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Alt 30.06.2022, 12:36
Blaues Tagebuch
#1
Lina Marial
Spieler, Mensch
 
Registriert seit: 30 Mar 2022
Beiträge: 91
7. Lundin (Herbst); 1337

Guten Tag,

schreibt man dies so in ein Tagebuch?

Grüße ich gerade das Buch oder den Leser? Wobei der Leser ja ich sein werde. Grüße ich nun also mich selbst…?

Wie dem auch sei, ich beginne hier und jetzt und heute mein erstes Tagebuch. Dies wird daran liegen, dass ich im letzten Jahr Freund der Buchstaben und Wörtern geworden bin. Ich habe so viel gelesen, wie noch nie in meinem Leben und glaube, ich konnte tatsächlich über mich hinauswachsen.

Wenn ich bedenke, dass ich eigentlich einer der Menschen sein sollte, die absolut gar nicht schreiben und lesen können sollte…?

Ich weiß noch nicht, wie tief ich tauchen möchte. Ich weiß auch noch nicht wie viel ich aufschreiben möchte. Eigentlich weiß ich gar nichts… aber ich glaube, all das ist der richtige und wichtige Weg, um mich zu sortieren. Denn es fühlt sich so vieles durcheinander an! Durcheinander und falsch. Oder eher unsortiert? Und aufregend! Und zwiespältig! Traurig und glücklich zugleich….

Doch fange ich vielleicht beim Größten an, welches ich derzeit verkünden kann! Ich habe mir ein kleines Haus gekauft. Nach sehr vielem Zögern und sehr vielem guten Zusprechen wirklich lieber Personen, habe ich es tatsächlich gewagt. Ich wage nun den Schritt eine kleine Schlemmerstube zu eröffnen, in welcher ich Jeden bewirten mag.

Und nein! Natürlich traue ich es mir eigentlich nicht zu… und ja! Sicherlich werde ich unheimlich viele Fehler machen… Aber ist das nicht eigentlich in Ordnung? Bin ich vielleicht etwas zu streng mit mir?

Ich bin wirklich sehr aufgeregt, wenn ich darüber nachdenke, bald zu öffnen. Und natürlich habe ich es bekannt gemacht und zur Eröffnung eingeladen! Ich hoffe wirklich, dass irgendwer kommen wird… aber auch hier versuche ich mir den Druck zu nehmen und habe für mich entschieden, dass es mir vollkommen ausreichen würde, wenn zumindest Julie und Herr Sasperus kommen würden… sehr freuen würde ich mich aber auch über Vandorez…. Doch Vandorez ist ein Thema für sich. Wirklich! Ein mächtiges Thema, dass mich vor gut einer Woche dazu trieb, Tränen über Tränen zu vergießen… ohne, dass ich es ihr vorwerfen könnte! Ich bin selbst an allem Schuld und das weiß ich. Ich verstehe es selbst nicht und ich glaube, ich fühle mich nicht bereit, all das zu schreiben was… was _das_ betrifft. Wichtig ist nur, dass ich sie gerne dabei hätte – ob sie kommen kann, wusste sie allerdings nicht.

Neben diesen drei Personen gibt es tatsächlich noch eine Person, die ich gern dabeihätte. Auf der anderen Seite hätte ich die Person aber auch nicht so gern dabei – denn diese Person verwirrt mich mindestens so sehr wie Vandorez. Herje – wie oft habe ich nun Person – wegen dieser Person – geschrieben? Fünf mal?... Gut. Lares. Nennen wir diese Person doch einfach bei einem Namen! Und Lares ist ein sehr schöner Name, oder? Irgendwie ist ein Lares für mich etwas weiches, leichtes – umgängliches? Ich schweife ab… Also! Auch hier gehe ich nicht in die Tiefe! Herje! Nein! Aber es wäre schön, wenn er dabei wäre.

