühle jäh mit brutaler Intensität überkamen. Sie atmete zitternd ein, als die Tränen in ihre Augen schossen, aber sie hatte sich sofort wieder unter Kontrolle; Sie würde es sich nicht gestatten zu weinen.
Sie stand langsam auf. Ihr Blick fiel auf Sianne, die nach anfänglichen Albträumen nun friedlich schlief. Sie musste daran denken, dass sie ihr ebenfalls ein Versprechen gegeben hatte und auch wenn Sianne sie fast beschworen hatte, sie nicht wichtig zu nehmen, tat Sey es. Sie ging langsam um das Bett herum und streichelte Siannes Gesicht sanft mit ihrem Handrücken.
„Auch wenn mein „Ziel“ nie begriffen zu haben scheint, dass es mein Ziel ist, und mir sich selbst genommen hat, werde ich bleiben und meine beiden Versprechen halten. Ich werde Jarl und dich beschützen, Sianne und ich werde „ES“ verjagen.“ Sachte küsste sie Sianne auf die Stirn. Dann wandte sie sich mit stolzer Haltung ab und verließ das Lagerhaus, um draußen Wache zu halten. Gleich was geschehen war, der Kodex war geblieben und sie klammerte sich an ihn, wie an rettendes Treibholz im Meer. Mit ausdruckslosem Gesicht und festem Schritt trat Seylarana ihre Wache an...
Firough de Mar
12-06-2002, 06:07
Zufrieden ließ Firough de Mar seinen Blick durch den herzöglichen Thronsaal schweifen. Nun, saß er endlich dort, wo Jarl mit seiner schwachen Hand regiert und zugelassen hatte, daß ihm das Volk auf der Nase herumtanzte. Doch jetzt war alles anders. Mit einem Lächeln blickte er zurück zu den Geschehnissen vor ihrer Abreise.
Die Vorfreude hatte ihn sich noch in der Nacht als er den Kopfjäger entsandte in seinem Bette hin und herwälzen lassen. Doch was kümmerte ihn das schon, er hatte ohnehin seit langer Zeit nicht mehr geschlafen. Seit seiner Rückkehr fühlte er sich immer stärker und er genoß die Berichte der Auseinandersetzungen in Britain. Die Inquisition war ein wahrer Segen gewesen. Mühsam und rastlos erhob er sich von den Kissen, die Firough de Mar einst zur Ruhe gebettet hatten und begab sich zum Schreibtisch, um dort die Kerzen zu entzünden. Auf diesem lagen zwei versiegelte Schriftstücke, sowie das Schreiben des Inquisitors Lorathan. Er brach das Siegel des ersten Briefes und las nochmals in aller Ruhe, was er am Abend verfasst hatte.
Verehrte Mitglieder des Orden des alten Kodexes, Wir der Baron zu Minoc und Vesper werden in Kürze aufbrechen, um in Britain für Recht und Ordnung zu sorgen. Herzog Jarl ist nach Unserer Kenntnis auf der Flucht vor der Inquisition und es Bedarf der weltlichen Führung,- Unserer weltlichen Führung. Unsere aufrichtigen Wünsche und Hoffnungen setzen Wir in Euch. Ihr habt das Privileg in der nächsten Zeit in unserem Namen unsere Interessen zu vertreten.
Dies beinhaltet folgende Aufgaben: Schützen der hiesigen Bevölkerung vor bewaffneten Übergriffen. Suche auf dem Minocer Gebiet nach Ketzern und Abtrünnigen und Inhaftierung dieser bis zu deren Übergabe in Obhut der Inquisition. Handelt nach den Gesetzen der Obrigkeit und denen Glarons.
Möge Euch Glaron weiterhin gewogen sein.
Firough de Mar, Baron zu Minoc und Vesper, Statthalter zu Britain.
Dies sollte die Miglieder des Orden soweit aus dem Weg Räumen, damit sie sich nicht in Dinge einzumischen gedachten, die sie nichts angingen. Er wollte sie weder auf seiner Seite ,noch auf der Seite Jarls wissen. Doch ihre Aufgaben würden sie aufhalten, bis vieles geregelt war und ein Einschreiten ihrerseits zu spät sein sollte.
Auch das zweite Siegel brach er.
Bürger Britains,
in den schwersten Stunden, in denen ihr Euch ohne Führung befindet, doch sie so nötig braucht, haben Wir uns entschlossen zusammen Hand in Hand mit der Inquisition, dem Finsteren und den Ketzern entgegenzutreten. Wir sind uns der großen Verantwortung bewußt. Durch Glaron gesandt und durch seine Hand geführt werden Wir alles tun, um unsere Lebensumstände zu verbessern und Unsere Stadt zu einer sicheren zu machen.
Somit erlassen Wir folgende Gesetzesänderungen, welche Wir mit strenger Hand durchzusetzen gedenken. Wir sind voller Zuversicht, daß jeder ehrliche und glaronsfürchtige Bürger seinen Teil dazu beiträgt.
Handel: Der Handel mit Minoc und Vesper soll weiterhin in vollem Umfang blühen. Ausgehende Waren müssen jedoch in einem Handelsbuch von jedem Händler verzeichnet werden und darüber sei in Unserer Residenz Rechenschaft abzulegen. Für die Warengüter werden eine Steuer von 10 Prozent des Warenwertes erhoben, welche sogleich zu entrichten ist. Dieses Gold kommt dem Aufbau und der Instanthaltung der Befestigungsanlagen, sowie der Unterstützung der inquisitorischen Bemühungen zu Gute, welches im Interesse jedermanns liegen muß.
Betragen: Jedermann hat sofort und ohne jegliche Verzögerung die Anwesenheit von Gesuchten und Ketzern zu melden. Ein Verschweigen und Verbergen von Informationen zum Aufenthalt dieser wird als Verrat an Glaron geahndet und hat schwere Bestrafungen zur Folge, welche im Ermessen des Inquisitors Lorathan liegt. Weiterhin ist es nunmehr untersagt, sein Gesicht innerhalb der Mauern Britains zu verhüllen. Wer rechten Weges geht, hat keinen Grund im Schatten zu wandeln und sein Antlitz dem Lichte Glarons zu entziehen. Anzuzeigen sind lästerliche Äusserungen zuwider der gesegneten Inquisition, sowie der weltlichen Macht. Konspirative Zusammenkünfte in Privathäusern sind gleichfalls zu melden. Jeder der etwas Gerechtes zu vermelden hat, kann dies auch in öffentlichen Schenken tun. Auch leihen die anwesenden Inquisitoren und Unsere Vertrauten gern ein offenes Ohr in Achtung und Verschwiegenheit. Magie, die nicht im Namen Glarons ausgesprochen und gewirkt wird, oder ohne Unsere Aufsicht zum Schutze Britains genutzt wird, sei mit einer Strafe von 5000 Goldstücken oder einer Woche Inhaftierung geahndet.
Ehre und Gewissen: Kleine Verfehlungen mögen gemeldet werden. Jeder, der seine Verfehlungen sieht und durch das Licht geläutert ist, darf mit mildtätigen Urteilen rechnen.
Treue des Herzens: Ein jeder Bürger, der für die gerechte Sache zu kämpfen vermag, auf welche ehrenwerte, in Glarons Wohlwollen genießende Art auch immer, darf ab dem heutigen Tage, einen Treueschwur leisten. Ein Einsatz im Kampfe in diesem Schwur wird hoch geachtet sein und er wird den ihm zustehenden Lohn für seine Mühen erhalten. Es ist den Befehlen der Inquisitoren und denen des Grafen, sowie seiner Vertrauen Folge zu leisten.
Völlerei: Man nehme von Besäufnissen Abstand. Ein benebelter Geist, wird die Wahrheit nicht erkennen können, welche wir suchen und verfechten. Nüchternheit und Einsatzbereitschaft für Uns ist oblig.
Zwist und Zwietracht: Dies sind Dinge, die aus dem Keim des Bösen gewachsen sind. Auseinandersetzungen und Streitigkeiten, werden vor Gericht oder bei einer privaten Anhörung vor der Inquisition im Interesse Glarons gelöst. Wer eine Waffe zieht, ohne dem Treuebefehl Folge zu leisten oder eine Waffe nutzt wider Uns, soll nach eindringlichen Verhören, dem Tode überstellt werden.
Im Lichte Glarons und dem weltlichen Arm seiner Selbst,
Firough de Mar, Baron zu Minoc und Vesper, Statthalter zu Britain.
Völlig in Gedanken versunken hatte Firough nicht bemerkt, daß jemand den Thronsaal betreten hatte. Es war ein Bote. Dieser hatte den Brief an den Orden zu deren Ordenshaus bringen und die neuen Gesetze zur Vervielfältigung durch Schreiber beauftragen sollen. Schnell setzte der Baron wieder seine höfische Mine auf und erwartete scheinbar geduldig den Bericht.
Am Anwesen des Orden des Alten Kodexes traf ich niemanden an, Sir. Ich habe Euren Brief nicht persönlich übergeben können, doch habe ich ihn durch den Schlitz am Tor des Turmes hineinstecken können, sodaß man ihn dort finden wird.[i/]
Ungehalten, richtete sich der Baron auf. [i] Ihr kommt zu Uns, um zu berichten, daß ihr ein so wertvolles Schriftstück, durch eine kleine Lücke am Tor eingeworfen habt? Seid ihr nicht bei Trost?
Es war damals vielleicht nicht die Art des ängstlichen schwächlichen Barons gewesen einen kräftigen Burschen zu schlagen. Doch außer sich vor Wut rammte er, der seinem Gegenüber nun durch Stärke weit überlegen war, seine Faust vor die Brust, sodaß einige Rippen der Wucht nachgaben und laut krachten. Der Bote wurde weit zurückgestoßen und landete ächzend auf dem harten Boden des Saales. Wir dulden keine Fehler und Wir hassen es, wenn man Unsere Befehle auf solche Art und Weise mißachtet. Nachdem ihr zu Ende berichtet habt, werdet ihr zurückreiten und dort vor dem Turm so lange warten, bis ein Mitglied des Ordens Euch dort empfängt? Habt ihr diesmal Verstanden?
Der Bote nickte und schloß seinen Bericht ab, während ihm ein Rinnsaal aus Blut aus dem Mundwinkel floß. Die Gesetze sind in mehrfachen Ausführungen in ganz Britain angeschlagen und Ausrufer, werden diese zudem verkünden.
Firough de Mar nickte mit einem für ihn üblichen dünnen Lächeln auf den Lippen. Sehr gut. Es freut Uns, daß ihr nicht alles falsch ausgeführt habt.
Nach einer mühsam erbrachten Verbeugung schritt der Bote fast torkelnd auf den Ausgang zu. Beinahe beiläufig drehte er sich nochmals um und blickte mit entsetztem Blick auf den Baron zurück. Ich habe noch etwas vergessen, Sir. Cove! Man läßt niemanden mehr hinein. Die Tore sind verschloßen und es wird gut bewacht. Eine Flagge weht dort im Winde. Ein weißer Adler auf blauem Grunde.
Firough sprang auf. Seine Stimme klang düster, verzerrt in einem tiefen hallenden Ton. Keinen Menschen hatte der Bote jemals so brüllen hören. Hinaus! Und holt mir sofort Inquisitor Lorathan! Sofort! Trotz des angeschlagenen Gesundheitszustandes rannte der Bote schneller als je zuvor, als ginge es um sein Leben.
Baron de Mar blieb zurück. Wie versteinert stand er da und seine dunklen Augen blickten ins Leere. Sie hatten ihren Glanz schon vor langer Zeit verloren, doch nun züngelten förmlich dunkle Flammen darin auf. Nicht nur, daß er die Strapazen und Gefahren hatte auf sich nehmen müssen, um zurückzukehren. Nicht nur, daß er eine langatmige fade Begrüßungszeremonie bei seiner Ankunft hatte ertragen müssen, welche vor hunderten von Jahren um einiges pompöser ausgefallen wäre. Nicht nur, daß er sich um alles hatte selbst bemüht. Nein, jetzt wurde ihm auch tatsächlich im vorbeigehen mitgeteilt, daß sich Cove von der Welt abgrenzte und seine Tore einem genaueren Einblick verschloß. Ein weißer Adler auf blauem Grunde? Irgendwie kannte er diese Flagge, doch war er sich nicht sicher. Die Erinnerungen daran, schienen seit wenigen Augenblicken wie ausgelöscht. Erinnert Euch Firough, erinnert Euch.
Was auch immer es bedeutete. Dort konnten sich wohlmöglich einige Gesuchte aufhalten. Wohlmöglich hatte dieser Herzog Jarl gar seine Finger im Spiel. Man mußte es erkunden. Es war nur eine Ahnung, doch es könnte über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wenn Sie sich dort aufhielten, konnte er Sie vielleicht überraschen. Doch waren hier im Palast sicher Spione. Wichtig war, die Spione zu kennen, um ihnen falsche Informationen zuzuspielen. Nichts war so wichtig, wie einen Spion in den eigenen Reihen zu kennen. Nichts.
Sieg oder Niederlage. Erinnert Euch Firough. Erinnert Euch ...
