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Reisender
Registriert seit: 24 Nov 2016
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Simia Eriu, im Jahr 1101 in Isa'ar als zweite Tochter geboren.
Ihre Mutter Neneya war in den Jahren ihrer Kindheit ihr großes Vorbild gewesen. Sie schien Simia immer absolut perfekt. Sie wusste genau, wann sie ihre Tochter in den Arm nehmen musste, wann sie sie zu tadeln hatte und wann sie sie einfach ziehen lassen musste. Sie war Simia eine grandiose Mutter gewesen. Eine Frau, an der sich Simia oft orientierte, sich mit zunehmenden Alter sogar ein wenig verglich. Und sehr schnell zu der Erkenntnis kam, dass sie niemals wie Neneya sein würde. Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester Ohsha. Ohsha war fast einhundert Jahre älter als Simia. In Simias Erinnerungen spielte sie aber keine große Rolle in ihrer Kindheit. Das mochte daran liegen, dass Ohsha bereits zum Zeitpunkt Simias Geburt eine Schule besuchte, die kaum Freizeit erlaubte. So hatten die beiden Elfenmädchen, die sich so ähnlich sahen – im Geiste aber so verschieden waren, kaum ein liebevoll schwesterliches Verhältnis – was Simia aber nie störte – denn sie kannte es ja nicht anders. Dann gab es natürlich noch Elmaro, ihren Vater. Auch er begleitete Simias Kindheit sehr liebevoll. Ein wenig distanzierter als die liebevoller Fürsorge, die ihre Mutter ihr schenkte, aber auch er zeigte Simia oftmals seine Liebe. Doch versuchte er Simia oftmals mehr zu führen und zu leiten, als ihre Mutter es getan hatte. Er wollte nicht, dass Simis „aneckte“ – denn er wusste, dass dieses Anecken dem Geist nicht immer gut tat. Seine Mutter war damals oftmals angeeckt. Sie hinterfragte Dinge, die wissenschaftlich bewiesen war – sagte Dinge, die andere nur dachten… Damit eckte man an! Das war kräftezehrend und peinigte den Geist… Vor allem solch einem reinen Mädchengeist, wie der, der in Simias jugendlichen Körper steckte. Aber Simia eckte an… immer und immer wieder. Sie benahm sich oftmals nicht so, wie die anderen Elfenmädchen. Sie hinterfragte – folgende Antwort hinterfragte sie wieder – sie stellte in Frage und versuchte Antworten mit irgendwelchen Theorien nichtig zu reden. „Aufmüpfig!“ hatte sie mal ein alter Elf geschimpft. Natürlich hatte er es nicht wirklich böse gemeint…er war vielleicht einfach ein wenig genervt von ihr. Aber das war das erste Mal, dass Simia wirklich aneckte und das auch gesagt bekam. Simia fühlte sich, als ihre Weiblichkeit dann ausgewachsen war, nicht mehr wohl in Kleidern – oder sonst irgendwelcher Frauenkleidung. Etwas, dass vor allem ihren Vater viele Nerven kostete. Eine Hochelfin, die keine Kleider trug?! Eine Hochelfe, die sich gern ins Moos legte und der Baumkrone zusah, wie die Blätter im Wind tanzten?... Eine Hochelfe, die stundenlang vor einem Fuchsbau hockte um einen Blick auf die roten Fuchsbabys zu erhaschen? Eine Hochelfe, die während des Schulunterrichtes mit den Gedanken absolut abschwiff – aus dem Fenster sah und sich daran erfreute, wie das Licht im Fluss funkelte… Sie war so ganz anders als … alle Mädchen in ihrem Alter. Was auch zur Folge hatte, dass sie keine Freundinnen innerhalb der Stadt hatte. Simia war einfach nicht in der Lage sich irgendwo niederzusetzen und zu … reden. Wenn das, was sie Mädchen da sprachen, wenigstens spannend gewesen wäre… ! Aber sie sprachen über irgendwelche magischen Theorien, über heilende Elixiere, über Hochelfenjungs, über Stickereien auf irgendwelchen Kleidern… Themen, die Simia einfach nicht ernst nehmen konnte… so sehr sie es auch versuchte. All das machte sie – ohne