Terra Mystica
Spendenbarometer
Terra Mystica | Foren

Zurück   Terra Mystica | Foren > Rollenspiel > Chroniken

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 26.12.2005, 02:37
Seelenfrost
#1
Isiidra
Reisender
 
Registriert seit: 09 Sep 2005
Beiträge: 286
Das Zimmer im hinteren Bereich des Holzhauses in dieser winzigen Stadt am Ufer des Meeres war klein, aber sehr persönlich eingerichtet worden. Durch das Dunkel tiefhängender Tannenzweige drang der silberfahle Mondenschein lediglich in einzelnen, punktierten Strahlen hinein, reflektiert von Regentropfen, welche das Glas der Fensterscheibe in großen Teilen bedeckten. Unter den Möbeln aus dunklem Holz knarrten und knisterten die blank polierten Kieferndielen, als husche etwas über sie hinweg, doch war es lediglich die Wärme aus den vorderen Räumen des Gebäudes, die die Bohlen in ständiger Bewegung hielt. Ein einziger, regendurchperlter Windstoss drang durch das geöffnete Fenster und bauschte die schweren, dunklen Vorhänge auf, so dass ihre Zipfel neckend über den schaudernden Körper der Schlafenden zuckten, die in embryonaler Haltung in den zerwühlten Laken des schmalen Bettes träumte.

Unruhig träumte.

Dieser Geruch von schwerer, schwarzer Erde… fruchtbar und doch erstickend süß... Beben weit geblähter Nüstern und trommelnder Hufe, rastloser, stakkatohaft rasender Herzen. Eine schwarzweiß skizzierte Landschaft, bis das Blut einen rötlichen Vorhang über ihre weit geöffnete Pupille wehen lässt… grausam schönes und doch verhasstes Erbe.

Sie wälzte sich auf die Seite und krallte die Finger in den weichen Stoff ihrer Decke, die sie mit ihrer Wärme und Schwere zu erdrücken schien, mit einem leisen Stöhnen den Kopf von einer Seite auf die andere werfend, wobei die nachtschwarzen Haarsträhnen sich förmlich auf ihrem schweißesnassen Gesicht festsaugten.

Aufsteigende Dämmerung… glitzernde, fette Regentropfen gleich wimmelnden Maden in verblühten Rosen und hervorbrechenden Keimlingen… Ein ungläubiger, schmerzerfüllter Schrei – und dann wieder Stille, tiefe, greifbare Stille, endgültiges Schweigen. Fetzen von Pergament, ihr Wort wirbelt gleich einem Sturmzug durch die Nacht... Das Schimmern roten Metalls – bemalt – doch nicht vom Blute aus seinem Mund… verborgen und offenbart… feindselig und vertraut… Das Geräusch einer rippensprengenden Klinge, gepaart mit dem Gurgeln blutgefüllter Lungenbläschen, vermischt sich mit dem Aufstampfen eines Hufes… und leise gewisperten Worten aus einem milde lächelnden Mund…“Ist es das wirklich…wert?“

Das Stöhnen wich einem entsetzten Keuchen, doch niemand sah sie, und die Einzige, die sie hörte, war die Katze des Hauses, welche sich durch den winzigen Spalt der offenstehenden Tür zwängte, um den ihr unbekannten Geräuschen nachzugehen. Lautlos setzte sie Schritt um Schritt, bis sie letztlich neben dem Bett angelangt war und einen langen, fast schon fragenden Blick zu Isiidra hinauf warf, deren Lippen zu einem dünnen, weißen Strich zusammengepresst waren. Fast so, als unterdrücke sie einen Schrei.

„…nicht die Einzigen, deren Zorn Du zu spüren bekommen wirst!“… Ein weinendes Kind, das Wort „Mörder“ auf dem blassen Knospenmund, verachtet… und verspottet… spritzender Schlamm zu Füssen eines Wasserfalls… Echos… „Brudermörder! Väterverräter!“ Ihr eigenes, amüsiertes Lachen inmitten kupfersüsser Blutlachen – das weiße Stirnband, blütenfrisch und schuldvoll… eine zerfetzte Schwinge… heiße Träne im Auge des Verräters.

Mit einem eleganten Satz sprang die Katze auf die Bettdecke, und just in dem Moment, als Isiidra hochschoss, hoben sich die Tannenzweige im Wind, und das Mondlicht brach sich in den spiegelglitzernden Augen des Tiers, dass sich auf ihrem Schosse befand.

Sie schrie.