Vadrak Larthay
12-06-2002, 15:12
Obgleich Vadrak sofort erschöpft zu schlafen begann, sobald sein Kopf die Matte berührte, war sein Schlaf doch unruhig und voller schrecklicher Träume, so daß er nach wenigen Stunden mehr schlecht als recht erholt aufwachte. Der Templer sorgte sich um die Zukunft. Vadrak hatte keine Angst vor dem Tod, sein Tod lag in Glarons Hand und würde ihn ereilen, wenn es an der Zeit war. Vadrak fürchtete auch keine Schmerzen, denn Schmerz war rein äußerlich und er hatte gelernt, daß Schmerz bis zu einem gewissen Grad ignoriert werden konnte, solange man sich auf das Wesentliche, also Glarons Kraft und Herrlichkeit oder auf das Überleben im Kampf, konzentrierte und den Belangen des eigenen Körpers nicht zuviel Bedeutung zumaß. Doch eines fürchtete er mehr als alles andere: vor Glaron zu versagen. Er, der normalerweise vor den schrecklichsten Gegnern die Ruhe bewahrte, hatte Angst: Angst, seiner Aufgabe für das seelische und geistliche Wohl seiner Gefährten zu sorgen, nicht gewachsen zu sein, Angst, von Glaron verlassen zu sein!
Alles schien sich im Augenblick gegen die Gruppe verschworen zu haben. Sianne hatte ihm zu verstehen gegeben, daß seine Kräfte nicht ausreichen würden, um den Dämon, der in ihr stecke, zu besiegen. Überdies war ein Attentäter ins Lager eingedrungen und hatte den Herzog und mehrere Gefährten verletzt. Zwielichtige Gestalten randalierten vor den Toren Coves, so daß sie den Ort kaum noch gefahrlos verlassen konnten. Mel benahm sich merkwürdig, sie schien zu trinken und hatte ebenfalls mehrere Gruppenmitglieder angegriffen. Es herrschten Zwist und Streit, wo immer er auch hinblickte. Dazu kam seine Sorge um Thorus - was war nur aus dem ehemaligen Ordensführer des OaK geworden? Der Templer war sich schmerzhaft bewußt, daß er seine Pflichten gegenüber einem Freund vernachlässigte: Thorus brauchte offensichtlich dringend seine Hilfe, doch wie sollte er helfen, wo er die Verantwortung für das Grüppchen Flüchtlinge in Cove trug, die Thorus nun scheinbar zu vernichten trachtete? Was Sey ihm dann über Siannes Verhalten erzählt hatte, hatte Vadrak zutiefst erschreckt, und was mit Sey selbst geschah.... Der Templer wischte sich mit einer fahrigen Handbewegung über das Gesicht. Er hatte sich noch nie so sehr als Versager gefühlt, wie gestern, als er nach dem harten Kampf mit der Bestie, die von Sey Besitz ergriffen hatte, erkennen mußte, daß er sie nicht vollständig hatte vertreiben können. Selbst im Gebet fand er keinen rechten Trost. So vieles schien nur von seinen Entscheidungen abzuhängen, doch hatte er das Gefühl, stets im entscheidenen Augenblick an der falschen Stelle zu sein oder zielsicher das Verkehrte zu tun und dann tatenlos zusehen zu müssen, wie das Verhängnis seinen Lauf nahm. War er zu schwach, zu dünkelhaft, zu verblendet, zu überheblich, um seine Pflicht erfolgreich zu erfüllen? "Larthay, konzentriere dich auf das Wesentliche und vergiß alles andere!" ermahnte er sich stumm mit den Worten seines alten Lehrers. Doch was war das Wesentliche? Sianne retten? Die Inquisition vertreiben? Welchem seiner Freunde sollte er zuerst helfen, welchem würde er aufgrund dessen seine Hilfe versagen müssen? Wo sollte er anfangen? Wie sollte er vorgehen? Die Inquisition würde niemals zu bekämpfen sein, solange der Dämon nicht vernichtet war, wofür seine Kräfte jedoch nicht ausreichen würden. In all der Zeit, die so erfolglos verstrich, war Britain dem Bösen hilflos ausgeliefert und das Volk würde lernen, Glaron zu mißtrauen. Und solange die Inquisition Angst und Schrecken verbreitete, würden sie sich verstecken müssen und ihre Lage würde immer präkärer werden, eine Lösung in immer weitere Ferne rücken. Er fühlte sich so rat- und hilflos, als ob Glarons Gnade ihn verlassen hätte. Stöhnend blickte er auf seine Hände, mühsam das Zittern der Finger unterdrückend und ballte die Rechte zur Faust, bis die Knöchel weiß hervortraten. Niemand sollte seine Angst bemerken...
Gwendolyn Rikor
12-06-2002, 16:59
Gwen verliess langsam der Mut. Nach all den Ereignissen, die den gestrigen Tage so schnell vergehen liessen, hatte sie langsam wirklich Zweifel daran, ob sie überhaupt etwas erreichen konnten. Die Moral im Lager schwankte wie ein junger Baum im Wind. Sie fand zwar in Gorathan endlich ein wenig Uterstuetzung und Rat wie sie die Menschen in Jarls abwesenheit fuehren sollte, doch was brachte die Zukunft? Noch am gleichen Abend machte ihr Sey, die sie eigentlich für vernünftiger gehalten hatte, die größten Sorgen. Wieso liess sich Sey dazu herab, Betrunkene am Tor mit erhobenem Schwerte zurechtweisen zu wollen, obwohl Gwen vom Wall herabrief, sie solle das Schwert wegstecken? Doch sie konnte sich schon denken, was wieder als Ausrede kam: natürlich, Sey war ja besessen, aehnlich wie Sianne. Irgendwie wurde jedem, der einmal durchdrehte gleich ein Daemon "zugute gehalten", der ja angeblich dafür verantwortlich sei. Sianne flippte beinahe aus, als sie versuchte etwas über diese Drachen zu erfahren, und das nur, weil sie den Drachen einen Fleischberg zu nennen wagte. Gwen verstand die Welt nicht mehr. In ihrer Erinnerung purzelten die Gedanken durcheinander. Wenn sie nicht bald etwas wirkliches unternahmen, brach im Lager das totale Chaos durch. Sie mussten endlich eine Einheit bilden, so schwer es auch für manche hier zu sein scheint.
Und Gwen selbst? Sie schwamm in einem Wechselbad der Gefühle, nicht sicher ob sie nun lachen oder weinen sollte. Um sie herum konnte sie alles sehen: Tödlichen Hass wie auch grenzenlose Liebe. Irgendwie war keiner in diesem Lager allein. Nur sie selbst vermisste etwas, was ihr keiner im Lager wirklich geben konnte. Sie konnte spüren wie sich ihre Gesichtsmuskeln langsam an den steinernen Ausdruck gewöhnten, den sie seit kurzem im Lager trug. Das Spiegelbild in der Waschschüssel liess sie vor sich selbst schaudern. Wo war die freundliche Gwen geblieben, die aus alledem noch etwas gutes gezogen haette? War sie die, zusammen mit ihren Haaren vom Winde der Flucht vertrieben worden? Sie konnte es nicht sagen. Und irgendwie wollte sie doch nicht, dass dies alles beendet wurde. Denn was hatte sie zu erwarten, wenn sie wieder in Britain waren und diese Sache ausgestanden war? Ein bitteres Gestaendnis oder wieder neue Lügen von dem Mann, den sie irgendwie vermisste und doch langsam spüren konnte, wie die Liebe nachliess?
Sie ohrfeigte sich selbst. Nein, dafür war jetzt nicht die Zeit und nicht der Ort. Sie hatte hier ein Lager zu fuehren und man vertraute ihr. Es wurde Zeit die Frau Rikor endlich im Hintergrund verschwinden zu lassen und auf uralte Pfade zurueckzukehren. Auch wenn sie irgendwie davor schreckte, aber sie musste an die anderen denken. Sollten sie doch alle sehen, wer sie auch sein konnte, wenn die Umstaende es erforderten: Soldat Rikor.
Sir Dante
13-06-2002, 07:46
Ein Mann in golden wirkender Rüstung stand oben auf dem kleinen Hügel zufüssen des Lagers. Der Oberst der Armee wirkte genervt und unruhig als ihn einer seiner Hauptmänner auf ihn zu kam. Scheinbar überbrache er neue Befehle.
Der Oberst strich sich nachdenklich durch den Bart als er die Worte auf dem Pergament las. Sein Blick fiel kurz auf das Siegelzeichen de Mar's und er nickte zufieden. Jeder Frust schien verflogen und Ruhe war in seinem Gesicht zu lesen. Langsam gingen die beiden gerüsteten Männer hinab zu ihren Soldaten als ein schwarzgepanzerter Reiter an ihnen vorbeipreschte. Beide blickten ihm nach. Diese Gardisten des Barons hatten etwas einschüchterndes, dachten sie für sich.
Kurze Zeit später erfüllte sich die Stille mit endlosen Lärm als dutzende Soldaten in Plattenpanzern im Gleichschritt schepperten und leichter Gerüstete Pferde vorantrieben welche ihre heiss geliebten Kanonen zogen.
Langsam aber stätig maschierte die kleine Streitmacht auf Cove zu, willens die Stadt und ihre aufständischen Bewohner in Schutt und Asche zu legen.
Herzog Jarl
14-06-2002, 05:38
Die Sonne war noch nicht aufgegangen und Jarl lag weiterhin wach. Die Betten des Heilers in Cove waren nicht gerade das was er unter gemütlich verstand. Wielange lag er schon wach? Er wusste es nicht und es war ihm auch unwichtig. Aris Lupin lag in dem Bett neben ihm, gut zugedeckt und versorgt. Der Heiler hatte ihr Bein gut versorgt und sich dann auch schlafen gelegt. Er erinnerte sich zurück an das Geschehene...
Das Donnern der Kanonen war fern als er und sie im Haus der Stille, dem kleinen Turm Coves lagen. Kanonenkugeln schlugen um sie herum ein. Man konnte sie in der Nacht segeln sehen. Hin und wieder erleuchtete kurz eine feuernde Kanone die drei Schiffe welche auf Cove zuhielten. Selten ist Jarl so schnell so wach geworden. Durch magische Steine gelangten Aris und er schnell ans andere Ende des Ortes wo die Anderen seelenruhig ihrer Dinge nachgingen. Jarls Rufe hallten durch Cove und gemeinsam machten sie sich auf die Feuer einzudämmen. Ein Einschlag war laut hinter ihm als er ein Haus vor den Flammen retten wollte. Er sprach es seiem Glück zu nicht getroffen worden zu sein doch als er sich umdrehte lag dort Aris. Wie konnte das nur passieren? Ihre warnenden Worte hallten weiterhin in seinen Ohren. Das Lagerhaus - Explosionstränke. Jarl erinnerte sich an Vadrak welcher zum Haus der Stille eilte um sich dort den Flammen zu stellen. Er würde es allein schaffen, davon war er überzeugt, doch wurde es Zeit die Kanonen zum schweigen zu bringen. Vorsichtig trug Jarl Aris an eine schützende Mauer. Um sie herum huschten Netarmas und Jerdin umher und erstickten letzte Feuer mit ihren Umhängen. Die Angst von den Kanonen getroffen zu werden sah man Allen im Gesicht an. Das letzte Feuer um sie herum erstickte langsam und Aris gab ihm einen flüchtigen Kuss. Ob sie Angst hatte? Er hatte keine Zeit nachzudenken und nahm seine Getreuen mit zum Lager. Nur wenige dieser alchemistischen Tränke besitzend machten sie sich auf. Drei dunkle Gestalten rannten das Ufer entlang in Richtung der Verengung. Dort waren die Bastarde schon angelangt! Dies würde ihre letze Möglichkeit sie so nah bei sich zu haben. Jarl warf seinen ersten Trank im weiten Bogen nach dem Schiff welches ihm am nächsten war. Er sah das Glasfläschchen langsam vom Segel prallte und auf Deck einschlug. Nicht nur Coveholz brannte gut, sondern auch diese schwimmenden Kriegsschiffe. Angespornt durch das Feuer an Bord warf er den zweiten Trank aus das in der Dunkelheit erleuchtete Schiff.
Eine Explosion warf Jarl nach vorne. Es drückte ihm die Luft aus den Lungen und warf ihn zu Boden. Was war geschehen? Ungeschickt rappelte der Herzog sich wieder auf und sah sich um. Scheinbar ging es Allen noch gut - zumindestens lebten sie noch. In dem ganzen Durcheinander flogen weitere Tränke hinüber zum Schiff. Warf er sie? Die Erinnerung wurde blasser. Er lief zurück in das Zentrum Coves wo Aris lag. Die Erschöpfung sah man ihr an und sie war nur halb bei Bewusstsein. Wieder hob er sie vorsichtig an und trug sie zum Heiler. Der Wundkundige würde sie versorgen. Langsam schleppte sich der blonde Mann zurück und traf seine beiden Getreuen an in Begleitung einer Frau. Nathalie war ihr Name wie er kurzerhand erfuhr, doch ihr Geständnis überschattete die Frage ihrer Herkunft. Lang und breit erklärte sie was ihr Auftrag war und jedes Wort aus ihrem Mund machte ihn zorniger. Äusserlich war Jarl ruhig, fast gelassen, doch brodelte es in ihm.
Thorus, diese verräterische Seele war ihr Auftraggeber. Sie sollte eine Rune in Cove makieren um so de Mar zu unterstützen. Er wollte Rache, so sagte sie und Jarl glaubte es aufs Wort.
