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Alt 19.11.2003, 17:48
Am Ende des Weges wird alles Arcara in die Hände gelegt...
#1
Saynelda Fey'na
Gast
 
Beiträge: n/a
So schnell sie ihre langen Beine trugen, rannte das splitternackte Wesen durch den Wald von Yew. Um ihren Schambereich schien sich nur noch ein schmaler und zerfetzter Lederrock zu legen. Die silber-grüne und glänzende Haut schien von roten Flecken und rinnsälen überhäuft.
Schweissperlen rannen über ihr sonst so kindliches und fröhliches Gesicht und liess sie fast schon alt und gebrechlich wirken, die Schweisstropfen vermischten sich auf ihrem Weg zu Boden mit dem reinen Blut dieser Gestalt...

Yamayu... ich bin gleich bei dir, ich weiss du wirst dich um meine Wunden kümmern iama

Ihre Gedanken waren wirr, genau wie ihre Tat. Breite Wunden überzogen ihren unschuldigen Körper, und doch rannte sie in einem Tempo das selbst ein gesundes Wesen kaum durchhalten konnte. Der Gedanken daran, jetzt im Herz zu sein können bei ihren Liebsten schien sie zu treiben wie ein Lichtstrahl auf das sie zu rannte ohne zu merken dass davor ein reissender Strom seinem Weg folgt.

Viona... wirst du mir dann vom leben in der cada des jungen Volkes erzählen, nicht wahr? Dann geht es mir bestimmt schnell besser.
Weißt du noch wie wir früher immer alle zusammen in der sala waren und uns alles erzählten? Wie wir unsere Kleider tauschten und sie uns einander vorgeführt haben?
Ich habe dein Kleid noch immer in meiner Kiste liegen iama... soll ich es dir zeigen? Das wird ich tun wenn ich im Herzen bin


Wie ein Verbrechen an der Welt sah es aus, der Anblick der reinen Unschuld, blutüberströmt, von der Panik gepackt... Und doch mit diesem...Lächeln im Gesicht...

Ich werde Andarna erzählen was wir zusammen alles erlebt haben. Ich möchte dann ihr Lächeln sehn, dieses süsse Lächeln von ihr das sie immer trägt, wenn man ihr eine Geschichte erzählt.

Bei jedem Schritt den sie Tat schien sie mehr Blut zu verlieren, schienen sich die Wunden noch weiter zu öffnen.

Ich will zu euch meine iama, will eure Gesichter sehn, euer Lächeln. Ich werde schnell bei euch sein, ihr seid doch erst der Grunde, wieso damals mein Herz weiterschlug, als ihr mich aufgefunden habt und mir mit eurer Wärme ein neues Leben geschenkt habt

Da blieb sie stehen und wie von der Last der ganzen Welt erdrückt sackte die Elfe zusammen und blieb reglos auf dem Boden liegen.
Kein Atemzug, selbst der Wind schien einen Augenblick den Atem anzuhalten und der Wald versank in ein tiefes Schweigen.

Ich hab euch alle schon vor Jahren verloren....

Wie ein Tautropfen so rein, glitzerte eine Träne in ihren weit aufgerissnen Augen und folgte dem Weg des Leben, Geboren Im Lichte, in den Armen Shiannas, seinem Weg folgend bis in die Hände Arcaras, die sie der kalten Erde übergab.

Ob Shianna Sayneldas Hand weiter in der ihren hält oder sie nun Arcara übergibt, egal was passiert, die unjama tragen ihren Namen in sich, und tief verborgen im Herzen des Waldes, hallt ihr Name im innern der Bäume durch ein Lied, schön wie die Nacht....
 
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Alt 27.11.2003, 21:11
#2
Arian Karex
Reisender
 