Für eine Zehntelsekunde lang wandelte sich der verstörte Ausdruck auf ihrem Gesicht in blankes Entsetzen, doch ehe sie reagieren konnte, sprang die Katze mit wild gesträubtem Fell hinunter und flitzte durch den Türspalt hinaus. Schwer atmend saß sie da, und ihre zitternden Hände fanden den Weg an die nackte Brust, aus der ihr Herz in pulsierendem Stakkato zu springen drohte. Die Möbel in seinem Zimmer führten noch immer einen schwindelerregenden Veitstanz vor ihren Augen auf, während Isiidra taumelnd auf die Beine kam. Im ersten Augenblick schienen ihre Knie das Gewicht nicht tragen zu können, doch dann stolperte sie ein paar Schritte nach vorn und stützte die Hände auf das unnachgiebige Holz ihrer Kommode, ja - klammerte sich beinahe daran fest, bis die Fingerknöchel weiß hervorstachen und die Nägel zu brechen drohten. „Verflucht…!“ Selbst das Gemurmel ihrer eigenen Worte jagte einen weiteren Schauer über den schweißfeuchten Körper, und mit einem schnellen Blick über ihre Schulter vergewisserte sie sich, dass sie auch tatsächlich allein war. Die Schatten nahe dem Fenster waren trügerisch und zauberten gespenstische Wesen in die Tiefen des Zimmers, die vom unsteten Auftauchen des Mondes vernichtet - und wiedererschaffen wurden.

Isiidra starrte in den glitzernden Spiegel… und die Minuten, stundenschwer, verstrichen.
Doch dann formten ihre weichgezeichneten, sinnlichen Lippen sich zu einem stillen, wissenden Lächeln, und das Wasser zwischen ihren Fingern schimmerte dunkel und zäh wie trocknendes Blut, als es ihren Körper benetzte.
Isiidra ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2005, 12:29
#2
Isiidra
Reisender
 
Registriert seit: 09 Sep 2005
Beiträge: 286
Die Tage zerrannen, umbarmherzig und quälend langsam, benetzt mit der bitteren Qual des Wartens. So vieles wartete – Geschäfte darauf, getätigt oder beendet zu werden… Gespräche, geführt zu werden… Tote, beerdigt zu werden… Noch Lebende darauf, gerichtet… All’ das schien zu einem großen, unüberschaubaren Durcheinander sich aufzutürmen, aus dem nur einen Teil man zu entfernen brauchte, um den gesamten Rest zum Einsturz zu bringen.

Zaudernd wand und krümmte sie sich, Hand daran zu legen und den chaotischen Turm Stück um Stück abzuschichten, welcher so schwer und drückend in ihr zerfetztes Herz sich bohrte und die verbliebenen Splitter zur Gänze zu feinem, roten Staub zu zermahlen drohte. Denn was bliebe zurück? Was bliebe, so der Schmerz, der Hass, die Verzweifelung nicht mehr wären? Ein neues Leben? Sie vernahm ein bitteres, kaltes Lachen aus den Tiefen ihrer Seele, das aus unerfindlichen Gründen zu ihr zu gehören schien. Doch schien es nicht im Unrecht zu sein mit diesem spöttischen, gar wissenden Unterton, der Schauder ihr über den zierlichen Leib jagte.

„Ein neues Leben? Niemals wirst Du vergessen, süße Tochter, nicht bis zum Weltenende, nicht darüber hinaus… Das Blut - Deines, entsprungen aus dem unseren dareinst, als Feuer und Eis miteinander sich verwoben… gedenkst Du, es so einfach zu verdrängen? Jene wilde Hitze und den kalten, übermächtigen Zorn – rote Fäden Deines Seins?“

Langsam schob Isiidra die Ahle mit dem gewachsten Faden durch die vorgefertigten Löcher im Leder, das sich so warm und unangenehm – gleich einer zweiten Haut – fast aufdringlich an sie zu schmiegen schien. Nicht auf die Arbeit schien ihr schimmernder, seltsam leer wirkender Blick gerichtet; Fernes, längst Vergangenes erhob sich vor ihrem blicklosen Auge, während die Minuten stundengleich an ihr vorbeitroffen. Sich vertiefende Atemzüge… ein rauschend-exstatischer Puls unter der feinen Bronze ihrer dünnen Haut, gemurmelte Worte auf stummen Lippen…

„Lass’ ab von mir, siehst Du nicht, wie sehr Dein Mund mich quält?“

Stechender, allumfassender Schmerz wob sich, heiß und zäh wie geschmolzenes Glas, um die funkelnder Splitter ihres Herzens, versengte die empfindsamen, zarten Fühler der zerfetzten, verbliebenen Fasern. Ohnmächtiges Seufzen entrang sich Isiidras schlanker Kehle, als ihr Kopf zurück in den Nacken glitt und die Ahle in das weiche Fleisch ihres Fingers bohrte, bis das kalte Metall auf einem Knochen wohl zur Ruhe kam.