Der Baron hätte Cove vielleicht schnell und leicht überrennen können ohne grosse Gegenwehr zu haben. Nathalie war in ihrem Geständnis sehr Gewissenhaft und händigte ihnen sofort diese schicksalshafte Rune aus. Sie schien für Jerdin, den jungen Paladin zu empfinden. War es einem Paladin erlaubt zu lieben? Jarl wollte darüber nicht mehr nachdenken. Selbst von Vadrak wusste er das sein Glaube ungebrochen war, doch auch er war nur ein Mensch. Damals lebte er lange in Buse und trug seine Zeichen mit Demut. Vielleicht hatte diese Zuneigung sie alle gerettet. Diese Frau würde von nun an Jarl mit allen Mitteln unterstützen und sie wäre vielleicht ein Schlüssel um seine selbsternannten Feinde zu zerschlagen.
Jarl musste unweigerlich an eine Begegnung vor den Feuern denken. Ein Mann erhofft Einlass in Cove und doch konnte Sianne ihn als dunkle Seele entlarven. Damals hätte Jarl einfach den Abzug seiner Armbrust betätigt und seine Seele erlöst doch war er nicht Zeuge davon das auch jene sich lossagen können? Sind Menschen welche die Dunkelheit kennen nicht eine nicht zu unterschätzende Hilfe gegen den wahren Schatten dem sie dienten? Sianne schien sich lange um ihn zu kümmern, doch was geschah wusste Jarl nicht. Er würde dem nachgehen.
Als der Schmerz wiederkam verflüchtigten sich die Erinnerungen. Er war wieder zurück in dem dunklen Raum des Heilers. Langsam drehte er sich auf die Seite und blickte Aris wieder an. Sie schlief tief und friedlich und selbst der blutige Umhang den sie sich um die Wunde einst gewickelt hat trügte dieses Bild nicht. Langsam schloss Jarl die Augen und war plötzlich allein mit seinem schmerzenden Körper. Die Anstrengungen des Löschens, die Explosionen, all das spürte er noch immer auf seiner Haut. Sein einziges Glück war das es keine wirklichen Wunden gab und er wohl morgen wieder Leute auf den Mauern scheuchen konnte... und vielleicht auch musste.
Jerdins Nachricht das das gesunkende Schiff den Durchgang versperrt war ein kleiner Trost der Nacht. Nun hätten sie keine Wahl als es über den Landweg zu versuchen und der Wall und unzählige Pfeile und Bolzen warteten schon sie zu begrüssen. Cove würde nicht kampflos untergehen!
Mit diesem kleinen Trost folgte er Aris hinaus in die Träume.
Seylarana Ryell
15-06-2002, 10:11
Dicke Nebelschwaden zogen über die kleine Bucht von Cove. Undeutlich waren die Umrisse eines schwarzen Schiffswracks zu erkennen, das aus dem Wasser ragten.
Sey stand auf dem Steg, an dem Gwens Boot verteut war. Die kalte Feuchtigkeit des Nebels tat ihr wohl auf ihrer heißen, fiebernden Haut. Lange blickte sie mit ausdruckslosem Gesicht in die Ferne.
Sie hatte nun Gewissheit. Der Herzog hatte sie fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, sobald sie seine Hilfe benötigt hatte und er hatte schnell Ersatz gefunden. Ein neues junges, naives Ding, wie sie es einmal gewesen war. Sey lächelte fast amüsiert. Sie hatte sich tatsächlich die ganze Zeit eingebildet, dass dieser Mann sie liebte und ihr beistehen würde. Wie sehr konnte man sich in einem Menschen täuschen. Sie hatte alles verbrannt, das sie in irgendeiner Weise an ihn erinnerte.
Mit einer routiniert gelangweilten Bewegung, zog sie sämtliche Riemen ihrer Blutsteinrüstung nach, korrigierte den Sitz ihres Umhangs und strich sich die schlohweißen Haare glatt, bevor sie das Stirnband umlegte. Sie prüfte, ob die Schwertscheide genügend eingeölt war und ob sie ausreichend ihrer Heilsalben und Kräuter eingepackt hatte. Dann griff sie in ihren Rucksack, der neben ihren Füßen auf dem Steg lag und förderte vier mit Wachs versiegelte Briefe zu Tage, auf denen die Namen Melina Marlenti, Vadrak Larthay, Sianne Trimunden und Gorathan standen. Sie fand, dass dies die einzigen Personen waren, die das Recht hatten zu wissen, warum und wohin sie ging, da die Umstände es ihr einfach unmöglich machten länger zu bleiben. Da sich gestern jedoch noch mehr getan hatte, fügte sie diesen Briefen einen fünften hinzu und auf diesem stand der Name Gwendolyn Rikor. Sey legte das Papier auf eine der Molen und begann zu schreiben. Wie in jedem der anderen Briefe, begann sie mit einer Entschuldigung, beschrieb dann die Gründe und was geschehen war und beendete den Brief mit ein paar persönlichen, aufmunternden Sätzen. Bei Gwen schrieb sie jedoch noch etwas anderes hinzu:
Gwen, ich weiß nicht, ob ich wieder kommen werde, unabhängig davon, ob ich „ES“ besiegen kann oder nicht. Aber sollte ich die Kraft und das Vertrauen wieder finden, die man mir genommen hat, würde ich mich freuen, wenn wir das umsetzen würden, was wir am gestrigen Tage besprochen haben. Ich hätte gern wieder einen Platz, den ich Zuhause nennen und in Frieden leben kann.
Deine Sey
Sie faltete das Stück Papier sorgsam und tröpfelte das Wachs einer Kerze, die sie entzündet hatte, darauf. Dann legte sie den Brief zu den anderen. Sie schaute sich suchend nach allen Seiten um, bis ein Schmunzeln über ihr Gesicht huschte. Sie rief etwas elfisches, woraufhin sich ein Schwarm Tauben von einem nahen Dach aufschwang, einen Kreis über dem Lager zog und dann bei ihr auf dem Steg landete. Nun verteilte sie weitere Briefe, Briefe an Freunde, die sich außerhalb des Lagers aufhielten. Die meisten von ihnen erfuhren erst jetzt, dass sie mit dem Herzog zusammen gewesen war. Sie schrieb ihnen, was mit ihr geschehen war, was von ihr Besitz ergriffen hatte und warum sie ging. Als sie der vorletzten Taube Anweisungen gegeben hatte und sie fliegen ließ, zögerte sie ein paar Momente, den letzten Brief zu schreiben und blickte auf die wartende Felsentaube zu ihren Füßen. Jarl hatte ihr mit überlegenem Blick und abfälligem Tonfall, den er auf alle ihre alten Freunde angewendet hatte, erzählt, was Thorus getan hatte. Sey wollte es nicht wahr haben. Thorus war immer ein guter, aufrechter Mann gewesen, warum sollte er plötzlich auf der falschen Seite stehen? Seys Blick wurde steinern. Andererseits, warum sollte er nicht dort stehen? Man hatte ihr grausam gezeigt, wie verschlagen und hinterhältig Menschen sein konnten, wie falsch und egoistisch, Dinge, die sie lange Zeit in ihrer Naivität nie bemerkt hatte oder nie hatte wahrhaben wollen. Dennoch. Sie nahm ihr letztes Papier und schrieb auch an Thorus, mit dem Zusatz, dass sie ihn suchen würde, sobald sie ihren jetzigen Weg beendet hatte. Die letzte Taube schwang sich in die Luft und begab sich auf ihre Suche nach dem Empfänger des Briefes. Sey blickte ihr nach. Dann schulterte sie den Rucksack und wandte sich vom Wasser ab. Mit metallischen Klirren stapfte sie über den Steg, durch das Gebäude davor und betrat wieder das Lager. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Alles schlief und das war auch besser so. Sie sah zu ihren beiden Pferden hinüber, die auf sie warteten, aber als sie ein kupfernes Licht auf den Häuserwänden gewahrte, drehte sie sich um und trat an den Zaun der kleinen Kuhweide.
„Ich will das nur noch einmal sehen, bevor ich gehe“, sagte sie leise zu sich selbst.
Dann erhob sich der orangegoldene Feuerball, die Sonne, über dem Meer und tauchte den grauen Morgenhimmel in kupfernes Licht. Sey hatte den Sonnenaufgang über Cove zu schätzen gelernt. Er war immer etwas gewesen, dass sie für eine Weile glücklich gemacht hatte und auch dieses Mal lächelte sie, als sie diesem Farbschauspiel beiwohnte. Sie berührte das von Glaron geweihte Amulett, das Vadrak ihr gegeben hatte. Auch wenn Anfangs nichts zu erkennen gewesen war, hatte Sey in den Tagen nach dem missglückten Exorzismus, mit dem Vadrak ihre Seele hatte retten wollen, bemerkt, dass „ES“ ziemlich geschwächt worden war. So sehr, dass Sey trotz allem was geschehen war, keinerlei Hass oder Wut empfand. Sie empfand nur eine tiefe Enttäuschung, sonst nichts. War das die wirkliche Sey? So vollkommen gelassen und ruhig? Sie würde es herausfinden.
Sie wandte sich ab und ging durch das Lager, um ihre Briefe zu verteilen. Als sie allen ihren Brief gut findbar hingelegt hatte, ging sie hinaus und auf ihre Pferde zu, die sie freudig begrüßten und ihre Köpfe an ihrer Schulter rieben. Etwas schwerfällig und doch mit der Eleganz eines geübten Reiters, schwang sie sich in den Sattel ihres Schimmelhengstes Roven und nahm den Führstrick ihres treuen Packpferdes auf. Ein letztes Mal ließ sie den Blick über das Lager schweifen, dann ritt sie langsam auf das Tor zu. Eine der Wachen öffnete ihr mit einem freundlichen Lächeln die Tür und ließ sie hinaus, um dann hinter ihr das Tor zu schließen. Sey verhielt Roven nur, um sich kurz zu orientieren, dann preschte sie los, ohne sich noch einmal umzudrehen...
Vadrak Larthay
15-06-2002, 15:02
Der Templer, der es gewohnt war, bei Sonnenaufgang aufzustehen und zu beten, um anschliessend einen kurzen Rundgang um das Lager zu machen, war der erste, der Seys Briefe fand. Mit leichtem Zögern nahm den an ihn adressierten Umschlag, brach das Siegel und begann zu lesen.
Ungläubigkeit malte sich auf seine Züge, dann Enttäuschung und Traurigkeit. Wieder einmal hatte er die ihm gestellte Pflicht, das Seelenheil der Gefährten im Lot zu halten, nicht erfüllt, wieder einmal hatte er versagt. Er würde Herzog Jarl informieren, daß er der falsche Mann für diese Aufgabe sei und um die Entbindung von diesen Pflichten bitten, damit der Herzog einen fähigeren Mann als ihn auswählen könnte.
...Und Sey? Nun, offensichtlich hatte sie die Einsamkeit gewählt, um in Ruhe wieder zu sich selbst zu finden. Der Templer konnte ihre Entscheidung verstehen, auch wenn er sie nicht gut hieß. Er akzeptiere ihren Wunsch nach Einsamkeit und wünschte ihr Glarons Segen, auf daß sie nach all den Enttäuschungen und Kümmernissen neuen Lebensmut und eine neue Aufgabe finden möge. Er würde sie als Kampfgefährtin und auch als Seelenfreundin schmerzlich vermissen.
Nachdenklich begab sich Vadrak zurück zum Haus der Stille, dessen Aussenfassade zwar etwas angekohlt, doch ansonsten noch intakt war. Er betrat das nach Rauch und angesengtem Holz riechende Gebäude niedergeschlagen, um in der Ruhe des Gebetes neue Kraft zu schöpfen. "Glaron, Herr meiner Seele, Licht der Welt - Du zeigst mir recht deutlich, daß mein Platz nicht hier ist. Wohin soll ich gehen? Welche Aufgabe hast Du ausersehen für mich? Deinen Willen will ich tun, nicht den des Herzogs und auch nicht den meinen - Dein Wille geschehe, denn Du bist der Anfang und das Ende, das A und O der Welt! Leite mich unwürdigen Diener zu dem Platz, den ich ausfüllen soll. Mein Leben gehört Dir mit Leib und Seele, mein Schwertarm ist Dein, ebenso wie meine Zunge..."
In diesem Augenblick stockte er kurz und ein plötzliches Aufblitzen von Erkenntnis strahlte in seinem Gesicht auf. Er war ein Narr. Natürlich war es nicht seine Aufgabe, dem Herzog ein treuer Soldat zu sein, dafür gab es andere....
Sein Platz war beim Volke in Britain, das durch die Inquisition verängstigt und ohne wahren geistlichen Beistand war. Niemand war dort, die einfachen Leute zu trösten und ihnen den "wahren Glaron" nahezubringen. Niemand war dort....
Rasch beendete er sein Gebet, indem er Glaron dankte, erhob sich und machte sich auf, den Herzog zu suchen.
Melina Govaine
15-06-2002, 15:25
Lange sass sie an dem Bett von Sadinon, schaute ihn beim Schlafen zu. Seine Wunde war von dem Heiler bestens versorgt worden und nun schlief er, erholte sich von den Strapatzen seiner Reise.
Ihre Mann war wieder hier, bei ihr, doch Melinas Mutter war fort, fort für eine lange Zeit... oder vielleicht für immer. Seylarana war verlassen, verlassen von ihrem Liebsten, dem Herzog Jarl, der sie anscheinend nie richtig liebte.
