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Reisender
Registriert seit: 20 Jun 2004
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Beginn der Geschichte von Kerran
Teil 2 Kapitel 1 Als Kerran erwachte, war es wieder Nacht. Der Sturm war vorrüber, nur die aufgewühlte See und das Treibgut, das weit den Strand hinauf gespült worden war, kündeten von seinem Wüten. Dunkle Wolken verdeckten die Sterne und ließen den Mond nur selten zum Vorschein kommen. Stöhnend versuchte Kerran sich aufzurichten. Fröstelnd zog er seine durchnässten Kleider an sich und blickte sich um. Rings um ihn sah er nur Treibgut... zerborstene Planken, Seetang, ein Stück eines zerfetzten Segels, sonst nichts. Von der stolzen Nordavinde und ihrer tapferen Mannschaft war nichts zu sehen. "Koin Seemann kann swimmen, min Jong" hatte Smutje ihm einmal erzählt. "Kannst du swimmen, Jong, dann duurt der nasse Tod nur lang! Nay, nay, lieber kurz zappeln und dann gleich absaufen! Denn absaufen tust du bestimmt, min Jong! Die See rückt keinen mehr heraus, den sie mal hat!" Seufzend blickte Kerran über das Meer. Weit draußen kündeten weiße Schaumkronen vom Riff, das der Nordavinde zum Verhängnis wurde. Sie waren wohl alle ertrunken. Smutje, Fritjof, Karl, der Kapitän... und sein geliebtes Pferd Fialla. Unmöglich konnte sie es überlebt haben! Tränen füllten seine Augen, als er auf die Knie fiel um Glaron für sein Leben zu danken und für das Seelenheil der anderen zu beten. Kurz darauf fiel er in den Schlaf der Erschöpfung. Am nächsten Morgen erwachte er etwas gestärkt vor Sonnenaufgang. Traumlos war sein Schlaf gewesen und hatte ihm etwas Ruhe gebracht. Mühsam stand er auf und versuchte, seine zerzauste Kleidung wieder halbwegs herzurichten, wenn auch ohne großen Erfolg. "Wie ein Bettler sehe ich nun aus... und ein Bettler bin ich auch geworden. Schiffbrüchig an unbekannter Küste - ob es hier Menschen gibt?" und andere düstere Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Wenigstens verhungern würde er nicht, er hatte gelernt sich im Wald zu versorgen. Und Wald gab es hier, soweit sein Blick reichte erstreckte sich Wald auf dem Land. Langsam setzte er sich in Bewegung. Welche Richtung die richtige war, wußte er nicht, also ging er die Küste entlang. "An der Küste werde ich wohl am ehesten auf Menschen treffen. Ein Fischerdorf oder eine Hafenstadt, wo ich vielleicht Arbeit und etwas zum Beißen finden kann." Kurz entschlossen wanderte er also gen Norden. |
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