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Reisender
Registriert seit: 09 Jul 2006
Beiträge: 36
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Hinter den Wolken brach das Sterben des Tages herein, der Himmel ergab sich feige und fahl als Aimina aufs Meer hinausblickte, dem Horizont entgegensehend. Regen begann ihre Haut zu benetzen und als sie die Augen schloss da glaubte sie zu fühlen wie das Licht versiegte und die Dunkelheit hereinbrach und auf ihrer Zunge lag ein Geschmack wie von Blut, ihrem eigenen Blut. Das zarte Rot ihrer Seele welches sie ab und an ins Bewusstsein zurückrief um ihr zu deuten wie nahe sie dem Abgrund bereits stand.
Erinnerungen schlichen sich an, Dieben gleich welche die gekünzelte Fassade ihres äußeren Gehabes zu stehlen versuchten. Und mit einem Mal sah sie sich wieder am nahen Waldrand stehen, nur wenige Meter den Klippen des Meeres entfernt welche sich in einem wilden Getöse und Grollen daran brachen und immer wieder darauf einzustürmen versuchten. Der schlammige Boden vor ihren Füßen, eine Pfütze aus Dreck und Blut welche ihr entgegen floss und sie zurückweichen lies. Die Leblosigkeit des stämmigen Körpers dessen Gesicht zu einer grauenhaften Fratze verzogen war, während sich in den weit aufgerissenen Mund der Schlamm seinen Weg suchte, lies ihr einen eiskalten Schauer über die zarte Haut wandern. Drei Sommer war es her und drohte noch immer direkt hinter ihr zu stehen. Ihr einen Grund mehr gebend sich nicht umzudrehen, nicht zurück zu sehen, sich eine eigene Vergangenheit zu schaffen mit welcher jeder einverstanden war. An den zarten so unschuldig wirkenden Händen klebte mehr Blut als sie sich selbst eingestehen wollte. Nun bebenden Körpers sank sie auf die Knie, vergrub die Hände im nassen Sand, die Augen noch immer geschlossen. Stumme Tränen rannen über ihre Wangen, schwarze Tränen welche Zeilen der Erinnerung schrieben, da niemals vergessen sein würde was von Gestern. Was war da eigentlich noch das sie wirklich zu erschrecken vermochte, was gab es auf der Welt das schlimmer sein konnte als sich selbst eingestehen zu müssen das unter der kühlen, selbstsicheren Fassade ab und an ein gebrochenes Mädchen um Hilfe schrie welches sich wiederum selbst zu ersticken versuchte. Ihre rechte Hand erzitterte für das Fragment eines einzigen Augenblicks, der Dolch glitt aus ihren Händen, sie konnte es spüren und trotzdem war da keiner. Gefühle und Bruchstücke der Vergangenheit hatten sie längst eingeholt selbst wenn sie noch immer verzweifelt darum rang sie nieder zu stechen, zu töten wie sie es bereits zwei mal in ihrem Leben getan hatte. Aber Erinnerungen bestanden nicht aus Fleisch und Blut, sowie Narben welche jene hinterließen niemals wirklich gesehen werden konnten. „Alles ist ein großes Spiel, ein Spiel des Lebens. Wir sind nur die Darsteller auf dessen Bühne“ raunten leise Worte, hallend, durch die Dunkelheit des Raumes ihrer Gedanken. Ein Raum in welchem sie sich selbst in Ketten gelegt hatte um bewahren zu können was niemand wissen sollte. Ein Spiel… wiederholte sie jene Worte leiser, unruhiger Stimme für sich, ehe sie wütend mit der Faust in den Sand schlug, ihren Blick gen Himmel richtete. Was hatte jemand wie sie in einem Spiel verloren und wieso schien es plötzlich so als würde sie verlieren hatte sie bisher doch immer gewonnen, noch immer eine Lösung gefunden, noch nie aufgegeben und stand sie noch so nah, noch so wenig Schritt vom Abgrund entfernt… |
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