Nessyma, Har, Kervos und wenn ich ganz weit denke, vielleicht sogar das herzogliche Paar? Aber das ist zu weit gedacht! Aber bei Nessyma, Har und Kervos wäre die Freude auch sehr groß, wenn sie kommen würden.
Da sieht man wieder einmal, dass ich gar nicht so viele kenne, mh? Wobei es doch einige Namen sind, die ich gerade nannte? Würden all diese kommen, wären es neun… ich habe am Tisch höchst wahrscheinlich Platz für sechs… an der Bar können drei sitzen und dann habe ich noch zwei gemütliche Sessel. Es sollte reichen! Zur Not frage ich Herrn Sasperus, ob er mir ein paar zusätzliche Stühle für den Abend ausleihen könnte. Denn sein Kontor ist direkt neben der Stube! Aber so viele Sitzplätze werden sicherlich nicht nötig sein…

Ich werde mich gleich in die Küche begeben und Einiges vorbereiten. Es ist so unheimlich schwer vorzubereiten, wenn man gar nicht weiß, wie viele kommen! Aber so kann ich mich an den Stuben-Alltag gewöhnen, richtig? Denn ich werde ja nie wissen, wie viele kommen werden…

Was ich aber weiß…. ist , dass ich so viele unheimlich verschiedene Menschen hinter mir stehen habe. Und das hatte ich noch nie! Noch nie! Eigentlich war ich immer allein und auf mich gestellt. Musste mich selbst irgendwie durchbringen und habe es auch überlebt. Und allein das sollte mich eigentlich stolz machen… Aber es fühlt sich viel viel viel besser an, wenn da auch Andere sind, die einem Gutes wollen, die einen mögen, die einem helfen, mit denen ich lachen kann, diskutieren – weinen…
Ich genieße es und gebe jedem eine Möglichkeit, mich kennen zu lernen. Ob man mich dann mag – sei dahingestellt…. Denn ich glaube, manche mögen mich sicherlich nicht… aber ich gebe mir Mühe! Wirklich! Und ich möchte lachen und ich möchte spielen, ich möchte laufen, reiten, kochen, füttern – ich möchte Freude empfinden und nicht mehr in irgendein Tränenreich tauchen, welches mir überhaupt gar nichts bringt… gar nichts!

Also gehe ich es an – und schaue in die Sonne! Und denke an das, was mir Gutes bringen wird. Ich umarme die Zukunft und lade sie ein – in meine Stube und in mein Leben. Was genau passieren wird weiß ich natürlich nicht! Das werde ich gewiss bald wissen – und dann werde ich es sicherlich auch niederschreiben. Denn dafür hat man ein Tagebuch, richtig?

Lina
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Alt 07.07.2022, 11:45
#2
Lina Marial
Spieler, Mensch
 
Registriert seit: 30 Mar 2022
Beiträge: 91
15. Lundin (Herbst); 1337

He – Buch,

das ist doch auch mal eine nette Begrüßung für ein… Buch? Ich finde es noch immer sehr seltsam, ein Buch zu grüßen! Aber so ganz ohne irgendwas anzufangen, ist noch seltsamer. Von daher: He!

Das Größte, was ich im letzten Eintrag erwähnte: Die Eröffnung meiner Schlemmerstube; liegt nun ein paar Tage hinter mir. Und ich weiß gar nicht zu beschreiben, wie riesig dieser Stein war, der mir an diesem Abend vom Herzen fiel! Wirklich! Ich habe die Tage zuvor kaum schlafen können – ich habe mir sämtliche Horrorgeschichten ausgemalt, was hätte schief gehen können! Ich habe viel zu viel gekocht, gebacken und gebraut. Ich war voller Sorge und voller Freude gleichzeitig… seltsames Gefühl…

Doch es hat funktioniert! Es war wirklich wunder – wunder – wunderschön. Ich weiß es kaum wiederzugeben – da ich … irgendwie so wenig mitbekam… aber es waren so gut wie alle da, die mir etwas bedeuteten – und sogar noch mehr. Ich mag es ja gar nicht wirklich aufschreiben… aber der Herzog war da – mit seiner hübschen Frau. Ich muss gestehen, ich war genau deshalb anfangs doch sehr verunsichert aber – und das möchte ich unbedingt betonen – sie sind ganz wundervolle Menschen! Alle beide… ich weiß, dass Julie ihre freundschaftlichen Probleme mit Frau von Britannia hat – aber… sie war wirklich sehr aufmerksam und sehr freundlich. Sie hatte mir sogar angeboten, mich mit an den Tisch zu setzen… aber eine Wirtin setzt sich bei der Eröffnung doch nicht mit an den Tisch?... Ich hatte einfach viel zu viel zu tun! Der Herzog hat sogar etwas gegessen und mein Essen gelobt und hach… Doch von vorn:

Mit dabei war NATÜRLICH meine liebe Julie.
Sie hatte mir kurz vor der Eröffnung noch die wichtigsten Möbel liefern können was mir fast die Tränen in die Augen trieb. Denn ich weiß ja, wie viel sie zu tun hat… wie oft höre ich es aus ihrem Haus sägen, Hämmern – und so viel anderen Lärm? Sie ist die fleißigste Person, die ich kenne…. Und sie hat es also auch geschafft, all diese Möbel für die Stube zu fertigen. Wir haben also alles schnell aufgebaut – damit die Eröffnung losgehen konnte…

Mein erster Gast war Vandorez…. Sie kam und es war gut… Ich habe mir auch dahingehend so viele Gedanken gemacht… ob es vielleicht seltsam sein würde, wenn wir uns wiedersehen… aber es war nicht seltsam! Es war schön – und es war gut – und ich glaube, sie hatte… einen guten Moment in der Stube. Sie saß an der Bar und las ihr Buch… war – wie sie eben ist! Trank Bier statt dem süßen Willkommenssaft… Ich war sehr froh, dass sie den Moment da sein konnte! Denn ohne sie würde es die Stube wirklich nicht geben! Ihre ehrlichen und direkten Worte hämmerten sich so oft in meinen Kopf und leider auch in mein Herz…. Aber die Worte, die sich in meinen Kopf hämmerten, die waren sehr stark und sehr … antreibend! Sie hat mich wissen lassen, dass ich sehr wohl dazu in der Lage wäre, als Wirtin zu leben. Und dies irgendwie ohne Zweifel… obwohl ich – mir gegenüber – so viele Zweifel hatte… und natürlich auch noch ein wenig habe… Vandorez ist eben besonders – und bleibt besonders! Und ich liebe besondere Menschen!

Natürlich war auch Herr Sasperus da. Warum ich nun natürlich schreibe…?... Ich weiß auch nicht! Irgendwie ist er so sehr wichtig geworden… auf schleichende Art und Weise… Als er mir das Fleisch einige Tage vor der Eröffnung anlieferte, haben wir das erste Mal …. gesprochen… Wir haben natürlich auch schon zuvor sprechen können! Aber… irgendwie war das Gespräch anders. Irgendwie wirkte er… oder ich? … Irgendwie haben wir anders gesprochen. Und ich habe ihn das erste Mal mit wirklich interessanten Fragen gelöchert. Denn ich bin immer so neugierig! Und ich finde ihn so seltsam! Gerade wie er mit Julie umgeht… das ganze „Euch-en“ in einer so langen mit Liebe beschriebenen Beziehung ist nun einmal seltsam! Aber ich glaube herausgehört zu haben, dass… all das – erstens von ihm kommt – und zweitens… er es sicherlich nicht so kalt meint, wie es rüber kommt… Er war auch dort – bei meiner Eröffnung, was mich irgendwie beruhigte.

Außerdem war der liebe Kervos da. Kervos… ich möchte ihn einmal beschreiben! Er ist sehr groß! Und sehr viel Mann! Ehrlich gesagt, fällt es mir ein wenig schwer zu erkennen ob er dick ist – oder ganz arg kräftig… mittlerweile nehme ich an, dass er einfach beides ist? Denn er hat einen runden Bauch – und sehr kräftige Arme! Und Schultern! Irgendwie ist alles an ihm… viel! Er ist herzensgut. Er ist sehr hilfsbereit, er ist strohblond! Er hat einen Bart! Er ist durch und durch Schmied… er ist lustig! Oft bringt er mich zum Lachen… aber manchmal ist er auch ein wenig … langsam? Ich liebe Wortspiele! Und ich liebe es, Andeutungen zu machen, die der Andere auffangen soll und bestenfalls irgendwie – auf irgendeinen Art und Weise an mich zurrück zu geben kann… sollte! Aber das kann Kervos nicht so gut…. Ich glaube, er merkt ab und zu gar nicht, dass ich mit Worten spielen mag… mit ihm spielen mag… das ist schade – aber in Ordnung!