Zorn und Bitterkeit erfüllte Melinas Geist, sie dachte an Jarl und Aris, an Seylarana... vor ein paar Tagen entschuldigte sich Melina bei Aris für ihr Verhalten,als sie Jarl und seine neue Liebe erwischte, als sie Händchen hielten...
Doch nun... war ihre Mutter fort... wegen dem Herzog... und Aris..
Lange dachte sie noch nach... und sie wusste, Aris und Jarl traut sie keinesfalls mehr, vielleicht soll die Tochter Seylaranas auch verschwinden..., und wenn sie nicht ginge, müsste man vielleicht nachhelfen...
Starr blickte Visaris ins Feuer des Kamins, vor dem sie saß. Bedrückt und mit Tränen in den Augen sah sie noch einmal auf den Brief in ihren Händen. Sie war fassungslos. Dieser Mann hat es tatsächlich geschafft... er hatte Seylaran gebrochen, zumindest ihr Herz. Sicher hatte sie auch schon viel wegen ihr gelitten, aber das hatte sie nicht verdient. Warum konnte sich Jarl nicht eine Frau seines Standes erwählen. Er würde sicher auch die andere ins Unglück stürtzen. Wut und Zorn stiegen in ihr auf. Sie stand schnell auf und fing an sinnlos Sachen zu packen. Sie wollte Seylarana suchen. Aber ..... das war Unsinn. Sey kannte sich im Wald aus sie war nicht dumm. Sie würde ihre Spuren sicher verwischen und außerdem wußte Visaris gar nicht, wo sie anfangen sollte. Sie ließ Kopf und Arme sinken. Langsam legt sie den Brief zusammen und packte ihn in eine kleine Tasche, in der noch einige Briefe und eine Feder lagen. Langsam trat Visaris vor die Türe ihres Hauses und sah zum Horizont. Leise sprach sie " Oh Seylarana.... du hast immer einen Platz in meinem Herzen, egal was einmal war. Sei stark. Ich weiß, du wirst deinen Weg gehen. Sei vorsichtig und paß auf dich auf." Ganz leise im gehen "und komm wieder. Du wirst hier sicher gebraucht."
Mit schweren Schritten ging sie zum Waldesrand und in den Wald hinein.
Gwendolyn Rikor
15-06-2002, 17:02
Wieder war ein Tag vergangen und Gwen stand, wie so oft, oben auf dem Wall und blickte nach Osten auf den Wald. Jetzt, wo sich fast alle schlafen gelegt hatten und nur noch Gregorian Silbrson neben ihr seine Wache hielt, erst jetzt kam es ihr so vor, als erwache sie erst. Ihre Gedanken kreisten um all die Geschehnisse, die sie in einen wirren Strudel gerissen hatten und den Menschen Gwen wieder einmal beinahe verdrängt hatten. Beinahe. Drei Gestalten vor dem Tor, wegen denen sie beinahe ein erstes Scharmützel eröffnet hätten. Lauter Leute, die auf ein mal nach Cove kamen, um zur Bank zu gehen. Verletzte. Wieder einmal. Und Tulandor. Sie konnte es noch immer nicht fassen. Sie sah sich selbst auf dem Wall stehen und Taron dort unten. Sie hörte sich selbst besorgt rufen "Taron? Was machst du hier?" Und sie spürte erneut den Stich, der ihr ins Herzen fuhr, als er sich tonlos abwandte und sie ignorierte. Vielleicht hatte VAdrak recht gehabt. Vielleicht wünschte sie sich so sehr, Taron anders zu haben zu haben, dass sie ihn innerlich nicht akzeptierte, so wie er war. Sie fühlte sich selbst fallen, weit fallen, so wie das fiel, was sie vom Wall aus sich heraus zu geben bereit war. Und doch wurde sie immer wieder überrascht. Es war nicht Mel, nicht Sadinon, nicht Vadrak der neben hinter ihr stand und ihr in diesen Momenten Trost spendete, es war Sey gewesen.
Wild ging es umher in ihren Kopf. Marwan kam ihr in den Sinn. Der Veteran, Soldat, Söldner, Gefährte. Sie hatte ihn nur gesehen, doch seine Worte klangen in ihren Ohren seltsam vertraut. Er war wie sie, sie fühlte sich verstanden, und doch schaffte auch er es, Gwen, noch bevor sie ihn richtig kennengelernt hatte, zurueckzutreiben, sie auf Abstand zu setzen und einen tiefen Graben zwischen ihnen aufzureissen. Ein Laecheln huschte unweigerlich durch ihr Gesicht. Sie hatte den Söldner für reich gehalten, doch er war ärmer als sie es je sein würde. Er trug einen flammenden Hass in seinem Herzen, und deutlich konnte sie spüren, wie er von diesem Hass verzehrt wurde. Es würde einmal sein Untergang sein. Und doch war sie voll tiefer Sorge und Bestürzung, als sie ihn vor dem Tor erblickte. Der Panzer durchschlagen von Pfeilen, die noch in seiner Brust steckten. Es war Sey die ihn geheilt hat und seine Wunden versorgte.
Dann waren da noch Marie und ihr Bruder, die mit Arrant irgendwann im Laufe des Tages eingetroffen waren. Achja, das war, als die drei dunklen vor dem Tore ihre seltsame Wache hielten. Auch nach dem nur kurzen Gespraech mit Marie konnte sie foermlich riechen, wie sie hier an der Nase herumgefuehrt wurde. Aber das würde sich aendern. Sie würde heraufinden, was hier gespielt wurde, und dann keine Gnade walten lassen. Gwen hatte es satt dass sich hier jeder glaubte, einmischen zu müssen in Dinge, die er besser ruhen gelassen hätte.
Dann wurden ihre Gedanken abgetrieben zu der Szene, die sich vor der Bank zwischen Sey und Jarl abspielte, und ihr kam das lange Gespraech in der Stille das Hafens wieder vor Augen. Sie hatte den Herzog noch niemals so am Boden zerstoert gesehen. Sie hatte das Glück, sofern man in diesem Moment wirklich von Glück sprechen konnte, einen kleinen Blick hinter die Fassade zu werfen, die Jarl um sich errichtet hatte. Und was sie in diesem Moment sah, wunderte sie doch sehr stark und irgendwie musste sie ihn in diesem Moment doch bewundern. Stellte sie jetzt die beiden Menschen Sey und Jarl gegenüber, und verglich die Aussagen die sie von beiden Seiten bekommen hatte, wurde ihr klar, dass sie sich beide nur immer im Kreis gedreht hatten. Jeder fühlte sich vom anderen aufs letzte ausgenutzt. Doch keiner vermochte wirklich zu sehen, wie der andere fühlte. Weil sie einander nicht zuhörten. Und doch wusste Gwen jetzt genau, sie hatte ihr schicksal besiegelt. Sie war nur ein einfacher Soldat, der hier in Cove zwar das glück hatte, aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen eine Rolle der Weisung und der Befehle spielen zu können, aber sich das Recht herauszunehmen, den Herzog, dem sie einen Eid geleistet hatte, so offen zu kritisieren und Aufklärung zu erlangen, stand ihr mit Sicherheit nicht zu. Und doch trug sie es mit Fassung. Sie würde diese Sache hier zu Ende meistern, und danach sehen, was die Zukunft bringt.
Nun wusste Gwen wenigstens, wofür sie kämpfte, wofür alle hier kämpften. Es war nicht das, was die Fassade jeden sehen liess. Ein jeder hier in Cove wird, wenn es zur Schlacht kommt, seinen eigenen Kampf ausfechten würde. Unter der warmen und kuscheligen Decke einer Loyalität, die zwar vorhanden war, aber nicht wirklich eine Rolle spielte.
Greg riss sie aus ihren Gedanken. Er fing an mit ihr darueber zu sprechen, was die Schlacht villeicht bringen würde. Eine innere Ruhe überfiel sie. So wie in den Tagen vor jeder Schlacht, die sie mit ihren vielleicht 22 Sommern schon geschlagen hatte. Sie fühlte sich zurueckversetzt an den Beginn einer jeden. Sie auf einem Belagerungsturm oder einem Wall, den Blick in Richtung des feindlichen Lagers gerichtet und eine innere Ruhe in sich, die sie niemals beschwören konnte, wenn sie sie einmal in Friedenszeiten brauchte. Der Wind umspielte ihre Gesicht und trieb ihr den morgendlichen Duft des Waldes entgegen, und sie meinte fast, im Wind das Geraeusch von stetig marschierenden Beinen, das Wiehern von Pferden und das Knarren der Versorgungwagen der Marketenderinnen zu hören. Der Feind war nahe, das konnte sie genau spüren, und doch quollen aus ihrem Innersten Worte hervor, gerichtet an den jungen Greg, die ihm aufzeigen sollten, wie sinnlos doch eine jede Schlacht war. Sie hörte sich selbst daherreden, wie einen uralten Veteranen, der einer Truppe die letzten Worte mit in die Schlacht gab, und sich dann in sein Zelt zurueckzog, um den müden, vernarbten alten Körper ruhen zu lassen. Sie war kurz und dran sich selbst zu ohrfeigen. Doch sie beherrschte sich, weil sie genau wusste, was Greg in diesem Moment von ihr sehen und hören wollte. Und sie würde alle die vielleicht zu ihr jetzt aufsahen, nicht enttäuschen...
Gwendolyn Rikor
16-06-2002, 06:00
Der Tag begann schon mit schlechten Nachrichten, bevor sie richtig wach war. Irgendwer hatte ihr Seys Brief gebracht und ihn ihr an den Rucksach zwischen die Bolzen geklemmt. Rasch ueberflog sie die Zeilen und Zorn machte sich in ihr breit.
War sie also doch gegangen, verstossen vom Herzog, missverstanden, nicht angehört. Sie haette es sich denken koennen. Also hatte Jarl anstatt nachzudenken wieder einmal in den Armen dieser Aris geschlafen. Gwen seufzte hoerbar. So langsam hatte sie von Maennern wirklich absolut die Nase voll. Und es war wohl gut für Jarl, dass sie ihn am Tage nirgends erblickte.
Sie war noch nicht richtig zur Tuer hinaus, als man schon vom Wall herab ihren Namen rief. Brummend richtete sie den Blick nach oben, und wild gestikulierend standen ein paar gestalten oben und riefen nach ihr. "Also wieder mal kein Frühstück heute" dachte sie im stillen und ging hinauf. Der Anblick der sich ihr bot, war überwältigend. Schwarz gepanzerte Soldaten marschierten vor dem Wall auf und ab und hielten Wache. Gwen traute ihren Augen nicht. Der Feind war gekommen, als sie geschlafen hatte und niemand hatte sie geweckt. Innerlich fragte sie sich, wer da auf seiner Wache wieder geschlafen hatte und wen sie dieses mal absolut niedermachen wuerde. Doch sie wusste es hatte keinen Sinn.
Eine Ausgangssperre musste her. Sofort. Das Tor wuerde ab sofort verriegelt bleiben, soviel stand fest.
Waehrend sie die Soldaten musterte hatte sie ein wenig Zeit, über ihren Traum nachzudenken: Zurueckversetzt zu den 5 Magiern aus ihrer Vergangenheit, hoerte sie deutlich eine Stimme in ihrem Kopf: Vergiss nicht die Magie, Sonne, vergiss sie nie. Dann wurde ein Gitter vor ihr Blickfeld geschoben und sie sah sich selbst als Gefangenen unter einem Schild sitzen: "Gwendolyn Rikor - Gefangene Ihrer Selbst".
Es brauchte lange an diesem Tag, bis ihr klar wurde, was sie nun tun musste. Immer wieder in ihren Gedanken unterbrochen verfuegte sie nach der Entschuldigung an Arrant und dessen Vernehmung bezueglich des Geschwisterpaares Marie und Friedrich, dass die beiden ab sofort gesucht wurden und aus dem Lager geschafft werden sollten. Mittels Magie und eines Tores. Die Geschichte, die ihr Marie aufgetischt hatte, ein ganzes Leben auf dem Hof verbracht zu haben, angeblich nur das Feld bestellt und die Tiere auf der weide gehuetet zu haben, und dann als besonderes Merkmal der Umgebung einen Acker und eine Viehweide zu nennen, das war schon dreist. Aber sie wollte erst noch eine zweitmeinung haben, und von Arrant bekam sie den Hinweise, dass auch ihm dieses Paar merkwuerdig vorkam. Zu gut gekleidet für Bauern. Wunderbar, eine Sorge weniger wenn sie gefunden wurden.
Finweya war noch nicht auf, und so musste sie sich in geduld üben. Doch bald wurde das Warten belohnt. Sie nahm Fin beiseite und erklaerte ihr kurz, an was sie Gedacht hatte: Die Punkte, die sie mit Eric im Laufe des Tages noch angeschaut hatte einzugittern und dem Land die Magie zu entziehe, um 2 permanente Tor zu schaffen, die aus Cove fuehrten. Gwen wollte einerseits den Magischen Weg in Cove eindaemmen, aber auch denjenigen, die in friedlicher Absich kamen, die Chance geben, friedlich wieder durch das Tor zu gehen und abzuziehen. Fin erklaerte sich einverstanden. Ein kurzes, aber nicht zu intensives Gespraech mit Netarmas danach, und auch die Gitterbestellung war aufgenommen und wurde umgehend bearbeitet. Gwen grinste. Irgendwie hatte sie gute Laune. Wer weiss? vielleicht wuerden sie doch gewinnen. Fuer die Kanonen hatten Marwan und Gwen auch schon eine Idee gehabt, und Aris ward informiert, ein kleines Floss zu bauen. Es schien sich zu wenden, das Blatt.
