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Ein genialer Plan (Auszug aus Aramils Tagebuch)
Ich lag in meinem Bett in der Assassinenfeste und konnte kaum galuben, daß ich wieder zuhause war. War ich gestern wirklich noch Darian,der Inquisitor?Hatte ich wirklich bis gestern im Schloss gewohnt-umzingelt von Gardisten und Paladinen?
Der Meister der Bruderschaft hatte wirklich einen genialen Plan entworfen und er hatte funktioniert!Vor einer Woche sprach er mich an und sagte mir das ich befördert wurde-er gab mir den roten Ring eines Bruders des Zwielichts!Ich war sprachlos."Ich habe eine Aufgabe für Dich, Aramil", fuhr er fort."Wir werden Vomath retten und Du wirst diese Aktion leiten."Er erklärte mir seinen Plan und ich lächelte, als ich die Details erfuhr. Es war meine erste große Bewährungsprobe. Als erstes mußten wir Darian gefangennehmen. Wir lauerten ihm und seiner Leibwache vor dem Westtor auf: J., R. und ich. Unsere schwarze Kleidung verschmolz perfekt mit der Dunkelheit der Nacht. Als unsere Zielpersonen kamen schleuderte ich dem Paladin eine Blendbombe vor die Füße. Noch bevor er sich wieder rühren konnte hatten wir ihn mit unseren Giftpfeilen gespieckt-er hatte keine Chance. Seine letzten Worte galten Darian:"Rettet euch!" Ein treuer und tapferer Mann dieser Paladin. Aber natürlich gab es für Darian keine Rettung, ich stieß ihn zu Boden und zielte auf seinen Kopf. Er verfluchte uns zwar im Namen Glarons, fügte sich aber schließlich unseren Anweisungen. Nur ihn dazu zu bringen den Schlaftrunk zu trinken erwies sich als schwerer als gedacht, ständig winselte er: Glaron wird euch strafen, ihr werdet in der Hölle schmorren und ähnlichen Unsinn. Ich lauschte gespannt, sollte ich doch seine Rolle spielen und dabei wären mir diese Phrasen sicher sehr nützlich. Nachdem er endlich in tiefen Schlaf gefallen war, entkleideten J. und ich den Paladin und versenkten seine nackte Leiche in dem Fluß. Wir verwischten die Spuren des Überfalls so gut es ging und schafften unseren Gefangenen dann in unser Versteck, wir mußten uns sputen den schon begann es zu dämmern.
Dort angekommen sperrten wir ihn in eine Zelle und entkleideten auch ihn-auch seine Insignien nahmen wir ihm weg. R. frisierte mich dann nach Darians Vorbild und nahm mir meinen Bart ab-hatte sie also doch noch ihren Willen bekommen! Schließlich schminkte sie mich und dann legte ich seine Gewänder an. Ich setzte seinen Siegelring auf, nahm seinen Stab und schon war ich Darian, der Inquisitor. J. verkleidete sich als Paladina und würde meine Leibwache spielen-in der Uniform sah sie zum anbeissen aus! R. wünschte uns Glück und dann machten wir uns auf dem Weg zum Schloss. Am Tor wurden wir bereits erwartet, man führte mich in die Kirche und ich tat als würde ich beten. Dann brachte man mich in komfortable Gemächer, so vornehm hatte ich noch nie gewohnt-hat wirklich Vorteile ein Inquisitor zu sein! Bis ich Vomath zu Gesicht bekam dauerte leider ein paar Tage, Tage die ich meißt betend in der Kirche verbrachte-seit meiner Zeit im Kerker habe ich mich nicht so gelangweilt! Dann führte man mich endlich zu Vomath. Meine Gefühle waren gemischt als ich zum drittenmal das Haus der Freude betrat: das erstemal als Gefangener, beim zweitenmal um Melina zu befreien und jetzt als Inquisitor! Der Nekromant war von den Spuren seiner Haft gezeichnet, doch er hatte genug Kraft um mich wortreich zu verfluchen. Ich spielte meine Rolle als Inquistor gut genug um die Wache nicht mißtrauisch zu machen und als ich schließlich sagte nur das Feuer könnte Vomath läutern, nickte der Gardist und eilte davon um einen Richter zu holen. Ich trat an die Gittertür. "Komm rein,Inquisitor! Glaron schützt Dich doch", höhnte Vomath. Leise sagte ich:"Ich scheisse auf Glaron." Vomath stutzte und ich genoß die Verwirrung auf seinem Gesicht. "Die Bruderschaft des Zwielichts grüßt Dich,Vomath." Der Zauberer fing sich erstaunlich schnell:"Ein falscher Priester!" Ich nickte:"Wenn du leben willst,mußt Du uns vertrauen und tun was ich dir jetzt sage!"
