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Reisender
Registriert seit: 18 Sep 2005
Beiträge: 358
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Mit aufmerksamem Blick ritt Anvhela durch Fenisthal. Hier hingen sie auch überall, diese Zettel, die ihren Verlobten der schwarzen Magie bezichtigten.
Hatte er kein Interesse, sich darum zu kümmern, so wie er die meisten Aufgaben innerhalb des Ordens an sie weitergab? Oder mangelte es den Schwertreitern mittlerweile derartig an Disziplin, dass sie sich nicht um die Aushänge scherten, die ihren Lehnsherren in Verruf brachten? Am Anwesen angekommen drückte sie einer der Wachen die Zügel ihres Pferdes in die Hand. Ruhigen Schrittes begab sie sich zum Wohnturm. Sie wusste ja, dass niemand zuhause war. In den Wohnräumen holte sie eine alte, lederne Tasche aus ihrem Schrank. Mit nachdenklicher Miene betrachtete sie ihre letzte Erinnerung an Sneholm. In diesem Rucksack hatte sie ihre wenigen Habseligkeiten nach Britannia gebracht. Was hatte alles vor ihr gestanden. Entschlossen suchte sie ihre Kleidungsstücke und andere Habseligkeiten aus dem Schrank hervor und packte sie in ihre Tasche. Einen kleinen Beutel mit Schmuckstücken legte sie zuoberst, dann waren ihre wenigen Besitztümer zusammengesucht. Aus ihrer Kommode nahm sie einen Bogen Pergament und eine Feder heraus. Damit setzte sie sich an den Tisch, um ein paar Zeilen auf dem Pergament zu hinterlassen. Feder und Brief ließ sie einfach auf dem Tisch liegen. Dann zog sie die Brosche mit ihrem yil'danischen Wappen aus dem Stoff ihres Kleides und legte sie auf den Brief. Ramirez hatte ihr seinerzeit zugesichert, einen Austritt aus dem Orden nicht weiter zu verfolgen, wenn sie gute Gründe hatte. Sie wusste nicht, ob er sein Wort halten würde, aber im Grunde war es ihr auch gleich. Den Rucksack geschultert sah sie sich noch einmal im Raum um. Nein, sie würde hier nichts vermissen. Ohne noch einmal hinter sich zu sehen verließ sie das Anwesen. Draussen am Tor bedankte sie sich mit ein paar kurzen Worten bei der Wache und nahm ihr ihr Pferd ab. Sie lief ein Stück den Weg am Meer entlang. Als der Weg ins Innere der Siedlung abbog, blieb sie einen Moment stehen. Sie holte ihren Schlüsselring aus der Tasche und zog zwei kupferne Schlüssel herunter. Nach einem kurzen Blick auf die beiden Schlüssel warf sie sie ins Meer. Noch bevor sie die Wasseroberfläche erreichten waren sie in der Gischt bereits nicht mehr auszumachen. Anvhela wandte sich um und legte beide Hände an den Sattel ihres Pferdes. Mit einem Ruck zog sie sich hoch und trieb das Pferd an, das sogleich in einen leichten Trab verfiel. Schon Minuten später hatte sie Fenisthal hinter sich gelassen, und folgte nun der Straße nach Britain. Fürs erste würde sie sich in einem der Gasthäuser ein Zimmer nehmen. Dann würde man weitersehen. In Fenisthal indes würde der Brief vermutlich noch bis zum Anbruch der Dunkelheit liegen bleiben, ehe Ramirez heimkehrte und seine Nachricht lesen würde. "Lebe wohl. Anvhela." |
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