„Ich - _ich_ quäle Dich? Wohl, da ich die Wahrheit spreche, so oft als Du es tatest an vergangenen Tagen… und Nächten. Wem half es? Half Dir jemand? Wie lange noch warten und hoffen, dass endlich die Schatten sich erheben mögen? Ein König ohne Königreich, eine Armee ohne Waffen und Mut… betroffene Gesichter und fragende, mitleidige Münder…“

Ätzend stinkenden Brandeisen gleich schmolzen die gehässigen Worte sich in ihren weinenden Geist, so wahr und doch so grausam kalt. Frostige Schauer überkamen ihren zitternden Leib, der inzwischen zur Gänze auf dem Stuhl zusammengesackt war. Isiidras Lider flatterten, tanzten gleich zuckenden Schmetterlingsflügeln, darweil ihr Brustkorb sich in unregelmäßigen Abständen hob und senkte.

„Geh’ fort von mir!“

Schrie es aus ganzer Seele aus ihr heraus - atemlos, verzweifelt.

„Du willst mich verleugnen?“

Isiidra schlug die Augen auf. Stechende Echos durchhallten ihren wunden Geist, als sie sich langsam, verwunderten Blickes wieder auf dem hölzernen Stuhl aufrichtete. Das Nähzeug war zu Boden geglitten, und die Katze spielte mit aufgeweckten Lauten an der glitzernden Ahle zu ihren Füßen. Unwillkürlich schüttelte sie sich leicht, unangenehm berührt von dem feinen Schweißfilm, der ihre bronzeschimmernde Haut so warm und feucht beperlte. Kaum merklich drehte sie den Kopf und hob die Linke nahe an ihr Gesicht, mit kindlicher Neugierde den karmesinroten Tropfen auf ihrer Fingerkuppe bewundernd.

„Nicht verleugnen… nur beherrschen.“

Und sie lächelte, wie nur jemand lächeln kann, der den Ausgang des Schachspiels bereits kennt, noch ehe er die schwarze Königin auf das Spielbrett gesetzt hat.
Isiidra ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2006, 20:24
#3
Isiidra
Reisender
 
Registriert seit: 09 Sep 2005
Beiträge: 286
Der Tag, an dem ein Totengräber frühlingsschwangere, fette Erde auf Fearons Sarg gedeckt hatte, warf Isiidras mühsam wieder aufgebaute Normalität mit einem Schaufelschwung zu Boden, wo sie mit lautem Scheppern zersprang. In das Klirren umherwirbelnder Splitter mischte sich unterschwellig, doch nicht überhörbar das klagende Wimmern und Schluchzen derjenigen, die ihren Freund auf seiner letzten Reise begleitet und seine Seele zu den Sternen entlassen hatten. Zu begleiten schien es sie, wo immer sie auch stand und ging - dieses Klagen aus tiefster Trauer, verletzten Herzen und zerbrochenem Vertrauen - ob sie wachte oder schlief.

Isiidra hatte versucht, es zu überhören - zu übertünchen mit einer Symphonie aus berstenden Knochen, dem sirrenden Gesang des Schwertes oder einem Klagelied aus zerfetztem, in Blut gebettetem Fleisch. Nichts hatte geholfen. Das Weinen nagte an ihrem Verstand gleich einem hungrigen Wolf, der die letzten Fetzen vom Kadaver eines gerade verendeten Tieres reißt.

Unerbittlich. Drängend. Gierig.

Bis zu jenem Tag, als sie gemeinsam mit Javael auf der Suche nach Zerstreuung im Tala eingekehrt war. Tayra hatten sie an der Seite von Frau Ceres erblickt, schließlich jedoch die Abgeschiedenheit der hinteren Räumlichkeiten zum Verweilen gewählt. Einige weitere Freunde fanden nach und nach sich an ihrem Tische ein, bis letztlich Shaila eilenden Schrittes an ihre Seite trat. Ihre nur halblaut gesprochenen Worte hallten in Isiidras Geist wieder – kalt und klar:

„Der Mörder Alden sitzt bei Riane an der Theke.“

An vieles von dem, was anschließend geschah, vermochte sie sich nicht mehr genauestens zu erinnern; doch dieses süße Brennen in ihren Adern, als das Blut aufloderte und der karmesinrote Schleier sich über ihren Blick legte, alles verschwimmen ließ und die Konturen doch zugleich schärfte wie ein Vergrößerungsglas… Nach vorn mochte sie gestürmt sein, Javael auf den Fersen, der seine anklagende Wut dem Bastard entgegenschrie, ohne jedoch die Hand gegen ihn zu erheben. Weiter drängte es sie, weiter, nur nach vorn - die wilden Augen funkelnde Kohlen in ihrem von Hass verzerrtem Gesicht, rasend vor Schmerz das waidwunde Herz in ihrer Brust, die der Pulsschlag schier zu sprengen drohte. Erst ein eiserner Griff, der vom Geschehen sie zurückzerrte und aus dem Tritt brachte, schleuderte Isiidra nahezu übergangslos in das triste grau-braun ihrer Umgebung zurück, und obschon sie hart mit dem steinernen Pfosten an ihrer Seite kollidierte, verspürte sie keinen Schmerz. Lediglich ein betäubendes Gefühl von Verlust und Verwirrung machten sich in ihrem Geiste breit… ebbte das trauervolle Wimmern ab, bis letztlich zur Gänze es verschwand.