Dann war da noch Alvarez… mh. Ich hatte ihn ja bereits gesehen, als er ein Lied auf dem Marktplatz darbot. Und ich muss gestehen – das er… besonders ist! Und was denkt Lina über besondere Menschen?!... Richtig – Lina mag besondere Menschen… ich fand es nur ein wenig seltsam, dass er so furchtbar schlecht drauf war… und ich fand es seltsam, dass Vandorez ihn scheinbar irgendwie… ärgerte? Ich habe es wirklich nicht gut mitbekommen können, da ich überall und nirgends wirklich war… aber – es wirkte so! Er trug uns auch etwas vor und ich hatte einige Momente, diesen Mann zu beobachten. Und vielleicht gehe ich ein anderes Mal mehr auf ihn ein. Derzeit muss ich ihn mit seiner besonderen Art und Weise … wirken lassen. Aber eines mag ich erwähnen! Er weiß es sehr wohl mit Wortspielen umzugehen – und er weiß es sie zurück zu geben – und ich glaube – auch er spielt gern…

Das Herzogspaar war sehr freundlich, schön, nett, zuvorkommend – spendabel – so, wie man es sich wohl vorstellt? Wenn ich ein Märchen lese und dort sind hohe Personen beschrieben…. So! Genau so waren die Zwei. Absolut herzoglich perfekt! Ich hoffe, ich habe vielleicht mal die Gelegenheit mit ihnen zu sprechen. Denn in diesen kurzen Momenten habe ich bemerkt wie… menschlich sie sind und wie interessiert… irgendwie mag ich sie sogar!... Alle beide… ohne es wirklich erklären zu können.

All diesen Gästen habe ich bereits ein Dankesschreiben geschrieben… denn ich finde es wirklich sehr bedankenswert, dass sie da waren! Ich weiß, für viele ist die Eröffnung eines so kleinen Hauses absolut … unwichtig. Aber für mich?!... Es steckt so viel Liebe in diesem Haus – so viele Gedanken! So viel Zweifel…. So viel Kopfzerbrechen – so viel Vorfreude! So viel Duft… Ich liebe dieses Haus. Ich liebe die Idee dieses Raumes – am liebsten würde ich dort auf dem Teppich schlafen! – aber das mache ich natürlich nicht… das wäre irgendwann wirklich ungemütlich!

Es geht weiter – und ich muss gestehen… nach all diesem Kopfzerbrechen das ich mir wegen zweier Personen in meinem Leben gemacht hatte – ist es nun gut – und ich fühle das Glück. Und ich fühle mich so unheimlich kräftig! Und ich bin so stolz – weil andere stolz auf mich sind… und weil es funktioniert… Ich schaue in den Spiegel und habe fast das Gefühl das da wer anderes ist, der mich anschaut… jemand großes, jemand starkes, jemand hübsches? Auf jeden Fall jemand, der im Leben steht, der für sich sorgt – der… endlich all dem entkommen ist, was ihn so sehr belastete… Mir gefällt die neue Lina sehr gut!... ich mag sie.
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Alt 14.07.2022, 14:31
#3
Lina Marial
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24. Lundin (Herbst), 1337

Gerade nun bin ich weder in der Schlemmerstube noch bin ich in meinem Zimmer. Gerade nun sitze ich an der Küste und schaue auf das Meer hinaus. Das Wasser wirkt so wild und so frei, das ist wirklich beeindruckend. Auf der anderen Seite, ist es aber auch gefangen, oder? Es kann nicht an Land ohne zu versickern… muss dort bleiben, wo das Wasser eben ist… da haben wir Menschen es besser. Wir können uns Schiffe bauen und die Welt des Wassers zumindest überfahren…?

Es ist ein wenig kühler als gestern – aber die Sonne scheint. Das ist wirklich sehr schön… im großen und Ganzen liebe ich den Herbst, muss ich gestehen. Der Wald wird so schön bunt – oftmals ist es sehr golden- überall! Einer der Bauern hatte mich immer Herbstmädchen gerufen… wahrscheinlich meiner Haare wegen? Denn die Blätter vieler Bäume werden ja rot? Anders kann ich es mir nicht erklären… denn er wusste ja nicht, dass ich den Herbst mag!

Verzeih, wenn ich ab und zu etwas seltsam schreibe. Dies liegt daran, dass Marthe ab und zu mit der Schreibfeder spielt… Marthe… ich habe Marthe noch nicht vorgestellt!

