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Alt 13.11.2001, 14:34
Das Lied des Waldes ist verstummt
#1
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*an dem Ort, wo sich Aigyan und Agaron zum ersten male getroffen haben, tief im Wald, an einem Ort den die lairfeya Andiril nennen, liegt ein an Agaron gerichteter Brief*

Feya Agaron, der Wald trägt mir seit einigen Tagen Dein Lied zu. Ich kann es nur schwach wahrnehmen, doch fühle ich die Trauer, die darin mitschwingt. Es berührt mich sehr, Deinen Schmerz zu fühlen, doch bin ich -mit meinem Bruder Val Feysala - gerade vor dieser Art des Schmerzes geflüchtet, der sich in mir ausgebreitet hatte, bevor er sich in Wut verwandeln konnte.

Vor einigen Monden begannen sich die Verhältnisse auf dieser Welt zu ändern. Val erzählte mir er sah Schiffe, die voll waren mit neuen Tala`a, die alsbald über das Land strömten. Vorsichtig, aber neugierig, wie Val ist, beobachtete er viele der Neuen und versuchte auch mit einigen Kontakt aufzunehmen, um ihre Absichten zu ergründen und sie besser kennenzulernen... Die Geschichten, die mir Val davon erzählte erfüllen mich, in diesem Moment, wo ich die wenigen Zeilen schreibe, immer noch mit Trauer. Er berichtete von Leuten, die völlig unverständig um die Sitten dieses Landes und auch die Sitten der Tala`a waren, sofern Val das beurteilen konnte. Auch schienen sie sich auch keinerlei Mühe geben, das verändern zu wollen. Untereinander, aber auch zu Val sprachen sie in einer Sprache, die ihm beinahe völlig unverständlich war. In kurzen, abgehackten Worten,
meist dabei schwer arbeitend, rasend schnell ihre Werkzeuge schwingend, auch ohne nur ein einziges mal dabei zu ermüden, warfen sie ihm Ihre Anliegen vor. Meist handelte es sich darum, was denn der schnellste Weg wäre, das zu erlangen, worauf sie am meisten Wert legten: Materieller Reichtum. Ihre geistige Armut hingegen, spiegelte sich vor allem darin, daß sie sich andauernd Zahlen an den Kopf warfen, um sich anscheinend zu zeigen, wie stark oder geübt sie in den einzelnen Disziplinen sind, die sie so meisterlich beherrschen. Darüber haben Val und ich lange debattiert, sind uns aber immer noch nicht sicher, wie sie es schaffen, ihr Wissen, ihr Können, ihre "Weisheit" in Zahlen auszudrücken.
Aber es kümmert uns nun nicht mehr. Wir haben uns entschlossen, den Veränderungen dieser Welt, die plötzlich so klein geworden ist, wie die Geister, die sie großteils bewohnen, den Rücken zu kehren.
Beide fürchteten wir uns vor dem Haß, der in uns aufzukeimen drohte, weil jetzt plötzlich für uns, die wir schon lange vor den Tala`a hier waren kein Platz mehr zu sein scheint.
Eorla! So wandern wir.

Feya Agaron, ich wünsche Dir viel Kraft, Ausdauer und Weisheit bei Deinen Entscheidungen, vor allem auch weil ich hörte, daß unsere Schwester Yath`lei
sich aufmachte, Ihre eigene Wahrheit zu suchen.

Deine Freunde

Aigyan und Val Feysala
 
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