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Reisender
Registriert seit: 04 Feb 2015
Beiträge: 23
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Das zweite Leben Kälte, Nässe und Dunkelheit. Dieses waren die letzten Dinge die ihr noch nachliefen aus der alten Heimat. Sie hatte es gerade ebend noch auf ein auslaufendes Schiff geschafft. Gepfercht zwischen Fässern und Kisten, wie eine Ratte oder Abfall. Die Seeleute hatten sie schnell gefunden und berieten was mit ihr zu tun war. Der Tod war ihr sehr nahe gekommen. Die Haut war fahl und eingefallen, das Haar zerzaust und voller Dreck. Der Lebensfunke in den Augen war nurnoch schwach am Glimmen und die Lippen hatten einen komischen grünen Ton angenommen. Warum die Seefahrer sie nicht über Bord geworfen hatten wusste sie nicht. Es wurde dunkel um sie. Ein schluck aus einem Kelch in adliger Gesellschaft. Der Wein schmeckte komisch. Artrion hatte ihn ihr gereicht, deswegen hatte sie keinerlei Verdacht geschöpft. Sein Gesicht veränderte sich, verformte sich und sie spürte Schmerzen in der Kehle und in der Magenregion, als hätte sie flüßiges Gestein getrunken. Sie schwankte und glitt vom Stuhl. "FASST SIE!" ertönte eine Stimme, die seltsam verzerrt klang. Wieder Dunkelheit.... Schweissgebadet wachte sie auf, die Hände vor sich haltend. Sie lag in einer Kajütte, welche duch spärliches Kerzenlicht erhellt wurde. Scheinbar wurden hier keine Öllampen aufgehangen aus Angst vor der Brandgefahr. Die See war rau und man hörte wie die Gischt vor den Bug prallte. Das Holz knarzte unter der Belastung, schien jedoch gut standzuhalten und das obwohl es mittlerweile schwarz und alt aussah. Deliah fühlte sich besser, war jedoch vollkommen orientierungslos. Angst hatte sie keine, deswegen verblieb sie im Bett und versuchte weiter Kräfte zu sammeln. Wieder schien ihr Geist vom Körper davon zu driften....Dunkelheit. Das Kopfsteinplaster war nass, glitschig und vor allem kalt. Die Nässe hatte sich durch ihre Kleidung den Weg zu ihrem Körper gebahnt. Sie zitterte. Von innen schien sie zu verbrenner von außen zu erfrieren. Hier konnte sie nicht bleiben. Hastig wandte sie ihren Kopf in verschiedene Richtung und zog sich an einem übel riechendem und moddrigen Wasserfass hoch. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr und stechende Schmerzen durchlöcherten ihren Kopf. Langsam tastete sie sich an einer kalten Steinwand weiter in eine Richtung. Sie hörte das Rauschen des Meeres und schreie von Männern hinter ihr. Wieder wurde es dunkel. Ein Teller mit etwas Obst und einem Laib Brot stand auf dem Schreibtisch in der Kajütte. Deliah stiegt vorsichtig auf. Sie war noch etwas wackelig auf den Beinen und stützte sich an verschiedenen Gegenständen bis sie zum Tisch gelangte. Etwas zögerlich nahm sie etwas von dem Obst und auch dem Brot. Sie roch daran und es roch wie es riechen sollte. Langsam biss sie in kleinen Stücken etwas vom Brot und es schmeckte auch normal. Nun fing sie gierig an das Essen hinunter zu schlingen. Ihr Körper schrie förmlich nach Nahrung und Kraft. Nachdem sie einige Zitrusfrüchte und den Laib Brot verschlungen hatte wankte sie wieder zurück zum Bett. Dort lies sie sich nieder und zum ersten mal drifftete sie mit dem Anflug eines Lächelns wieder zurück in die Dunkelheit. Es hatte keinen anderen Ausweg gegeben. An eine Hauswand gelehnt betrachtete sie das Werk zu dem sie gezwungen worden war. Leblose männliche Körper lagen um sie herum verteilt. Die Augen weit aufgerissen, das Entsetzen in ihr Gesicht geschrieben für die Ewigkeit. Die Farbe der Männer war bereits gewichen und der Regen prasselte auf sie herab. Deliah schien noch schwächer als zuvor und schleppte sich weiter an der Mauer entlang Richtung Meeresrauschen. Nach einiger Zeit war es ruhig geworden und nur noch das Rauschen war zu hören gewesen. Hatten sie aufgegeben? Das glaubte sie nicht. Vorsichtig tastete sie sich an der Mauer entlang und spähte auf die freie Fläche vor den Docks. Es lag dort nur ein