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Reisender
Registriert seit: 21 Jun 2006
Beiträge: 18
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Es ist der 10 im Ador, des Jahres 1289
Niemand kann auch nur erahnen welch ein Gefühlschaos in mir herrscht, welch dunkle Gedanken mich des Nachts im Schlaf heimsuchen und immer wieder erscheinen die selben Bilder vor meinen Augen, fühle ich das selbe. Eine Symbiose aus nackter Angst und einem Empfinden das ich nicht beschreiben kann, nicht beschreiben möchte. Was der vorletzten Nacht vorgefallen, nein, über mich hergefallen ist, ich vermag es nicht zu deuten ob nun Traum oder der Wirklichkeit zuzuschreiben. Alles versinkt im Chaos, taucht auf und verschwindet dann wieder um ein weiteres mal zurück zu kehren und in mir fühle ich eine Leere welche zuvor von Unbeschwertheit und kindlicher Naivität ausgefüllt wurde. Plötzlich spüre ich wie der Sand der Zeit mir aus den Händen rinnt und ich vergeblich versuche ihn zu halten. Plötzlich weiß ich wie schnell ein Leben versiegt sein mag und trage eine Angst in der Seele welche ich noch vor drei Tagen nicht zu kennen glaubte. Wieso musste mein Körper mich ins Bewusstsein zurückrufen als jene Dunkelheit hinter mir stand, seine Hände auf meinen bloßen Schultern ruhend, seine Lippen die Haut meines Halses berührend. Weshalb konnte ich nicht verloren bleiben in der geistigen Umnachtung der Ohnmacht welche sich auf mich gelegt hatte als er mir die Luft zum atmen raubte. Alle stellen Fragen, wollen immer das Selbe wissen um dann doch ihre eigene Wahrheit zu glauben. Wieso lassen sie es mich erzählen wo ich es doch lieber schweigend hingenommen hätte, weshalb stellen sie Theorien auf und Vermutungen, wo ich doch sah und spürte und lieber geschwiegen hätte. Ich versuche zu lächeln, ich versuche zu sein was ich war bevor diese Nacht hereinbrach, zu meist gelingt es mir und niemand stellt weitere Fragen, man lässt mich in ruhe. Möge ich auch für jene Hilfe dankbar sein, so wollte ich sie nie haben. Viele Dinge geschehen um die Menschen keinen Rat wissen, manche geraten in Vergessenheit andere hinterlassen eine Narbe in der Seele und im Verstand. Shaila ist die einzige welche mir Glauben schenkt ohne die ganze Geschichte zu kennen, die einzige zwischen jener ich ein Band knüpfen konnte, die einzige welcher ich mein Vertrauen schenkte als ich den Boden dieses Landes betrat und meine Heimat - Vergangenes Leben - hinter mir lies. Meine eigene Neugier ist schuld daran das jene Erinnerungen nun in meinem Herzen schlagen. Aber diese Frau.. sie blutete doch, wie hätte ich da fern bleiben können, so ich auch nichts auszurichten vermochte. Der Glaube an den Traum ist erstorben, die Wirklichkeit hat sich dieser Erinnerung angenommen, welche mich jede Nacht aufs neue erzittern lässt und mir die Luft zum Atmen raubt. Man sagt, Narren seien weise. Doch der Narr sagte, weise sei er nicht, lediglich weit umhergekommen. Weshalb ich ihm die Geschichte des jungen Mädchens erzählte, welcher jenes, mein Geschick, widerfahren, kann ich nicht sagen. Vielleicht leuchteten die Sterne zu hell, vielleicht war die Welt zu dunkel. Vielleicht wollte ich einem Fremden, einem Barden, mehr trauen als mir selbst. Mehr ist es geworden das ich an Wissen darum gewonnen, Wissen das ich nutzen werde, um mich selbst wieder zu finden. Um mir und niemand anderem zu beweisen das ich nicht geschlafen, nicht geträumt habe. Das es kein Gift war welches man meiner Seele einflößte. Noch einmal, was versuche ich mir zu beweisen? Es ist lächerlich, jene Kreaturen, nur bei Nacht sollen sie erwachen, nur bei Nacht sollen sie aus ihren Särgen steigen. Tod sollen sie seien sagt er und doch lebendig. Jemanden finden soll ich, welcher nur des Nachts umherwandelt, nur in der Dunkelheit zuhause ist und doch als Mensch angesehen wird. Eine Ausrede, eine simple Erfindung benutze ich, die erste Lüge in meinem Leben um an Wissen zu kommen. Einen Namen bekam ich langem hin und her zur Antwort und ein Haus fand ich auf welchem jener geschrieben. Ein Maler ein Künstler, woher kann ich mir sicher sein? Die Fenster durch dicke Vorhänge verhangen, kein Tageslicht hineinlassend? Weshalb spüre ich dieses eigenartige Gefühl welches mich zwingt immer weiter zu atmen immer weiter zu suchen, nur um sein Gesicht zu sehen? Nur um zu sehen was sich hinter der Maske aus bloßer Schwärze verbirgt? Werde ich einen Schritt zu viel und in falsche Richtung tun, werde ich sterben? War es mehr als nur mein Blut das er ohne es zu wissen gestohlen hat und das ich zurück verlange? Mein Blut, ja.. verliere zu viel und alles um dich wird schwer und Nacht schleicht sich in den Geist, Erinnerungen werden vergessen, verlieren sich in der Nichtigkeit des Daseins und rinnen wie der Sand aus meinen Händen. Weshalb nicht auch jene… Sie lies die Feder sinken, wand den trüben Blick gen des geöffneten Fensters, dem blutenden Abendrot entgegen und lies sich von der Hand des Windes sanft durchs silberschimmernde Haar streichen, die Augen schließend, alles würde irgendwann Enden, nichts hielt für die Ewigkeit. „Schönheit ist ein Fluch“ leise flüsternd, nicht lauter als das Fallen der stummen Träne welche auf ihr seidenes Nachtgewand glitt. |
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