Die Garde nahm sich des sich harmlos und ergeben darstellenden Untiers an und verschlang es in ihrem Rachen aus groben Steinen und Metall, wo seines weiteren Schicksals es harren sollte. Sie kehrten zurück in das Wirtshaus, das sichtlich sich geleert hatte – auch Tayra war verschwunden, die ihr Liebstes, die eines Hälfte ihres bitterlich klagenden Herzens durch den Stoß des Bastards auf immer verloren hatte. Wann war sie gegangen? Erst zuletzt, oder schon, als der offensichtliche Konflikt sich bereits deutlich abgezeichnet hatte? Dringlich hoffte Isiidra auf Ersteres, denn ganz gleich, wie nahe man einer Person einmal gestanden haben mochte und wie sanftmütig und gutherzig man selbst war: die Duldung eines Mörders in einer Menge von möglicherweise gefährdeten Menschen durfte niemand, wirklich niemand zulassen.

Und doch hatte niemand sich gerührt.
Isiidra ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2006, 14:09
Kein Vergeben, kein Vergessen...
#4
Isiidra
Reisender
 
Registriert seit: 09 Sep 2005
Beiträge: 286
Das Holzhacken hatte sie ermattet und dazu beigetragen, dass sie dem fordernden – schreiend und randalierend in die hinterste Ecke ihres Geistes eingepferchten – Drang die nächsten Stunden über würde widerstehen können, wenngleich auch allein der Gedanke daran, ihn auszuleben, mit seiner süßen Verlockung schon wieder an ihrem Verstand zerrte. Nicht die Wut in ihrem Innersten hatte nachgelassen; eher hatten der Wille und die Kraft zugenommen, diese, zumindest vorübergehend, zu zügeln. Isiidra ruhte vor dem knisternden Feuer ihres Kamins auf den Fellen, die Beine zum Schneidersitz unter sich gezogen, und betrachtete das unstete Züngeln der leckenden, heißen Flammen, darweil ihr Geist wieder einmal zu jenem Tag zurückkehrte.

Jenem Tag, da ihr auch die letzte Illusion geraubt wurde, dass es auf dieser Insel so etwas wie „Gerechtigkeit“ gab.

Es war in der Abenddämmerung eines wunderschönen, milden Spätsommerabends gewesen, als Kyren sie aufgesucht hatte, um seine Bestellung aus ihren Händen entgegenzunehmen. Nach einer kurzen Unterhaltung entschlossen sie sich, einen unlängst ersponnenen Besuch des Obsthains bei Khaz Dur in die Tat umzusetzen, auf das Kyren Holz schlagen und sie selbst das letzte Obst des Sommers für die kalten Tage pflücken konnte. Der Weg dorthin war ob der Mondestore kein sehr langer, wenngleich auch das Packpferd an ihrer Seite sie mehr Zeit kostete, als wären sie zu zweit unterwegs gewesen. Während er seiner Arbeit nachging und das Geräusch von splitterndem Holz durch die aufsteigende Finsternis zu ihr hinüberwehte, erntete Isiidra Frucht auf Frucht von den tief herabhängenden Zweigen eines Apfelbaumes. Mit gekonnten Bewegungen erkletterte sie diesen schließlich, um auch einige der überreifen Äpfel von den obersten Ästen zu ernten. Gerade reckte sie sich nach einem Leuchtendroten, als ihre Aufmerksamkeit durch ungewohnten Lärm zu ihren Füßen hinfort gezogen wurde. Lautlos ließ sie den Zweig wieder in seine ursprüngliche Position zurückgleiten und verengte die Augen, um die Zusammenkunft der beiden Personen unter sich zu beobachten: Kyren stand dort, die Holzfälleraxt erhoben, neben einem vermummten Mann, der in eine grüne Robe gehüllt und dessen Antlitz von einem Vollhelm verdeckt wurde; augenscheinlich hatte er ihn verfolgt, da das Atmen der beiden ein schweres und die Unterhaltung eine atemlose, wenn auch erzürnte war. Wenige Lidschläge später stapfte der Schreiner von dannen. Isiidra spürte, wie sämtliche Muskeln und Nerven in ihr sich spannten, bis sie zu zerreißen drohten, wie das Blut in ihren Ohren, den Schläfen pochte und ihre Sinne doch ganz und gar hellwach blieben. Sie starrte auf den Mann hinab, der dort unten stand und sich umsah… direkt unter ihr… beinahe zum Greifen nah. Er verweilte dort, als warte er auf etwas – oder jemanden, und in der nachtschwarzen Stille ihres Geistes fragte sie sich, was wohl sein Begehr sei, dass nicht er sich vom Fleck rührte und umherstarrte wie ein Marktweib, welches auf Kundschaft harrte. Augenscheinlich war Kyren dies ebenso ein Rätsel, und er verließ sein Versteck hinter einem Baum, um den Fremden genau jenes zu fragen.

