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Alt 30.12.2003, 00:32
#6
Sintane Xar
Reisender
 
Registriert seit: 19 Nov 2002
Beiträge: 75
Eine kühle Brise weht über ihren am Boden liegenden zusammengekauerten Körper. Zerrissen sind ihre Kleider zerkratz ist ihr Leib, die fahl blasse Haut lässt die Adern hindurch scheinen, sie scheint fast wie Pergament. Ihr Haar zerzaust, liegt über ihrem Gesicht und verdeckt es gänzlich. Der leichte Morgenfrost klettert an ihren Beinen empor, wandert über ihren Körper, ruft jedoch keinerlei Regung hervor. Altes Laub weht um sie herum, fast ist es schon mit dem Erdboden verschmolzen, so wie sie. Langsam geht die Sonne auf, ihre Strahlen sind dünn und erwärmen die Umgebung nur schwach. Die Gräser recken sich empor als wollten sie der Sonne entgegen wachsen. Der Frost, welcher einst im Winter regierte, weicht nun den wärmenden Strahlen der Frühlingssonne. Leben kehrt zurück auf die Erde, erweckt die Geister des Frühlings und vertreibt die des Winters. Ein Lichtstrahl trifft auf etwas glänzendes, etwas Glänzendes an diesem matten, fast leblosen Körper. Eine leichte Bewegung der Hand ist zu vernehmen als diese von dem Lichtstrahl getroffen wird. Sie rollt sich auf den Rücken, das Haar noch immer ihr Gesicht verdeckt. Eine Stimme ist im Wind zu hören „Sei stark, steh auf“. Ein leises Stöhnen aus ihrem Körper dringt, ihre Arme verschränken sich um ihren Körper, umklammern ihn. Mühsam hebt sie einen Arm um sich das Haar aus dem Gesicht zu streichen. Als die Sonnenstrahlen auf ihr Gesicht treffen öffnet sie ihre Augen langsam und angestrengt, ihre Arme lösen sich aus der Umklammerung uns tasten den Boden um sie herum ab. Gras ist es was sie spürt, weiches, nasses Gras. Ihre Hände krallen sich in den Boden, ihre Beine regen sich, ihr Oberkörper zittert. Krampfhaft versucht sie sich aufzurichten den Blick in den Wipfeln der Bäume. Kurz versagen ihr die Kräfte und sie sackt zusammen, versucht es dann erneut. Als sie sich schließlich aufrichtet schließt sie die Augen und hält einen Moment inne, ein Keuchen ist zu vernehmen. An sich herunter blickend sieht sie ihre zerrissene Kleidung, versucht sie unkoordiniert zusammen zufügen. Ein Baum neben ihr, fast seine Äste zu ihr auszustrecken scheint, hilft ihr sich weiter aufzurichten. Wankend und schwach lehnt sie sich an diesen. Ihr Hände nun ihren Kopf fassend stöhnt sie erneut, als sie plötzlich Hufgetrappel vernimmt. Ängstlich und verstört versucht sie ein Versteck hinter dem Baum zu finden, späht in die Ferne aus der sie die Laute vernahm. Ihr Blick noch immer trüb und von Schmerz erfüllt erkennt sie zwei sich nähernde Reiter.
Vorsichtig macht sie einen Schritt nach vorn, hebt eine Hand um auf sich aufmerksam zu machen. Einer der Reiter zügelt sein Ross, verweilt einen Moment und reitet dann langsamen Schrittes auf sie zu. Als sie versucht etwas zu sagen ertönen nur krächzende Laute. Verzweiflung spiegelt sich in ihren Augen, als sie merkt dass sie sich nicht verständigen kann. Als sie weiter vor tritt versagen ihr die Beine und sie sackt zu Boden. Der Reiter steigt ab kniet sich zu ihr nieder und versucht sie wieder aufzurichten, während der andere argwöhnisch das Geschehen aus der Ferne beobachtet. Mit einer Hand versucht sie ihr Hemd ein Stück weit anzuheben. Als der Reiter die kleine schwarze Rose auf ihrem Bauch erblickt zögert er nicht und hilft ihr auf den Rücken des Pferdes zu gelangen. Schnellen Schrittes erreicht er den anderen Reiter „Ich weiß wer sie ist, wir müssen uns beeilen, sie ist nicht gut zurecht“. Sie reiten los in Richtung des Yil’Danischen Dorfes.
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