es böse zu meinen – zur Außenseiterin ihres Volkes. Es kam immer öfter vor, dass die junge Hochelfe durch die Wälder strich – die Natur genoss und für sich war… Doch eigentlich war die junge Hochelfe nicht für sich – keine Minute war sie allein – denn sie wurde beobachtet. Es vergingen drei Wochen bis sie sich zeigte. Lashra, eine Waldelfin hatte diese drei Wochen dazu genutzt, Simia zu beobachten – kennen zu lernen. Und ihr gefiel, was sie da sah. Eine Hochelfe, die fast wie eine Waldelfin wirkte… Ihre erste Begegnung war intensiv. Beide Elfenfrauen standen sich lange gegenüber und alle beide spürten diese intensive und unbändige Neugierde aufeinander. Die Melodien der beiden Elfinnen, die ja eigentlich gar nicht eine Rasse waren – klang schon sehr bald sehr harmonisch. Dieses „erste Treffen“ dauerte 3 Tage und Nächte an. Sie sprachen, sie wanderten, sie ruhten, sie aßen und sie lernten sich so kennen. Simia fühlte sich verstandener denn je – auf der anderen Seite war Lashra so unendlich anders als sie selbst! Simia war davon beeindruckt, wie sehr sie… zum Wald gehörte. Sie bewegte sich lautlos, sie wusste es im richtigen Moment zu schweigen, manches Mal hatte Simia gar das Gefühl, Lashra würde im Wald verschwinden, obwohl sie doch direkt vor ihr stand. Nach einigen Wochen nahm Lashra Simia mit in ihre Sala. Dort lebten gut 15 Waldelfen – jeden Alters. Lashra selbst war wohl die jüngste mit ihren gut 180 Jahren. Im ersten Moment schüchterten sie all die Waldelfen ein. Denn sie beäugten sie ganz offensichtlich von oben bis unten. Sie kamen Simia sehr nahe, fassten sie an – ein Waldelf roch sogar an ihr. All das natürlich nicht bedrohlich! Aber es war weitaus intimer – als das, was Simia unter ihresgleichen kannte. Hochelfen stehen voreinander, grüßen sich höflich, geben sich vielleicht die Hand und lauschen der Melodie des Anderen… körperlicher Kontakt und solch Nähe kam äußerst selten vor… zumindest beim ersten Kennenlernen! So kam es, dass Simia immer mehr Zeit bei ihren grünen Geschwistern verbrachte. Etwas, dass sie ihren Eltern in den ersten Monaten verschwieg. Nicht, weil sie eine Strafe oder derlei fürchtete… sondern einfach, weil es nicht „normal“ war – und sie ihrem Vater nicht wieder beichten wollte, dass sie dabei war anzuecken…. Doch auch in der Sala – unter den Waldelfen eckte Simia an. Natürlich tat sie das! Denn sie war ja keine Waldelfe… Doch je öffter Simia da war, je mehr sie sich den Waldelfen öffnete… je tiefer die Waldelfen ihr ins Herz schauen konnte, umso „normaler“ behandelten sie Simia auch – für ihre Verhältnisse. Sie begannen zum Beispiel sich auszuziehen – obwohl Simia anwesend war. Natürlich wand Simia immer wieder den Blick ab und natürlich sprudelte alles in ihr peinlich berührt auf – aber das störte die anderen nicht unbedingt … oder ihnen war es egal? Wenn Simia so oft in ihrer Sala war – sollte sie halt auch das Salaleben mitbekommen… und keiner wollte sich ihr gegenüber mehr verstellen. Simia fiel es immer schwerer zwischen beiden Welten zu wählen… es vergingen gut 30 Jahre in denen Simia das Hochelfenleben Daheim lebte – und in das Leben der Waldelfen schnupperte, wenn sie in der Sala war. Es gab eine Zeit, in der versuchte die junge Hochelfe sich sogar ein wenig in die Sala einzufügen… etwas, dass Zhahara, einer der Ältesten, aber unterband. Er nahm das Gesicht der jungen Hochelfe in seine Hände, sah ihr mit Kraft in die Augen und sprach leise, dass sie das sein lassen solle – sie ist wer sie ist und sie soll niemals versuchen sich anzupassen – niemals versuchen wer anderes zu sein. Die Geister der Welt