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Alt 29.06.2006, 20:46
Frauen, Abenteuer und das liebe Geld
#1
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Wieder einmal stieg Fabrizio selbstsicher wie immer von Bord eines der Schiffe seines Vaters. Er würde es hier genauso handhaben, wie auf den Inseln zuvor. Mit dem Geld seines Vaters einen Kontor kaufen, Leute anlernen und, wenn alles läuft, aufbrechen zur nächsten Insel. Und für zwischendurch gab es ja die Frauen für die Kurzweile.

So betrat er also an einen sonnigen Tag den Hafen von Britain. Man konnte die riesige Baustelle, die sich im Hafen auftat. Er kam scheinbar zur rechten Zeit, um sich einen guten Platz in den neuen Häusern zu sichern. Jetzt musst er nur noch die wenigen Tage überbrücken, ehe die Bankanleihe seines Vaters mit einem Boten eintraf und er mit seinem Werk beginnen konnte. Und in der Zwischenzeit machte er sich auf die Jagt.

Schöne Frauen schien es hier im überfluss zu geben. Und schnell machte er auch einige Bekanntschaften. Lediglich eine blieb recht hartneckig in seinen Gedanken haften. Seronie. Sie hatte ein bezauberndes, noch immer jugendliches Gemüt. Und er genoss es sichtlich, wenn er sich mit ihr unterhalten konnte.
Aber es gab auch Schattenseiten. So kam es gleich am zweiten Abend, vor dem Gottesdienst zu ehren Glarons zu einer kleinen, verbalen Auseinandersetzung mit einer Dame am Marktplatz.
Nichts desto trotz breitete er schnell seine Beziehungen aus. Hierbei muss er zweifelos Ardenius Peret, den Richter Britains, hervorheben. Durch ihn kam er zu recht vielen Kontakten. Und das sie nützlich waren, stellte sich ebenso schnell heraus, wie er sie bekam.

Doch was ihm blühte, damit konnte er nicht rechnen.
Der Tag war da. Ein Bote brachte eine Schriftrolle von seinem Vater. Zweifellos die Bankanleihe, so dachte er. Doch als er die Rolle entrollte, traute er seinen Augen nicht. Sie enthielt nur eine Botschaft, keine Anleihe. Er laß sie wieder und wieder.

*Mein geliebter Sohn.

Jene Zeilen gebe ich dir mit auf den Weg, um dein Leben mit guten Vorsätzen und einem Ziel zu beginnen. Dieses mal sende ich dir nicht, wie gewohnt, eine Bankanleihe mit einigen Zeilen zu. Diesmal sollst du beweisen, das du auf deinen eigenen Beinen stehen kannst.
Handele nach deinem Gedünge, wenn du zurück kommen magst. Doch lege ich es dir im moment nicht ans Herz. Du weist, dein Bruder Jiaro mag dich nicht sehr zu schätzen. Er war stets deinem Eifer neid. Doch er ist der älteste und nach dem Gesetz der Erbe. So will ich Versuchen, dir ein vielleicht unangenehmes Leid zu vermeiden.
Aus deinem letzen Brief entnahm ich, das du nun im Herzogtum Britain bist. Eine schöne Insel. Ich war selbst einmal dort. Und ich denke, das du dort dein neues Leben aufbauen kannst, ohne auf die Probleme hier bei uns zu achten.

Mein Sohn, es tut mir nicht leid, das es so gekommen ist. Viel mehr bedrückt mich, das ich es dir nicht selbst unterbreiten konnte und ich mich nicht von dir verabschieden konnte. Doch wirst du stets in meinem Herzen bleiben.
Doch du weist, ich werde alt. Bald wird Jiaro das Handeln übernehmen. Und damit auch die Geschicke in der Grafschaft. Ich hoffe, er ist so weise, wie du es sein würdest.

So wünsche ich dir alles nur erdenklich gute. Möge Glaron einen nicht so schweren Weg dir ausgebreitet haben.

