|
|
|
|||
|
Reisender
Registriert seit: 20 Jul 2014
Beiträge: 14
|
Der Schmerz schnitt durch seinen Körper. Erschütterte ihn und schien ihn aufbrechen zu wollen. Mit allem was er an Kraft und Willensstärke zusammenraffen konnte, hielt Kathz dagegen an. Trotz dem Wissen, dass seine Hülle dem Kampf nicht lange standhalten konnte.
Er zwang sich, den Blick in das Gesicht des Fremden zu heben. Es kam ihm verschwommen vor, dunkel. Ein weiterer Schnitt zwang ihn endgültig zu Boden. Der Schmerz durchraste ihn und drang mit voller Kraft in jede Faser seines Körpers. Es fühlte sich an, als werde er jeden Moment davon zerrissen. Ein Schrei, der diesem Gefühl entgegen halten sollte. Doch Kathz war gar nicht mehr bewusst, dass es der Seine war. Er schien wie aus dieser Welt gezerrt. In eine andere, viel dunklere. Sein Körper schien ihm nicht mehr zu gehören, fühlte sich zertrümmert an. Nicht mehr zu gebrauchen. Zum ersten Mal nahm Katzh äußerst bewusst alles andere wahr, was in seiner Hülle verborgen zu sein schien. Doch auch dies wirkte zerschunden und wie von schweren Ketten zur Unbeweglichkeit verdammt. An das Gesicht der Frau konnte er sich kaum mehr erinnern, ihre Stimme war in seinem Geist verloren. Aber die des Fremden drang umso fester und deutlicher auf ihn ein. Wirkte wie das Letzte, was ihn mit seiner Welt verband und gleichzeitig wie ein heißes Eisen, welches sich in sein Fleisch brannte. Kathz kratzte das letzte bisschen Willen zusammen und versuchte sich zu winden, sich aufzuraffen…doch er konnte nicht. Die Worte des Mannes, die auf ihn eindrangen, bohrten sich in seinen Geist. Er versuchte die Augen zu öffnen, nahm einen helleren Schimmer wahr, gleich der Form eines Gesichtes. Kathz konzentrierte sich, erkannte die Lippen, die Augen…und stellte fest, dass es seinem eigenen Gesicht bemerkenswert ähnlich sah. Nur erschien ihm sein Gegenüber viel blasser und eingefallener. Dann riss es seine Augen auf und starrte ihn an. Ein Schreck durchführ Kathz, denn die Augen seines anderen Ichs waren zu Scherben zerborsten! Kaputt und leer! Er konnte sich keinen Laut abringen, doch das andere Ich riss seinen Mund unnormal weit auf. Kathz konnte hören, wie der Kiefer brach! Er konnte in das verfaulte Innere des Rachens sehen und der Gestank von Verwesung stieg darin empor, so wie ein heiserer, rasselnder Schrei! Fliehen, er musste weg. Das war zu viel! Doch er konnte sich nicht bewegen und das Ding beugte sich tief über ihn, als wolle es in sein Gesicht beißen. Dünne Finger umgriffen seine Arme. Heiß und wie aus feuchtem, glitschigem Leder. Sie griffen fest zu und schienen seine Haut zu verbrennen. Kathz kämpfte mit aller Macht gegen das Gefühl an, ausgeliefert zu sein. Sein bewegungsloser Körper wurde abermals von heißem Schmerz ausgefüllt und er konnte mit nichts anderem dagegen halten, als seinem Geist. Doch auch dessen Risse wurden immer deutlicher… Als die Dunkelheit sich langsam verflüchtigte, spürte Kathz eine kühle Briese über seine Stirn streifen. Sie linderte das brennende Gefühl, welches noch immer auf seinem Körper lag und ihn zu lähmen schien. Angst packte ihn und seine Finger wollten etwas umgreifen, was ihm Halt versprach. Er spürte, dass sie sich ganz leicht bewegen ließen und fühlte Gras. Feucht vom Morgentau. Kathz öffnete die Augen und erkannte das Licht der Morgendämmerung. Zunächst erschien ihm dies nach der ganzen Hölle wie ein bitterer Scherz und er wartete den sengenden Schmerz ab, der nun folgen sollte. Doch nichts geschah. Nur sein Herz hämmerte gegen seine Brust, wie nach einem schrecklichem Alptraum. |
|||
|
|
|