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Reisender
Registriert seit: 02 Oct 2011
Beiträge: 56
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3 im Estif (Sommer) 1306 Liebster Stern, nun, wo das Leben eine Wandlung vollbracht hat, beginne ich ein neues Buch, in welchem ich Gedanken, Geschehnisse, Eindrücke, Einfälle und noch so viel mehr niederschreiben möchte. Die Wandlung, von der ich spreche ist in meinem Körper und Geist allgegenwärtig. Manches Mal sitze ich ganz still und ich merke, dass ich eigentlich laufen möchte. Das andere Mal laufe ich und würde gerne einfach dasitzen. Ich habe schon einige Gedankenszüge von anderen Elfen hören und lesen dürfen, die ihre Gefühlswelt versuchten zu beschreiben in solch einer Situation. In der Situation wo man sich gegen die Eltern wendet. Gegen ihren Willen handelt und sie offensichtlich mit den eigenen Taten verletzt. Dies ist eine andere Situation als die, die fast ein jeder Elf erlebt. Die Trennung vom Elternhaus ist wohl immer traurig, spannend, gefährlich und irgendwie hemmend. Doch findet man sich in das selbstständige Leben sehr schnell ein und man besucht die Schöpfer des eigenen Lebens ab und zu. Man schreibt Briefe und man erinnert sich an die schöne Zeit aus der Kindheit zurück um in einem nicht so schönen Moment lächeln zu können. Wenn ich an einen schönen Moment zurückdenke, der sich in meiner Kindheit abspielte, dann sehe ich immer irgend Eine Situation, die mit Anon verknüpft ist. Sei es, wie er mir beibrachte, wie ich eine Blume der Erde entnehme, ohne die lebensspendenden Wurzen zu zerreißen, sei es, wie ich nass des Regens wegen heim kam und er mir die Haar trocken rubbelte, sei es, wie er mich auf seinem Rücken umher trug, weil ich nicht mehr laufen wollte, sei es, wie er mir den Mund zuhielt auf das ich keinen Ton von mir gab wenn "er" nachts wütete – weil etwas nicht so war, wie "er" es wollte… wie er mich schützte- immer und immer wieder! Die Tatsache, dass Anon mich vor Jahrzehnten verlassen musste war wohl das Schlimmste, was ich erleben musste. Ich weiß es noch wie heute. Ich kam wie jedem Abend heim – und hatte mir, wie jeden Abend Zeit damit gelassen. Doch je näher ich dem Haus kam, umso mehr Gänsehaut überfiel meine Haut. Meine Sinne waren hellwach und es stieg eine gewisse Panik in mir auf. Als ich Mutter dann am Tisch sitzen sah und hörte wie Vater in Anons Zimmer wütete, indem er seine Möbel wohl zu Feuerholz schlug, wusste ich, es war etwas geschehen, was nicht in meinem Einfluss lag. Mutter hatte in all den Jahren kaum Worte gesprochen. Sie sprach das Wichtigste und jenes in einem doch eher abwesenden Tonfall. Vater erklärte mir, mein geschätzter Bruder seie nicht das, für das wir ihn gehalten haben – er habe es schon immer gewusst! Mehr war nicht aus ihm heraus zu bekommen. An Jenem Abend hatte er das erste Mal meine Zimmertür versperrt und Mutter ruhte ab jenem Abend mit in meinem Zimmer. Nun, wo ich dies schreibe beginnt meine Hand wieder zu zittern. Eine doch sehr unangenehme Tatsache die immer geschieht, wenn Etwas in mir… wühlt. Daher werde ich aufhören aus der Vergangenheit zu berichten und bleibe lieber im Hier und Jetzt. Ich wurde gut in Cerinor augefnommen. Anon ist… Anon. Nein – er hat sich verändert. Aber hin und wieder schenkt er mir ein warmes Lächeln und dann weiß ich, Anon ist noch immer Anon. Ich lebe bei ihm in seiner Wohnung und muss gestehen, er hat meine Gesellschaft nötig. Nicht nur, weil er zu viel arbeitet… auch, weil er noch immer keinen Sinn für das Einrichten hat. Er stellt Stühle an unmögliche Stellen. Dies weiß ich natürlich zu verhindern und versuche, mich so Etwas einzubringen. Erst heute habe ich Itharilde, Samorel und Namatiel kennen lernen dürfen. Sie sind alle drei wirklich sehr herzlich und offen. Keiner schien irgendwie skeptisch oder kritisch. Es war natürlich ein eher oberflächliches Gespräch. Wir sprachen über unsere Aufgaben, über die Stadt, über … Essen, über die Elfen, die hier leben, über Kinder und über einen Handelsposten. Es kristlaisierte sich heraus, dass Itharilde und Samorel sich lieben. Und das sie wohl das einzige Paar unter den Elfen seien – ebenso, dass es in dieser wirklich riesigen Stadt keinerlei Kinder gibt…. Schockierend und interessant zugleich, hm? Namatiel bot mir an, dass er mir heute noch den Handelsposten zeigen kann. Es ist wohl ein Ort, an dem die hiesigen Elfen mit den Menschen handeln. Ich bin neugierig auf diesen Ort und hoffe, dass ich Namatiel nicht verpassen werde. Es tut gut langsam Anschluss zu finden. Ich hoffe, Anon findet das ebenfalls gut. Melien |
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