Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 26.06.2006, 03:26
#3
Aimina Shinra
Reisender
 
Registriert seit: 21 Jun 2006
Beiträge: 18
Es ist der 20 im Ador, des Jahres 1289

Tränen überströmt lies sich Aimina auf dem Stuhl vor dem kleinen Schreibtisch nieder. Der zarte Körper bebte und ihr Herz schien schwerer noch als alle Last der Welt. Als wolle sie jenes Gefühl zerreissen, welches in ihrer Seele schlug, ihr die Luft zum Atmen raubend. Nur langsam und immer wieder bemüht darum die Feder ruhig zu halten, ab und an innehaltend setzte sie Ziffer für Ziffer auf das leere Blatt Papier.


Kann man in seinen Tränen ertrinken
Wie tief vermag man zu sinken
Wie viel Last vermag das Herz zu tragen
Ohne zu brechen, still und leise nein zu sagen?

Wie sicher darf man sein und behaupten nur geträumt zu haben? Darf man sich in seiner ganzen Verletzlichkeit zeigen bis selbst das „ich“ aufgibt und die Seele fällt, endlos fällt ins Nichts? Bis zu diesem unwirklichen Moment glaubte ich in meinem Glück, selbst der Himmel müsste weinen, die Welt im Stillstand verharren und sei´s nur für Sekunden. Stille Augenblicke unbeschreiblicher Schönheit, sah ich in ihr Gesicht, fühlte ich das schlagen ihres Herzens fühlte das lebende Pulsieren meiner Liebe zu ihr. So junges Herz, so schnell entzwei in der Wehmut süßem Schauer. Tausend Worte, könnt ich schreiben, schreiben auf ein Stück Papier und doch, sie würden schweigen, stumm und still gar jene wären. Und doch ich tu´s ich schreibe auf, schreibe nieder, Ziffer um Ziffer, Wort um Wort, Gedanke um Gedanke. Gedanken um Dich, Gedanken um jenen, welcher glaubt mir Liebe geben zu wollen, welcher Glauben trägt in seiner Liebe zu mir zu versinken. Kann er es mir nehmen, kann er mir stehlen was ich für dich fühle und es an sich reissen? Wird er den Weg finden, den dornenumrankten Weg zur Trauer meines Herzens welche er mir wie Gift einflösste. So zart so unschuldig und doch so voller Bitterkeit, getränkt durch schwarze Tränen von dem was er durch wahre Worte scheinbar verlor. Ich liebe dich und ich fürchte den Dieb welcher sich ganz zaghaft, unverfälschter Wahrheit in meine Seele in die Tiefe meines Herzens stielt um zu nehmen, um zu geben.

Eine Frau gehört an die Seite eines Mannes sagt man, doch das bist du nicht. Ein Mann sagt er wünschte Liebe würde mich an ihn binden, doch tut sie das? War es nicht Liebe welche mich vor Augenblicken nur an dich band, wie soll sie doppelt binden? Seine Worte brachten mir Kummer, schenkten mir Tränen deine Worte brachten mir Sehnsucht, schenkten mir Glück. Nun sind beide ein Bild der Trauer. Sag mir, verzweifeltes Licht der Hoffnung, welchen Schritt kann ich noch tun ohne eines beider Herzen zu brechen ohne mich zu verlieren, ohne mich in meiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen bis mein „ich“ aufgibt. Ohne behaupten zu müssen geträumt zu haben und trotzdem sicher zu sein. Ohne Wut und Missgunst auf mich zu lenken, den Zorn und die Trauer des Himmels, meiner Sehnsucht, zu beschwören. Schenken Dinge die mit Liebe behaftet sind, schöne Stunden und nehmen selbst die Trauer hin? Die Worte welche seine waren, sprachen von Liebe, ließen Trauer wachsen, die Worte welche deine waren, sprachen Liebe, ließen Liebe wachsen. Würde ich die Wahl treffen wie sollt ich wählen, sollt ich aus Zuneigung Liebe wachsen lassen oder lieber Liebe leben? Mich im Dunkeln halten, schweigen, träumen, stillstehn, genießen, atmen um des Lebens Willen um Deinetwillen? Muss ich jetzt zerbrechen um andere nicht brechen zu sehn…

Ab und an vielen stumme Tränen auf das nun gefüllte Blatt Papier, gefüllt mit der Trauer ihres Herzens. Sie war so jung, wie sollte sie entscheiden, was war richtig, was verkehrt? Sie lies die Feder sinken, während die vielen Fragen welche sich auftaten in ihren Gedanken immer neuen Kummer mit sich brachten, sie sehnte sich nach Halt, sehnte sich nach jenem mehr denn je. Wieso gab es niemanden der ihr sagte was sie zu tun hatte, was sie zu fühlen hatte, wie sie handeln sollte. Wieso lag die Entscheidung so dicht neben der Ratlosigkeit. Das Papier lies sie liegen, Shaila möge es finden so ihre Hoffnung, denn im Moment wünschte sie nichts mehr als das ihre Alpträume sie holen mögen. Mit jener Bitterkeit und Trauer, der Schwere ihres Herzens erhob sie sich, nahm sich einen der Umhänge und ging, ging wohin auch immer sie der Weg führen würde, vielleicht für eine kleine Weile, vielleicht für ein ganzes Leben.
Aimina Shinra ist offline  
Geändert von Aimina Shinra (26.06.2006 um 03:55 Uhr).
Mit Zitat antworten