Doch das Gegenteil trat ein. Sie stand gerade im Hof, um zusammen mit anderen den ersten Kaefig anzulegen, als der Hilfeschrei an ihr Ohr drang. De Mars Soldaten hatten eine Person gestellt und sie gnadenlos und direkt vor dem Tore Coves niedergestochen. Gwen fasste es nicht. Nach kurzem Gespraech mit den Soldaten wurde man sich einig, das der Körper nach Cove gebracht werden sollte. Beim Heiler angekommen, stellte sich heraus, dass der Mann tot war. Es war Tadi. Gwen schluckte. Diesen Mann hatte sie unlaengst am Tor abgewiesen. Und doch konnte sie nichts tun, als Clive anzubieten, den Grabstein für ihn zu stellen. Da seine Frau wohl ein Barmaedchen der "Roten Laterne" in Britain war, konnte sie nicht gehen um die Hiobsbotschaft zu ueberbringen. Doch sie würde es nicht vergessen.
Als dann auch der zweite kaefig errichtet war, konnte es losgehen. Die Bewohner Coves wurden ins Haus der Stille geschickt und nur noch Fin und Gwen waren in den Strassen unterwegs. Fin hatte ihr geklaert, was sie tun musste. Zunaechst musste sie ihr durch Cove den Weg vorangehen, und spaeter dann, so ihr wille dem standhalten konnte, für Fin die Kaefigtueren aufhalten. Und so begann Finweya schliesslich mit der Beschwörung, die Magie in Cove in ihr zu binden. Gwen lief ihr, sobald sie sah das es begonnen hatte voran. Bunte Funken spruehten, die Welt schien wie in der heissen Sommersonne zu schweben und zu zittern. Gwen, selbst etwas geschult in den Kreisen der Magie, spürte, wie sie geradezu durchstroemt wurde von der Essenz, die Fin in sich saugte. Der Weg durch Cove war gegangen, und so spurtet Gwen zum ersten Kaefig um die Tuere für Fin offenzuhalten. Fin ging hinein, und zuerst passierte nichts. Dann stoben funken an dem Punkt auf, an dem Fin das Tor platzierte, Flammen stoben am Rand des Kaefigs auf und brachten das Metall zum glühen. Gwen wurde klar was passieren würde, wenn sie die Tuere nicht hielt. Sie wuerde zufallen und die hitze wuerde sie Veschweissen, und Fin waere verloren, vollgempumpt mit Magie und doch unfaehig, sie auszulassen. Das selbe Spiel dann mit dem zweiten Kaefig. Mit Zugekniffenen Augen und erfolglosen Versuchen den Schmerz zu unterdrücken, liess Gwen es zu, dass ihre Haende verbrannten. Was danach passierte... es waren nur noch fetzen. Sie wusste noch, dass sie Ihren Umhang (er war verbrannt?) in zwei haelften riss und ihre haende notduerftig damit umwickelte. und irgendwie schaffte sie es, Fin ins Haus der Stille zu schaffen. Es erschien ihr als das einzig Richtige. Und danach? besorgte Gesichter - Clives Gesicht - Das Gesicht einer jungen Frau - Aris? Dann verliessen sie die Kraefte. Irgendwann schien sie zu spueren, dass sie leichter wurde, und sie glaubte zu schweben, Gwen hatte nicht wahrgenommen, dass man ihr die Kettenruestung, die sie irgendwie schon wieder viel zu lange am Stueck trug abgenommen hatte. Und Gwen bemerkte auch nicht, wie Aris erschrak, als sie die vernarbte Haut Gwens am ganzen Koerper sah. Und so konnte Gwen es diesmal nicht verhindern, da weder schuetzende Dunkelheit noch Stock oder Metall die Zeichen bedeckten, dass sich wieder eine Person mehr zuviele Sorgen um sie zu machen begann. All das blieb Gwen verborgen..
Lady Thalassa
16-06-2002, 11:07
(verschoben aus der biblio, author: po aris:)
Aris saß lange am Pier, wie sie es oft tat, und dachte über die letzten Tage und Wochen nach....
Sie war jetzt schon so lange mit den Rebellen des Herzogs zusammen.Sie hatte schon viel erlebt und sie hatte viel gesehen.
Doch das war nicht der Grund warum sie auf das Meer sah und mit einem verliebten Lächeln nachdachte.Es war Jarl...
Sie hatte es geschafft ihn aus seinem Tief...aus dem Loch was ihn zu verschlingen gedroht hatte...herraus zu holen.Limbanú war ihr gnädig gewesen.
Leicht striffen ihre Finger über das Symbol der Göttin das um ihren Hals hing.
Sie hatte Jarl verstanden...verstanden was er war...und was er nur als Schein trug.Der Herzog war nur die Maske gewesen.Eine Maske die ihn zu verschlingen drohte.Sie hatte Jarl gesehen.
Ihren Jarl....langsam schloss sie die Augen und sah in ihr Inneres.
Sie liebte ihn ja und es war nichts Falsches daran.
Auch wenn andere dies wohl nicht so ganz verstanden.
Sie hatte ihm in einem langen Gespräch die Augen öffnen können...hatte ihm gezeigt was er wirklich war...wer er wirklich war.Der Geist den der Herzog verkörperte...hatte Jarl beinahe vernichtet.Nun war es Jarl der den Herzog ab und an benutze um sich die nötige Authorität zu verschaffen.
Aris konnte mittlerweile abschätzen wann Jarl und wann der Herzog mit ihr sprachen.Er war eine seltsame Persönlichkeit...Sie liebte Jarl....und Jarl...er liebte sie.
Es war alles nicht leicht für sie gewesen...soviele Hürden hatten sie überwunden.Die letzte war Sey gewesen.
Sie hatte Jarl die Wahl gelassen an diesem Abend.Sie hatte ihm gesagt es sei seine Entscheidung ob er sie Lieben wollte...oder nicht.Sie hätte mit beidem Leben können.Aber er hatte sich für Aris entschieden.
Am nächsten Tag erfuhr sie das Sey fort war.Der Schmerz musste tief sitzten doch sie verstand auch Jarls entscheidung.Sey hatte ihm hart zu gesetzt....ihn verzweifeln lassen.Sie sah es in seinem Blick...in seinem Gang, in allem was er tat.
Aris hatte ihm geschworen sie würde für ihn da sein...ihn auffangen sollte er Taumeln, sein Herz bewahren und es hüten.
Bei ihm sein, neben ihm stehen...
Ihre Finger schlossen sich um das Amulett.Liebe war Aris das Heilligste als Dienerin Limbanús.Niemals hätte sie gewagt sich zwischen selbige zu stellen.Aber dem war auch nicht so.
Melina hatte sie hart getroffen mit ihren Worten am Tag nach Jarls Entscheidung.Ihre Blasphemie an der Göttin saß tief in ihrem Herzen...sie konnte ihr nicht vergeben...nicht jetzt....es würde viel Zeit brauchen damit diese Wunden wieder heilten.
Und zwischen alldem....standen die Soldaten De Mar´s vor den Toren Coves...irgendwie...war das das kleinste Problem was die Rebellen hatten....
Langsam erhob sie sich und ging den Steg wieder runter...
Melina Govaine
17-06-2002, 02:31
Müde ging sie zu dem Haus des Heilers, in dem sie schon die ganze Nacht verbracht hatte. Sie hatte über ihren Mann gewacht, der schwer krank im Bette lag und um sein Leben rang.
In dem Haus angekommen schaute sie wieder nach Sadinon, schwer atmend lag er seinem vom Schweiss getränkten Bett und schlief. Seufzend setzte sich Melina an das Bett und wischte seine nasse Stirn ab. Besorgt streichelte sie seine Hand und schaute ihn ängstlich an.
Langsam ging der Medicus zu den beiden... reicht Melina eine Tasse heissen dampfenden Tee.
Trinkt das, und ihr werdet Euch besser fühlen. Dankbar schaute sie den Heiler an, der daraufhin zurück zu dem Tresen ging und weiter an einem Heilmittel arbeitete.
Langsam trank Melina von dem köstlichen Tee und spürte, wie die Müdigkeit in ihre Glieder und in ihren Geister fuhr...
Ein Schlaftee... dachte sie noch und schon fiel sie in den Schlaf der Gerechten...
Vadrak Larthay
17-06-2002, 22:19
Wieder einmal war der Templer totmüde in sein Bett gefallen und wälzte sich nun schlaflos herum.
Er dachte an Aurelia: Die junge Bardin schaffte es immer wieder, ihn von seinen Sorgen abzulenken und ihn zum Lachen zu bringen. Ihre Gesellschaft tat ihm gut. Sie strahlte so eine innerliche Unbekümmertheit aus, die ansteckend war und dafür sorgte, daß er sich in ihrer Nähe viel unbefangener fühlte, als im Beisein der meisten anderen Frauen. Aus einigen aufgeschnappten Gespächsfetzen glaubte der Templer herausgehört zu haben, daß sie wieder verliebt war, und er gönnte es Aurelia von ganzem Herzen.
Unbewußt verfinsterte sich Vadraks Miene, denn die Erinnerung an dieses aufgeschnappte Gespräch führte ihn unweigerlich zu ... - wie war doch noch ihr Name? Sein Herz setzte einen Schlag aus - richtig: Vior'la.
Allein ihren Namen zu denken, ließ seinen Puls schneller schlagen, und ihm wurde heiß und kalt. Hilflos knirschte er mit den Zähnen. Er wußte genau, was das bedeutete. Wütend auf sich selbst, versuchte er, sich Viorla in Gregs Armen vorzustellen, doch das half ihm auch nicht weiter, sondern steigerte nur seinen Zorn. Auf eine gewisse Art erinnerte sie ihn an Fiana, ebenso geradeheraus und herausfordernd, ja geradezu provozierend; eine Frau, die unweigerlich Ärger bedeutete, wo immer sie auch auftauchte; eine Frau, die gleichzeitig so voller Mitgefühl und Sorge war, so schön, anmutig und auch tapfer, so voller Liebreiz, daß es ihn mitten ins Herz traf. Nichts wünschte er sich sehnlicher, als sie möglichst bald wiederzutreffen und doch war er sich mit qualvoller Klarkeit bewußt, daß dies auf keinen Fall geschehen durfte. Er würde ihr aus dem Weg gehen und zusehen, daß möglichst andere Leute dabei waren, wenn sich ein Zusammentreffen nicht vermeiden ließ. Es wurde höchste Zeit, nach Britain zurückzukehren, sobald der Herzog ihn nicht mehr so dringend brauchte wie gerade jetzt. Wenn er erst wieder in Britain wäre, würde er Viorla sicherlich nicht mehr wiedersehen...
Yamayu Feysala
19-06-2002, 14:26
Die Nacht war klar und still. Langsam drehte sie sich auf die Seite und schaute auf den leeren Platz, an dem normalerweise Gregorian schlief. Aber heute war sie allein. Viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Zu viele Menschen und für sie neuartige Gefühle wurden ihr in den letzten Wochen näher gebracht.
Langsam stieg sie die Leiter zum Dach hinauf. Dort angekommen stellte sie sich an den Rand und schaut auf das dunkle Meer hinaus auf dessen Oberfläche sich der Mond groß und klar spiegelte.
Eine Träne der Hoffnung, Liebe, Verzweiflung und vor allem Verwirrung störte die glatte Oberfläche des Wassers.
"Gregorian Silberson" hauchte sie in die Nacht. Der erste Mensch, der sah, welch Seele wirklich in ihr steckte. Die Frage, warum er sie liebte, stellte sie sich seit langem nicht mehr.
Noch vor ein paar Monaten hätte sie über solch Menschen, wie sie jetzt einer war gelacht und.....
Schnell schüttelte sie den Gedanken ab.
"Es ist Vergangenheit...." hörte sie Gregorians Worte widerhallen.
Ja, dessen war sie sich bewusst. Aber "er" ist genauso ein Teil ihres Lebens gewesen, wie die Gegenwart es jetzt ist.
Sie wußte, dass es "ihn" gibt. Sie wusste, dass "er" sie geliebt hat. Sie wußte aber auch, dass sie "ihm" den Rücken gekehrt hat und "er" sicherlich enttäuscht von ihr ist.
Bei dem Gedanken, dass "er" sie bei Schritt und Tritt beobachtete, strich es ihr kalt den Rücken hinab.
Langsam schüttelte sie den Kopf und versuchte an andere Dinge zu denken. An die lieben Menschen hier in Cove die sie kennen gelernt hat. An das Glück, das Leid....und irgendwo auch an die Gerechtigkeit die hier herrschte. So etwas hat sie in den 18 Sommern vorher nie erlebt.
Jeder Mensch in diesem Dorf hat einen anderen Charakter und trotzdem gibt sich jeder mit dem anderen Mühe.