Schiff, welches wohl gerade zu ende belanden worden war. Mit einem Ruck löste sie die stützende Bindung zu der Mauer und schleppte sich auf die Planken, die zum Schiff herauf führten. Die Dunkelheit verhalf ihr dabei unentdeckt zu bleiben. Schutz suchend schaute sie sich um und schaffte es nurnoch zwischen einige Fässer und Kisten bevor die Dunkelheit wieder von ihrem Geist besitz ergriff. Das Meer war ruhiger geworden, so wie auch Deliah langsam ihre Ruhe wieder gefunden hatte. Sie stieg etwas zögerlich aus dem Bett in der Kajütte. Dieses fiel ihr jetzt wesentlich leichte, da das Schiff nicht mehr so zu schwanken schien. Sie fand einige alte zersauste Kleider über einen Stuhl gelegt. Nackt war sie jedoch nicht, ihr Unterkleid hatte man ihr gelassen. Hastig zog sie das alte Kleid über. Einige Schuhe standen dort auch, sie pasten zwar nicht ganz und waren etwas zu groß doch besser als nichts. Etwas zögerlich trat sie an die Tür und legte ein Ohr an diese. Sie lauschte aufmerksam, doch hören konnte sie nichts außer Möwen. Möwen? Waren sie an Festland angelangt? Wie lange hatte sie wohl geschlafen. Langsam öffnete sie die Tür und stecke ihren Kopf nach draußen. Niemand war zu sehen. Langsam schritt sie voran durch einen kleinen Korridor der zum Deck führte. Scheinbar hatte sie in der Kapitäns Kajütte gelegen. Mit Schifffahrt kannte sie sich nicht aus und auch nicht mit Schiffen, doch schien ihr das die einzig mögliche Erklärung zu sein. An Deck angekommen reckte sie den Kopf aus dem Korridor. Auch hier war niemand zu sehen. Der Wind griff nach ihrem Haar und wehte es herum. Mit vorsichtigen Schritten und wachsam Schritt sie zur Planke. Scheinbar war die Mannschaft des Schiffes bereit im Ort in der nächsten Taverne. Ihre Schritte wurden schneller und sie verließ das Schiff. An dem Kleid war ein Beutel, welchen sie erst durch die schnellen Bewegungen bemerkte. In ihm befand sich einiges an Gold. Bei dem Anblick des Goldes machte sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht breit und sie suchte eine Unterkunft in der Stadt in der sie nun gelandet war. Leute fragte sie keine und so kam sie irgendwann im Zentrum der Stadt an und fand sich an einem Brunnen wieder. Vor ihr schien ein Gasthaus zu sein. Eiligen Schrittes betrat sie es und mietete sich einen kleinen Raum. Zwar hatte sie die ganze Reise über geschlafen, dennoch zog es sie direkt in das Bett, in welches sie sich fallen lies. Sie war in Sicherheit, zumindest schien es ihr so. Glücklich sank sie in den Schlaf, wo der Träume der Dunkelheit sie wieder plagen sollten. Sie schlug auf dem Boden auf. Nicht aus großer Höhe aber ungebremst. Der Aufprall bescherrte ihr ein Dröhnen im Kopf. Schnelle und hastige Schritte waren zu hören. Auch Geschrei von allen Seiten fand den Weg in ihre Ohren. Furcht kroch in ihr hoch und ihre Hand glitt zu einem komischen Stein, welcher an einem Band um ihren Hals hing. Diesen hielt sie Fest in der Hand und versuchte klar im Kopf zu werden, doch die Schmerzen machten dieses fast unmöglich. Schemenhafte Gestalten liefen auf sie zu. Verschwommene und gruselige Gestalten, deren Hände nun bedrohlich wie Schlangen auf sie zuschnellten. Sie drückte den Stein um ihren Hals fest und es schien als würde jemand sie durch den Boden in das Nichts ziehen. Die Schemen waren verschwunden und sie fand sich in einer Gasse auf dem Kopfsteinpflaster wieder. In letzter Sekunde war ihr die Flucht geglückt. Sie trug diesen Portalstein immer bei sich für eine solche Situation. Gut versteckt vor dem Auge der Unwissenden. Scheinbar waren diese aber nicht mehr die Unwissenden, welche sie kannte. Sie wusste sie hatte etwas Zeit gewonnen und diese würde sie nutzen um sich etwas zu sammeln und wieder zu Kräften zu kommen. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre Mitte, was durch die Schmerzen mehr als beschwerlich war. Wieder legte sich ein Schleier der Dunkelheit über sie. ....wird fortgesetzt... |
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