In diesem Augenblicke verließ sie der Zauber des nächtlichen Sehens, und sie beugte sich noch ein wenig weiter durch die Äste nach vorn, um die beiden nicht aus den Augen zu verlieren. Sie spürte, wie ihre Finger wie von selbst zwischen der Axt an ihrem Gürtel und der Phiole in der Lederschlaufe hin und herwanderten, als könnten sie sich nicht entscheiden, was zu greifen wäre. Das Gespräch entflammte von neuem… der Vermummte gab an, auf Opfer zu warten… und ihr Gold… ein Söldner wäre er… Beinahe wäre Isiidra ein Seufzer aus tiefster Kehle entglitten, hätte dort unten sie nicht Kyren in großer Gefahr gesehen; ein wegelagernder Söldner mit erhobenem Schwert, der wie ein Bauer gut sichtbar zwischen den Obstbäumen stand? Unwillkürlich zeigte sich auf ihren Lippen ein abschätziges Schmunzeln, während ihr Blick noch immer gebannt auf den Männern zu ihren Füssen ruhte. Der Wegelagerer sprach weiter, forderte von Kyren etwas, das wertvoll wäre… sprach grosspurig davon, dass dieser mit seiner Axt nichts gegen ihn, der jemanden viel mächtigeres im Rücken hätte, würde ausrichten können… und redete den Schreiner dann mit seinem Namen an! Sie runzelte die Stirn, wie es wohl auch Kyren getan haben musste, doch dem „Söldner“ musste sein verhängnisvoller Fehler ebenso aufgefallen sein, denn nach einem Fluch drohte er doch wahrhaftig, seinem Gegenüber nun den Kopf abzuschneiden. Isiidras Finger entschieden sich für die Axt, welche sie langsam aus ihrem Gürtel zog, ohne ihre Aufmerksamkeit von den beiden zu nehmen. Der Schreiner redete und redete, wohl um den „Söldner“ abzulenken und zu beruhigen, gab an, ihm sein Gold zu geben und schien den anderen – der ihn soeben noch hatte lynchen wollen – unglaublicherweise damit zufrieden zu stellen! Mit einer interessanten Finte gelang es Kyren jedoch, den Vermummten so weit abzulenken, dass er davonhuschen konnte, und die augenscheinliche Verwirrung des Mannes, der sich weder rührte noch sprach, entschloss sie auszunutzen. Das dichte Gehölz um sich herum ignorierend, die Axt in der Hand, sprang sie aus den Ästen hinaus direkt auf den „Wegelagerer“ zu, einen wuterfüllten Schrei auf den Lippen. Den Irritierten schweren Herzens zurücklassend, huschte sie schließlich an des Schreiners Seite durch das nahe Mondentor, hinweg nach Yew.

Sie flohen in das Kloster der Barmherzigen Schwestern, wo ihnen sogleich Einlass gewährt wurde. Kaum fähig zu sprechen berichtete Kyren ihr, dass es nur einen „Söldner“ gäbe, den er und somit auch der ihn kennen würde. Dieser Kastor Delawon habe bis vor einiger Zeit in der Garde gedient, sich jedoch nach seinem Austritt sehr verändert. Sogar mit den Nordmännern hätte er sich angelegt, und auch sein Gruß wäre anders als zuvor. Nun würde er im Namen Tunkalis grüßen. Isiidra spürte ein feines, unangenehmes Kribbeln, als der Name an ihr Ohr drang, doch ihr Gegenüber zeigte, bis auf die Anzeichen eines Schocks, keine nennenswerte Reaktion. Sie schleppte ihn hinauf in die Bibliothek des Klosters und gab ihm jenes Buch zu lesen, in dem über das Wesen und Wirken der Göttin berichtet wurde… und betrachtete ihn, wie seine ohnehin schon blassen Gesichtszüge noch weißer zu werden schienen, als würde alles Blut aus seiner Haut gepresst. Seine Finger verkrampften sich um das Buch, und Schweiß trat auf seine Stirne, blankes Entsetzen in seinen großen Augen. Nach einigen Seiten schlug er das Werk zitternd zu und schleuderte es beinahe zurück ins Regal… sie hatte geahnt, dass seine Behauptung, er würde die Göttin nicht kennen, eine wahre war, denn eine solch’ körperliche Reaktion auf das Gelesene konnte man nicht vorspielen. Spürend, dass seine Ohnmacht nahe war, während er beteuerte, er hätte der Garde schon eher Bericht erstattet, so er von dieser Gottheit gewusst hätte, lotste sie ihn aus dem Kloster hinaus Richtung Gasthaus, auf das er dort etwas zu trinken bekäme.