Da gab es den sensiblen und einfühlsamen Harl Kean der sie auf seine spezielle Art und Weise beeindruckte. Dann gab es die Bardin Aurelia deren Gegenwart sie zu schätzen weiß, und die frech aber liebenswürdig ist. Dann gab es Gwendolyn....eine Frau wie sie noch nie eine sah. Sie beeindruckte Viorla sehr.
Mit einem Seufzen drehte sie sich um und schaute hinauf zu den Sternen. Dann gab es noch einen Mann, an dem sie nicht aufhören konnte zu denken. Er hieß Vadrak und war ein Gläubiger Glarons. Vielleicht aus Gewohnheit schmunzelte sie und schüttelte leicht den Kopf. Sie sah auf ihre Füße. "Ob er mich mag? Ob er gemerkt hat, dass ich seinen Glauben nicht teile?" schnell schüttelte sie die Fragen aus dem Kopf und kniff die Augen zusammen. Diese Gedanken und Fragen, Gefühle und Verwirrung hämmerte in ihren Kopf. Langsam sackte sie zusammen und saß noch einige Stunden im Mondenschein. Langsam....ganz langsam fing es an zu Dämmern. Die strahlen streichelten ihre Wangen. Sie sah zu der Sonne und ein leichtes, kaum sehbares Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen............
Vadrak Larthay
19-06-2002, 17:07
So war es nun entschieden: Noch heute würde der Templer aufbrechen, um in weit entfernten Landen die Großinquisitoren aufzusuchen und ihnen über die Mißstände zu berichten, die in Britain herrschten, vorzutragen, welchen Schaden die Inquisitoren Britains am Bilde Glarons zu verantworten hatte. Er hoffte und betete inständig, daß man ihn vorließe, ihn anhörte und ihm auch Glauben schenkte.
Wohl war Vadrak nicht bei dem Gedanken, gerade jetzt Cove zu verlassen, aber ebenso wie der Herzog wußte er um die Notwendigkeit seines Tuns. "Wir werden uns alle in Britain wiedersehen", murmelte er, wie um sich selbst Mut zuzusprechen.
Seine wenigen Habseeligkeiten warteten bereits fertig gepackt darauf, an seinem Sattel befestigt zu werden. Er wollte sich nur noch von einigen Leuten verabschieden, bevor er aufbrach, denn er würde sehr lange unterwegs sein und wußte nicht, ob er bei seiner Rückkehr alle seine Freunde gesund und munter vorfinden würde. Ein leiser Sehnsuchtsschimmer schlich sich in seine Augen. Vor allem von einer Person wollte er unbedingt Abschied nehmen. Viorla! Er wollte nicht gehen, ohne sie zu warnen, selbst wenn es bedeutete, daß er ihr seine Gefühle offenbarte. Er seufzte resigniert - es mußte sein. Auch auf die Gefahr hin, daß sie sich über ihn lustig machen würde: Die Lage war zu ernst, um seine eigenen Gefühle auf ihre Kosten zu schonen.
Seine Gedanken glitten zurück zum gestrigen Tag, zurück zu den Stunden mit Sianne und ein unwillkürliches Schaudern überfiel ihn, ein Gefühl der Kälte breitete sich in seinem Inneren aus. Er schloß die Augen und betete voller Inbrunst zu Glaron, daß er Sianne schützen möge. Sie hatte jeden Schutz nötig! Sorgenfalten durchfurchten Vadraks Stirn, als er an ihr Gespräch dachte. Sie schien zwar fest in ihrem Glauben, doch in Vardraks Augen stand ihr Glaube auf tönernen Füßen, da sie dazu neigte, auch Sagengestalten, hilfreichen oder bösen Geistern und ähnlichen nicht erklärbaren Mächten Götterstatus zuzubilligen. Es gab nur einen Gott und das war Glaron! Solange sie dies nicht bekannte, war sie keine wirklich Gläubige. Der Templer würde dieses Thema in ihrer Gegenwart jedoch nie wieder anschneiden. Bei dem Gedanken daran, was beinahe geschehen war, wurde er so bleich wie frischgefallener Schnee. Auch so würde er sich niemals verzeihen können, daß sein Glaubenseifer um ein Haar alles, wofür sie hier kämpften, zunichte gemacht hätte.
Siannes an sich harmlose Erzählung darüber, was sich vor einiger Zeit mit den Drachen zugetragen hatte, hatte sich zu einem religiösen Disput entwickelt, und Vadrak hatte seiner Meinung Ausdruck verliehen, daß ihr Glaube nicht dem wahren Glaronsglauben entsprach. Völlig unvorbereitet hatte er sich dem Dämonen in ihr gegenüber gesehen, der dem Templer mit zynischem Lachen dankte für seine aufklärerischen Worte. Es war Vadrak so vorgekommen, als habe sich eine eisige Hand um sein Herz gelegt und fest zugedrückt. Sofort hatte er seinen Fehler gesehen, aber es war bereits zu spät für Reue, die Worte waren gesagt, der Schaden angerichtet. Der Dämon spielte nun auf grausame Art mit ihm, zeigte ihm, was Vadraks Worte für eine verheerende Wirkung auf Siannes Widerstandskraft hatten, wie sehr sie litt, wie sehr andere Unschuldige in Zukunft würden leiden müssen durch seine, Vadraks, Schuld. Niemand konnte ermessen, welche Qualen der Templer bei diesem Gedanken empfunden hatte und auch jetzt noch empfand. Nur mit großer Mühe hatte er seine Selbstbeherrschung bewahrt, war nicht in Hoffnungslosigkeit und Glaubenszweifeln versunken, sondern hatte sich wieder gefangen und dem Dämon entgegen gestellt. Der beschwor darauf einen Seelenlosen und deutete an, daß das Schicksal seiner Freunde so aussehen mochte, durch seine Schuld. Den Templer überkam grenzenloses Mitleid mit dieser armseeligen Kreatur, so daß er Glaron um Gnade für die Seele dieses gequälten Geschöpfes bat - und Glaron erhörte ihn, der Seelenlose war erlöst! Der Dämon wollte ihn darauf hin herausfordern, mit ihm um Sianne zu kämpfen, doch als sie das Antimagiefeld verließen und Siannes magisches Schwert wieder an Macht gewann, war der Bann des Bösen gebrochen und Vadrak hatte die kraft- und hilflose Sianne in Armen gehalten.
Lange hatten sie noch geredet. Er hoffte inständig, daß er sie davon überzeugt hatte, daß er niemals an ihrem Glauben zweifelte. Auch wenn er von Siannes Glauben nicht wirklich völlig überzeugt war, so durfte sie das niemals erfahren, denn es würde ihren Untergang bedeuten und die Macht des Bösen unermesslich stärken!
Wie hatte er Sianne nur so ihrer Stütze gegen die Finsternis berauben können? "Glaron sei gnädig!", flehte der Templer verzweifelt, "Alles, nur laß die Worte des Dämons niemals Wirklichkeit werden! Niemals! Niemals! Glaron, steh uns bei!"
Sir Dante
19-06-2002, 17:13
Uralte Augen sahen vom dem Gebirge hinab. Die Dämmerung war nurnoch ein fahles Licht, eine Erinnerung an den Tag gewesen und dort unten waren sie. Britains Armee lagerte in dem kleinen Tal. Es war noch nicht lange hergewesen das ihr Banner in der Ferne, weit von Britain wehte. Sie waren mit diesem Herzog zurückgekommen, siegreich sogar, doch sollte es nun ein Krieg im eigenen Land werden - gegen die Eigenen. Die vielen Soldaten sassen um ihre Feuer und Zelte herum und gingen ihrer Ruhe nach. Sie wussten nicht das sie schon lange beobachtet wurden.
Kurzer Schwingenschlag und dann das Aufsetzen. Bedurak war umgeben von zwei seiner Drachen. Sie waren recht jung, ungestüm in ihren Gedanken doch gehorchtem sie ihm, gehorchtem seinem Urteil. Erst vor kurzem war Bedurak in Cove gewesen und hatte mit seinen Paktwahrern gesprochen. Sie waren sich ihrer Aufgabe, ihrem Schicksal wohl bewusst und auch er wusste was der Pakt vom ihm verlangte. Mit einer seiner Pranken deutete er auf das Lager hinab. Sie wussten das diese kleinen Menschen dort unten, in Gold gepanzert und begleitet von ihren Kriegsmaschinen den Tod bringen wollen...doch diesem erliegen werden. Schwefel umspielte seine Nüstern während er seelenruhig dem Treiben zusah. Bald würde er und die Seinen über sie kommen, sie opfern für etwas grösseres wie ihr klägliches Soldatenleben.
Sein Wort war Bedurak heiliger wie jedes Gebet eines Menschen an seine Gottheit. Ein Gebet hält nur bis zum nächsten Gedanken, sein Wort überdauerte sein Leben...und es dauerte schon länger an als das der Menschheit selbst an.
Diese Frau, Sianne, war in Cove gewesen und sie trug die Klinge der Tycuahele an ihrer Seite. Der Kreis verdichtete sich zusehens. Der Erzdämon, Tycuahele, Britain, Cove, Herrschaft, Glauben, Elfen und Menschen - sie alle tanzten um das Schicksal herum, woben es zu wüsten Totenkleid.
Schon damals warnte er die Menschen das Drachen nicht mehr lange unter ihnen sein werden. Die Kinder mussten lernen auf eigenen Beinen zu stehen, selbst zu sein. Vom ersten Tag an sah der alte, rote Drache ihnen zu. Würden sie lernen?
Bedurak wendete sich vom Lager ab und mit ihm die beiden anderen Drachen. Bald würde die Frucht reif sein gepflückt zu werden. Ein Pakt steht über dem Leben, steht über allem.
Herzog Jarl
19-06-2002, 18:04
Jarl erwachte, doch öffnete nicht die Augen. Erinnerungen liesen ihn Träumen, liesen ihn wie so oft wachwerden. Dieser Augenblick war das Zwielicht. War er wirklich wach?
Seine Gedanken schweiften langsam über die letzen Tage, streichten über einzelne Bilder, umgarnten sie, machten sie sichtbar vor seinem Auge.
Netarmas...
Die Nachricht seines Todes war so unwirklich. In treuer Wache auf dem Steg war er. Sein Stolz, seine Blutsteinrüstung brachte ihn zu Fall, zog ihn in die Tiefe. Sein weltliches Glück war sein weltliches Ende. Möge Glaron seiner Seele gnädig sein.
Jarulf...
Welch ein Narr! Durch seinen Leichtsinn gerieten drei der Unseren in Gefangenschaft. Erschöpft kam Jarl nach Cove zurück und fand das Chaos vor. Es war keine Zeit für lange Reden. Schnelles Handeln, eine schnelle Rettung war nötig bevor sie hätten weggebracht werden können. Seine Worte waren klar und deutlich und sie zogen in zwei Gruppen los. Erinnerungen an seine beiden Explosionstränke welche er in ihre Reihen warf kamen vor sein Auge. Die schwarz Gepanzerten gingen einfach durch das Feuer auf ihn zu, scheinbar jedem Schmerz trotzend. Es war mehr wie nur Loyalität der Soldaten...
waren es wirklich noch Menschen mit Seelen?
Seylarana...
So oft wachte er auf, ihren schmerzvollen Blick auf ihm haften. Er hatte es einst versucht ihr zu erklären, doch steckten die Worte in seiner Kehle fest. Er versuchte es...versuchen reicht nicht.
All das was sie verband musste doch mehr gewesen sein wie "einfache" Liebe und Leidenschaft. In seinen Augen war es immer mehr und es war schon immer sehr verwirrend. Sey ging aus Cove und hinterlies ein Loch in Allen. Er schlich sich aus Cove, kaufte sich ein Pferd und ritt durch ganz Britainnia. Orte welche er von ihr kannte, ihr Haus in Britain und langsam Ortschaft für Ortschaft nacheinander. Erschöpft nach einem Tag auf dem Pferd wurde er in Minoc fündig. Ihr altes Haus wer der Schlüssel. Dies war sein Augenblick. Er wollte erfahren ob er recht hatte...recht damit das es mehr war wie ein Gefühlsabenteuer. Jarl redete lange und ohne unterlass doch kam ein Wort wirklich an ihr Ohr. Er wollte nicht aufgeben. Schon zuviele starben in dieser Zeit. Nur langsam sah er es. Sey war zusehr verletzt. Alles was sie war war nur eine Hülle. Sie sagte es selbst...sie war nie etwas anderes. Jarl erfüllte sie, macht erst Sey wieder zu sich selbst. Einst sah er soetwas bei Anderen doch schüttelte er nur den Kopf. Es erinnerte ihn damals an bessere Spielzeuge - doch Seylarana war kein Spielzeug! In Hoffnung hinterlies er seinen Reisestein bei ihr auf das vielleicht irgendwann sie reden konnten, sie vielleicht einen Weg finden würden.
Jarl schüttelte leicht den Kopf und verbannte die Gedanken. Er brauchte Ruhe. Niemand wusste das er kaum schlief. Alchemistische Tränke hielten ihn oft wach, hielten ihn bei Verstand. Es wurde Zeit wieder zu schlafen. Er drehte sich langsam auf die Seite und verfiel langsam wieder in einen leichten Schlaf.
