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Alt 22.06.2006, 19:06
Aimina´s Tagebuch
#1
Aimina Shinra
Reisender
 
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Es ist der 10 im Ador, des Jahres 1289

Niemand kann auch nur erahnen welch ein Gefühlschaos in mir herrscht, welch dunkle Gedanken mich des Nachts im Schlaf heimsuchen und immer wieder erscheinen die selben Bilder vor meinen Augen, fühle ich das selbe. Eine Symbiose aus nackter Angst und einem Empfinden das ich nicht beschreiben kann, nicht beschreiben möchte. Was der vorletzten Nacht vorgefallen, nein, über mich hergefallen ist, ich vermag es nicht zu deuten ob nun Traum oder der Wirklichkeit zuzuschreiben.

Alles versinkt im Chaos, taucht auf und verschwindet dann wieder um ein weiteres mal zurück zu kehren und in mir fühle ich eine Leere welche zuvor von Unbeschwertheit und kindlicher Naivität ausgefüllt wurde. Plötzlich spüre ich wie der Sand der Zeit mir aus den Händen rinnt und ich vergeblich versuche ihn zu halten. Plötzlich weiß ich wie schnell ein Leben versiegt sein mag und trage eine Angst in der Seele welche ich noch vor drei Tagen nicht zu kennen glaubte. Wieso musste mein Körper mich ins Bewusstsein zurückrufen als jene Dunkelheit hinter mir stand, seine Hände auf meinen bloßen Schultern ruhend, seine Lippen die Haut meines Halses berührend. Weshalb konnte ich nicht verloren bleiben in der geistigen Umnachtung der Ohnmacht welche sich auf mich gelegt hatte als er mir die Luft zum atmen raubte.

Alle stellen Fragen, wollen immer das Selbe wissen um dann doch ihre eigene Wahrheit zu glauben. Wieso lassen sie es mich erzählen wo ich es doch lieber schweigend hingenommen hätte, weshalb stellen sie Theorien auf und Vermutungen, wo ich doch sah und spürte und lieber geschwiegen hätte. Ich versuche zu lächeln, ich versuche zu sein was ich war bevor diese Nacht hereinbrach, zu meist gelingt es mir und niemand stellt weitere Fragen, man lässt mich in ruhe. Möge ich auch für jene Hilfe dankbar sein, so wollte ich sie nie haben. Viele Dinge geschehen um die Menschen keinen Rat wissen, manche geraten in Vergessenheit andere hinterlassen eine Narbe in der Seele und im Verstand.

Shaila ist die einzige welche mir Glauben schenkt ohne die ganze Geschichte zu kennen, die einzige zwischen jener ich ein Band knüpfen konnte, die einzige welcher ich mein Vertrauen schenkte als ich den Boden dieses Landes betrat und meine Heimat - Vergangenes Leben - hinter mir lies. Meine eigene Neugier ist schuld daran das jene Erinnerungen nun in meinem Herzen schlagen. Aber diese Frau.. sie blutete doch, wie hätte ich da fern bleiben können, so ich auch nichts auszurichten vermochte. Der Glaube an den Traum ist erstorben, die Wirklichkeit hat sich dieser Erinnerung angenommen, welche mich jede Nacht aufs neue erzittern lässt und mir die Luft zum Atmen raubt.

Man sagt, Narren seien weise. Doch der Narr sagte, weise sei er nicht, lediglich weit umhergekommen. Weshalb ich ihm die Geschichte des jungen Mädchens erzählte, welcher jenes, mein Geschick, widerfahren, kann ich nicht sagen. Vielleicht leuchteten die Sterne zu hell, vielleicht war die Welt zu dunkel. Vielleicht wollte ich einem Fremden, einem Barden, mehr trauen als mir selbst. Mehr ist es geworden das ich an Wissen darum gewonnen, Wissen das ich nutzen werde, um mich selbst wieder zu finden. Um mir und niemand anderem zu beweisen das ich nicht geschlafen, nicht geträumt habe. Das es kein Gift war welches man meiner Seele einflößte.

Noch einmal, was versuche ich mir zu beweisen? Es ist lächerlich, jene Kreaturen, nur bei Nacht sollen sie erwachen, nur bei Nacht sollen sie aus ihren Särgen steigen. Tod sollen sie seien sagt er und doch lebendig. Jemanden finden soll ich, welcher nur des Nachts umherwandelt, nur in der Dunkelheit zuhause ist und doch als Mensch angesehen wird. Eine Ausrede, eine simple Erfindung benutze ich, die erste Lüge in meinem Leben um an Wissen zu kommen. Einen Namen bekam ich langem hin und her zur Antwort und ein Haus fand ich auf welchem jener geschrieben. Ein Maler ein Künstler, woher kann ich mir sicher sein? Die Fenster durch dicke Vorhänge verhangen, kein Tageslicht hineinlassend?

