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Terra Mystica | Foren
Alt 04.11.2002, 18:41
Aurelias Rückkehr
#1
Aurelia
Gast
 
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Die Fahrt mit dem Schiff hatte nach Aurelias Geschmack ewig gedauert, und sie war erleichtert, als sie das Schiff endlich verlassen konnte. Zusammen mit Liam ritt sie stetig weiter nach Süden; sie sprachen nur wenig, und jeder liess seine Gedanken kreisen. Nach langer Zeit erreichten sie endlich Aurelias Heimatdorf. Freudig sprang sie vom Pferd und rannte auf die Hütte ihrer Grosseltern zu. Wie gewohnt war die Tür offen. Schreckensblass stand sie in der Tür und schaute auf das Bild, was sich ihr bot: Es sah aus, als wäre die Hütte schon ewig verlassen, und doch so, als hätten eben noch Menschen hier gewohnt. Nur die dicke Staubschicht auf allem wies drauf hin, dass hier schon ewig kein Mensch mehr gewesen war. Unruhig liess sie ihren Blick schweifen, in der Hoffnung etwas entdecken zu können, was einen Hinweis darauf geben könnte, was geschehen war.
Langsam verliess sie die Hütte, und ging auf die gegenüberliegende Hütte zu, doch auch hier bot sich ihr das selbe Bild. Nachdem sie in alle Hütten geschaut hatte, und immer wieder das selbe vorfand, liess sie sich auf den Boden sinken und begann zu weinen.
Liam kam langsam an und versuchte unbeholfen sie zu trösten. Tränenüberströmt blickte sie auf, sprang dann auf ihr Pferd und ritt so schnell sie konnte in den Wald hinaus, bis sie sich sicher sein konnte, dass er sie nicht mehr finden würde. Weinend sank sie neben einem Baum auf die Erde, und schluchzte, bis sie einschlief.
Ihr Kopf schmerzte, als sie aufwachte. Suchend glitt ihr Blick über den Wald, doch nirgends konnte sie ihr Pferd finden. Sie rief und lockte nach ihm, aber nichts geschah. Sofort brach sie wieder in Tränen aus, und rannte weinend kreuz und quer durch den Wald, bis der Hunger sie übermannte. Mit Entsetzen stellte sie fest, dass ihre Nahrung sich dem Ende näherte. Panisch blickte sie sich um, und wühlte dann in ihrem Rucksack, aus dem sie ihren kleinen Bogen herausholte. Kurz dachte sie daran, wie Tomeck und Gwen ihr in Cove gezeigt hatten, wie man einen Bogen „richtig“ hält. Seufzend machte sie sich auf die Suche nach kleineren Tieren, die sie jagen könnte.
Lange Zeit striff sie ziellos durch die Wälder, und wurde immer geschickter im Umgang mit dem Bogen. Sie ernährte sich von dem, was der Wald ihr gab, und lange Zeit waren die Tiere, mit denen sie nach einiger Zeit zu Reden begann, ihre einzigen Gefährten. Als eines Tages ihr letztes Hemd zerriss, holte sie erstmalig ihr Nähzeug heraus, und versuchte sich ein neues zu nähen. Doch ihre Hände schienen steif, die Finger lange nicht mehr so beweglich wie früher. Nachdenklich betrachtete sie ihre Hände, und bemerkte die Schwielen und den Dreck, der sie zierte. Nachdenklich griff sie zu ihrer Harfe und versuchte dieser ein paar Töne zu entlocken, doch auch dies gelang ihr nicht wirklich. Sie begann weiter, in ihrem Rucksack zu wühlen, bis ihre Finger auf einen Schlüssel stiessen. Lange betrachtete sie den Schlüssel, bevor sie ihn fest in die Hand nahm, und zielstrebig mit einem flauen Gefühl im Bauch Richtung Norden wanderte. Ihre Familie war verschwunden, doch entsann sie sich, an einem fernen Ort noch Freunde zu haben.
Das Schiff stiess mit einem harten Ruck in den Hafen, wobei eine Holzkiste von einem Regal auf Aurelias Kopf fiel. Das nächste, was sie wahrnahm, war das unfreundliche Gebrülle des Matrosen, dass sie an Land gehen sollte. Leicht schwankend verliess sie das Schiff, und grübelte, wo sie eigentlich war und was sie hier wollte...
 
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