*Das Schreiben trägt das Zeichen der Grafschaft Nelassar. Einen Sack in der Mitte, Hammer zur linken, einen Teil einer Waage zur rechten.*

Dein Vater, Govaneo Sareso, Graf von Nelassar*

Fabrizio konnte es nicht fassen. Es hämmerte in seinem Kopf und alles um ihn herum schien zu verblassen.
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Alt 30.06.2006, 17:23
Der Entschluss
#2
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Wie betäubt sahs er in seinem kleinen Zimmer. Es dämmerte und die Paradestraße lag schon schwer in Schatten. Doch er hatte sein Zeitgefühl verloren. Zu viele Gedanken spukten in seinem Kopf. Doch das lauteste, was er vernahm, war WARUM?

Warum, Vater? Habe ich nicht immer alles zu deiner vollsten Zufriedenheit erledigt? Habe ich nicht immer in deinem und im Sinne der Familie gehandelt? Habe ich nicht alles getan? Wo liegt meine Versagen?
Viele Fragen, auf die er keine Antwort fand. Und was hatte sein Bruder damit zu tun? Ja, Jiaro neidete dich und deine Schwester immer. Aber daran war er selber schuld. Wenn er auch nur Faul seinen eigenen Fransen nachging...
Seine Gedanken glitten nach Hause. Das Landgut, wo er aufwuchs. Die weitläufigen Ländereien, der kleine See. Die Kinder der Bediensteten, mit denen er spielte. Und die Kinder aus der näheren Umgegend, die immer mal wieder kamen um mit zu spielen. Und heute arbeiteten auch sie für seine Familie wie einst ihre Väter
Doch dann bekam er es mit der Angst. Was nur, wenn er es nicht schaffen würde, nach Hause zu kommen? Würde er je wieder seine Familie sehen? Oder wäre es gar besser, wenn es nicht mehr zurück käme. Warum hatte ihn sein Vater gewarnt?`

Als er das nächste mal aufblickte, war es stock finster. Nur ein schwacher Lichtschein dran durch sein Fenster. Etwas verwirrt entzündete er die Kerze auf dem kleinen Nachttisch neben seinem Bett und stellte sie auf die Komode. Sein Blick glitt aus dem Fenster. Unten kam ein Gardist mit einer Laterne vorbei. Warum gerade dieses Eiland? Was dachte sich mein Vater dabei? Er konnte sich keinen Reim darauf machen, warum er gerade hier sein Leben neu Ordnen sollte. Dabei war es garnicht geplant, das sein nächster Stopp hier sein würde. Doch das Schiff nach Norrland hatte Havarie und konnte nicht auslaufen. Bevor er noch einen Tag länger in diesem Loch, wie er es nannte, verweilen musste, nahm er lieber das nächste Schiff, das auslief. Nur deswegen landete er auf Britain und nicht in Norrland.
Oder war es Absicht? Hätte mein Vater es so oder so getan? Wollte er nur bei den beiden Malen davor sehen, ob du reif für dein eigenes Leben bist?

Mit diesen Gedanken sah er erneut den Gardisten vorbei trotten. Er wusste, es war Zeit, ins Bett zu gehen. Doch er wusste genauso, das er nicht schlafen konnte. So kam, was kommen musste. Er bekam die gesamte Nacht kein Auge zu und erst als die ersten Sonnenstrahlen durch sein Fenster lugten, schloss er seine Augen. Was würde nur noch alles kommen...
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Alt 02.07.2006, 12:22
#3
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Am nächsten Tag war das Gefühl der Betäubung noch immer in ihm. Doch so langsam dämmerte es. Nach und nach kamen mehr und mehr Sachen hoch. Leider auch, wie es nun mit ihm weiter gehen sollte.

Du bist nun einer vom Volk. Du hast keine Privileglien mehr. Kurz stockten seine Gedanken. Du musst arbeiten. Du musst dir Geld verdienen.

Sein nächster klarer Gedanke kam erst wieder, als er durch das Stadttor vor dem Wald stand. Handeln, das kannst du. Aber arbeiten... Keine Gedanken mehr daran, wie er sich nun verknügen sollte. Keine Gedanken mehr an Frauen. Nur noch Leere. Und doch, neben der Leere in seinem Kopf war noch etwas. Man würde es vielleicht als einen Funken Hoffnung deuten, doch für ihn war es die Rettung seines Lebens. Handeln!