Registriert seit: 31 Jul 2003
Beiträge: 378
...Bätter wuchsen und Blätter fielen. Schnee bedeckte die Lande und taute auf. Die Sonne erklomm das Firmament und tauschte es mit dem Mond. Zwei Füße glitten über den moosigen Waldboden, als sie langsam zum stehen kamen. Dunkelbraune Augen starrten gen Himmel an welchem Rauchschwaden sich einen Kampf mit den Wolken lieferten. Wenige Sekunden dauerte es bis seine Füße sich wieder in Bewegung setzten. Schnell und nahezu lautlos schweben seine Füße über den Waldboden. Laut Geräusche von Schmerz erklomm sein Ohr. Ein Geschrei des Schreckens und der unendlichen Schmerzen wiederfuhr ihm. Doch war es kein menschliches oder gar elfisches Geschrei. Nein es war das Geschrei der Bäume. Wütendes Knarren der alten Baumstämme. Wildes Rascheln der Zweige. Auch das Kampfgeschrei des Feindes mochte er zu vernehmen. Als seine Füße erneut stoppten , stand er direkt neben dem Schlachtfeld. Seine sonst so ruhigen Augen weiteten sich vor Panik. Die Ausgeglichenheit und Besonnenheit wich aus seiner Miene. In seinen Pupillen spiegelt sich das blanke Entsetzen wieder. Flammen loderten und brandschatzten die Bäume am Rande der Lichtung. Rot leuchtende Flammen ergriffen die Zweige und machten diese nieder, wie das Schwert eines Kriegers sich durch den Leib seines Gegners bohrt. Piaks Atem stockte ihm im Halse als sich dieses Bild vor ihm dar bot. Ohne weiteren umschweife flog seine Hand gen Köcher und zog elegant einen Pfeil heraus. Ein leichtes Knarren ging von seinem Bogen aus als er das gefiederte Ende des Pfeils in die Sehne einspannte. Er kniff sein Auge zu und spannte seinen Bogen. Mit einem zischen sauste sein Pfeil durch die Luft und traf einen der Hauptzweige einer großen Eiche, welcher daraufhin abbrach und ins feuchte Gras fiel. Immer und immer wieder griff er in den Köcher und ließ die Pfeile durch die Luft sausen um die brennenden Äste von den Bäumen zu trennen. Als die Äste am Boden ausgeglimmt waren betrat er die Lichtung und sammelt seine Pfeile auf um sie in seinen Köcher zu stecken.
Dann setzte er sich in mitten der Lichtung zu Boden und schloss seine Augen. Langsam gerann eine Träne aus seinem Auge. Er öffnete seine sanften Lippen und begann eine melodische doch von Trauer gerührte Melodie zu summen. Bis auf das Summen was aus seinen Stimmbändern hervorging, unterlag der kleine Wald nun einer Stille. So saß er da Stunde um Stunde. Die Melodie die von ihm ausging berichtete von Trauer und innerem Schmerz. Stunde um Stunde verstrich. Träne um Träne entfloh seinen Augen. Die Sonne senkte ihr Haupt am Horizont und wich dem Monde. Wolken verdunkelten den Himmel.
In den Sträuchern und den Baumkronen um ihn rum tat sich etwas. Kleine Augen waren zu erkennen und ein reges Treiben begann. Eine Eule senkte sich aus der Luft und landete auf seiner Schulter. Ein kleiner Fuchs kam aus dem Unterholz und legte sich vor seine Beine die er zum Schneidersitz gefaltet hatte. Mehr und mehr Tiere, wie sie unterschiedlich nicht sein konnten. Kamen aus dem Unterholz. Vergessen als der Kampf ums Leben und leben lassen. Keine Feindseligkeit lag in der Luft. Als Piak langsam seinen Mund öffnete und das Summen endete. „ Amman? Amman? Firiath...Amman? Reicht es nicht da sie ihr eigenes Volk bekämpfen? Amman müssen sie auch noch den Eryn in Mitleidenschaft ziehen?“
Mit einem Kopfschütteln erhob er sich. Die Augen der Tiere auf sich gerichtet. „Im sollte zu meinen Thond zurückkehren. Mae im kehre zur Sala zurück!“ Mit einem entschlossenen Blick sah er zu den umherstehenden Bäumen und neigte sein Haupt vor ihnen. Dann sah er zu den Tieren hinab und tat das selbe erneut. Dann ging alles ganz schnell und er verschwand in der Dunkelheit der Nacht zwischen den Bäumen......
.... Die Sonne erhellte den Tag und auch Piaks Gemüt. Nicht mehr lange sollte es nun dauern. Da er hier und da , wie ein Geist im Walde umher irrte. Nicht mehr lange und er ist wieder in seiner Sala. Eine Träne der Freude entfloh seinem Auge. Die Müdigkeit seiner Beine wie verflogen. Er hockte sich zu Boden und betastete die Erde. Dann legte er die Hand an die Lippen und schmeckte den Boden ab. „Oh süße Bar. So schmeckst du auch noch nach Idrhinn!“ Er erhob sich wieder und spähte von dem kleinen Hügel aus durch die Landschaften Yews. Tief zog er dem Atem ein und stieß ihn wieder heraus. All die Jahre des Wanderns. Des Lebens ohne die seines Volkes . Des Kummers um seinen Freunde. All dies sollte schon bald ein Ende haben. Dann verließ er den Hügel und seine Füße glitten über den Boden bis sie plötzlich zum stehen kamen. Ungläubig rieb er sich seine Augen. Dann ließ er den Bogen ins Gras fallen. Schnell eilte er zu der kleinen Wiese auf der ein scheinbar lebloser Körper lag. Mit im Schnee lag sie. Saynelda. Er legt sein spitzes Ohr an ihren Mund und atmete leicht auf. Dann überflogen sein Augen schnell ihren Körper. Wunden klafften an ihrem Körper. Er zeriss seine Robe und band ihr Notdürftig die Stofffetzen um die Wunden. Dann hob er sie auf seine Arme und sah sich unentschlossen um. Durch das deutliche Übergewicht stapfte er nun schwermütig und schnaubend durch den Schnee in die Richtung der Sala. Der Weg , welchen er alleine und ohne Sorgen in weniger als einigen Minuten zurückgelegt hätte , wirkte nun wie ein Stundenmarsch den steilsten Hügel aufwärts. Endlich angekommen sah er sich Ratlos um und brachte sie in einen kleinen Raum. Niemand war zu sehen und eine Perle des Schweißes tropfte seine Stirn herab. Er nahm seine Beuteltasche vor sich und kramte einige Kräuter heraus. Dann löste er die Stofffetzen von den Wunden und holt schnellen Schrittes etwas Wasser aus dem nahegelegenen Bach. Mit Sorgfalt wusch er die Wunden aus und machte sich daran die Kräuter zwischen zwei Steinen zu zermalen. Das Extrakt das er daraus gewann streute er über die Wunden und umwickelte diese mit den Stofffetzen. Seine sonst so Jung wirkende Stirn schien sich den Sorgenfalten hinzugeben. Immer und immer wieder tränkte er einen Stofffetzen und legte ihn Saynelda auf die Stirn. Stunden strichen dahin...einsame Stunden in denen niemand die Sala betrat , in denen Saynelda sich wie im Fieberwahrn hin und her wand und in denen Piak ihr immer wieder die Bandagen wickelte und ihr die Stirn abtupfte. Die Nacht brach herein und die Sala schien immer noch Totenstill. Er nahm seine Laute zur Hand und spielte einige melodische Klänge vor sich hin. In der Hoffnung sie würde es erhören und zu sich kommen.....
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