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Alt 14.11.2002, 18:27
Die Nacht der Geister
#3
Aramil
Gast
 
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Wir erreichten den Friedhof ungehindert. Die Frau, ihren Namen konnte ich mir nicht merken - aber sie war ein hochrangiges Mitglied der AAK, führte uns zu einer Gruft. Wir stiegen im gespenstischen Fackellicht hinab und näherten uns einer Tür. Dort überzeugte die Zauberin sich davon das ein magisches Siegel unversehrt war. Ich bekam nicht genau mit worum es dabei ging, aber es interessierte mich auch nicht. Ich wollte nur Hauk sprechen. Als wir die Gruft wieder verliessen trafen wir einen jungen Krieger. Er lief sofort auf uns zu und redete mehr oder weniger wirr auf uns ein. Als er erfuhr das Kroono zur Garde gehörte wurde er ganz hektisch und behauptete er hätte wichtige Informationen über der Schwarzmagier. Aber der junge Mann bestand darauf nur mit Kroono allein zu reden. Kroono, dieser vertrauenselige Narr, ging mit ihm ausser Sichtweite. Ich dachte daran das der junge Krieger - sein Name war Pakam - vielleicht doch kein Narr war, sondern Kroono vielleicht in einen Hinterhalt locken wollte. Andererseits, was gings mich an? Nur ein Gardist weniger.
Allerdings war mein Mißtrauen unbegründet und nach kurzer Zeit kehrten die beiden zurück. Nun interessierte es mich natürlich was er zu berichten hatte. Wir machten uns auf den Weg zurück zur Ente und ich schlenderte neben Pakam her und versuchte ihn auszufragen. Er erzählte mir das er zu den ersten gehört hatte, die den Schwarzmagier gesehen hatten. Nicht nur das, er habe ihn seit dem noch zweimal gesehen. Tatsächlich war er der Mann der mich gestern angesprochen hatte. Ich fragte ihn ob er glaube der Schwarzmagier würde die Geister rufen und beherrschen. Er bejahte. Und jedesmal hatte er ihn auf dem Friedhof gesehen! Ich musste zurück! Ich verabschiedete mich plötzlich von Pakam und stapfte zurück zum Friedhof. Mir war nicht ganzwohl in meiner Haut, aber ich konnte nicht anders. Vielleicht war es meine einzige Chance die Wahrheit zu erfahren. Ich erreichte den Friedhof und öffnete das Tor. Diesmal zog ich keine Waffe und ich versuchte auch nicht leise zu sein. Ich ging zur Mitte des Friedhofs, holte tief Luft, kämpfte die Angst nieder und rief dann laut nach dem Magier. "Zeige Dich! Ich will mit Dir reden", rief ich mehrmals. Aber es kam keine Antwort. Ich lauschte angestrengt aber nichts, nur der Wind schien mich zu verhöhnen. Plötzlich kam ich mir albern vor und schalt mich selbst einen Narren. Wütend machte ich mich auf den Rückweg. Als ich an dem Scheiterhaufen vorbeikam, beschleunigte ich meine Schritte - ich wollte Darians verkohlte Leiche nicht sehen. Am Tor wartete eine Überraschung auf mich: Pakam! Er hatte sich gedacht das ich zum Friedhof gegangen war und wollte mir beistehen.
"Kannst Du mir zeigen wo Du ihn gesehen hast?", fragte ich ihn.
Er war ein wenig nervös, willigte aber ein. Er führte mich zu einer Gruft im Südosten des Friedhofs. "Hier genau hier ist er verschwunden", er deutet auf eine Stelle zwischen zwei Grabmälern. Obwohl ich mir wenig Hoffnung machte, liess ich mich auf die Knie niedersinken und suchte den Boden nach einem verborgenen Mechanismus ab. Nichts. Aber ein Magier brauchte auch sicher keine Geheimtür. Vorsorglich untersuchte ich auch den Rest der Gruft, dann gab ich Pakams Drängen nach und ging mit ihm zurück nach Britain.
