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Reisender
Registriert seit: 08 Jan 2015
Beiträge: 7
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Blattwerk im Wind
Erst vor kurzem war er wieder von seiner Reise zurückgekehrt. Vieles hatte sich verändert, doch die Melodien waren so wie er sie in Erinnerung hatte. Wie früher auch schon übte er viel in der Kampfeskunst, welche ihm sehr lag und gefiel. Die restliche Zeit verbrachte er im Wald mit dem Lauschen von Geräuschen und beobachten von Tieren aus Baumwipfeln. Oft saß Etheldir einfach nur Stunden auf einem Ast und sog die Welt und ihre Einflüsse mit tiefen Zügen in sich ein. Die Reise hatte ihm mehr Verständniss für einige Dinge verschafft und auch seine Bewegungen im Kampf verbessert. "Wie Blattwerk im Wind! Niemand weiss wohin es fällt, nicht einmal das Blatt selbst, doch es landet immer sanft." Hallte der Satz eines älteren Waldelfen, aus einer anderen Sala, in seinem Kopf. Etheldir dachte oft daran was er alles in den 20 Jahren gesehen und erlebt hatte. Auch gestern verbrachte er die meiste Zeit damit auf einem Ast zu sitzen, ein Bein herunter baumelnd und die Natur zu genießend. Als es später wurde stieg Sorge in ihm auf. "Er sollte längst wieder zurück sein." Sprach er zu sich selbst. Er schwang sich gekonnt vom Ast und landete grazil auf beiden Füßen. Leichten Schrittes verlies er die Sala, sein Gewissen riet ihm dazu. "Viel zu lange." Murmelte er einige male, wohl um sich selbst in seiner Entscheidung ,ihm nachzugehen, zu bekräftigen. Er war etwas verunsichert aber auch neugierig. Noch nie war er Menschen so nahe gekommen wie er es gleich sein würde, zumindest wenn dort Menschen sind. Sein Bruder hatte ihm gesagt wo er sein würde und so musste Etheldir nicht lange nach ihm suchen, auch wenn er unbewusst einige Umwege dorthin nahm. Die Gegend war ihm fremd und auf gewisse Weise auch etwas unheimlich. Überall standen Kästen und komische Abgrenzungen. Solche Dinge hatte er immer nur von genügend Abstand gesehen und sie hatten ihn nie gereizt. Jetzt allerdings als er vor ihnen stand konnte er seine Neugier nicht zügeln. Jedoch mahnte er sich selbst, da sein Bruder vielleicht in Gefahr war und zog weiter zu einem Ort den die Menschen "Bärenhöhle" nannten. Allein der Name lies in schlimmes erahnen. Wer würde schon freiwillig in die Höhle eines ausgewachsenen Bärens gehen und dessen Ruhe stören? Er zweifelte aber nicht an seinem Bruder ,sondern vertraute ihm voll und ganz. Als er am beschriebenen Ort angekommen war hört er Stimmen, eine davon zweifelos von seinem Bruder die andere war ihm fremd. Es schien ihm gut zu gehen und Etheldir schritt auf ihn zu. Liandrel begrüßte ihn herzlich und sie umarmten sich. Etheldir war sichtlich erleichtert das es ihm gut ging. Er saß dort mit einem Menschen. Neugierig huschten seine Augen immer wieder kurz zu der Person und er merkte das er etwas aufgeregt war. So nah war er einem Menschen noch nie, sie, zumindest nahm er an es wäre ein Weibchen, war höchstens 3 Schritt von ihm entfernt und schien ihn anzulächeln. "Ich bin gekommen um nach dir zu sehen. Du warst nun schon einige Zeit fort." sprach Etheldir auf elfisch. "Mir geht es gut Bruder. Setz dich doch, dort neben dem Menschenweibchen ist noch ein Platz frei." entgegnete ihm Liandrel, ebenfalls in der Sprache der Elfen. Die Frau sprach ebenfalls Worte, welche Etheldir allerdings nicht verstand. Die Sprache der Menschen hatte ihn nie interessiert, sie klang fremd und komisch für ihn. Er setzte sich auf den Platz, den Liandrel ihm gezeigt hatte. Direkt neben dem Menschenweibchen, welche jetzt gestikulierte. Liandrel hatte ihr wohl gesagt das er sie nicht versteht. Sie deutete mit dem Zeigefinger auf ihre Brust und sagte etwas das wie "Victoria" klang. War dies das Wort für Brust in der Sprache der Menschen? Danach deutete sich in Richtung von Liandrel und sagte seinen Namen. Jetzt verstand Etheldir, Victoria war der Name des Weibchens. Liandrel und die Menschen Frauen unterhielten sich eine Weile und Liandrel übersetzte für Etheldir. Er lauschte der Sprache der Menschen, verstand aber nichts und wartete auf die Übersetzung von Liandrel. Nach einiger Zeit erhoben sich die Beiden und Etheldir schaute etwas fragen zu seinem Bruder. "Wir sind eingeladen. Nun wirst du die Behausung eines Menschen sehen." ein Lächeln zierte Liandrels Lippen. Etheldir entgegnete nur mit einem Nicken. Er war sichtlich aufgeregt und unglaublich neugierig. Auf seiner Reise hatte er es vermieden den Menschen nahe zu kommen, vielleicht weil er genau wusste das ihn seine Neugier irgendwann am Schopfe packen würde. Nach einem kurzen Fußweg waren sie an einem Stück abgegrenztem Grün und einem dieser komischen Kästen. Wie sich herausstellte war diese Kasten die Behausung der