Vadrak Larthay
20-06-2002, 10:42
Es war geschehen: Das magische Tor, das aus Cove hinausführte, hatte sich hinter ihm geschlossen. Nun ritt er allein durch die Einsamkeit der Wildnis auf die ferne Stadt zu, welche den Hauptsitz der Inquisition beherbergte. Seine Gedanken jedoch und seine Sorgen blieben bei den Menschen, die er zurücklassen mußte. Kurz verhielt er sein Pferd und dachte mit Dank im Herzen an all seine Freunde in dem eingeschlossenen Dorf. "Möge Glaron seine Hand über alle halten und geben, daß wir uns alle gesund wiedersehen werde!" Entschlossen gab er dem Pferd die Sporen. Doch die Sorge um diese Menschen, die er liebgewonnen hatte, ritt mit ihm.
Melina Govaine
20-06-2002, 13:00
Lange sass Melina an dem Grab ihres Kindes, dachte sehr lange darüber nach, was geschehen war. Sie war in die feindlichen Linien gerannt... hatte auch einen Soldaten besiegen können... ihre Gefährten waren ihr hinterher geeilt, um sie wieder in das Lager zu holen.
Sie weigerte sich zunächst von ihrem Vorhaben abzulassen, doch als es bereits zu spät war, zeigte sie sich willig zurückzukehren. Schwer getroffen von einem Schwerthieb eines feindlichen Soldaten sackte Melina zu Boden, um sie herum wurde alles schwarz und dann.. war es vorbei...
Irgendwann... im Haus des Heilers erwachte sie.. versuchte sich zu orientieren. Gregorian war bei ihr und schaute sie traurig an... das. was befürchtet wurde, war traurige Gewissheit geworden... ´Melinas Sohn, der noch nie das Licht der Welt erblicken durfte, was tot...
Immer wieder musste sie an die schrecklichen Worte des Herzogs denken, an die Beschuldigungen seinerseits, die alle wahr waren.. letzendlich war sie es, die ihr Kind tötete.
Ihre Verantwortungslosigkeit hatte ihn ermordet...
Langsam ging sie zu ihrem haus in Cove... in ihrem Kopf schwirrten viele Gedanken...sicher würde Sadinon sie verlassen, sicher wollte er keine Frau, die ihren Sohn getötet hat, sicher würden sich alle von ihr abwenden...
Vor ihrer haustür blieb Melina stehen und sagte zu sich selbst: Nein! Die ganzen Tage zerfloss sie vor Selbstmitleid, die ganzen Tage liess sie zu, dass sie immer mehr durchdrehte.
Doch damit ist jetzt Schluss! Die anderen Mitstreiter schaffen es ja auch, obwohl es ihnen schlecht geht,die Nerven zu behalten!
Sie würde es auch schaffen, sie würde stark sein, würde es ertragen...
Sie hat viel wieder gutzumachen, bei ihren Freunden, bei ihrem Mann, bei dem Herzog, und bei sich selbst... und natürlich bei ihrem toten Sohn... den sie jeden Abend in ihrem Gebet zu Glaron mit einbezog...
Gwendolyn Rikor
20-06-2002, 16:48
Langsam legte Gwen sich am Südende des Hangs in ihrer Ecke auf die Bretter nieder. Einmal mehr diente ihr Rucksack als Kopfkissen, und einmal mehr dachte sie über die vergangenen Tage nach:
Die Gefangennahme, die Befreiung, Streiterein und Kleinkriege hatten das Lager beherrscht. Und der Tod war allgegenwärtig. Sie erinnerte sich zurück, wie sie Melina und Gregorian angebrüllt hatte, als sie versucht hatten, Harl zu helfen. Sorgenfalten traten auf ihre Stirn. Würden sie es je lernen? Unweigerlich trieben ihre Gedanken zum Letzten ereignis um Mel: Wie sie in blinder Wut durch das Tor rannte und sich auf den Feind stürzte. Sie sah sich selbst, wie sie die zusammengebrochene Melina zusammen mit Aris zu Clive trug, sah sich selbst, überströmt von Mels Blut, vor dem Haus sitzen und seit sehr langer Zeit eine Bitte in den Himmel zu richten: Sie bat um das Leben des Kindes, das in Mel schlummerte. Sie sah sich selbst, wie sie zusammengekauert vor der Haus saß, und nicht einmal bemerkte, dass sie mit Jarl selbst sprach und ihm klagte, wie sehr sie sich vom Herzog verlassen fühlte, und dass sie es nicht mehr glauben konnte, dass der Herzog sie hier in Cove haben wollte.
Ihre gedanken schweiften ab: Der Tod des Kindes, ihr mehr oder weniger Zusammenbruch und die anschliessende Totenwache. Sie dachte zurück an das lange Gespraech auf dem Wall mit Vadrak, waehrend der Wache. Und sie sah in seinen Augen die Geruehrtheit zweimal: Einmal, als sie die Wache einlaeutete, und dem uralten Brauch folgte, und den brennenden Pfeil in den Östlichen Horizont entsandte. Das zweite mal, als sie die Totenwache abschloss, und einen Pfeil, nicht entflammt, dem westlichen Horizont entsandte, und (da sie den vollen Text nicht mehr wiedergeben konnte) den Refrain des uralten Liedes sang, und dem Toten die letzte Ehre erwies.
Und sie hörte Vadraks Worte widerhallen in ihren Gedanken.... Glaron, Götter und anderes. Und wie sie doch allgegenwärtig wären und sie nur zu blind sei, die Zeichen zu sehen.
Abermals drifteten ihre Gedanken ab. Ein Bild kristallisierte sich vor ihem geistigen Auge, und sie sah sich Jarl und Aris im Haus der Stille gegenüber. Sie hörte sich selbst aus ihrer Vergangenheit erzaehlen, und dem Herzog und Artis erklaeren, warum sie manchmal so reagierte, wie sie es eben tat. Sie musste unweigerlich laecheln. Jarl.... sie hatte bereits einmal hinter seine Mauern blicken dürfen, damals, im Hafen. Aber das hier? Er stellte sich ruhig hin, in seiner fast schon beneidenswerten Ruhe, und hörte sich geduldig alles an, was sie vorbrachte. Und zum ersten Mal seit langer Zeit, konnte Gwen ihr Herz ausschütten. Sie konnte einem Menschen sagen, was sie in ihrem innersten Empfand, mit allem was dazu gehörte. Denn in diesem Moment wusste sie, dass Jarl verstand. Sie wusste, diesmal sprach auch sie mit dem Menschen. Und irgendwie veraenderte sich das Bild ihres Schutzbefohlenen während dieses Gespraechs. Er war nie sehr weit ueber ihr gestanden, von ihrem eigenen Gefühl her nicht. Und doch fiel und erhob er sich zugleich vor ihr. Er fiel auf ihre Stufe herab, scherte sich nicht darum, dass er Herzog war, und zugleich hob sie ihn an, und betrachtete ihn als Freund, der da sein würde, wenn sie ihn brauchte.
Der Blick wurde langsam immer verschwommener und langsam umfingen die sanften schwingen des schlafes ihre Gedanken. Und so schlief sie mit dem dem unwirtlichen Gedanken ein, dass sie niemanden hatte, an den sie sich jetzt kuscheln konnte. Das niemand in ihrem Herzen war, der über die Freundschaft hinausreichte. Das letzte was sie spürte war die Leere, die sie umgab....
Yamayu Feysala
20-06-2002, 20:44
schluchzend saß viorla an die wand gelehnt in einem außenstehendem haus und versuchte sich zu beruhigen.
"was habe ich mir gedacht.....wieso habe ich gehofft....er wird immer da sein....ich bin dazu verdammt meinen liebsten weh zu tun..."
mit einem knall zischte ihre hand an ihre wange und sie hörte schlagartig auf zu weinen.
"reiße dich zusammen viorla lyth!" sagte sie laut in den kleinen, altriechenden raum hinein.
sie wußte, dass gregorian sie liebte. aber genauso wußte sie auch, dass es keine wahre liebe war.
wenn sie ihn ansah, sah sie die hoffnung aus seinen augen strahlen und manchmal sah sie aus verlegenheit oder sogar schlechtem gewissen fort.
noch nie in ihrem leben hat sie "liebe" kennen gelernt.
war liebe, einen menschen mehr zu mögen als all die anderen? wenn ja, dann liebte sie gregorian.
war liebe aber auch, an keinen anderen mehr zu denken als an ihn?
wenn ja, dann liebte sie ihn nicht.
grob fasste sie sich in die haare und ballte die hände zu fäusten.
warum fühlte sie sich in vadraks nähe sicherer und besser aufgehoben als an der seite gregorians? die frage schien ihr den letzten hoffnungsschimmer aus den sonst so leuchtend grünen augen zu stehlen.
sie hat vadrak weh getan, dass sah sie am gestrigen tage in seinen augen...nun würde sie greg weh tun.... da sie ihn nicht so behandeln konnte wie sonst immer.
sollte sie zu "ihm" zurrückkehren.... ihn um verzeihung bitten und all diese verwirrenden gefühle vergessen....-"verdrängen trifft es eher" hallte es in ihrem kopf.
mit einem flehendem blick sah sie in an die zimmerdecke.
ihre tränen trockneten langsam, ihr gesicht versteinerte sich zu einem unnahbaren und ihre augen schauten leer in die Ferne.
Still sass sie dort wo sie in letzer Zeit immer saß, auf dem Dach des Hauses der Stille. Sie blickte hinaus aufs Meer, der Seewind ging ihr durch die langen schwarzen Haare die sie in Moment offen trug.
Einsam ist es hier so allein, dennoch ist es schön.
Die Ruhe die das leise Krachen der Wellen tief unter ihr auslöste und das beruhigende Lied der Klinge an ihrer Seite, was sie nicht hörte sondern auf gewisse unbeschreibliche Art spürte, genoss sie trotz ihrer Einsamkeit. In die Stadt durfte sich nicht mehr gehen, das hatte sie Vadrak versprochen, es wäre zu gefährlich für sie und auch die anderen. Denn dort war das Lied des Schwertes der Tycuahele viel leiser, denn die Magie war dort gestört. Das bedeutete Gefahr für sie und ihre Gefährten, da hatte Vadrak schon Recht. Denn ER ruhte nicht und wollte sie noch immer haben. Mit Schrecken dachte sie an die Worte zurück die sie Vadrak entgegenschleuderte, und wie sie wieder nach der Dunkelheit in ihr gegriffen hatte um dieses Seelenlose Monster herbeizurufen. Der Gedanke an den Geschmack der Finsternis liess sie fast würgen. Vadrak zweifelte an ihrem Glauben, das wusste sie und verletzte sie sehr. Wie könnte sie trotz ihrer Liebe und all ihrer Demut und Treue die sie gegenüber Glaron empfand die anderen Götter als Geister titulieren?
Es wäre undankbar Tycuahele gegenüber, die ihr Auge ebenfalls auf sie legte. Dennoch war er sich so sicher, in seinen Augen glänzte die Überzeugung das Glaron der einzige war. Ob Glaron guthiess wenn man seine Brüder und Schwestern verleumdnete?
Sie verwarf den Gedanken. Es ist irrelevant, was zählt sind die Taten und das Herz einens Menschen, hat man Glaron im Herzen und handelt in seinem Sinne so ist es wirklich egal was man von den anderen denkt. Vielleicht ist es das, die anderen sind ihm egal, er sieht den großen Glaron in seinem strahlendem Antlitz und hat die Existenz der anderen vergessen. Möglicherweise ist das die Vollkommenheit. Wenn dem so ist war sie in der Tat noch fern davon, denn bereit alle anderen zu verleudmen...nein das war sie nicht.
Es kommt nicht oft jemand hier her, dachte sie dann und dachte über die Frau nach die gerade hier war. Sie hatte keine Angst vor dem was auf sie alle wartete, es war bewundernswert, dennoch, was man nicht kennt kann man nicht fürchten, sie hielt De Mar noch immer für einen Mensch.
Auch als Sianne ihr die ganze Geschichte erzählte zeigte sie keine Furcht. Sie wird gut kämpfen können, ohne die Furcht in den Knochen. Kämpfen wie sie alle mussten.
Und dann sah sie die Silhouette des Schiffes, die Lichter am Bug und Heck des Schiffes liessen sie erahnen. Ein großes Schiff. Sie würden wieder auf uns schießen, das wusste sie.
Sie hatte gespürt das sie wiederkommen, oder vielleicht hatte es auch der Seewind ihr gesagt, unterbewusst, so wie der Wind ihrer Freundin Helen oft etwas sagte. Helen - wo war sie bloss?
Sie tauchte auf und verschwand wieder, mitten in dieser Belagerung, und sagte dennoch sie könnte nicht zaubern. Ihre Freundin gab ihr nach wie vor Rätsel auf.
Eilig stand sie auf und verschwand die Leiter hinab um sich in Deckung zu bringen, Die ersten Kanonenschüsse waren schon deutlich zu hören...
Sir Ismael
21-06-2002, 06:52
...GEBT FEUER!
Der Erste Offizier rief den Befehl zu seinen Kanonieren. Sekunden darauf war das ohrenbetäubende Brüllen der Elf Kanonen Breitseite allgegenwärtig, die Luft stank nach Pulver und Schweiss von Männern, selbst der Seewind konnte es nicht zerstreuen. Kinton hatte sich zurückgezogen ins Heck des Schiffes, er wollte nicht so nah an den Kanonen stehen, sie waren ihm zu laut. Er blickte hinüber nach Cove, wo man schon Aufblitzen von Einschlägen sehen konnte.