Dort angekommen trennten wir uns: er wollte Heim, ich ging zurück zur Ente. Ich war tief in Gedanken versunken und bekam vom Weg kaum etwas mit. Ich hatte die Ente beinahe erreicht, als mich plötzlich wieder diese Grabesluft umwehte. Ich schreckte auf und sah mich um. Ein Wimmern war zu hören. Plötzlich sah ich einen Schatten zwischen den Bäumen, der langsam Gestalt annahm. Ich schluckte, faßte mir aber ein Herz und trat einen Schritt näher. "Hauk?"
Die Gestalt sah mich nur an und schwieg. Das war nicht Hauk. Ich blieb stehen und starrte ins Dunkel. Plötzlich lag ein übler Gestank in der Luft - wie verschmorrtes Fleisch. Flammen loderten plötzlich um die Gestalt und als lebende Fackel kam sie langsam auf mich zu. Darian! Eiskalter Schrecken erfüllte mich. "Nein! Nicht DU! Verschwinde zurück in die Hölle", kreischte ich und fuhr herum. Wie von Teufeln gehetzt rannte ich zur Ente, riss die Tür auf und stürzte hinein. Schnell warf ich die Tür zu und sah mich ängstlich um. Kroono und die Zauberin waren noch da, ausserdem zwei andere Männer. Sie schenkten mir keine besondere Aufmerksamkeit und ich versuchte mich zu beruhigen und mir nichts anmerkenzulassen. Eine Kerze erlosch, eisige Luft erfüllte den Raum. In der Mitte des Raumes began eine Gestalt Form anzunehem... Darian!
"Oh, Nein", stöhnte ich und wich zurück.
Alle Anwesenden sprangen auf und starrten auf die Erscheinung. Darian glitt langsam auf Kroono zu und sprach dabei mit leise, unheimlicher Stimme: "Mord! Unrecht!"
Aber Kroono war ein tapferer Mann und wich nicht zurück. "Wer bist Du? Was willst Du?"
Der beissende Gestank nach verbranntem Fleisch breitete sich aus. Der Boden zu unseren Füßen wurde warm.
Kroono keuchte. "Vomath?"
Darian kreischte gequält auf. "Blind. So Blind", klagte er.
Ich wich noch weiter zurück. Ich hatte panische Angst das Darian sich jeden Moment auf mich stürzen würde, aber gleichzeitig war mir auch klar das ich nicht fliehen durfte. Darian versuchte sich Kroono zu offenbaren und es war lebenswichtig für mich zu erfahren ob ihm das gelang. Ich schob mich vorsichtig in Richtung Tür und griff heimlich in eine verborgene Tasche meine Umhangs und umklammerte eine Rauchbombe. Sollte darian mich angreifen, war ich rettungslos verloren - was konnte ich gegen einen Geist ausrichten? Aber sollte er mich entlarven und Kroono versuchen mich zu überwältigen, würde ich so wahrscheinlich entkommen können. Dann wäre es Zeit die Stadt zu verlassen, den Mord an einen Inquisitor würde man kaum ungesühnt lassen!
Auch Kroono begriff das etwas vor sich ging. Er musterte die Gestelt genauer. "Du bist nicht Vomath."
Ich schluckte und umklammerte die Bombe fester.
Doch bevor Darian antworten konnte, schrie er gepeinigt auf. Es war als würde etwas an ihm ziehen und jammernd und klagend löste er sich auf.
Meine Knie zitterten und kalter Schweiss stand mir auf der Stirn. Langsam löste ich den Griff um die Rauchbombe und machte ein, zwei unsichere Schritte zur nächsten Bank. Ich setze mich und umklammerte mit meinen Händen den Tisch - nur so konnte ich das Zittern unterdrücken.
Welches Grauen war über Britain gekommen? Und wie konnte ich mich davor schützen? Oder würde Darian mich holen? Mir war immer bewusst das ich wohl früh sterben werde: durch eine Waffe, wahrscheinlicher aber am Galgen. Doch zum erstenmal wurde mir Bewußt das ich für meine Taten in der Hölle schmorren würde...
 
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