Auf halbem Weg in den Wald machte er kehrt. Sein Entschluss stand nun fest. Wenn er Überleben wollte, musste er das tun, was er konnte. Handeln. Und Frauen imponieren. Vielleicht gab es ja eine, die ihm helfen konnte. Doch das würde sich in den nächsten Tagen heraus stellen. Nun galt es, mit der vielzahl an Handwerkern und Händlern in kontakt zu treten. Vielleicht gab es ja etwas, was dringen benötigt wird. Irgend eine Sache. Egal welche, er würde sie beschaffen.
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Alt 15.07.2006, 15:05
Die Frauen
#4
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Schnell, wie immer, lebte sich Fabrizio in Britain ein. Er hatte noch nie schwierigkeiten, die richtigen Leute kennen zu lernen. So war es denn auch hier. Gerade mit Herrn Peret fand er einen intellektuellen Mann, mit dem man sich genüsslich Unterhalten konnte und dennoch nie ein Gesprächsthema fand, das ungeeignet oder in das Niveaulose abglitt.

Mit seiner Hilfe gelang es ihm, die ersten Kontakte zu Händlern und Handwerkern auf der Insel zu schließen. Doch noch wichtiger für ihn persönlich waren die Damen, in wessen Gesellschaft der Richter zu Britain ihn brachte. Darunter waren Frauen, in welcher Gesellschaft er sich mehr wie wohl fühlte. Fräulein Govaine oder Angelina von Fenisthal.
Doch auch so hatte er mehr mit der weiblichen Seite Britains zu tun. Frau Ceres, Isiidra, Shirajna, Seronie, Frau Kaahit...
Charm bringt dich oft weiter als Drohung und Gold. Sein Vater hatte wie immer recht. Doch gab es eine Dame, mit der er nicht rechnen konnte. Maleia.

Vom ersten Treffen an merkte er schon, dass, obwohl nur aus einfachem Hause und in den Wäldern groß geworden, sie etwas in sich birgt. Und so kamen einige Treffen zustande, in denen man sich lange Unterhielt und viel über den anderen heraus fand. Doch was in jener Nacht am kleinen See im Stadtgarten gesehen würde, davon hätte er nicht einmal zu träumen gewagt.

In jener Nacht flüchteten sie beinah aus dem Tala, als ein barscher und lauter Mann den Tala betrat. Fabrizio kannte ihn nur zu gut, doch ging er ihm lieber aus dem Weg.
Und so kam es, das beide, Maleia und Fabrizio, in jener Nacht auf dem kleinen Steg über dem Teich standen und den Mond im Wasser spiegeln sahen. Die Unterhaltung wurde etwas persönlicher. Und als Maleia die Narbe auf Fabrizios Wange sah, strich sie nach etwas zögern darüber. Doch der Hauch eines Kusses, der ihn sanft auf der unansehnlichen Narbe striff, kam für ihn mehr als überraschend.
Die innige Zeit danach war für ihn anders als die Male davor. Nicht er machte den ersten Schritt. Und das machte ihn Neugierig und ließ seine Gedanken nur noch um sie kreisen.
Fabrizio Sareso ist offline  
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Alt 16.07.2006, 23:51
N
#5
Maleia
Reisender
 