Was waren das wohl für Menschen die dort hausten, und einer ganzen Armee trotzen? Sie werden dem Vernichtungsfeuer nicht lange standhalten, auch wenn sie erbitterten Widerstand leisteten und tatsächlich geschafft haben eine Fregatte zu versenken. Nach Wochen von Kanonenfeuer, Die Landstreitmacht wird es einfach haben sie zu überennen. Bisher waren nur kleine Schiffe hier gewesen, die großen lagen noch immer dort draussen und warteten. Ihr Tod war nur eine Frage der Zeit.
Doch konnte er keine Erleichterung oder Vergnügen dabei empfinden. Das Vorgehen dieses Statthalters zeigte doch nur, daß sie in gewisser Weise doch richtig handelten.
Schaudernd dachte er an die Gischttänzer, ein Leichtes Schlachtschiff der Marine, schnell und gut bewaffnet mit erfahrenen Männern. Versenkt durch ihre eigenen Kameraden. Sie wollten fliehen, wollten nicht das Feuer auf ihre eigenen Leute erwidern, und auch nicht auf Cove feuern. Es hat ihnen den Tod gebracht. Nicht einer hatte überlebt.
Nein, klüger war es den Befehlen zu gehorchen, nur als ehrlicher Soldat würde er diesen Krieg überleben.
Diesen Krieg, Krieg gegen die eigenen Männer.
Es nagte an ihm.
Eine Explosion riss ihn aus den Gedanken. Es war kein Abschussknall einer Kanone. Nein, das Schiff brannte!
Eine weitere Explosion warf ihn von den Füssen, als sein Rücken mit Splittern übersät wurde. Aber selbst zu schreien hatte er keine Zeit. Er musste runter von diesem Schiff, und zwar schnell.
So sprang Kinton in die Fluten und begann Richtung Cove zu schwimmen, sein Überlebenswille liess ihn den Schmerz und die Verletzungen vergessen.
Er würde sich ergeben in Cove, diese Leute dort müssen Mitleid haben! Er war nur ein Seemann und kein Mörder. Und sie waren sicher auch keine Mörder. Er war nur ein ehrlicher Soldat...
Die Explosion der Pulverkammer liess ihn kurz vor Schreck hinabtauchen. Er hatte das Schiff schon weit hinter sich gelassen, sonst wäre er sicher tot, das wusste er.
Mit letzer Kraft erreichte der Maat Kinton das Dock von Cove, zog sich hinauf und war froh dieses Ufer erreicht zu haben.
Doch es sollte sein letztes Ufer sein...
Sir Ismael
21-06-2002, 07:01
Lotharan las in aller Ruhe die Berichte.
Ein Schiff verloren, Cove nach wie vor nicht eingenommen.
Diese Ketzer mussten sich düsterer Magie bedienen, soviel war klar. Keine Stadt konnte gegen ein solches Heer standhalten.
Und Jarl war ein gefährlicher Mann. Er war nicht zu unterschätzen. Möglicherweise war dieser Jarl selbst eine Kreatur der Finsternis, und deshalb so mächtig. Ja ein leibhaftiger Dämon hatte über Britain geherrscht, vertrieben durch die heilige Inquisition. Doch wird er sich nicht geschlagen geben. Aber was konnte er bloss tun?
Lotharan stand auf und lief im Zimmer auf und ab wie ein eingesperrter Wolf.
Baron De Mar scheint auch fähig zu sein, zumindest macht er nicht an falschen Stellen Kompromisse.
Der Verrat musste schon im Keim erstickt werden, wie mit dieser Händlergilde, denn sonst wäre alles verloren. Nein, Baron Firough de Mar tat genau das richtige.
Zumindest um die Stadt musste sich Lotharan keine Sorge mehr machen, sie wird bald wieder im Lichte Glarons erstrahlen, ohne Makel und ohne Schatten.
Und dann könnte er von hier fortgehen, dorthin wo Glarons Licht gebraucht wird.
Sein Blick wanderte wieder auf die Landkarte.
Aber was wird bloss mit Cove?
Diese Frage beschäftigte ihn noch lange...
Sir Dante
24-06-2002, 15:33
Bedurak lag in einer fernen Höhle mitten in der fernen Wildnis. Wie in Gedanken versunken schnitt er mit einer Pranke einem in der Ecke eingeschlossenem Schaf immer wieder den Fluchtweg ab. Das wollige Tier blögte laut, doch hörte der alte Drache es überhaupt? Sein Appetit war ihm vergangen.
Er erinnerte sich zurück an seine Worte in Cove.
"Ich werde euch die Zeit verschaffen um zu handeln."
Er wusste schon vor Tagen das Britains Kriegsarmee auf Cove zumaschierte, wusste das es hundert Gepanzerte waren. Diese Menschen hatten viele Kämpfe bestritten und waren nie zu unterschätzen. Sogar drei Drachen hatten sie trotzen wollen. Viele währen gleich bei dem Anblick um ihr Leben gerannt, aber sie waren anders. Bedurak erinnerte sich mit traurigen Augen an Schreie, Fauchen und Brüllen von Drachen und menschlichen Kehlen. Er sah wieder die Seinen unter schweren Schlägen und Stichen zu Boden gingen, sich nicht ihrem Schicksal ergeben wollend. In nur wenigen Atemzügen starben zwei Drachen und über 50 Menschen. Erst als Bedurak sich in die Lüfte erhob und sie im Zorn in Feuer tauchte ergriff die Weisheit der Flucht ihre Herzen.
Wieviele waren sie noch? Wieviele Drachen lebten noch auf den riesigen Flächen Britainnias?
Das penetrante Blöken des gefangenen Schafes holte ihn wieder zurück von seinem Gedankenpfad. Ungehalten über diese Störung schwingt eine Pranke dem Schaf entgegen, es gegen eine Wand schlagend. Das Wolltier verschwindet im Schatten als es zu Boden fällt und die ersehnte Ruhe tritt ein.
Langsam drehte sich der verwundete Drache mit dem Kopf zu Eingang der Höhle. Der Pakt hatte viel von ihm verlangt und er musste ruhen. Nun lag es an den Menschen ihren Teil zu beenden, ihre Aufgabe zu erfüllen. Langsam sinkt der Kopf zu Boden, doch weiter über den Eingang wachend.
Gwendolyn Rikor
14-07-2002, 23:49
Viel Zeit ward ins Land gegangen, seit De Mar gefallen war. Ruhe war eingekehrt unter der Bevölkerung des Landes. "Beinahe zu ruhig schon" dachte Gwen schmunzelnd, als sie die Garderuestung aus der Truhe nahm und ueberstreifte. Sie sollte recht behalten. Ein Wachgang voll Routine, zumindest größtenteils. Zeit genug um die Aufenthalte in den Banken und der Schriftenhalle zu verlängern und die letzten Neuigkeiten mit Ross, Brennan und Sabrina auszutauschen. Einerseits war sie froh wieder hier zu sein, andererseits wusste sie vor lauter Zeit nicht, was sie tun sollte. Mit dem Untergang De Mars hatte sich Britain veraendert. Immer mehr ausgestorbener, wenngleich viele neue Gesichter durch die Strassen huschten.
Wieviele Wochen waren ins Land gegangen? Sie wusste es nicht einmal mehr genau. Es waren vielleicht schon Monate.....
Wo waren all die Leute aus Cove jetzt? Teils auf Reisen, teils in ihren ureigenen Alltag zurückgekehrt, teils einfach nicht mehr gesehen. So viele Dinge erachtete sie noch als ungeklaert, und wie es den Anschein hatte würden sie es noch eine Weile bleiben...
"Naja", fluesterte sie vor sich hin als sie den letzten Eintrag in das kleine Tagebuch machte, dass sie in Cove so regelmaessig beschrieben hatte "es hat auch sein gutes."
Die letzen Saetze standen schon auf dem inneren Buchrücken, da sie nicht mehr auf die vollgeschriebenen Seiten gepasst hatten:
Und so treibt die Zeit unweigerlich voran. Erst heute wurde es mir wieder klar, als ich Aris in der Goldenen Ente getroffen habe. Schwanger. Es ist schon verwunderlich, was alles neben uns und hinter uns geschieht, ohne das man auch nur eine Ahnung davon hat. Erunius aus den Klauen der Drow befreien, mit Jarl sprechen und weiter in Britain meine Runden gehen. Vielleicht auch mal wieder eine mit Markurius? Wir haben viel Zeit und sehen uns doch so selten. Du siehst, Tagebuch, es ist niemals wirklich vorbei. Niemals.....
Verschnoerkelte Initialen prangen unter dem Text. Bei näherem Hinsehen kann man die beiden ineinander verwobenen Buchstaben GR erkennen
Sir Ismael
02-08-2002, 03:02
Wiedereinmal sass Lotharan im Parke des Klosters, indem er nun schon soviele Tage verbracht hatte. Tage? Es waren nun schon Monate. Doch es konnte nicht lang genug sein.
Langsam stand auf und ging zu dem kleinen Teich, an dem er jeden Tag war und in den er jeden Tag hineinblickte.
Auch heute blickte er in den Teich und betrachtete sein Spiegelbild.
Nichts war dort zusehen von dem Manne der er einst war.
Der kahlgeschorene Kopf eines Mönches war in dem sich durch den Wind leicht bewegendem Wasser zu sehen.
Es war keine Strafe es war seine eigene Entscheidung gewesen, sein Amt niederzulegen. Damals als er vom Herzog selbst hörte, wer dieser Mann war, dem er den Thron anvertraut hatte, dem er all diese Menschen anvertraut hatte, Eine ganze Stadt.
Der Herzog hatte keinen Brass auf ihn empfunden, nein, nur tiefstes...Mitleid...
Er hatte vor dem Antlitz seines allmächtigen Herren versagt und war selbst zum Ketzer geworden, einem Verbündeten des Schattens. Das Blut von vielen unschuldigen Menschen, Nein, gar die Verdammnis der Seelen vieler Unschuldiger klebten an seinen Händen. Der Gedanke ließ ihn erzittern.
Wenn man durch seinen eigenen Stolz den Blick für sein Umfeld verliert, wenn man durch seinen eigenen Stolz vergisst was Demut ist, so ist dies der erste Schritt zur Dunkelheit.
Immer wieder ging in dieser Satz durch den Kopf. Er wusste nicht mehr wer ihn gesagt hatte. Er hatte ihn damals nicht verstanden.
Und nun hatte er schmerzend erfahren, was dieser Satz bedeutete.
Oh Glaron, erlöse all diese Toten von ihrem Leid...
vergib mir meine Schwachheit und Verblendetheit, vergib mir, errette mich vor der Finsternis die auf meiner Seele lastet.
Immer wieder sprach er still dieses Gebet aus. Hörte Glaron ihn? Würde er sojemanden wie ihm noch zuhören? So jemanden...
Was hätte er mit sich selbst damals getan? Läuterung? oder würde jegliche Läuterung zu spät kommen?
Langsam wendete er sich von seinem Spiegelbild ab, so als wäre es ihm zuwieder, ein Ausdruck der Bitterkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben...
Die Sonne ging ein weiteres Mal über dem Kloster auf. Die ersten Strahlen tasteten sich in die Dachkammer des Mönches.
Leise knarrend bewegte sich der Körper, an der Kordel einer Mönchskutte aufgeknüpft, in einem grotesken Schwingen hin und her.
Sir Ismael
02-08-2002, 03:22
Die Morgenssonne strahlte hinab auf den Wald, dessen Blätter sich goldgelb gefärbt hatten. Die Strahlen der Sonne waren schwach, denn sie stand tief am Himmel. Tautropfen im farbenfrohen Blätterdach warfen bizarre Lichtspiele in dieses.
Ein Gefühl des Friedens und der Ruhe war in diesem Wald gegenwärtig.
Der Hirsch trottete langsam und gemächlich über die Lichtung und blieb in der Mitte stehen. Er steckte die Nase in die Luft um eine Witterung aufzunehmen. Das Geräusch hörte er zu spät.
Die Wurfaxt schlug krachend in den Schädel des Hirsches ein und tötete ihn auf der Stelle.
Momente später brach eine Gestalt aus dem Geäst. Leicht gebückt ging sie auf den niedergestreckten Körper zu.
War es ein Mensch oder ein Tier....oder eine Mischung?
Ein zerlumpter Mann mit weissem Haar, über und über mit Schmutz besudelt und sich fast wie ein wildes Tier bewegend kauerte über dem Kadaver. Ein langes Messer öffnete rasch den Brustkorb des Tieres. Blut strömte auf den Waldboden, und die mit langen Nägeln bewehrte Hand griff in Das Tier hinein. Fast wie eine Klaue wirkte diese Hand. Das Herz des Tieres mit einer Hand vor sich haltend schien die Kreatur einige zufriedene Laute auszustossen. Ich danke dir Meister, für deine Gaben! krächzte das Geschöpf fast unverständlich, und verfaulte Zähne gruben sich in das Herz des Hirsches. Die andere Hand der Kreatur liebkoste etwas was wie ein langes, grosses Fellbesetzes Spinnenbein aussah. Die Kreatur erhob sich nachdem sie das Herz vollends verschlungen hatte, nahm die Axt und stahl sich wieder in den Wald hinein. Der Kadaver des Tieres blieb ansonsten unversehrt zurück.
Und mit sich trug Colby das Bein seines Meisters....
ENDE.
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