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Reisender
Registriert seit: 30 Jul 2006
Beiträge: 352
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*Lange Zeit saß Rhodena am Schreibtisch ihres Zimmers und dachte nach. Tränen standen ihr in den Augen, welche auf das leere Blatt vor ihr starrten. Langsam und mit zittriger Hand beginnt ihre Hand zu schreiben*
Liebste Karo, eineinhalb Monde bin ich zu spät. Zu spät, um dich zu sehen. Wie gerne hätte ich dich noch einmal umarmt. Dir einen Kuss auf die Stirn gegeben. Deinen lieblichen Duft gerochen, welcher viele Jahre meines Lebens meinen Alltag begleitete. Nun bist Du fort... bei so vielen anderen Seelen. Oh Karo, du hast mir immer sehr gefehlt, dort wo ich war. Du, meine Seelenfreundin, meine Schwester, meine Retterin. Du warst es, die mich damals aufgefangen hat. Damals, als ich auf diese Insel kam. Damals, als Menschen kamen und gingen - du warst da. Du gabst mir die Liebe, die ich nur von Tieren kannte. Ich danke dir von Herzen dafür. Auch als wir uns kaum noch schrieben, hattest Du in meinem Herzen immer einen festen Platz. Und solltest Du mich in meinen Träumen besuchen, werde ich dich immer willkommen heißen. In welcher Gestalt auch immer deine Seele auch annehmen wird. Liebste Karo, ich danke dir für jede Sekunde, die du mit mir gelacht hast. Für jede Sekunde, die du da warst - in guten und auch in schlechten Zeiten. Ich danke dir für jeden Schabernack, den wir getrieben haben. Und für jede Erinnerung, die bleibt. Deinen Platz hat niemand eingenommen, sollst Du wissen. Seit ich die Nachricht vernommen habe, dass Du nun auf der anderen Seite bist, frage ich mich, wie es dir wohl ergangen ist... und wie es dir jetzt geht. Oh Karo... ich sehne mich nach dir und deinem Lächeln. Und die Vorstellung, dass ich umsonst hierhin kam, zerreißt mein Herz. Es bleibt mir nichts als die Hoffnung, dass ich dir eines Tages folge. Dorthin, wo du nun bist. Und dass wir uns wiedersehen. Wo auch immer du jetzt bist... ich sende Dir meine aufrichtige Liebe und bete, dass Du sie empfangen wirst. Mögest Du auf ewig glücklich sein. Auf dass wir uns eines Tages wiedersehen. Von Herzen, Deine Dena *Immer und immer wieder las sie den Brief durch. Bis ihre Augen vor lauter Tränen nichts mehr erkennen konnten. Mit der Hand wischte sie ihre Augen trocken und hielt den Brief über die Flammen ihrer Kerze, die ihr Licht spendete. Langsam fraß sich das Feuer durch die gerade getrocknete Tinte und schickte ihre Worte auf die Reise... ins Reich der Toten* |
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