Registriert seit: 09 Jul 2006
Beiträge: 8
Wie betäubt saß Maleia auf dem Bett in dem sie mit Fabrizio die vergangene Nacht verbracht hatte. Sie war alleine, denn Fabrizio war bereits aufgebrochen um seine Geschäfte zu machen.
Ihre Blicke musterten voll Sehnsucht den Armreif, den sie an ihrer linken Hand trug... Eine Gravur vermochte den Reif zu zieren - "Euer Schutzengel Fabrizio".
Die letzten Tage waren vergangen wie Sekunden - und sie konnte es noch immer nicht glauben welch himmlisches Glück ihr widerfahren ist.
Fabrizio hatte ihr in diesen zwei Nächten so viel Liebe gegeben, wie sie es sich nie in ihrem Leben erhofft hatte, denn an die Liebe ihrer Eltern konnte sie sich nicht mehr erinnern.
Sie streichelte den Armreif als wäre er ein Teil von Fabrizio. Oh welch wundervolles Geschenk - auch das hatte sie sich nie zu träumen gewagt - schon gar nicht in diesem Material, sie war doch nur die Gaben des Waldes gewohnt und keinen Luxus wie dieses Schmuckstück.
So schade, dass sie ihn nun eine ganze Zeit nicht mehr sehen wird. So kurz jene zwei Nächte der Liebe auch nun erscheinen - umso länger werden die nächsten Monate sein. Ihre Gedanken kreisten nur noch um Fabrizio. Wenn sie etwas aß, wenn sie etwas trank, wenn sie durch den Wald streifte... in jeder erdenklichen Minute war er bei ihr.
Sie dachte zurück... an jene Nacht in der sie an dem Teich standen. Es war eine wundervolle sternenklare Nacht. Fabrizio erzählte von seiner Narbe... sie konnte nicht anders als sie zu streicheln... und zu versuchen, den Schmerz, der noch an ihr klebte, wegzuküssen.
In dieser Nacht fing sie an ihn zu lieben, seine Worte drangen mitten in ihr Herz. Sie wurde nicht satt seine Haut zu streicheln und ihn zu küssen - im Gegenteil. Er gab ihr das, wonach sie lange suchte ohne es zu wissen, ohne es überhaupt zu kennen. Und genau dies wollte sie ihm ebenfalls geben.
Sie kannte dieses Gefühl bisher nicht und es ist ihr nun völlig fremd. Sie würde ihn gerne mehr sehen, man könnte sie schon hungrig nach ihm nennen.
Die letzte Nacht... oh wie sehr sie sich wünschte, dass sie nie aufgehört hätte!
Doch nun steht eine lange Zeit bevor, in der sie ihn noch nicht einmal zu Gesicht bekommt.
Die Geschäfte gehen nun einmal vor...
Ihre Hand wanderte zu ihrer Brust zu dem Punkt wo ihr Herz schlug... so schnell vor Glück... genau wie Fabrizios an jenen Abenden an denen sie ihm so nah war... so nah...
Maleia ist offline  
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Alt 23.07.2006, 16:34
Vom Pech verfolgt
#6
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Irgend wann musste es ja so kommen. So viel Glück kann kein einzelner Mensch ertragen.

Sein Start auf der Insel Britanica hätte besser nicht sein können. Viele Kontakte, volle Bücher, nette Frauen. Doch irgendwann musste sich das Schicksal ja das Pech auf den Plan rufen.

Angefangen hatte es an jenem Abend, als die Geschichte mit dem kleinen Geistermädchen Valerie ihren Anfang nahm. Wohl der größte Fehler, den er je begangen hat. Nicht nur, das er eine rastlose Seele, welche wohl irgend etwas verbrochen haben musste, und so nicht in das Paradies Glarons auffahren konnte, befreit hatte. Nein, es brachte nun auch noch mehr Unglück mit sich und schien ihn zu verfolgen. So wurde aus der Audienz bei Baron Bol von Britain ein wahres Fiasko, das mit dem Rauswurf aus seiner Residenz endete. Auch schien das Mädchen andere zu belästigen, wie er von einem der Templer erfuhr und aus Gesprächsfetzen der Garde. Hoffentlich würde seine Idee dem Spuk ein Ende setzen.

Und dann waren da noch die Frauen.

Ja, er hatte sich verliebt. Doch seine Art, höfflich und hofierend, hatte er diesmal wohl bei weitem unterschätzt. Sein Herz gehört Maleia. Doch auch Shirajna scheint ihm nicht abgeneigt. Und des einen Abends im Tala trafen beide noch aufeinander. Als Fabrizio nach einer Besorgung wieder zu den Beiden stieß, schien die Stimmung wie auf dem Totenacker. Beunruhigend still und mit einer zerschneidbaren Anspannung in der Luft. So wollte er das nun wahrlich nicht.

Auch schien ab dem Punkt, wo der Geist befreit war, die Geschäfte gen Null zu laufen. Kein Lieferant war mehr aufzufinden, kein kaufwilliger Kunde in Sicht. Zum Glück konnte er alles bei seiner Expedition zu den Inseln in der Umgegend vergessen. Aber die letzte Nacht mit Maleia würde er wohl die ganze Fahrt im Kopf haben....
Fabrizio Sareso ist offline  
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Alt 02.08.2006, 20:33
Vom Pech verfolgt oder "Eine Seefahrt die ist
#7
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Wie verabredet war Fabrizio am Morgen des 11. Glarim im Hafen. Das Schiff war nun wirklich nicht schwer zu finden. Der Zustand war mehr als jämmerlich. Er hatte zwar keine Stolze Kogge erwartet, aber das war nun wirklich unter allen Würden. Der Kraier lag leicht Schlagseite Backbord da, einige Männer flickten am Bug Löcher. Die Blanken waren alles andere als gut in Schuss und die Segel waren so geflickt, das sie nur noch aus Stoffstücken bestanden. Und die Mannschaft sah nicht sehr Vertrauenswürdig aus.

