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Alt 30.06.2006, 05:16
#7
Aimina Shinra
Reisender
 
Registriert seit: 21 Jun 2006
Beiträge: 18
Verzweiflung hatte sie angetrieben als sie ihrem Pferd mehr abverlangte als jemals zuvor, ihr Herz raste, ihr Atem bebte als sie die Tür des Heilerhauses aufriss. Blässe hatte sich auf die zarten Züge ihres Gesichts gelegt, kalter Schweiss lag in feinen Perlen auf ihrer Stirn. Heiler wie Wachmann schenkten ihr seltsame und fragwürdige Blicke und als sie vor jener Tür stand, der Tür hinter welcher all ihre Hoffnung lag da schien sie für einen Moment gegen eine unsichtbare Mauer zu laufen. Die Mauer ihres Geistes, ihrer Verzweiflung, aller Angst die so tiefe Wunden in ihr Herz gerissen hatte. Erst nach Augenblicken vermochte sie Kraft aufzubringen und Stunden verrannen wie Sekunden, Fragmente der Zeit welche an ihr vorüber glitten um zu Staub zu zerfallen. Worte, zitternder, bebender Stimme, unkontrolliert und immer wieder durch tiefe Trauer schier unmöglich sie zu formen. Sie wollte nicht das er geht, sie fühlte Liebe für ihn, sie wusste es, die ganze Zeit hatte ihr Herz geschrieen und erstummte durch die noch tiefer liegende Liebe zu Shaila. Was hatte sie nur getan, sie hasste sich, hasste sich wie die schwärzeste Nacht den Tag hast welcher sie zu verdrängen sucht. Alles würde sie für ihn tun, so er nur weiterleben, ihr verzeihen könnte, einschlafen wolle sie und nie wieder aufwachen, sagte sie ihm. Mein Herz hatte er sie genannt, ein Herz das in seinen eigenen Tränen zu ertrinken drohte weil zwei Seiten daran zerrten und man jede gewähren lassen wollte. Bei Glaron was hatte sie getan, bei Ludia der sie vertraut hatte, wieso hatte sie Aimina im stich gelassen.

Nie wieder wolle sie zurückkehren, so viel Leid über die so reine Landschaft Yew´s bringen. In ihrer Verzweiflung nahm sie die einzige Möglichkeit welche ihr Herz noch sah. Sie würde nach Britain gehen, würde gehen und alles beichten, man möge ihr das Haar die Hände die Zunge und die Augen nehmen, bei Gott es würde nicht halb so schmerzen, nicht halb so viel Entbehrung kosten wie Shaila zurück zu lassen und mit der Gewissheit leben zu müssen, Leomar fast das Leben geraubt zu haben. Verheiraten sollte man sie, festnageln an ein Haus, an ein Leben wie es so viele lebten und wie es Gut und Recht erschien. Vielleicht so Glaron wollte, würde sie noch jemand haben wollen, ganz egal wer es auch sein möge, sie würde schweigen und gewähren lassen, für den Frevel den sie begangen. Es war ihr gleich, alles war ihr gleich bis auf die beiden Leben welche sie zurück lies. Noch immer bebend und keine Ruhe findend, trat sie ein in Shaila´s Haus, nachdem sie von Leomar gegangen. Wehmut und Schmerz überkam sie als sie den Blick durch den Raum gleiten lies, als spüre sie das verbrennen ihrer selbst am ganzen Leib. Sie eilte zur Kiste so lange sie noch Kraft besaß, nahm Feder und Papier zur Hand und schrieb was sie zustande brachte. Ein paar Zeilen, für so viel was sie zurücklies, ein paar Worte die niemals auszudrücken vermochten was in ihr vorging. All dies und den kleinen Stein, einen von jenen welche Shaila so liebte, legte sie behutsam in die Truhe neben der Theke ehe sie matt und leblos wie ein Geist ging, alles Hab und Gut das ihr gehörte und ihr helfen konnte Fuß zu fassen mit sich nehmend und hätte sie es noch so gern zurückgelassen, sie brauchte es. Sterben wollte sie, oh wieso konnte sie nicht einfach auf der Stelle tot umfallen.

Britain betretend, hämmerte nur noch ein einziger Gedanke in ihrem Geist „einen Fuß vor den anderen“ genau so lange bis sie das Gasthaus betrat, ein Zimmer gefunden, gebrochen zu Boden stürzte.
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Geändert von Aimina Shinra (30.06.2006 um 05:20 Uhr).
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