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Gast
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Es war weit nach Mitternacht.
In der Taverne war nicht viel losgewesen und deshalb hatte Pjina heute mal früher Schluss gemacht. Eigentlich dachte sie nurnoch an ihr Bett und daran, wie sie bald ihre müden Beine etwas entspannen könne, doch es sollte wohl noch nicht soweit sein. Sie ritt nach Hause und band ihr Pferd leicht mit dem Zügel an einen Pfosten neben dem Haus, als ihr plötzlich ein sonderbar fremder und doch auf eine Weise bekannter Geruch in die Nase stieg. Was war das? Nachdem sie kurz ein wenig herumgesucht hatte, stieß sie auf die Quelle des Geruchs. Er kam aus einer Eisenkiste vor ihrem Haus. Sie hatte diese Kiste erst vor kurzem dort aufgestellt. Eigentlich konnte sie sich noch gut darann erinnern, dass sie sie auch abgeschlossen hatte, doch das war sie nichtmehr. Als sie den Deckel etwas anhob schlug ihr sofort eine Welle des gesuchten Geruches in die Nase und sie wusste sofort, das sie fündig geworden war. Etwas unsicher griff sie in die Kiste und zo etwas hervor. Drachenfleisch. Gebratenes Drachenfleisch. Ein sehr großes Filetstück. Angewiedert ließ sie es wieder zurück in die Kiste fallen und wischte sich sofrt die Hände refelxartig an ihrer Schürze ab. Woher kam dieses Fleisch? Gehetzt schaute sie sich in alle Richtungen um, doch sie konnte wegen der Dunkelheit nichts erkennen. Schnell verschloss sie die Kiste und ließ ins Haus. Erst als auch die Haustür hinter ihr ins Schloss gefallen war, schien sie sich wieder ein wenig zu beruhigen. Sie hätte es nicht tun sollen. Sie hätte auf Melinas Aufruf nicht eingehen sollen. Sie hätte einfach alles für sich behalten sollen. Sie zitterte leicht. Ihr Atem ging schnell und unregelmäßig. Sie hatte Angst. Sie hatte gehofft, das ihr Name nicht genannt werden würde. Doch anscheinend hatte es wohl sein müssen. Jetzt würde sie wohl büsen müssen. Sie hatte es doch gewußt. Das war noch nicht alles. Das war erst der Anfang. Sorgsam verschloss sie alle Türen und Fenster, zog sich im Dunkeln um und ging zu Bett. Ob es nur Ausdrücke ihrer Angst waren, oder ob dort wirklich Schemen vor den Fenstern umherhuschten und ob sie die Schritte und das Scharren wirklich hörte, das wusste sie nicht zu sagen. Was sie wusste war, dass es eine sehr sehr lange Nacht werden würde. |
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