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Alt 30.06.2006, 02:58
#6
Aimina Shinra
Reisender
 
Registriert seit: 21 Jun 2006
Beiträge: 18
Es ist der 28 im Ador, des Jahres 1289

Der Dolch viel zitternd aus ihren Händen, kein einziger Gedanke glitt ihr durch den Kopf, alles war plötzlich in unendlicher Stille versunken, sie sah wie Shaila die Lippen bewegte doch ihre Ohren schienen taub. Ihr Geist war gänzlich abgedriftet und alles was sie noch fühlte war unendliche Wut und Schmerz. Monoton und ohne jegliches Gefühl auf den feinen Zügen ihres Gesichtes, gläserner Augen, ging sie auf das Haus zu, legte alle Sachen Shaila´s in die Truhe und nahm sich eigenes, es überstreifend in fast schon unwirklichen Bewegungen. Dann verlies sie es wieder, das Shaila neben dem verletzten Leomar auf dem Boden saß, verzweifelt versuchend seine Wunden zu pflegen, nahm sie nicht wahr, ein Schutzmechanismus hatte sich eingestellt, war eingerastet wie ein verrostetes Zahnrad einer Uhr. Nichts ging mehr vorwärts, lediglich ihre Schritte welche sie hin zu Ashaki, hin zu ihrem Pferd führten und dann weg, einfach weg, nicht einmal wissend wohin.

Was hatte sie verbrochen? Was hatte sie falsch gemacht? War das die Strafe dass sie eine Frau liebte, war das die Strafe dafür dass sie vermeidliche Gesetze übertreten hatte? Sollte sie zurückgehen? Sollte sie bleiben? Sie stand da und sah zu ihren Füßen, lies den Blick um sich herum, über das weite, schneebedeckte Land streifen. Blut auf ihrer linken, Leomars Blut. Sie war eine Mörderin, wie hatte sie das tun können. Der Gedanke glitt so leise und behutsam durch ihren Kopf, ein weiches Flüstern, so unscheinbar das es ihr schon fast Angst bereitete. Nein mehr als das.. sie viel auf die Knie, wie hatte sie Leomar das antun können, wie hatte sie Shaila das zumuten können. Leer und fahl die sonst so glänzenden Augen, für Tränen brachte sie keine Kraft mehr auf. Sie konnte nicht beide Lieben, das konnte sie nicht. Sie stand auf, wer anderen Schmerz bereitete war allein sie, sie und niemand anderes. Niemand konnte verzweifelt genug sein um dies als Entschuldigung für einen Mord zu stellen. Aber wusste sie das denn so genau, wusste sie wirklich ob er dem Tot näher als dem Leben war. Nein sie wusste es nicht, wie sollte sie auch sie war weggegangen. Wie feige sie doch war.

Er hatte aus Wut und Verzweiflung gehandelt doch seine Worte hatten so großen Schmerz in ihr ausgelöst das sie zum Denken nicht mehr fähig gewesen war. Ein Feind schien er für den Moment geworden, eine Bedrohung für ihr Leben hatte er dargestellt. Wie aus dem Affekt und völlig von Sinnen war sie zornig funkelnder Augen auf ihn zugegangen, hatte ihm den Dolch in die Seite gerammt und nicht einmal das Geringste dabei gespürt. Wie ein Tier das töten musste um leben zu können. Aber sie war kein Tier und all ihr Instinkt war nutzlos. Wie, wie sollte sie das je wieder gut machen. Shaila erwartete von ihr, nein hoffte und wünschte sicherlich das Aimina nach hause kam, das alles vergessen und gut werden würde. Und Leomar, wenn er noch lebte, so würde er Aimina jetzt ,bei Gott, vielleicht hassen können, hassen so sehr wie sie sich selbst hasste. Weil sie keinen Ausweg wusste aus der bodenlosen Lage in welcher sie sich befand.

Und wieder wünschte sie sich jemanden, irgendjemanden der sie einfach mit sich nahm. Ihr sagte was sie zu tun, zu fühlen hatte. Jemand der ihr alle Freiheit nahm welche sie besaß um solche Situationen herauf zu beschwören. Vielleicht war sie wirklich eine Hexe, vielleicht hatte sie beide tatsächlich unbewusst verhext, hatte sie in ein zu bittres Schicksal geführt als das einer von beiden es ertragen könnte, nicht einmal sie konnte es ertragen. Die Last ihres Herzens schien sie fast umzubringen, es war niemand da und keiner konnte ihr die Entscheidung abnehmen niemand. Denn da war niemand…
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