Marthe ist ein kleines – himmlisch niedliches – Kätzchen. Nessyma hat sie mir zur Eröffnung der Stube nachträglich geschenkt… und da ich möchte, dass Marthe das Leben mit mir teilt, habe ich sie zum Ausritt mit Nektar mitgenommen. Natürlich habe ich Nektar die kleine Marthe erst vorgestellt…. Es war niedlich zu beobachten, sie er skeptisch die Ohren anlegte, wenn die kleine Marthe unsicher zu ihm auffauchte – als er seinen großen Kopf zu ihr senkte. Doch ich habe beiden irgendwie vermittelt, dass sie Freunde sein dürfen… ich habe ein kleines Körbchen mit am Sattel befestigt und dort saß die kleine Marthe – um mit zu kommen. Als ich den Korb nach einigen Momenten wieder öffnete, war das kleine Kätzchen bereits eingeschlafen – so wohl hat sie sich gefühlt!

Ich ritt einige Momente durch den Wald. Natürlich nur langsam…ich wollte Marthe ja nicht so durchschaukeln bei ihrem ersten Ritt. So etwas muss behutsam passieren – damit es sie nicht verschreckt! Nach etwa 30 Minuten haben wir uns dann hier nieder gelassen – hier an der Küste – im Gras. Nektar grast zufrieden und Marthe läuft hier herum – wobei nein, sie jagt viel lieber meine Schreibfeder…. Sehr sehr… lieb!

Ich möchte hier einmal Nessyma erwähnen – denn ich glaube, dass die Freundschaft zwischen Nessyma und mir irgendwie…. Besonders ist. Zumindest fühlt es sich sehr ehrlich und aufrichtig an. Ich glaube, Nessyma ist eine der wenigen Personen, denen man wirklich alles sagen kann! ALLES! Ich glaube, ich könnte ihr sogar mein größtes Geheimnis anvertrauen… das ich bisher lediglich Julie anvertraut habe… und im Nachhinein nicht weiß, ob es richtig war – es Julie zu sagen…. Nicht, weil ich kein Vertrauen zu ihr Habe! Herje – nein! Sondern eher, weil ich Julie damit nicht belasten möchte… ich möchte nicht, dass sie irgendwie… schlecht denkt oder sich Gedanken macht weil ich… nun… so bin? Ich schreibe ganz bewusst nicht auf – was es ist. Denn ich möchte nicht.. das wenn doch irgendwer dieses Buch unerlaubt lesen würde… nun! Ich möchte es nicht preis geben… das wäre dumm und peinlich und vor allem wohl gefährlich. Aber! Ich glaube tatsächlich, dass ich es Nessyma sagen könnte und sagen mag – sollte es sich ergeben…. Ich werde berichten.
Nessyma ist sehr gefühlvoll. Ich glaube, sie hat weitaus mehr Gefühle als ich! Sie kann gut gekränkt sein aber genauso gut fröhlich und voller wohlwollen! Ich bewundere sie irgendwie dafür, dass sie ist – wie sie ist. Und das habe ich ihr gestern auch gesagt!

Als Julie dann dazu kam, habe ich dafür gesorgt, dass die beiden endlich dieses Euch ablegen! Ich fand es höchst unangenehm, dass sich zwei so liebe Frauen so förmlich ansprechen wo ich doch ganz genau wusste – dass die beiden sich mögen werden! Und ja – dann war ich vielleicht etwas bevormundend und direkt und vielleicht frech…? Aber es hat geholfen – wir hatten ein wunderbares Frauengespräch! Vor allem über Kervos…. Der Lümmel.

Es ist erstaunlich, wie erwachsen meine Gedanken geworden sind. Ich denke sehr viel über Zahlen nach… diese Gedanken gefallen mir aber nicht…. Ich denke aber auch über meine Zukunft nach. Das ist tatsächlich auch ein Weg in meinen Gedanken, den ich selten in der Vergangenheit gegangen bin… denn oftmals ging es einfach darum die Woche durchzukommen… oder die Tage… die Nacht…

Und wenn ich nun an die Zukunft denke, dann weiß ich wirklich nicht, wo sie hingeht.. was passieren wird… Ich bin ein wenig ungeduldig, muss ich gestehen! Nein… nicht ein wenig – ich bin sehr ungeduldig! Am liebsten möchte ich jetzt und sofort Alles! Grausames Gefühl…

Und ich möchte noch mehr - aber das schreibe ich nicht auf! Denn es berührt irgendwie mein Geheimnis… aber irgendwie auch nicht…!

Wie dem auch sei! Ich werde nun langsam wieder zur Schlemmerstube reiten – ich werde das Feuer schüren, einen Eintopf vorbereiten und die Türen öffnen. Vielleicht wird ja wer kommen?... mal sehen!