Er stand vor der Planke und haderte mit seinen Gedanken. Soll ich wirklich auf diesen Seelenverkäufer? Doch schließlich brachte ihn ein Stoß von hinten auf die wacklige Planke. Es war der erste Maat, Har Ursil. Über ihn kam er überhaupt auf den Kahn. Aye, bereit für die Reise? Fabrizio nickte nur zu der Frage und stieg weiter die Planke empor. Beim Blick nach unten sah er Seetang und Muscheln. Er rechnete nun nicht mehr damit, weit zu kommen.
Die Mannschaft beäugte ihn schon am Kai argwöhnisch. Wirklich, jene Schienen wie Menschen, die man auf die Galeren geschickt hat.Zerzaust, schmutzig und unrasiert. Schnell wante er sich dem ersten Maat zu. Meine Kajüte? Der Maat nickte nur. Im Zwischendeck, neben der Kajüte des Kapitäns. Fabrizio machte ich auf den Weg.

Das Schiff war noch in einem viel misserableren Zustand, als gedacht. Die Stufen der kleinen Stiege in das Zwischendeck und die Bilch waren morsch vom Seewasser. Überall konnte man Wasser sehen und durch Löcher im Rumpf kamen Sonnenstrahlen. Seine Gedanken wurden schwerer, mit jedem Schritt, wo er tiefer in das Innere des Zwischendecks vordrang. Er dachte an Maleia, an seine Schwester und seine Familie. Doch ruckartig kam er zum stehen. Der Kapitän stand vor ihm.
Ruid Grebhol war ein großer, stemmiger Seebär. Seine Haare waren dunkel grau geworden, ein angemessener Bart zierte sein Gesicht. Seine Kleidung schien gepflegter als die der Mannschaft. Und seine Stimme war tief und ruhig. Aye, Herr Sareso. Gut das ihr da seid. Wir wollen ablegen. Fabrizio nickte nur ruhig. Ihr wisst, wo eure Koje steht? Aye, die nächste Tür nach der euren. Fabrizio lächelt etwas. Der Kapitän nickte. Aye, richtig. Der Maat erzählte, ihr kennt euch auf See aus? Aye, Kapitän. Navigation und Flottenmanöver. Wieder nickte der Kapitän. Aye, geht in eure Kajüte, wir legen bald ab. Mit einem leichten Lächeln und etwas nickend machte er dem Kapitän platz. Und der setzte seinen Weg mit gemessenem Schritt fort. Kurz blickte Fabrizio Ruid noch nach, ehe er seine Kajüte betrat. Und jene war aufgeräumter, als er es erwartet hatte.

Nach etwa einer Stunde vernahm man einige Befehle des Kapitäns in einer recht lauten Stärke. Und Fabrizio erkannte, das man in See gestochen war. Denn schließlich schwankte die Laterne in seiner Kajüte bedächtig hin und her. Vor ihm lag ein Buch. Und darin began er zu schreiben.

*Logbuch der Segaful - Fabrizio Sareso


11. Glarim 1289

Sind heute am Morgen in See gestochen. Der Kapitän erweckt in mir das meite Vertrauen. Die Mannschaft scheint mir suspekt. Das Schiff ist in einem erbärmlichen Zustand.

Mannschaft

Kapitän - Ruid Grebhol
Erste Maat - Har Ursil
Zweiter Maat - Jors Randel
Steuermann und Navigator - Ignatz Ol
Zweiter Steuermann - Ewner Wes
Mannschaft - Gaorl Nesalmo (Orl oder Nes), Herlmas Sino (Sino), Asim Sanno (Asim), Zigar Besno (Bes), Falgor Claf (Gor oder Claf), Kalesim Janso (Kales), Venga Turji (Venga oder Tur)

Ich bin mal gespannt, wie weit wir kommen.