Weshalb spüre ich dieses eigenartige Gefühl welches mich zwingt immer weiter zu atmen immer weiter zu suchen, nur um sein Gesicht zu sehen? Nur um zu sehen was sich hinter der Maske aus bloßer Schwärze verbirgt? Werde ich einen Schritt zu viel und in falsche Richtung tun, werde ich sterben? War es mehr als nur mein Blut das er ohne es zu wissen gestohlen hat und das ich zurück verlange? Mein Blut, ja.. verliere zu viel und alles um dich wird schwer und Nacht schleicht sich in den Geist, Erinnerungen werden vergessen, verlieren sich in der Nichtigkeit des Daseins und rinnen wie der Sand aus meinen Händen. Weshalb nicht auch jene…

Sie lies die Feder sinken, wand den trüben Blick gen des geöffneten Fensters, dem blutenden Abendrot entgegen und lies sich von der Hand des Windes sanft durchs silberschimmernde Haar streichen, die Augen schließend, alles würde irgendwann Enden, nichts hielt für die Ewigkeit. „Schönheit ist ein Fluch“ leise flüsternd, nicht lauter als das Fallen der stummen Träne welche auf ihr seidenes Nachtgewand glitt.
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Alt 22.06.2006, 19:09
#2
Aimina Shinra
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Es ist der 12 im Ador, des Jahres 1289

Stille, unsagbare Stille hat sich in meine Seele geschlichen. Ganz langsam und ruhig lasse ich den Blick über den dunklen Asphalt, die leeren Straßen wandern. Jeder Schatten ein Versteck für eine Dunkelheit an welche niemand glaubt, welche niemand jemals gesehen zu haben denkt. Ich weiß es. Ein Splitter des Spiegels der gerade so viel sehen konnte das er glauben kann und nicht aufhören zu suchen. Ich bin verloren, verloren meiner eigenen Sehnsucht und Neugier ergeben.

Ich komme mir so klein vor, zu zerbrechlich in einer Welt welche aus Schattengestalten und untoten Kreaturen besteht. Wieso suche ich etwas gegen das ich nicht das geringste Ausrichten kann, gegen das ich nichts ausrichten möchte. Es ist ein Teil der Mysterien einer Welt welche sich selbst nicht begreifen kann. Einen Ort will ich finden, welchen niemals ein Lebender gesehen, betreten hat. Eine Gestalt erahnen welche es nicht gibt, ein Gesicht will ich erblicken das keine Existenz hat.

Alles scheint so friedlich, des Nachts so anders und von unermesslicher Ruhe erfüllt. Die wirren Farben und Geräusche des Tages verklingen und mir scheint erst jetzt, Zeit für das Wesentliche ist geschaffen. Was werde ich tun sollte ich denn einst wieder vor ihm stehen? Werde ich seinen Namen nennen oder wird mir vor Angst kein Wort über die Lippen rinnen und ich abermals schweigend und ohne Macht etwas dagegen tun zu können mich seiner Gier hingeben?

Oh möge jener welcher mir den Namen nannte nur schweigen und ihm nicht erzählen das ich nach ihm gefragt. Und so es dennoch so ist, möge jener nach welchem ich suche, dies doch bloß als Nichtigkeit abtun. Egal was geschehen wird, wissen werde ich es nie ehe es nicht so weit ist. Wie grausam mir doch die Zeit des Wartens erscheint, des Wartens auf etwas das vielleicht nie eintreffen wird.

Werde ich mein Geheimnis preisgeben auf das er in die Hölle zurückgeschickt wird aus welcher er kommt? Verhext hat er mich, so dass ich nicht aufhören kann zu sehnen, wie naiv ich doch sein muss, mich einem Dämon in den Weg stellen zu wollen. Ich bin doch nicht anders, es gibt so viele junge Mädchen wie mich. Ist das eine Strafe für meine Neugier welche mich erst in all dies trieb…


Zum zweiten Mal nun schrieb sie diese Zeilen, hatte sie die anderen doch vor Wut vom Tisch gefegt und wieder lies sie die Feder sinken. Sah leeren Blicks auf das Stück Papier, welches vor ihr auf dem Tisch lag und wusste sich einfach nicht zu helfen. Legte es alsdann stumm in ihr Tagebuch um jenes behutsam zu verschließen und zurück zu legen.
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Alt 26.06.2006, 03:26
#3
Aimina Shinra
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Es ist der 20 im Ador, des Jahres 1289

Tränen überströmt lies sich Aimina auf dem Stuhl vor dem kleinen Schreibtisch nieder. Der zarte Körper bebte und ihr Herz schien schwerer noch als alle Last der Welt. Als wolle sie jenes Gefühl zerreissen, welches in ihrer Seele schlug, ihr die Luft zum Atmen raubend. Nur langsam und immer wieder bemüht darum die Feder ruhig zu halten, ab und an innehaltend setzte sie Ziffer für Ziffer auf das leere Blatt Papier.


