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Reisender
Registriert seit: 21 Jun 2006
Beiträge: 18
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Tag I
„Alles kommt so wie es kommen muss, das Schicksal liegt nur zum Teil in eigner Hand“ raunte es in ihren Gedanken und ein leichtes, stilles Lächeln glitt über Aiminas Lippen. Wie gut es doch tat, wie gern sie doch zu den Sternen sah und wie oft sie schon zu ihnen gesprochen hatte in der Hoffnung und in kindlicher Naivität ihre Großmutter können sie hören. Erinnerungen wurden wach, ein Flüstern welches so viel Hoffnung mit sich brachte das sie für einen kurzen Augenblick glaubte zu fühlen wie ihr Herz neu erwachte. Steine hinter ihr und Steine auf dem Weg vor ihr, zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken ein hohes Felsengebirge. Sie würde ausbrechen, würde die Mauern hinter sich lassen und das sein was aus ihr geworden war. Wie schwer es doch war aus den Kinderschuhen zu schlüpfen, doch schienen sie bereits viel zu klein und schon all zu lange dem Schritt einer jungen Frau zu schmerzen. Alles was sie noch wollte war die Wunden heilen zu lassen, mit reinem Gewissen und neuem Glauben an ein anderes Leben zu beginnen, eines das ihr bestimmt war. Sie wollte eine Familie, wollte ein Haus und Kinder, wollte über Brücken gehen und schweren Zeiten ins Auge sehen mit einem Mann an ihrer Seite, welcher ihre Hand halten konnte ohne sich dafür verstecken zu müssen. „Liebe ist eine Passion, vertraue deinem Gefühl und wenn es so weit ist, dann lass dich fallen“ Abermals weiche, so zärtlich streichelnde Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit, an ein zurückgelassenes Land und verflossene Kindheit. Jetzt verstand sie es. Durch Liebe ward das Bittre süß und hold, durch Liebe ward das Kupfer reines Gold, durch Liebe ward die Hefe rein und klar, die Liebe bot der Krankheit Heilung dar, durch Liebe wird belebet, wer entschlafen, durch Liebe werden Könige zu Sklaven… Die Liebe macht das tote Brot zur Seele, macht ewig, die vergängliche, die Seele! Sie wusste, dass sie es nicht wusste, dass sie es nie gewusst hatte und möglicherweise nie wissen würde. Doch irgendwie schien jenes Wissen ihr etwas zu geben das sie neuen Mut fassen lies, der Gedanke das es oft anders war als man es im Moment zu sehen glaubte, weil man sich wünschte es wäre so. Sie war nie mehr als ein Kind gewesen ein Kind das viel zu viel Neugierde im Herzen fühlte und sich von fremden Dingen, verbotenen Worten angezogen fühlte. Aber das war nicht ihr Weg, es war ihre Schwäche… Ihr Herz gehörte ihr… sie war frei… |
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