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Illia hatte sich ein Herz gefasst und einen Brief an den Hof des Herzogs geschickt, um nach einer Anstellung zu fragen. Bisher hatte sie noch nichts gehört und deshalb schon fast befürchtet, dass keine Reaktion mehr kommen würde. Als der neueste Markt für Minoc angekündigt war, nutzte sie trotzdem die Gelegenheit, um sich im frei zugänglichen Teil der Burg umzusehen. Wie gepflegt und hübsch hier alles aussah. Es musste wundervoll sein, hier leben zu dürfen.
In leichtes Selbstmitleid gehaucht machte Illia sich auf den Weg zum Marktplatz und lief dabei überraschend dem Herzog in die Quere. Dieser forderte sie auf, eine klemmende Tür in der Mauer zu öffnen. Warum rief er keine Wachen? War das ein Test? Nachdem sie sich für ein paar Momente mit der Tür abgemüht hatte, überlegte sie, was Großvater wohl getan hätte. Sie warf einen kurzen Blick nach hinten zum Herzog, dann gab sie der missgünstigen Tür einen Tritt. Sie sprang auf. Aber wie undamenhaft das gewesen war! Illia glaubte schon, sich vor dem Herzog blamiert zu haben, aber er nahm das Ganze mit Humor und bat sie sogar noch, sich im Anschluss an den Markt für ein Gespräch bereit zu halten.
Doch Illia hatte keine Zeit, sich zu fragen, was der Herzog wohl besprechen wollte. Der Markt mit seinen vielen Angeboten lockte. Es gab einen Stand mit Tieren - wie schön wäre es, ein Pferd zu haben. Auch ein Schreiner war da, mit wunderschönen Möbeln, für die sie leider noch keinen Verwendungszweck hatte. Aber immerhin! Es war auch ein Schneider da. Hier konnte sie sich wenigstens mit warmer Kleidung für den Winter eindecken. Und was für schöne Dinge er alles hatte. Die kuschelweichen Puppen begeisterten sie. Was soll's dass sie dafür eigentlich schon zu alt war? Sie war hier in der Fremde und konnte ein bisschen Heimeligkeit gebrauchen. Zu ihrer Begeisterung fand Illia auch Handwerkszeug für Magier in Form einer Zauberrolle und eines Reagenzienbeutels. Was für eine Erleichterung das im Alltag wäre!
Der Schneider war ein Junge, höchstens ein paar Jahre älter als sie. Das war der erste Mensch in ihrem Alter, mit dem sie sich hier in Britannia unterhalten hatte! Und nett war er auch noch. Er schenkte ihr eine Sternenpuppe. Außerdem konnte sie noch einen warmen Schulterumhang und hübsche, rosa Handschuhe aus Leder kaufen. Wie schön es doch war, mal eigenständig ein wenig zu handeln.
Später am Tag rief der Herzog sie dann zu sich. Er erklärte ihr, dass sie einer Wirtin aus Britain bei einem Auftrag helfen solle. Danach würde er entscheiden, wo er sie am Hof gebrauchen könnte. Was für eine gute Nachricht! Doch das Beste kam zum Schluss: Er kündigte an, ihr demnächst etwas zeigen zu wollen, das mit ihrer Familie zu tun hatte. Würde sie endlich mehr über Großvater und Großmutter lernen?
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