Lina
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Alt 30.07.2022, 13:38
#4
Lina Marial
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15. Lorica (Herbst), 1337

Ich sitze in meiner Schlemmerstube und habe nach so unendlich vielen Hin und Her entschieden, einen weiteren Eintrag in dieses Buch zu schreiben. Ich denke, es gibt da Einiges, das mir auf der Seele springt. Vieles! Aber wie ich es formulieren kann und möchte, weiß ich wirklich nicht! Deshalb habe ich nun auch so lange geschwiegen – obwohl so viel geschehen ist… sehr viel was wirklich sehr verwirrend und aufregend und grausam und viel ist!

Ich möchte mit meiner Gefühlswelt anfangen. Denn genau die ist es, die mich so lange davon fern hielt, in dieses Buch zu schreiben. Denn! … Ich kann es schwer bis gar nicht in Worte fassen. UND! Es gibt so vieles, was geheim bleiben muss… So vieles, was ich nicht ansprechen mag und ansprechen kann und… es ist so kompliziert!

Es gibt da einen Menschen in meinem Leben, den ich absolut mag… einen Menschen, der einen Weg eingeschlagen hat, der absolut nichts mit meinem Weg zu tun hat. Ein Mensch der recht engstirnig wirkt – sehr gerade – sehr erhaben – sehr entbehrend und auch sehr tief. Ein Mensch, der sich etwas verschrieben hat, was ihn vollkommen einnimmt – und beschlagnahmt. Und es ist ein Mensch, der mich offensichtlich nicht mag – wie ich s…ihn! Dieser Mensch schwirrt leider noch sehr viel in meinen Gedanken und meinen Träumen – obwohl ich es gar nicht möchte!

Die liebe Adyanne hatte mir vor Kurzem unter Anderem gesagt, dass das Laster der Jugend die Ungeduld ist. Und das ist wirklich so! Ich glaube, alles in und an mir ist unheimlich ungeduldig und möchte am liebsten Jetzt und Sofort!....

Aber… Nicht unbedingt diese Person! ?Ich weiß nicht, warum diese Person mich so berührt … vielleicht wünsche ich mir Schutz von ihr? Ich hatte nie wen, der mich wirklich beschützt – und jedes Mädchen wünscht sich doch wen, der sie beschützt?! Vielleicht wünsche ich mir auch die Art und Weise dieses Menschen – für mich und mein Leben? Einen Weg – gerade und einsehbar… mein Weg ist so unendlich ungewiss – zumindest war er dies noch vor einigen Monaten…!

Je mehr ich darüber nachdenke, umso ahnungsloser werde ich… wahrscheinlich werde ich nie wirklich benennen können, warum mein Herz an diesem Menschen hängt – aber vielleicht ist dies auch gar nicht nötig?!

Dann – und nun wird es wirklich kompliziert gibt es da einen Menschen der… mich absolut überdeckt hat. Kann man es so schreiben? Überdeckt…? Es ist ein Mensch, der schon vor längerer Zeit in mein Leben trat und mein Leben… trotz der wirklich nicht so schönen Umstände – bereicherte! Dieser Mensch ist immer und stets und seit einigen Tagen absolut in meinem Herzen und es ist – obwohl es schön sein könnte – nicht schön….

Ich merke, wie etwas in mir begonnen hat zu brennen. Wie furchtbar nachdenklich ich geworden bin. Da sind Gefühle oder Eigenarten wie… Angst, Beschützerinstinkt, Nervosität, Ungeduld, Missverständnis, Eifersucht, Hemmnis, Trauer, Hingabe, Freude, Anstrengung, Geheimnistuerei, Wut und so weiter und so fort mit ihm Spiel! Also eine ganze Menge! Und vor allem eine ganze Menge verschiedener Dinge die mich sehr sehr sehr… verändern und … Dinge tun lassen, die ich noch nie tat… Schöne Dinge… wie etwa einen Kuss erleben – aber auch unschöne Dinge, wie lügen… oder hintergehen? Es ist furchtbar – und furchtbar schön zugleich. Und ich bin sauer! Denn je mehr ich darüber nachdenke, umso feuriger wird es in mir und ich habe keine Möglichkeit es heraus zu lassen! Und das ist wirklich sehr sehr SEHR anstrengend!... Ich hoffe, ich kann es bald – irgendwie – irgendwo – bei irgendwem heraus lassen….!

