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Gast
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Dunkelheit, Kälte und Schmerz. Langsam öffnete Devier seine Augen, begleitet durch ein leises Stöhnen, als er versuchte sich etwas zu rühren. Er fühlte jeden einzelnen Knochen in seinem Leib schmerzen. Keine Kraft hatte er in seinem Körper und so lag er noch eine Weile regungslos auf dem Boden. Erst nachdem er wieder etwas Kraft zusammenbringen konnte, gelang es ihm sich sitzend aufzurichten.
'Wo bin ich hier? Was ist geschehen?', waren seine ersten Gedanken und erst jetzt vernahm er seine Umgebung allmählig wieder wahr. Er sass inmitten eines Gefängnis, welche von aussen durch eine Fackel im Gang nur schwach erhellt wurde. Wie selbstverständlich für ihn griff er nach seinem Reagenzienbeutel, doch fand er es nicht an. Sich an den schwarzen Wänden abstützend erhob er sich langsam um an die Gitter heranzutreten um vielleicht etwas im Gang erkennen zu können, jedoch sah er nichts weiter als nur die Dunkelheit. "Lasst mich heraus!", kam es krächzend aus seiner trockenen Kehle fast schon wehleidig heraus, doch die einzige Antwort war sein eigenes Echo, welche von den kahlen und kalten Wänden zurückhallte. Resigniert begab er sich zurück an die Wand um sich an dieser wieder herabzulassen auf den Boden. Eine eisige Kälte umgab stets den Ort und deshalb zog er die Beine dicht an sich heran und legte seinen Umhang schützend um sich herum, um seine Körperwärme so gut wie möglich zu erhalten. Wie lange mag er schon hier sein? Er konnte sich auch diese Frage nicht beantworten. Zusammengekauert sass er auf dem Boden und langsam erinnerte er sich wieder an das, was geschehen war. Cove...die dunkle Gestalt...das Flüstern: "Du wirst mein Bote werden!". Bote von wem? Wofür? Dann war noch dieses Gefühl für einen Moment lang da, diese innere Kälte, das Gefühl von Macht und Grösse. Es kam ihm so vertraut vor, denn das gleiche fühlte er früher auch jedesmal wenn er im Tempel betete. Das alles schien für Devier aber nun keinen Sinn zu ergeben. Je mehr er darüber nachdachte, desto verwirrter war er hinterher. Plötzlich vernahm er wieder ein leises Flüstern, oder war es nur eine Einbildung seiner Sinne? Er weitete ungläubig seine Augen, als im nächsten Augenblick vor ihm dann ein Krug mit Wasser und ein Stück Brot erschien. Getrieben von seinem Hunger, griff er sofort nach dem Brot, verschlang es hastig und spülte mit dem Wasser durstig nach. Vom Schlaf übermannt, schlief er dann wieder auf dem harten Boden ein. Der folgenden paar Tage brachten für ihn nichts neues. Nochimmer war er in diesem Gefängnis und keine Spur von Leben weit und breit. Jedoch schien es ihm so, dass die Stimme in seinem Kopf immer verständlicher wurde. Wieder hörte er eine leise Stimme in seinem Kopf flüstern: "Du wirst mein Bote werden!". "Wer bist du und warum ich?", entgegnete Devier leise der Stimme, doch anstatt einer Antwort, machte sich wieder dieses Gefühl in ihm langsam breit. Devier fühlte wie sich eine Kraft in ihm langsam ausbreitete und zog die Luft tiefer in sich hinein. Die Erschöpfung der letzten Tage schien dieser Kraft in seinem Körper zu weichen. Devier kniete sich hin und senkte untergeben sein Haupt. Er fühlte, wie diese Kraft seinen ganzen Körper durchströmte und ihn wieder zu klaren Gedanken führte. Es gab ihm zu verstehen, dass er weiterhin auf dem richtigen Weg ist um seine Aufgabe zu erfüllen. Aus ganzer Überzeugung sprach er dann: "Ich bitte dich, erhöre das Gebet deines Dieners, lass ihn dir zuteil werden. Schenke ihm die Kraft, die er verdient, um in deinem Namen zu unterdrücken, was sich deinem Willen in den Weg stellt. Führe und beschütze ihn in seiner Not, denn du bist allmächtig und er dir ewig ergeben. Mortem Luci!" Kaum hatte er sein Gebet ausgesprochen, wurde er wieder von einem Schatten eingehüllt. Als er wieder seine Umgebung erkennen konnte, fand er sich im Wald in der Nähe von Britain wieder. Er wusste nun was er zu tun hat.... |
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Seit Tagen war er nun fort. Nur kurz wollte er zu der ihr Fremden gehen, Informationen bekommen, Fragen stellen... und bisher war er nicht zurück gekehrt. Ihre Unruhe wuchs von Stunde zu Stunde. Selbst ihr Sohn Samiel konnte sie nicht beruhigen. Lediglich ihr Glaube und ihre Gebete hielten sie in dieser Zeit aufrecht, gaben ihr die nötige Kraft die ohnehin schon anstrengende Maskerade der Höflichkeit und Freundlichkeit aufrecht zu erhalten.
Lautstark zerbarst der Krug an der Wand ihres Zimmers in der Herberge und sie erhob sich abrupt, um wieder in dem kleinen Raum rastlos herum zu tigern. Nein, es war nichts neues, dass ihr Mann für einige Tage fortging. Und doch war es anders als sonst. Seit jenem Ritual vor langer Zeit waren sie mehr als nur ein Ehepaar. Viel mehr. Sie waren eins. Und seit jenem Tag trug sie nicht nur ihren Gott in sich, sondern auch einen Teil des Mannes, mit dem sie mittlerweile durch mehr als nur ihren Glauben verbunden war. Selbst wenn sie Meilen trennten, war dennoch seine Präsenz spürbar, stärkte sie, gab ihr Kraft wenn sie glaubte, dem Wahnsinn zu verfallen oder versucht war, dem Wunsch nachzugeben, den Menschen hier das zu geben, was sie verdienten und somit ihre Tarnung fallen zu lassen. Doch diesesmal war da.. nichts. Sie spürte ihn nicht mehr. Immer wieder kreisten ihre Gedanken darum, was ihm zugestoßen sein konnte. Sollte er wirklich tot sein? Fast barsch schüttelte sie bei diesem Gedanken den Kopf. Nein, das würde sie wissen, würde erkennen, wenn er an der Seite ihres Herrn weilen würde, denn selbst der Tod würde das Band zwischen ihnen nicht brechen können, war es doch von IHM selbst geknüpft worden. Mit fahrigen Bewegungen legte sie ihre Rüstung an und überprüfte den Sitz ihrer Klinge. Es nutzte nichts, sich verrückt zu machen. Sie hatte sich nie von ihren Gefühlen beirren lassen und sie hatte nicht vor, heute damit anzufangen. Mit harschem Ton gab sie Kimina Anweisung, gut auf ihren Sohn zu achten und nicht auf sie zu warten. Sie würde sich ablenken, brauchte das Gefühl frischen Blutes auf Klinge, Rüstung und Haut. Und so würde es heute fließen, wenn auch nur das niederer Kreaturen. Aber, und das stimmte sie zuversichtlich, bald, sehr bald würde sich auch das ändern.... Mortem Luci! |
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