Menschen. Sicherlich nicht so gemütlich und schön wie ein Baum aber interessant. Im Inneren angekommen gab es für ihn kein halten mehr. Nachdem sich Liandrel in einen Raum des Kastens begeben hatte und in einer Holzkiste einige Dinge begutachtete begab sich Etheldir in einen anderen größeren Raum. In diesem Stand ein komisches Instrument, welches er nicht kannte. Es hatte komische Tasten in Kontrasten. Als er auf ein paar dieser Tasten drückte fingen sie an zu klingen. Doch er verharrte dort nicht lang, seine Neugier zog an ihm, drückte in seinem Rücken, wie ein Windstoß der ihn vorantrieb. Er stieg Stufen empor und fand mehr Räume. Ein Raum mit einer Art Quelle, wo sicher auch die Menschen badeten. Dann fiel sein Blick auf eine Blume und ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er roch an ihnen und sie rochen wunderbar. Er schaute auf und die Menschenfrau war ihm gefolgt und lächelte ihn an. Er hatte auch fern ab ihre Stimme gehört, aber da er nichts verstand und es gerade auch zuviel zu entdecken gab blendete er die Stimme aus. Flink verschwand er im nächsten Raum. Ein komischer Kasten mit komischen Stofffetzen, groß und klobig stand mitten im Raum. Etheldir untersuchte sofort die Stofffetzen, sie waren weich und leicht, aber nicht so schön wie ein Fell. Liandrel und die Frau waren inzwischen nachgekommen. Liandrel entdeckte sofort das Fell vor dem komischen Kasten und lies sich dort nieder. Die Frau schien irgendwie überfordert. Warum dies so war wusste Etheldir nicht, schliesslich hatte sie die Beiden ja eingeladen. "Was ist das für ein komischer Kasten hier?" frage Etheldir Liandrel "Darin schlafen die Menschen. Sie müssen ja schlafen, nicht so wie wir." entgegnete dieser. Etheldir nickte und lies die Stoffe auf den Boden fallen, bevor er sich neben seinen Bruder auf das Fell sinken lies. Das Menschenweibchen sprach nun in ihrer Sprache und Liandrel wandte sich zu Etheldir und übersetzte. "Das Weibchen will sich anscheinend mit dir paaren." sagte er. "Paaren mit mir? Nein das möchte ich nicht." antworte der junge Elf. "Halt nun will sie doch nicht mehr." warf sein Bruder ein. "Die Menschen verwirren mir. Es gibt sovieles was ich nicht verstehe." sagte Etheldir als er sich dann gerade dem Holzkasten, welcher voller Kleider war widmete. Er roch an den Kleidern. Der Geruch war seltsam, nicht schlecht er gefiel ihm. Langsam wurde Etheldir etwas nervös. Er fühlte sich eingesperrt. Er verlies den Raum und wanderte in den nächsten. Dort war es sehr staubig, so als wäre schon lange niemand mehr dort gewesen. Auf einem Tisch stand ein ganz kleines Holsschiff. Er betrachtete es und kurz bevor er es berührte schaute er zur Tür. Die Menschenfrau sah ihn bestürzt an und Liandrel teilte ihm mit das dies ein Welpenzimmer sei. Etheldir erschrak und verlies das Zimmer sofort wieder. "Sie hat ihren Welpen wohl verloren denke ich." sprach sein Bruder zu ih in traurigem Ton. Etheldir fühlte sich schuldig, sein Gesicht zeigte nun Trauer und Mitgefühl. Er holte Luft und sprach zu der Frau. "Entschuldigung das wusste ich nicht. Es tut mir leid." in einem ebenso traurigem Ton wie sein Bruder. Natürlich verstand sie ihn nicht und wurde sich seiner Worte erst bewusst nachdem Liandrel sie übersetzt hatte. Nachdem kurz stille aufgetreten war forderte das Weibchen sie auf ihr nach unten zu folgen, zumindest folgte sein Bruder ihr also tat Etheldir es ihm gleich. Unten angekommen breitete die Frau einige Felle für die Beiden auf. Etheldir wurde langsam unruhiger und kam sich wie ein Gefangener vor. Die Natur hatte er jetzt schon lange nicht mehr gesehen. Er wurde nervöser. Liandrel bemerkte dieses scheinbar sofort und reichte ihm seinen Stab Shaahis. Als er seine Hände um den Stab legte löste sich die Anspannung, welche er aufgebaut hatte wieder und er setzt sich auf das Fell. Er spürte durch den Stab die Natur und klammerte sich am Anfang an ihn. Das Weibchen und Liandrel unterhielten sich noch einige Zeit und Etheldir warf ab und zu mal eine kurze Frage ein, immer dann wenn er etwas nicht verstand. Es gab viele Dinge die er nicht verstand aber scheinbar schienen die Menschen noch viel weniger zu verstehen. Er hatte den Eindruck dass sie sich selbst nicht verstehen, warum würden sie sich sonst gegenseitig töten? Er hatte viel Neues gesehen und auch einiges über die Menschen gelernt, dennoch blieben sie ein Rätsel für ihn, welches er noch nicht verstehen konnte. Nach einiger Zeit machte er sich dann auf den Weg. Nachdem er sich von seinem Bruder, dem er auch den Stab zurück reichte, und dem Menschenweibchen verabschiedet hatte machte er sich schnellen Fußes Richtung Wald. Am Wald angekommen verschwand er in diesem innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde. |
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