Kann man in seinen Tränen ertrinken
Wie tief vermag man zu sinken
Wie viel Last vermag das Herz zu tragen
Ohne zu brechen, still und leise nein zu sagen?

Wie sicher darf man sein und behaupten nur geträumt zu haben? Darf man sich in seiner ganzen Verletzlichkeit zeigen bis selbst das „ich“ aufgibt und die Seele fällt, endlos fällt ins Nichts? Bis zu diesem unwirklichen Moment glaubte ich in meinem Glück, selbst der Himmel müsste weinen, die Welt im Stillstand verharren und sei´s nur für Sekunden. Stille Augenblicke unbeschreiblicher Schönheit, sah ich in ihr Gesicht, fühlte ich das schlagen ihres Herzens fühlte das lebende Pulsieren meiner Liebe zu ihr. So junges Herz, so schnell entzwei in der Wehmut süßem Schauer. Tausend Worte, könnt ich schreiben, schreiben auf ein Stück Papier und doch, sie würden schweigen, stumm und still gar jene wären. Und doch ich tu´s ich schreibe auf, schreibe nieder, Ziffer um Ziffer, Wort um Wort, Gedanke um Gedanke. Gedanken um Dich, Gedanken um jenen, welcher glaubt mir Liebe geben zu wollen, welcher Glauben trägt in seiner Liebe zu mir zu versinken. Kann er es mir nehmen, kann er mir stehlen was ich für dich fühle und es an sich reissen? Wird er den Weg finden, den dornenumrankten Weg zur Trauer meines Herzens welche er mir wie Gift einflösste. So zart so unschuldig und doch so voller Bitterkeit, getränkt durch schwarze Tränen von dem was er durch wahre Worte scheinbar verlor. Ich liebe dich und ich fürchte den Dieb welcher sich ganz zaghaft, unverfälschter Wahrheit in meine Seele in die Tiefe meines Herzens stielt um zu nehmen, um zu geben.

Eine Frau gehört an die Seite eines Mannes sagt man, doch das bist du nicht. Ein Mann sagt er wünschte Liebe würde mich an ihn binden, doch tut sie das? War es nicht Liebe welche mich vor Augenblicken nur an dich band, wie soll sie doppelt binden? Seine Worte brachten mir Kummer, schenkten mir Tränen deine Worte brachten mir Sehnsucht, schenkten mir Glück. Nun sind beide ein Bild der Trauer. Sag mir, verzweifeltes Licht der Hoffnung, welchen Schritt kann ich noch tun ohne eines beider Herzen zu brechen ohne mich zu verlieren, ohne mich in meiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen bis mein „ich“ aufgibt. Ohne behaupten zu müssen geträumt zu haben und trotzdem sicher zu sein. Ohne Wut und Missgunst auf mich zu lenken, den Zorn und die Trauer des Himmels, meiner Sehnsucht, zu beschwören. Schenken Dinge die mit Liebe behaftet sind, schöne Stunden und nehmen selbst die Trauer hin? Die Worte welche seine waren, sprachen von Liebe, ließen Trauer wachsen, die Worte welche deine waren, sprachen Liebe, ließen Liebe wachsen. Würde ich die Wahl treffen wie sollt ich wählen, sollt ich aus Zuneigung Liebe wachsen lassen oder lieber Liebe leben? Mich im Dunkeln halten, schweigen, träumen, stillstehn, genießen, atmen um des Lebens Willen um Deinetwillen? Muss ich jetzt zerbrechen um andere nicht brechen zu sehn…

Ab und an vielen stumme Tränen auf das nun gefüllte Blatt Papier, gefüllt mit der Trauer ihres Herzens. Sie war so jung, wie sollte sie entscheiden, was war richtig, was verkehrt? Sie lies die Feder sinken, während die vielen Fragen welche sich auftaten in ihren Gedanken immer neuen Kummer mit sich brachten, sie sehnte sich nach Halt, sehnte sich nach jenem mehr denn je. Wieso gab es niemanden der ihr sagte was sie zu tun hatte, was sie zu fühlen hatte, wie sie handeln sollte. Wieso lag die Entscheidung so dicht neben der Ratlosigkeit. Das Papier lies sie liegen, Shaila möge es finden so ihre Hoffnung, denn im Moment wünschte sie nichts mehr als das ihre Alpträume sie holen mögen. Mit jener Bitterkeit und Trauer, der Schwere ihres Herzens erhob sie sich, nahm sich einen der Umhänge und ging, ging wohin auch immer sie der Weg führen würde, vielleicht für eine kleine Weile, vielleicht für ein ganzes Leben.
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Geändert von Aimina Shinra (26.06.2006 um 03:55 Uhr).
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Alt 28.06.2006, 07:34
#4
Aimina Shinra
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Es ist der 24 im Ador, des Jahres 1289