wüssten, warum Simia war wie sie war – und es war gut so! Niemand sollte dies ändern wollen – denn es war richtig so. Es gab damals kein wirkliches Ereignis, dass Simia zu ihrem Aufbruch zwang. Es gab keinen Krieg, es gab keinen Verlust, es gab keine Versprechung und auch keine Hoffnung – es war eher eine Eingebung. Eine Eingebung, die Simia dazu brachte, ihre Sachen zu packen, ein Schiff zu besteigen und zu reisen. Eine Reise, die nun schon gut 20 Jahre andauerte. Es gab viele Zwischenstopps. Diese waren nie wirklich lange. Sie war im kalten Norden und im heißen Süden… im feuchten Osten der Welt und fühlte sich nie… angekommen. Es gab eine Zeit, in der sie gar eine Menschenfrau in ihr Herz ließ – etwas, dass Simia sehr prägte! Menschen wurden in ihren Lehren immer als… ewiges Kind betitelt. Als ein Wesen, dass unausgereift ist – unberechenbar und oft unüberlegt handelt. Etwas, dass nicht undebingt das Interesse weckt „Freundschaften“ zu schließen. Aber das war möglich! Das wusste Simia nun… denn Walda, war wirklich eine Freundin geworden… Simia fand das Leben der Menschen eher tragisch – und war zutiefst betrübt, als Walda schon mit 68 Jahren starb. Viel zu früh! Sie hatte noch viel zu wenig gesehen… erlebt! Wie sollten die Menschen denn auch anders sein… wenn sie von Lebensperiode zu Lebensperiode weniger als 100 Jahre Zeit hatten?! 100 Jahre! Das war nichts!!! Elfen waren mit 100 Jahren noch Kinder…! Doch wusste Simia es nun besser – und war dankbar, Walda eine Zeit lang begleitet haben zu dürfen… denn sie war mit das wunderbarste Wesen gewesen, dass Simia je erleben durfte… ! Irgendwo hatte sie von Cerinor gehört. Eine prächtige Stadt von und für Hochelfen gebaut… warum also nicht?! Simia machte sich auf den Weg und erreichte Cerinor auch… sie wurde sehr nett empfangen, lernte hier und da auch oberflächlich kennen und gab sich alle Mühe, nicht anzuecken… was sie auch nicht tat! Denn sie hielt sich zurück – aber wollte sie hier bleiben?!? Es dauerte gar nicht lange, da fiel sie in alte Raster zurück. Sie erkundigte sich nach der hiesigen Sala und wurde wahrlich nicht enttäuscht. Es gab eine Sala! Es gab Waldelfen – gar nicht weit weg… und sie lernte dort unter anderem Liandrel kennen. Und sie fühlte sich wohl! Viel wohler als auf Cerinor wo sie zwar jeder grüßte… ihr nett zugenickt wurde… aber niemand sich wirklich für sie interessierte. In der Sala war es irgendwie anders – und das kannte Simia ja schon aus der Sala in ihrer Heimat… es war ungezwungener und… seltsamerweise weltoffener. Simia kann sich Waldelfen besser öffnen, als Hochelfen… was nur so war, weil die Hochelfen sie einfach öffter von oben herab gemustert haben… sich über ihr Verhalten gewundert haben… Waldelfen hingegen haben einfach oft amüsiert gekichert, wenn Simia „aneckte“ war ja aber natürlich war – war sie ja eine Hochelfe!... Also nichts, worüber die Waldelfen sich wunderten. In der hiesigen Sala hatte Simia neben Liandrel Annwyn kennen gelernt. Ein Waldelf, der sie wiederum überraschte. Sie überraschte es zum Beispiel, dass er ihr den Vortritt ließ. Eine fast erzogene Geste – das kannte sie nicht. Umso mehr freute sie es! – denn alle waren wie sie waren… jeder ist wie er ist – und wenn es dem Gegenüber nicht passt, ist es doch sein Problem? Simia hatte sich jedenfalls fest vorgenommen – sich nicht in eine Schublade drücken zu lassen… und sie hoffte sehr, dass sie irgendwann erfuhr warum es so war – warum sie sich zu jeder Welt so hingezogen aber nicht heimisch fühlte… Es hatte sicherlich seinen Grund…irgendwo – irgendwann. |
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