Neben diesem ganzen furchtbar-schönen Chaos kann ich seit gestern aber auch etwas sehr… nunja, weltliches aufschreiben. Ich wurde von Frau von Britannia in die Burg eingeladen, in der sie mit dem Herzog lebt. Und… es war wohl das größte und prachtvollste Haus, dass ich jemals betreten habe. Ich habe mich unheimlich klein und nutzlos gefühlt – wenn ich ehrlich bin….

Ihre Küche ist mindestens drei mal so große wie meine Schlemmerstube – und wir sprechen hier nun von der Küche! Überall stehen Menschen-Wachen herum und … ja… stehen dort um zu wachen? Sind da! Schauen einen an. Überall sind Teppiche – und Säulen – und Treppen – und Türen – und Bilder – und Möbel – und Platz! So unheimlich viel – endloser Platz! Ich bin tatsächlich und ganz ehrlich nicht neidisch denn… es war alles – in meinen Augen – viel zu viel für… ja – für was? Für zwei Menschen?... Für die Demonstation der Macht? Für…. Ich weiß es nicht?! Frau von Britannia sagte mir, man würde sich an all das gewöhnen – und das ist ganz sicher richtig! Aber möchte ich mich an solch eine Verschwendung gewöhne?! Wenn ich daran denke, wie ich ab und zu lebte… mit dem ganzen Gesinde irgendwo in einem Zimmer oder Stall. Man konnte froh sein, wenn man nicht auf dem blanken Boden schlafen musste…

Und dort? Dort in der Burg gibt es riesige Zimmer für die Bediensteten! … Hach… es ist wirklich etwas, was ich verarbeiten muss – ABER – und das ist sicherlich wichtiger, bin ich auch positiv aufgeregt denn ich wurde von den Obrigkeiten gefragt, ob ich dort zu Anlässen kochen möchte! Ich! Lina! Die Lina – die sich ihren Nachnamen ausgedacht hat, weil sie irgendwann einen brauchte! Die Lina, die noch nie einen Geburtstag gefeiert hat – weil sie gar nicht weiß, wann der ist… die nichtmal genau sagen kann, wie viele Jahre sie auf der Welt ist! Die Lina, die so oft kurz vor dem Tod stand – so oft in Situationen war, die wirklich nicht schön waren! Die Lina, die eigentlich als Schweinemagd hätte enden sollen – kocht nun für die Herzogliche Familie?!

Das macht mich stolz!

So stolz, dass ich beinahe platze! So stolz, dass ich es denen – die mich früher immer klein-redeten, gerne genau das unter die Nase reiben würde! Ich bin wer! Ich bin sogar wer, den man schätzt. Ich bin wer, deren Arbeit benötigt wird -…

Ich war wieder überrascht, wie freundlich die beiden Personen waren… der Herzog und seine Frau… wobei ich gestern feststellen durfte, dass der Herzog… eine wirklich sehr ruhige, weitblickende, freundliche und… beruhigende Art und Weise hat. Annabella (so heißt seine Frau) ist irgendwie… schneller…. Und kürzer…? Ich bin nicht ganz zufrieden mit den Worten aber mir fällt auch kein Anderes ein… Ich glaube, es liegt daran, dass der Herzog schon uralt ist. Julie hatte mir ja all das erzählt – mit dem verjüngungszauber. Davon ist ja auch Herr Sasperus betroffen –der im Geist ja auch schon wirklich alt ist! Aber der Körper eben nicht… und so ist es auch beim Herzog. Eigentlich ist er ein uralter Opa (im Geist) Aber sein Körper ist es eben nicht…

Was ich mich dann frage! Und das frage ich mich wirklich… wenn der Geist irgendwann so alt ist und so weise und so belehrt, was will man dann von jungen Menschen? Es ist doch so wie bei den Elfen und Zwergen?! Sie finden uns Menschen doch auch eher „niedlich“ – weil wir so jung sind – oder? Das liest man doch immer wieder! Also… das muss ich den Herrn Sasperus unbedingt einmal fragen – den Herzog werde ich das wohl kaum fragen können! Aber mich würde wirklich interessieren, warum diese alten Männer – sich so junge Frauen genommen haben… und ob es Nachteile hat (neben all den offensichtlichen Vorteilen!).

So! Nun reicht es aber auch mit diesem Eintrag – ich verfalle sonst wieder in das endlose Grübeln – und das stört wirklich! Ich werde nun die Schlemmerstube abdunkeln und hinüber in mein Zimmer gehen – um zu schlafen.

Lina
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