Dort angelangt trafen sie auf Shaila, Issabeu und Elaurin, denen Isiidra alsgleich Bericht erstattete, während der vom Schock gepeinigte Kyren sich krampfhaft an seinem Wasserkrug festhielt. Während sie selbst ihre vollkommen zerkratzten Arme notdürftig mit Bandagen umwickelte und die anderen skandierten, man solle sich sogleich auf die Suche nach diesem Kastor machen, wägte sie in Gedanken ab, was das Beste zu tun wäre. Mühsam nur gelang es ihr, Zorn und Rachedurst zu zügeln, die wallend und fordernd dicht unter ihrer Oberfläche ihres Wesens wogten. Anderen Reisenden wäre damit wenig geholfen, und sie wollte, dass diesem unverschämten Kerl mehr blühte – ihn brennen zu sehen erschien ihr in diesem Moment eine weitaus genugtuendere Strafe als ein möglicher schneller Tod durch das Schwert. Obschon sie der Garde eigentlich einen Gefallen tat (was ihr Gemüt im Rückblick auf das vor einigen Monden Geschehene nicht wirklich erfreute), wenn sie den Vorfall melden würden, fühlte sie sich Kyren als Britainer Bürger und den anderen Nichtsahnenden, die diesem „Söldner“ ebenso begegnen könnten und möglicherweise nicht so viel Glück hätten wie sie vor einigen Stunden, in seltsamer Weise verpflichtet, und so zogen sie zu fünft in die steinerne Stadt mit dem Vorhaben, den Überfall zur Anzeige zu bringen.

Doch niemand in dazu berechtigter Stellung war dort, als sie das Hauptquartier der Garde aufsuchten, um den Vorfall zu Protokoll zu nehmen. Die Gruppe zog sich zunächst in die Taverne zurück, wo Kyren von Riane berichtet wurde, dass Kastor dort gewesen wäre und eine Nachricht für ihn hinterlegte. Er hätte in dem Schreiben ihm und seiner Begleitung das Schlimmste angedroht, so sie seinen Namen der Garde preisgäben, und die Wirtin hatte daraufhin einen Boten mit besagtem Pergament und einer Beschreibung des „Söldners“ gen Hauptquartier gesandt. Auf diese Nachricht hin entschlossen sich die fünf, ihr Glück neuerlich hinter den hohen Mauern zu versuchen, und dieses Mal hatten sie mehr Erfolg. Während Kyren und Isiidra in das Innere des Quartiers eingelassen wurden, musste ihre Begleitung draußen verharren. Eine seltsame Unruhe erfüllte die Hallen, nicht wenige Gardisten, sowie der Major und ebenso der Baron, hielten sich dort auf. Die beiden letzteren zogen sich anscheinend zu einer Unterredung zurück, und so war es nicht der Major, sondern Gardist Kean, der ihre Aussage zu Protokoll nahm. Nach den üblichen Fragen und einer Schilderung des Erlebten jedoch kehrte Major Govaine von seiner Besprechung zurück und verschwand für einige Minuten mit Kean an seiner Seite aus dem Raume. Isiidra beschlich, neben des aufsteigenden Fiebers, dass sich langsam, aber dafür mit einer gewaltigen Intensität in ihrem Körper ausbreitete, ein seltsames Gefühl… so, als geriete um sie herum etwas in Gange, dass zwar mit Kyren und ihr zu tun habe, ihnen jedoch… verborgen bliebe. Als Kean letztlich zurückkehrte, nahm das Gespräch eine seltsame, nahezu irrwitzige Wende. Sie erkundigte sich daraufhin beim Gardisten, ob man dem Schreiner, da er nicht früher eine Meldung über die Tunkali-Huldigung des Täters gemeldet hätte, eine Mitschuld andichten wolle, was jener nicht verneinte. Ihre Anmerkungen und auch Kyrens Beteuerungen, er habe vorher nicht vom Wesen Tunkalis gewusst, schienen auf taube Ohren zu stoßen; augenscheinlich war es aus der Sicht des Gardisten vollkommen unmöglich, dass jemand Tunkali, oder überhaupt irgendeinen der Götter, nicht kennen könnte. Ihr Groll wurde übermächtig, die Situation war einfach zu absurd! Lediglich die immer stärker zunehmende Schwäche ihres vom Fieber befallenen Körpers und Kyrens Bitten, sich zurückzuhalten, ließen sie einen augenscheinlich besänftigten Weg einschlagen. Als Kean sie allein zurückließ - angeblich, um mit dem Baron zu sprechen - kreisten ihre Gedanken in einem fort um das eben gehörte.

Ein Opfer, dass gerade eben so mit seinem Leben davongekommen war, auch nur zu verdächtigen, dass es Mitschuld an seiner Misere hätte… Sie hätte es wissen müssen, hätte nach dem letzten Mal, da sie in diesen Mauern geweilt hatte, wissen müssen, dass die Hoffnung, _hier_ Hilfe zu bekommen, vergebens war. Spätestens damals, als Bol den Bastard wieder freigelassen hatte. Spätestens da.

