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Alt 16.08.2005, 20:13
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#14
Ebana Mashnakh
Reisender
 
Registriert seit: 23 May 2005
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Es traf sie wie aus heiterem Himmel, ohne Vorbereitung. Hörte es denn nie auf, wann findet Ebana endlich den Frieden und die Ruhe, die sie sich schon so lange ersehnt. War es denn nicht schon genug, dass kurz nach Kortans Heimkehr, Ebana direkt am Haus überfallen und beraubt wurde? Und reichte es nicht, das sie durch diesen Schock ohnmächtig wurde und für zwei Tage ihr Gedächtnis verloren hatte?

Nein, offentsichtlich nicht. Die Sticheleien der beiden Freunde, waren ihr nicht entgangen, auch nicht, dass sie der vermeintliche Auslöser war, blieb ihr nicht verborgen. Also sprach sie Kortan darauf an, ob er etwas gegen die Freundschaft zwischen ihr und Marn hätte. Nein, er wäre sogar froh darüber, denn auch Marn wäre sein Freund und wer könnte besser auf seine geliebte Ebana achten, als Marn.

Doch tags darauf, schien alles anders zu sein. Ebana hatte viel zu erledigen, sie wollte Holz hacken in dem nahe gelegenen Wald und als Marn zum Haus kam, lud sie in ein, ihr dabei Gesellschaft zu leisten, was diese ihr verhasste Arbeit erleichtern würde. Als beide voll beladen zum Haus zurückkamen und ihre Unterhaltung in der Werkstatt fortführten, kam Kortan und der Alptraum nahm seinen Lauf.

Kortan fing an sich zu betrinken, ohne ihrem Gast noch Ebana etwas anzubieten. Nach einer Weile hatte sie genug davon und stahl sich durch einen Vorwand aus dem Haus. Als sie nach einigen Stunden zurück kam, boten ihr die beide ein noch nie dagewesen Anblick. Sie stritten sich, sie teilten Beleidigungen gegen einander aus und der total betrunkene Kortan hatte wohl an der Hausecke, sein Essen und den Suff wieder zum Vorschein gebracht.

Ebana blieb bei den Pferden stehen, so dass sie nicht bemerkt wurde und verfolgte traurig dem Schauspiel, als Kortan dann wieder ins Haus torkelte, um dort mit Flaschen um sich zu werfen, machte sie sich gegenüber Marn bemerkbar. Er erzählte ihr was sich zugetragen hatte in ihrer Abwesenheit und das Kortan ihn, Marn, beschuldigte noch immer in Ebana verliebt zu sein und nur deshalb ihre Nähe und "Freundschaft" sucht.
Kurz darauf ging sie vorsichtig ins Haus, dort fand sie Kortan - betrunken wir er war, in voller Bekleidung auf dem Schlafplatz liegend vor. Sie räumte leise auf und schlich dann wieder aus dem Haus.

Im Laufe des darauf folgenden Gespräches mit Marn, wurde sie immer trauriger, denn was sie dort hörte, war einfach unfassbar. Er erzählte Ebana, dass Kortan wohl an einer anderen Frau interesse zeigt, ihrer Freundin ! und diese des öfteren bei Kortan zu Besuch sei, wenn Ebana nicht zu Hause wäre. Das allein reichte noch nicht, nein Kortan wäre deshalb so schnell mit Ebana zusammen gezogen, weil er nur eine Schreinerin gesucht hätte, die ihm das Haus kostenfrei einrichten würde.

Natürlich glaubte sie Marn dies alles, denn sie hatte ja selbst bei ihrer Rückkehr den Namen ihrer Freundin aus Kortans Mund gehört. Zuerst wollte sie gar nicht mehr nach Hause gehen und lieber wieder, wie früher, im Wald schlafen, doch dann - durch Wut und Zorn angetrieben, wollte sie Kortan sofort zur Rede stellen.

"Kortan, was ist mit dir los, warum redest du nicht mit mir, sondern betrinkst dich lieber?"
"Ich war nicht freundlich zu Marn, verzeih, doch ich war wohl eifersüchtig, weil er andauernd deine Gegenwart sucht." Blickt sie dabei eher fragend an.
"Gestern noch hast du mir gesagt, dass es dir nichts ausmachen würde und du eher froh bist, dass er mein Freund ist."
"Das stimmt, doch hast du mich noch nie gebeten, dir beim holzhacken zu helfen."
"Stimmt, doch hast du mir noch keine Gelegenheit dazu gegeben." erwiedert sie mit leichtem Unterton.
"Ebana," versucht dabei ihre Hand zu halten "ich liebe dich von ganzem Herzen, es hat mir nur weh getan, als ich davon hörte."
Als sie seine Worte hört, da brodelt es in ihr. "Bist du dir da auch ganz sicher, dass du mich liebst, denn was ich heute gehört habe, macht mich stutzig."
Plötzlich fällt er vor ihr auf die Knie und fragt laut: "Ebana Honen, willst du meine Frau werden?" Blickt sie dabei abwartend an. "Ist dir dies Beweis genug?"
Für einen Moment ist Ebana sprachlos. "Kortan, was soll ich sagen?" und sucht dann nach rechten Worten.
"Es gibt nur zwei Antworten, ja oder ..." Den Rest spricht er jedoch nicht aus.
"In diesem Augenblick, kann ich dir nur - nein - sagen." Antwortet sie ihm recht leise.
"Was hast du denn gehört?" Entgegnet er ihr, verstummt dann jedoch und rennt zur Tür hinaus.
Die Antwort die sie ihm nachrief, hatte er warscheinlich nicht mehr gehört.

Da saß sie nun, wusste weder vor noch zurück. Dann fasste sie einen Entschluss, holte ihr Buch heraus und schrieb einige Zeilen an Kortan, dass sie sein weglaufen (ohne sie zu Wort kommen zu lassen) so verstanden hätte, dass sein Heiratsantrag auch nicht ernst gemeint war und sie daraus Konsequenzen ziehen würde. Danach lief sie aus dem Haus und kam erst am nächsten Vormittag zurück, wo sie unter ihrer Nachricht, Zeilen von ihm vorfand, in dem er ihr mitteilte, das er für eine Weile weg sein würde. Sogar seine Schlafmatte war fort. Das reichte ihr endgültig. Sie hinterliess ihm eine weitere Nachricht, die er wohl erst finden wird, wenn er zurückkehrt, in dem sie ihm mitteilte, dass sie sich auf die Suche nach Yeno macht und da es hier nichts mehr gibt, was sie halten würde, wahrscheinlich auch nicht mehr wiederkommt.
Ebana Mashnakh ist offline  
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