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Alt 06.03.2021, 21:04
Heilung
#1
Stille der Nacht
 
Registriert seit: 02 Jan 2004
Beiträge: 66
Viele Jahre waren vergangen und die kargen Lande Yews hatten so manchen vergeblichen Versuch über sich ergehen lassen, Ödheit und Fäulnis zu vertreiben. Lediglich rund um das Kloster der barmherzigen Schwestern zu Yew - nach der Zerstörung des alten Gebäudes nur noch wenige - war noch so etwas wie Leben zu sehen: Richteten die Schwestern ihr Herz doch Tag für Tag hoffnungsvoll auf ihre Göttin und konnten so zumindest das Kloster und seine Ländereien von der Dunkelheit befreien.

Doch dem Rest Yews schien ein Schicksal in verfaulter Ewigkeit sicher.

Aber es liegt in der Natur vieler Lebewesen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Und so sammelten sich Menschen, Zwerge und Elfen, um in einem wochenlangen Abenteuer dunkle Gefahren zu bestehen und wertvolle Artefakte zu bergen, mit denen die Verderbtheit Yews ein für alle Mal aufgehoben werden sollte.
Und auch SIE, Libanu, die Göttin allen Lebens hielt ihr Versprechen und tat ihr Werk als Menschen, Zwerge und Elfen ihre Stimmen zu ihren Göttern erhoben. Und für manchen mochte es danach auf der Hand liegen: Nicht die Mühen an sich waren es, die endlich Heilung brachten, sondern vielmehr die im Glauben vereinten Herzen, das unbedingte Eingeständnis, dass es eine Macht gab, die mehr konnte als weltliche Kräfte, und dass nur die Hoffnung auf diese Macht es letztendlich war, die die Götter persönlich dazu bewegt hatte, Yew von der dämonischen Besessenheit zu befreien.

Noch während bewegende Reden über die Heilung des Landes gehalten wurden, begann sich genau diese auch sichtbar zu machen: Vögel begannen zu singen, erste Gräser sprießten hervor und verwandelten sich innerhalb weniger Stunden zu prächtigen Büschen. Natürlich würde sich die Veränderung nicht innerhalb eines Tages vollziehen, und doch war unübersehbar, dass etwas geschah.
Das spürten als erstes die benachbarten Waldelfen, denn vom Herzen Yews strömte das zurückkehrende Leben direkt in ihre Seelen. Und sie waren nicht die einzigen, die es wenig später in den alten Ortskern Yews zog: Das Licht, das die Götter selbst zur Heilung des Landes hervorgerufen hatten, war selbst in Britain, ja im fernen Cerinor noch zu sehen. Und so manch ein Neugieriger machte sich noch vor Anbruch des Tages auf den Weg, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Nun blieb nur zu hoffen, dass die Menschen, Zwerge und Elfen dem Geschenk der Götter auch gerecht wurden. Vielleicht ja sogar in einer Stadt, in der sich jeder wohlfühlte. Egal, ob sie zu seinem Reich gehörte, oder nicht....
Stille der Nacht ist offline  
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Alt 06.03.2021, 23:33
#2
Saire Gal'ithiel
Reisender
 
Registriert seit: 18 Feb 2013
Beiträge: 211
Weit am Horizont sah sie das Licht im Westen. Sie stand an der Küste und bewahrte noch immer diesen tiefen Frieden in ihrem Herzen. Seit drei Jahrzehnten nun litt Yew unter dieser Seuche und fast mehr als ein halbes Jahr hatte es gedauert, bis dieser Bann gebrochen war.

Sie entsann sich noch gut daran, wie sie die Vorbereitungen mit Bolwen und Sragosh traf und all die Rat gebenden Gespräche mit Sathrion. Sie entsann sich auch an die Rauchschwaden aus dem Brunnen und die Sendbotin Libanus und es schien als hätte es diese drei Jahrzehnte gebraucht, damit sie sich dieser Aufgabe stellen konnte.

Einigkeit.
Dies war ein Wort, dass soviel Tiefe besaß in ihrem Leben. Immer und immer wieder hatte sie dies von Tycuahele vernommen. Seit sie von den göttlichen Rissen erfahren hatte, hatte die Göttin selbst immer und immer wieder sie zur Einigkeit aufgerufen, bei Ritualen, im Tempel von Cerinor, im Tempel von Vesper, in der Ratshalle.
Und seit jener Tage hatte dieses Wort auch einen Klang in der Schöpfungsmelodie angenommen und heute war es geschehen.

Sie hatte mit einer Botin Libanus gebetet. Sie hatte den Segen der Silbernen gegeben und SIE hatte ihr jenes Wunder nicht versagt. Die reinste aller Göttinnen war ebenso da gewesen, wenngleich auch nicht sichtbar, aber die Silberne hatte ihr deutlich gezeigt, dass sie stets und allgegenwärtig da ist. Sie meinte langsam zu begreifen und ein Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie weiter den Blick zu dem Leuchten in Westen hielt.

Pures Glück keimte in ihrem Herzen, als sie die ersten Gräser in Yew sprießen sah und die Vögel dieses Glück besangen. Sie war sich nicht gewiss, welche anderen Götter vielleicht mitgewirkt hatten, doch wusste sie dass die Göttin des Lebens und der Liebe, gemeinsam wirkte mit der Göttin des Friedens und der Beständigkeit. Yew war der Waage in Tycuaheles Hand zurück gegeben worden und sollte sich nun erholen.

Nach alldem was dort geschehen war, nach alldem was sie dort gelernt hatte, würde sie Yew immer mit einer besonderen Aufmerksamkeit bedenken. Sie hoffte nur dass die Menschen mit den Jahrhunderten das heute errungene Verständnis nicht vergessen würden.

"Danke" Saires Blick glitt zum Himmel mit seinen Myriaden Sternen.
"Tycuahele, gepriesen sei dein Name von den höchsten Gipfeln bis in die tiefsten Täler"
Saire Gal'ithiel ist offline  
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