Das darauf Folgende bekam Isiidra nur mehr durch einen Schleier mit, Keans Worte, sie dürfe gehen, doch Kyren müsse bleiben… seine ausbleibende Antwort auf ihre Frage, ob es wegen einer neuerlichen Aussage vor dem Baron sei… Ihr schwindelte, und schwarze, hypnotische Flecke tanzten vor ihren glasigen Augen, als Kean sie ohne viel Federlesens in diesem mehr als bedenklichen Zustand „vor die Türe geleitete“. Irgendwie musste unsicheren Schrittes sie es in die Taverne geschafft haben, doch an diesem Punkte riss ihre Erinnerung wie ein Faden Spinnenseide geräuschlos entzwei.

Tage später, als ihre Verletzungen verheilt und die Schwäche endgültig ihren Körper verlassen hatte, erfuhr sie, dass Kyren tatsächlich verhaftet worden, nun aber wieder auf freiem Fuße war. Die Bestätigung ihrer Vermutungen, und das Schwinden der letzten Hoffnung auf etwas, dass die Menschen allgemeinhin mit dem Wort „Gerechtigkeit“ betitelten, zerfetzte den mühsam gewebten Kokon aus Selbstbeherrschung, den sie um ihre kalte Wut gewoben hatte. Die vor der Türe platzierten Wachen griffen ein, als sie nach der Zerstörung einigen Hausrats in blindem Zorn nach draußen hatte stürmen wollen, um…


Isiidra erschauderte trotz der Wärme des noch immer sanft knisternden Kaminfeuers, als sie spürte, wie eine Hand, die nicht ihr gehörte, ihre im Schoss zu verkrampften Fäusten geballten Finger mit fast zärtlicher Geste entspannte. Sie spürte die vertraute Anwesenheit der Person hinter sich, ihren Blick, wie er auf ihrem Nacken ruhte, in dem sich die feinen Härchen kaum merklich aufstellten. Der Arm um ihre Taille hielt beinahe sie umschlungen, eine intime, unzulässige Geste, derer sich sie jedoch nicht entwandt. Da war kein Atem, keine Wärme hinter ihr, und doch war es richtig, wie es war. Sie hob ihre Stimme und sprach:

„Wird es je ein Ende nehmen?“

Und nahe bei ihrem Ohr erklang eine Antwort, die sie bereits in den Tiefen ihres Geistes vernommen hatte:

„Nicht, wenn man sich klaglos fügt.“
Isiidra ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 30.06.2006, 10:11
Das zerst
#5
Isiidra
Reisender
 
Registriert seit: 09 Sep 2005
Beiträge: 286
Vor Stunden schon hatte sie Hammer und Meißel aus den Händen gelegt, wohl wissend, dass weder die Geduld noch die innere Kraft ihr innewohnte, dem harten Gestein noch eine weitere der filigranen, schmückenden Linien abzuringen. Nun saß Isiidra auf den weichen, aufgetürmten Kissen, das nahezu erloschene Kaminfeuer im Rücken, welches seltsame Lichtspiele und schwerlich zu deutende Geräusche durch den im Dämmerlicht ruhenden Raum sandte. Die unbedeckten Beine zum Schneidersitz unter sich gezogen, ruhten die geöffneten Handflächen auf ihren Oberschenkeln, in einer jeden ein glänzend polierter, sanft schimmernder Stein von der Größe eines Taubeneis. Während das blutige Feuer des Granats ihre Finger in ein morbides, liquides Rot tauchte, entstrahlte dem eisige Perlmutt des Opals die unnahbare Kälte längst in Vergessenheit geratener Gletscherformationen.

Feuer und Eis, Sand und Schnee, Blut und Kälte.