12. Glarim

Bilch steht eine Handbreit unter Wasser. Alle waren sind hoch gebockt. Meine sorgen werden größer. Mannschaft weiter Misstrauisch. Heute sicht von Land verloren. Kurs Süd-Ost.

13. Glarim

Sind heute in der Schlangenbucht eingelaufen. Mich wundert, das niemand darüber spricht. Große Insel. Kapitän meinte, er wolle Vorräte fassen, da billiger wie in Britain. Jedoch sind viele Kisten und Fässer von Bord. Brief an Maleia verfasst und gen abend abgeschickt. Einen Tag weiter Datiert.

14. Glarim

Sind bei Nacht ausgelaufen. Kurs Süd. Werde heute nach Waren sehen. Hoffe, unbemerkt zu bleiben.

Wurde in der Bilch gestellt und unter Arrets gesetzt. In den Kisten sind viele Sachen. Alkohol, Waffen, Rüstzeug. Auch aus Knochen. Und Tränke. Bin wohl an Bord eines Schmuggelschiffs.

Kapitän kam zu mir. Rat mir, besser den Mund zu halten. Lieber die Fahrt genießen. Besser, ich halte mich raus. Arrest aufgehoben. Mannschaft noch mehr auf der Hut.

16. Glarim

Haben zwei Inseln gesichtet. Beide verlassen und klein. Kein Stein, kein Hügel. Einige Palmen, kein Wert für den Handel. Kein Landgang. Kurs nun Westwärts.

20. Glarim

Sind in einen verstecktem Hafen eingelaufen. Kala Ingna laut Kapitän. Hafen verdeckt durch vorgelagerte Klippen. Hafen gut besucht. Viele Schiffe.

Landgang. Überall nur Pöpel, Dirnen und Raufbolde. Schlägereien an jeder Ecke. Kein schöner Ort. Bin mit Har und Jors unterwegs. Große Schenke. Viele Schlägereien und leichte Mädchen. Schrieb zweiten Brief an Maleia. Schlägerei, einen Mann mit der Flasche eine übergezogen. Brief befleckt. Abgeschickt, hoffe, erkommt an.

21. Glarim

Wieder auf See. Einige Mannen sind übel zugerichtet. Aber Einsatzfähig. Kurz Nord-West. Kapitän sagt, drei Tage bis zu einer Inselgruppe. Nicht viele Vorräte dabei. Laut zweitem Maat zu Teuer in Kala Ingna.

22. Glarim

Seit dem Auslaufen Flaute. Keine Fahrt, nichtmal halben Knoten. Segel liegen brach. Mannschaft und ich beunruhigt.

23. Glarim

Wasser geht zur Neige. Habe mir mit Münzen Extraration gekauft.

24. Glarim

Wasser rationiert, immer noch Flaute.

26. Glarim

Immer noch Flaute. Ignatz und Sino fangen an, den Verstand zu verlieren. Stimmung gereizt. Mannschaft wettert gegen Kapitän und mir.

27. Glarim

Ignatz ging heute Steuerbords über die Reling. Keine Spur von ihm. Sino wird agressiv. Kapitän setzt mich als Steuermann und Navigator ein. Immer noch Flaute.

Sino griff heute Venga an. Venga leicht verletzt, Sino tot. Die Fahrt geht dem Tot entgegen.

28. Glarim

Wind hat bei meiner Wache aus Ost aufgefrischt. Kreuzte Nord-West, dem Kurs des Kapitäns nach.

Wind wird stark, teilwiese Segel eingeholt. Fogsegel gerissen, wird genäht. Wellen steigen. Kaum noch Wasser.

29. Glarim

Letzte Fass Wasser zu Ende. Mein Vorrat, 2 Flaschen.

Land gesichtet, Inselgruppe erreicht. Frisches Wasser auf der kleinen ersten. Große in der Mitte mit Vulkan, Rauch, keine Lava.

Zweite Insel bewohnt. Wilde. Haben verletzten Venga gefangen. Möge Glaron mit ihm sein. Wasser aufgefüllt. Kurz Heimathafen. Ladung für mich uninteresant. Besser, ich halte den Mund.

1. Ludin

Wir machen gute Fahrt. Habe der Mannschaft extra Gezahlt. Stimmung mir gegenüber besser. Morgen wohl in Britain.

