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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geschichte des kleinen Glandor Hilperding


18-12-2001, 11:32
Ein vollgeladener Wagen rumpelt über die Straße nach Brittan. Auf dem Kutschbock sitzt ein alter grobschlächtiger Mann in einfacher Lederkleidung. Zwischen seinen Füßen steht ein riesiger Schmiedehammer. Neben ihm sitzt eine wunderschöne Frau, die sich angeregt mit dem Kutscher unterhält.

Frau: „Mussten wir unbedingt unsere angestammte Heimat verlassen, was hast Du Dir denn dabei gedacht. Jetzt fahren wir schon über zwei Wochen durch diese Lande und sind noch keiner Menschenseele begegnet. So langsam habe ich die Nase voll. Du mit deinen Hirngespinsten, das es in Brittan besser ist als in unserem gemütlichen Dorf.“

Mann: „Sei Still Weib, ich weis was ich tue, in Brittan wird unser Junge einst ein berühmter Schied werden, da bin ich mir sicher. Aber wo treibt sich der kleine denn schon wieder rum? (Schreit nach Ihrem Kind) Glandor, wo bist Du?“

Aus dem Gebüsch neben dem Wagen kommt ein kleiner Junge gelaufen und springt auf den Wagen.

Glandor: „Ja Vater, was ist denn?“

Mann: „Du sollst doch nicht im Wald spielen!“

Glandor: „Warum denn nicht, da gibt es so viele schöne Sachen zu entdecken!“

Der Junge springt wieder vom Wagen und läuft neben ihm her. Als die Sonne recht tief steht, hält der Mann den Wagen an und löst die Pferde vom Wagen. Die Frau begibt sich mit ihrem Sohn in den Wald um Feuerholz für das Nachtlager zu suchen. Nach einer halben Stunde sitzen alle drei ums Feuer herum und essen ihr Abendmahl. Als es dunkel wird legen sie sich um das Feuer und schlafen bald ein.
Der Junge wird irgendwann in der Nacht wach und schaut sich neugierig um. Genau sagen, warum er wach wurde kann er nicht, aber nach dem er nichts verdächtiges sieht, weckt er seine Eltern nicht, sondern begibt sich in den Wald um sich auch etwas bei Nacht umzuschauen. Als er so ungefähr eine Viertelstunde ums Lager herum geschlichen ist, hört er komische Geräusche aus der Richtung ihres Nachtlagers. Er schleicht zurück und erkennt im Feuerschein ein gutes Dutzend Gestalten in Fellen und Lumpen, die sich an seinen Vater heranschleichen. Er stößt einen entsetzten Schrei aus als er erkennt das diese Monster Waffen in den Händen halten. Aufgrund seines Schreies springt sein Vater wie von der Tarantel gestochen auf und greift zu seinem Schmiedehammer, den er immer neben sich liegen hat. Glandor hat seinen Vater noch nie so schnell reagieren sehen. Einen geübter Kämpfer würde erkennen, das zu so einer Reaktion nur eine Person fähig ist, die jahrelange Kampf- und Kriegserfahrung besitzt. Auch hatte Glandor seinen Vater noch nie so entschlossen gesehen wie in dem Moment, als er die Monster erblickte. Der alte Mann stößt einen Schrei aus, der die Monster erzittern lässt und stürmt mit erhobenem Hammer auf sie zu. Daraufhin entbrennt ein erbitterter Kampf. Es sind aber zu viele Gegner auch für einen erfahrenen Recken, der in vielen Schlachten erprobt ist. Nach einer Viertelstunde Kampf liegen viel Gegner verstümmelt am Boden, aber auch Glandors Vater blutet aus vielen Wunden. Und immer noch sind zu viele Gegner am Leben, als das er den Kampf gewinnen könnte. Die Mutter von Glandor hat sich in der Zwischenzeit in den Wagen geflüchtet und ist aus dem Blickfeld von Glandor verschwunden. Nun da der Kampf in die entscheidende Phase übergeht, ruft Glandors Vater:

„Frau, lauf so schnell wie Du kannst! Dreh Dich nicht um, laufe!“

In diesem Moment erkennt Glandor eine dunkle Gestalt, die über und über mit Knochen, Feder und anderen dingen behängt ist aus dem Wald treten. Die Gestalt gestikuliert einmal kurz und ein schimmerndes etwas schießt aus ihren Händen und trifft den Vater tödlich. Vor angst zitternd hockt Glandor in einem nahegelegenen Gebüsch und traut sich kaum sich zu bewegen. Seine Mutter springt vom Wagen und versucht zu fliehen, aber die Monster schnappen sie schon nach kurzer Verfolgungsjagd.
Was Glandor dann noch mitbekommt sind für ihn nur wage Erinnerungen, die Monster töten die Tiere und schnappen sich alles was irgendwie brauchbar erscheint vom Wagen und machen sich grunzend und grölend mit seiner Mutter in die Dunkelheit davon. Glandor kann sich vor lauter Angst kaum bewegen. Dieser Umstand ist wahrscheinlich sein Lebensretter gewesen. Weinend und schluchzend schläft der Junge in seinem Versteck ein. Am nächsten Morgen macht er sich voller Verzweiflung auf den Weg Richtung Brittan. Dort kommt er völlig erschöpft nach weiteren drei Tagen Fußmarsch an. Ein Bettler weist ihm den Weg zur Schrifthalle.