Langsam floss ihr Atem über die kaum merklich geöffneten Lippen - ein trügerisch ruhiger, gleichmäßiger Strom des Lebens, während in der jungen Frau ein Moloch aus Trauer, Wut und Unverständnis geboren und wieder zerstört, verschlungen und wieder ausgespien wurde. Wie ein heißer, alles verschlingender Lavastrom entflammte ihre Mitte in wildem, rasendem Zorn, darweil vor ihrem geistigen Auge unlängst Geschehenes aus einem blauschwarzen Himmel fiel und vor ihren Füßen in 1000 gnädige Scherben zerbarst. Etwas lauerte, sie konnte es spüren. Spüren wie einen eitrigen Zahn, der im Fleische fault und noch nicht stinkt, aber bereits feinste Signale von Schmerz aussendet, welcher sich innerhalb weniger Stunden in alles zerfressende Pein wandelt. Etwas war… falsch. Wie ein Kartenspieler, der Blatt um Blatt auf den Tisch legt, regten sich Szenen, Worte und Emotionen in ihrem Geiste, für die ein unbestimmbares Gefühl sie zuvor blind gemacht zu haben schien. Die Lahme, wie sie sie zum ersten Mal in Yew gesehen hatte und die seit dem beständig wie eine Klette an Shaila hing… die mit eifrig geröteten Wangen in die gemütliche Runde stürmte, um Shaila etwas zu berichten, das nur für deren Ohren bestimmt war… die von Shaila vor den Augen ihrer Freunde auf den Mund geküsst worden war, ohne dass es ihr zu missfallen schien - ihr, einer der Hochzeit nahen Frau. Das Flüstern und Tuscheln der beiden Frauen, welche die Anwesenheit von Shailas Gästen nicht zu bemerken, ja möglicherweise eher als lästig zu empfinden schienen, als Störung ihrer beider Zweisamkeit. Wie die Lahme beinahe fluchtartig das Haus verlassen hatte, nachdem Shaila ihr etwas ins Ohr geflüstert hatte, diese ihr gefolgt und sie anschließend beide mit verheulten Augen zurückgekehrt waren, während die Gäste sich anderweitig zu beschäftigen hatten. Dieser Blick, mit dem die Lahme hernach ihr, Isiidra, begegnet war. Ihre Fingerspitzen zuckten leicht, dann ballten die beiden Hände sich zu Fäusten, so fest, als trachteten sie danach, die beiden Edelsteine in sich zu zersprengen und zu feinstem Pulver zu zermalen. Ein wütender, unartikulierter Laut drängte schlüpfrig sich aus ihrer Kehle. Welche Worte waren gefallen in diesen Wochen, am letzten Tag? Worte, die ihre Ehre und ihren Stolz verletzten und von denen sie nicht einmal etwas wusste? Lügen und Fehldeutungen, weiter getragen von einem naiv-kindlichem Mund, nachdem begierig von den Ohren sie eingesogen worden waren, bereit zu glauben ohne zu denken oder fragen? Ihr sonst so biegsamer Leib versteifte sich, während das alles verzehrende Feuer in ihrer Mitte geifernd um sich leckte, Faser um Faser sich in ihr nährte - nahe, so bedrohlich nahe dem allzu oft enttäuschtem Herzen.

„Endlich habe ich gelernt, was Vertrauen ist!“

Hohl hallten diese Worte in Isiidras Geist wieder, ein nie enden wollendes Echo an den Wänden tiefster Verzweiflung. Was - so schrie ihr Geist - was nur hatte Shaila zuvor dann für ihre Freunde empfunden, Weggefährten seit ihrer Ankunft auf der Insel? Verzweifelt versuchte sie, den aufkeimenden Gedanken mit aller Macht von sich zu stoßen, der sich aufdrängte, anbiederte und ihrer Seele entfleuchte wie ein glitschiger, soeben dem Meer entrissener Fisch. Mit dem unkontrollierbaren Zittern ihres Leibes, welches auch Isiidras Geist heimzusuchen begann, so dass ihre Kräfte mehr und mehr zersplitterten, schossen ihre Gedanken zur Stummen hinüber… der Kindfrau, welcher die Nähe anderer Personen außer Shaila nicht zu behagen schien… die fortlief, so andere längere Zeit zugegen waren, oder schwieg, als hätte sie nichts zu sagen - bis auf eine Floskel zur Begrüßung oder zum Abschied - des Anstandes halber… die nicht fähig wirkte selbst zu antworten, sondern sich Shailas Wohlwollen immer erst vergewissern zu müssen schien - das Hündchen, welches seinem Herrchen stets folgte, verließ dieses alsbald den Tisch. Oder war es gar - andersherum?

Geräuschlos rollten die beiden Edelsteine aus ihren schlaff liegenden, mit einem feinen Schweißfilm bedeckten Händen und stießen in den Kissen mit leisem *klick* zusammen.
Nur mühsam fand sie aus der Zwischenwelt zurück, als der milde Klang unausgesprochener Worte sanft, beinahe liebkosend ihr Ohr streifte. „Sieh’ die Augen… und lasse dem spiegelnden Bilde Taten folgen.“ Ein Schatten strich über die sanft glimmenden Steine hinweg, auf die sie erst viele Atemzüge später einen Blick zu werfen wagte.

Als sie in die nachmittägliche Sonne hinaustrat, war ihr Blick leer für die lebendige Schönheit der umgebenden Landschaft. Das Einzige, was ihre entschlossenen Schritte lenkte, war der unbändige Drang, das wahre Wesen der Dinge zu erfahren.

Und tief in ihrem Inneren wusste sie, dass jemand zu gehen hatte, jemand beinahe gehen - und alles andere unverändert bleiben würde.
Isiidra ist offline  
Mit Zitat antworten
Antwort


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 

Forumregeln
Es ist dir erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind aus.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 06:16 Uhr.