2. Ludin

Britian in Sicht. Laufen bald in den Hafen ein. Sachen sind gepackt, freue mich auf einen Wein. Werde der Mannschaft zwei Runden im Troll spendieren.

Angelandet. Leinen sind verteut. Endlich von Bord. Bilch zwei Fuss unter Wasser. Bald säuft der Kahn ab. Aber ohne mich. Nächstes mal Schiff ansehen. Glaron war wohl mit mir. Ich lebe.*


Fabrizio schwankte leicht von Bord. Seine Beine kommen noch nicht ganz mit dem stillstehenden Boden zurecht. Und die Mannschaft hackt ihn auch gleich ein, zielsicher den Troll ansteuernd.
Fabrizio Sareso ist offline  
Geändert von Fabrizio Sareso (02.08.2006 um 20:36 Uhr).
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Alt 07.08.2006, 23:55
Beziehungsdrama
#8
Seronie
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 10
Als Seronie kurz nach dem 20ten Glockenschlag im Tala ankam, traf Sie nur auf einen Herrn, nämlich auf Loranio Balron. Als Sie Riane fragte, ob diese einen gewissen Fabrizio Sareso gesehen hätte, sagte ihr Herr Balron nach einem kurzen Gespräch, das Fabrizio Vater werde, doch nicht von einem Kind mit ihr.
Als dieser den Taler verließ, kam sie zu dem entschluss Fabrizio Sareso auflaufen zu lassen. Leider kam alles anders, ein Zwerg namens kor´la´mosch verriet ihr kurz bevor Fabrizio hineinkam, das Fabrizio bald eine andere Frau heiraten werde. Leider hörte deiser Zwerg nicht auf zu sprechen, sodass Fabrizio letztendlich den rest der unterhaltung mitbekam. Nach einem kurzem Streitgespräch mit Fabizio, und nachdem sie die beiden Geschenke von Fabrizio auf den boden geschmissen hatte, gab sie ihm zum Abschied noch ein Backpfeife und verließ danach mit tränen überströmten Gesicht den Tala.

Noch Am selben Abend, beschloss Sie es ihm irgendwie heimzuzahlen. Sie überlegte, wann der richtige Zeitpunkt käme. Am Ende entschloss sie abzuwarten, bis sie etwas von seiner bevorsthenden Hochzeit zu hören bekomme.
Seronie ist offline  
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Alt 29.09.2006, 13:32
#9
Fabrizio Sareso
Reisender
 
Registriert seit: 24 Jun 2006
Beiträge: 282
Mitlerweile wurde es Herbst in Britain. Die Geschäfte liefen gut und ruhig. Ab und an kam Fabirzio zwar nicht zur Ruhe, aber was störte ihn das. Er musste schließlich seiner Familie ein Heim bieten. Und dafür waren ihm keine Mühen zu groß.

Maleia war nun im dritten Monat schwanger. Anfangs war er noch recht skeptisch,was dies nun für ihn bringen würde. Doch ist er nun sicher, das er mit Maleia die beste Wahl getroffen hatte. Auch liefen die Vorbereitungen für die Hochzeit auf hochtouren. Im neuen Jahr, nach den Grauen Tagen, sollte es so weit sein. Aber dafür musste Fabrizio nun noch mehr arbeiten wie vorher. Nicht nur, das er alle Kundengeschäfte abwickeln musste, nein, er musste nun auch noch mit Bruder Cormac alles absprechen und alles genau niederschreiben, was er sich so dachte. Und als die Tage kürzer wurden, wurden für ihn die Nächte länger. Schon lange hatte sein Gesicht den jugendlichen Glanz verloren, hatten sich tiefe Augenringe gebildet. Und des öfteren ging er Unrasiert umher. Aber das würde bald ein Ende haben. Mit Heim, Herd und Familie könnte er es ruhiger angehen lassen. Darauf freute er sich am meisten. Seine Familie.

Auch war nun seine Schwester wieder zu gegen. Den Sommer verbrachte die junge Dame lieber im Süden, als ihm zur Hand zu gehen. Aber so war Celina nunmal. Noch immer jung und verträumt. Sie hatte noch die Träume, die Fabizio nun langsam ausgingen. Aber es bildeten sich schon neue. Schöne Träume. Träume, die er sich auf jeden Fall verwirklichen wollte...
Fabrizio Sareso ist offline  
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