Vomath nickte und ich erklärte ihm unseren Plan."Du wirst die Kirche im Sarg verlassen-aber Du wirst leben!" Vomath war einverstanden,welche Wahl hätte er auch sonst gehabt? Der Richter kam und die Hinrichtung wurde auf den nächsten Abend angesetzt. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen und das Wissen das meine geliebte J. nur durch eine Wand von mir getrennt war, machte es mir nicht leichter. Als der Morgen endlich graute ging ich in die Kirche und betete-mal wieder. So verbrachte ich den ganzen todlangweiligen Tag. Schliesslich wurde ein Sarg herein getragen, der Plan lief wie am Schnürchen! Eigentlich sollte die Leiche eines Schusters darin liegen, doch die hatte H. schon lange entsorgt und nun befand sich Darian betäubt im Sarg. Dann tauchte J. auf und berichtete mir das voreilige Gardisten Vomath bereits zum Friedhof geschleift hätten! Verdammt der Plan war in Gefahr! Sie übergab mir die Henkerskappe und wir eilten zum Friedhof. Eine große, teils wütende Menge hatte sich bereits eingefunden. Manche der Leute waren sogar frech genug, mich den Inquisitor zu beschmipfen und ich fragte mich was geschehen würde wenn es einen echten Aufstand gäbe und man unseren Betrug bemerken würde. Eilig wies ich die Gardisten an Vomath die Kappe anzulegen und ihn in die Kirche zu schaffen damit er seine Beichte ablegen könne. Man gehorchte mir und wir kehrten zum Schloss zurück. Die Gardisten wies ich an vor der Tür zu warten. Auch die Trauernde Freundin des Schusters (es war die verkleidete R.!) scheuchte ich hinaus. Dann befreite ich Vomath von seinen Stricken, nahm ihm die Kappe ab und öffnete den Sarg. Darian war von dem Mittel betäubt, konnte aber stehen. Rasch zogen wir ihm Vomaths Sachen an, dann knebelte ich Darian und zog ihm die Kappe über. Hoffentlich bemerkte niemand unseren Tausch! Zuletzt fesselte ich ihn, Vomath legte sich in den Sarg und ich rief nach der Wache. Niemand schien unsere Aktion bemerkt zu haben und die Gardisten schleiften Darian unsanft zum Friedhof. Dort angekommen ergaben sich neue Probleme: der wütende Mob weigerte sich uns durchzulassen und ich fürchtete einer könnte Darian die Kappe herunterreissen. Schließlich aber schaffte die Garde es Darian zum Scheiterhaufen zu schaffen. Ich stellte mich daneben und begann zu beten. Aber die Menge hatte noch nicht aufgegeben und einige drangen auf die Plattform vor. Kurz dachte ich welche Ironie es wäre,als falscher Inquisitor gelyncht zu werden, während der echte von der Menge befreit würde. Es kam zu einigen Tumulten und es gab Verletzte, ich glaube sogar ein Golem war involviert! Aber zu guter letzt wurde der Scheiterhaufen entzündet! Ich atmete auf als die Flammen nach Darian griffen, es war vollbracht! Der Inquisitor fand den Flammentod, den er sicherlich schon vielen beschert hatte-für ihn hatte ich kein Mitleid. Und alle würden Vomath für Tod halten,der Plan war ein voller Erfolg! Eilig kehrten J. und ich ins Schloss zurück, jetzt brauchten wir nur noch Vomaths Reagenzien-sonst wäre er für uns wertlos. Ich beauftragte einen Höfling mir die Sachen des Ketzers zu bringen und ging in meine Gemächer und wartete. Bald schon würde ich aus dem Schloss verschwinden können und diese verfluchte Verkleidung ablegen können! Und nie wieder wollte ich beten müssen oder auch nur den Namen Glaron hören!
Geändert von Aramil am 22-10-2002 um 21:00
20-10-2002 21:08
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