Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 14.10.2024, 10:39
#3
Isabelle Levend
Reisender
 
Registriert seit: 18 Dec 2017
Beiträge: 32
Logbucheintrag - 03
-03. Lundin im Jahr 1340-


Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Tag zu Pergament bringen soll. Er begann mit einem Besuch bei Fildaris, um die Schreinerpreise zu erfragen. Die Rechnung des Schreiners kam mir übertrieben hoch vor, und ich wollte herausfinden, ob ich über den Tisch gezogen wurde. Fildaris war jedoch zurückhaltend, sagte nur, es sei seine Arbeit und somit seine Entscheidung, wie viel er verlangt. Irgendwie ließ mich ihre Antwort unzufrieden zurück. Es schien, als wüsste sie mehr, wollte es mir aber nicht sagen.

Ich entschied also, mein Problem mit dem Spanner-Gardisten, der direkt gegenüber von meinem Fenster postiert war, anzusprechen. Seine versuchten Blicke waren nicht zu übersehen, und ich konnte fühlen, dass er mich gaffend beobachtete. Fildaris war schockiert, als ich es ansprach. Es war wichtig, die Situation zu klären, ohne die Dinge weiter zu eskalieren oder gar im Kerker zu landen. Deshalb entschied ich, es Korad als Leutnant zu erzählen.

Ich fragte Fildaris, ob sie vielleicht alte Kleider oder einen Vorhang für meinen Schlafbereich hätte. Ein Vorhang, um mein Zimmer etwas zu verschönern und mich vor neugierigen Blicken zu schützen. Nachdem ich mit ihr gesprochen hatte, machte ich mich auf den Weg zur Burg der Vandraks in der Nordmark. Dort fand ich Korad und berichtete ihm von dem Gardisten. Seine Reaktion war nicht die, die ich mir erhofft hatte. Er schien nicht begeistert, und ich fragte mich, ob es daran lag, dass der Gardist etwas Verbotenes tat oder weil er vielleicht mehr von mir gesehen hatte, als er selbst wollte.

Wir gingen gemeinsam zu dem Gardisten, und Korad trat in seiner typischen Leutnant-Manier auf. Er stellte sicher, dass der Gardist sich anders positionierte. Natürlich stritt der Gardist alles ab, doch der Befehl war klar, und er hielt sich daran. Währenddessen tauchte Fildaris mit einem Beutel alter Kleider auf, die sie nicht mehr trug, und einem Vorhang für mich.

Voller Aufregung stürmte ich hinein und begann, die Kleider anzuprobieren. Als es an der Zeit war, den Vorhang aufzuhängen, bot Korad seine Hilfe an. Doch ich sagte ihm, dass es schon gehe; ich müsse mich nur auf die Hängematte stellen. In einem Moment der Sorge griff er nach meiner Hüfte. Ich musste innerlich schmunzeln – ich hatte schon auf weitaus wackeligeren Untergründen gearbeitet – aber ich ließ ihn machen, wenn es ihm Sicherheit gab. Doch als ich mich ein wenig weiter hochdrückte, um den zweiten Nagel zu erreichen, spürte ich seine Hände an meinem Po.

Als der Vorhang hing war mir klar, dass ich mit Korad dringend über das zuvor geschehene reden MUSSTE! Ich entschuldigte mich bei Fil und bat sie darum uns alleine zu lassen, da ich noch etwas mit Korad besprechen musste. Sie schien nicht sauer, da sie ohnehin nur kurz vorbeikommen wollte um mir den Beutel mit den Sachen zu geben. Als Fildaris gegangen war, spürte ich wie mein Herz immer schneller anfing zu schlagen und sah Korad an, versuchend mir meine innerliche Unruhe nicht anmerken zu lassen. Ich sagte ihm dass es definitiv etwas zwischen uns gibt und das wir das klären mussten. Wir begannen zu reden, und die Anziehung, die zwischen uns bestand, war greifbar. Ich musste mir eingestehen, dass ich die Vernünftigere sein musste, denn Korad schien so hungrig nach Nähe zu sein, dass seine Vernunft in bestimmten Momenten wieder hervorgerufen werden müsste. So wie ich es am Vorabend getan habe. Er setzte sich bei dem Gespräch auf meine oder eher seine Hängematte und sah mich an als ich redete.

Plötzlich zog er mich zwischen seine Beine dicht an sich heran und ließ seine Hände über meinen Körper gleiten. Instinktiv ertappte ich mich dabei, wie ich meine Hände über seine Arme streichen ließ. Sein Griff glitte von meiner Hüfte langsam zu meinem Po und wurde immer sehnsüchtiger. Ich unterbrach ihn jedoch: „Korad, wir könnten gesehen werden. Das ist gefährlich, du bist verheiratet.“ Er hörte dennoch nicht sofort auf und ich musste ihn immer wieder darauf hinweisen, dass ich überall Fenster habe, dass die Gardisten patrouillieren und ich wirklich keine Lust habe, dass wir ausgepeitscht werden.

Bald darauf löste er dann seine Hände widerwillig von mir und ich konnte einen Schritt zurücktreten und ihn dann zur Türe begleiten. Ich spürte, dass es ihm schwerfiel, zu gehen, und ich wollte ihn insgeheim nicht gehen lassen – auf keinen Fall. Meine Lust nach ihm wurde mit jeder Sekunde, jedem Atemzug, den ich mit ihm verbrachte, stärker. Es war mir unklar, ob es nur das Verlangen nach dem Verbotenen war oder tiefere Gefühle, aber ich wusste, dass ich ihn vermisste, sobald er fort war. Irgendwie musste ich lernen, mit diesem neuen Leben und diesen unerwarteten Empfindungen umzugehen und das am besten so, dass ich nicht im Kerker lande oder ausgepeitscht werde oder noch schlimmer auf dem Scheiterhaufen verbrennt werde. Oh Isabelle Lebend, du darfst niemals vergessen wer du bist egal wie wohlig und bequem dein neues zuhause ist. Du bist und bleibst eine der gefährlichsten und gefürchtetsten Piratinnen dieser Meere! Tochter eines Piraten und einer Hafendirne war dein Leben nie leicht und du hast dich immer durchgebissen und das erreicht was du erreicht hast. Auch wenn du dir die Ruhe nun verdient hast vergiss nie die See in deinem Herzen und wiege dich nie zu sehr in Sicherheit vor allem nicht in den Armen eines Leutnants der für Recht und Ordnung stehen sollte.
Isabelle Levend ist offline  
Mit Zitat antworten