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seylarana war schon den ganzen tag über besorgt auf der suche nach ihrer schwester, der fey shaobian gewesen. ihr treuer morrog hatte sie fast durch ganz britannia getragen, um die verschollene elfe zu finden, doch vergebens.
shao kam sey jeden morgen besuchen. sey war misstrauisch geworden, als sie an diesem morgen nicht zum frühstück erschienen war. nach den ereignissen der letzten wochen hatte sich ihre schwester am gestrigen abend sehr seltsam verhalten. nicht nur die verbitterung über ihren arm, der immer noch fast steif war und die enttäuschung von ihrem gefährten trug sie mit sich herum. gestern war sie erneut enttäuscht worden. sie hatte sey nur ungern davon erzählt, da sie wusste, wie sehr sich diese wieder aufregen würde, aber ihre schwester hatte sie so lange bedrängt, bis sie es erzählte. sey war bestürzt und natürlich sofort aufgebracht. ihre schwester, in vertrauen völlig unbewaffnet, war in britain vor zeugen von einem mann bedroht worden. shao sagte nicht mehr viel, aber sey spürte, dass noch etwas geschehen sein musste, etwas, das sie noch viel tiefer getroffen hatte. als ihre schwester schließlich ging, ergriff ein ungutes gefühl von sey besitz.
morrog trabte gehorsam die straße zu seys neuem haus in minoc hinauf. eine frische brise vom meer wehte ihr ins gesicht. es war noch dunkel aber sey erblickte ihr gut beleuchtetes haus schon vom weiten. sie kam direkt aus britain, die letzte stadt, in der sie gesucht hatte. plötzlich verhielt sie morrog. sie hielt ihre lampe hoch und kniff ihre augen zusammen. jemand lag vor ihrer tür im schnee. erschrocken sprang sie vom rücken ihres pferdes und eilte zu der regungslosen gestalt. sie beugte sich vor und hielt die lampe über den körper, um besser zu sehen. sie wurde kreidebleich.
ihr goldblondes haar wurde sachte vom wind bewegt, ihr gesicht war weiß wie der schnee in dem sie lag, ihre kerlatmiumfarbenen kleider waren dunkel von blut. shao lag in der rüstung ihres vaters verkrümmt im schnee, ihr schwert, eine auszeichnung des ältesten ihres dorfes, steckte bis zum heft in ihrer brust. seylarana nahm den körper ihrer schwester in die arme und schrie ihren schmerz in die stille der nacht hinaus.
sachte senkte sich der schnee auf minocs straßen...
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