Stunde um Stunde verrinnt, die Nacht schenkt den Tag, der Tag die Nacht. Alles ist in Bewegung, alles steht still und in manchem Augenblick scheint nichts der Wirklichkeit zugewandt. Dann sitze ich hier an den Klippen des Meeres, die Augen schließend, den wogenden Wellen lauschend und die Sehnsucht meines Herzens spürend. Alles um mich nimmt fremde Formen an und scheint doch so vertraut, als hätte es mich mein Leben lang begleitet. Vielleicht sprach meine Großmutter wahre Worte und alles ist in die Hände des Schicksals gelegt, alles ist gut so wie es ist, auch wenn es uns ab und an anders erscheinen möge. Dort wo ich Schatten sehe, sollte ich das Leben sehen, dort wo die Sorgen des anbrechendes Tages liegen, sollte Neugier und Freude verwahrt werden, Freude auf das Kommende, Freude auf das Sein, die Ungewissheit.


Noch vor ein paar Tagen trug ich die unterbewusste Gewissheit in mir, irgendwann einen Mann zu heiraten, ihm Kinder zu schenken, ein Heim zu pflegen. Die Würfel fielen anders. Eine Frau warb um mein Herz und hält es nun in Händen, Trauer so nahe eines Gefühls welches ich nicht beschreiben kann. Eines der wenigen Gefühle, welches einen zarten, unberührten Zauber in sich trägt und welchen man nicht brechen möchte, bedeutet er einem doch so viel wie sein Leben. Mein junges Leben ja… Wüsste meine Familie darum sie würden ihre Gesichter in Händen verbergen, aus Scham vor dieser „unnatürlichen“ Form von Liebe welche mich wie im Bann gefangen hält. Wie soll ich ihnen je wieder vor die Augen treten?

Auch eine andere Sache hat mich nicht losgelassen, das Geheimnis um Traum und Wirklichkeit raubt mir ab und an noch immer den Schlaf. Ein Schatten, zerrissene Fragmente und Bilder, ein Name. Gewissheit die immer wieder schwindet und dem eigenen Zweifel Platz macht. Dann schüttle ich den Kopf und frage mich wie man nur so naiv sein kann, so verträumt, ein anderer Moment hingegen verführt mich wieder ja zu sagen, ja es war kein Traum es war Wirklichkeit, oder nicht? Ich weiß es nicht und mit jedem Tag und jeder Nacht welche mir nicht durch dunkle Träume geraubt, verliere ich ein kleines Stück der Sicherheit um diesen Vorfall. Es ist wie ein Auf und Ab, das Auf und Ab des ganzen Lebens.

Um Leomar hoffe ich das es ihm gut geht. Ich werde ihn nicht suchen und ich werde ihm aus dem Weg gehen das lässt für uns beide die Last weniger wiegen jedoch für allem für ihn. Er kommt mir so unsicher vor so ohne jegliches Selbstvertrauen und noch verlorener in dieser Welt als ich mich in manchem Augenblick fühlen mag. Möge er seinen Weg finden so wie ich den meinen. Mögen die Tage hell und voller Sonnenschein unter dem blauen Himmel und des Nachts die Sterne in ganzer Pracht leuchten…
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Alt 28.06.2006, 07:42
#5
Aimina Shinra
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Der Wind strich ihr sacht durchs silberschimmernde Haar, während ein stilles, wissendes Lächeln auf den zarten Lippen lag, der Blick dem Meer zugewandt, in Händen ein kleines Buch und eine Feder, begann sie nieder zu schreiben, begann die Hoffnung neben die Verzweiflung zu legen.

Verzeifelte Hoffnung

Gleich einem Orkan toben die Mächte
zwischen Gut und Böse in meinem Innneren.
Ich selbst bin nicht im Stande
einer der beiden Gewalten
meinen Weg richten zu lassen,
da ich es nicht wage ihnen ihre Gesinnung
zu entlocken.

Aus Angst was hinter dem dichten Nebel
der Verwirrung auf mich lauert.

So viele sorgenreiche Gedanken beschäftigen
mein Dasein.
So viele unerfüllte Träume
plagen manche finstre Nacht.

Doch ein sanfter Lichtstrahl durchdringt
in manchem stillen Augenblick den Vorhang,
bestehend aus Angst.

Denn Hoffnung spendet Licht
und schenkt Wärme,
wenn geheime Gedanken
ein Netz aus Verzweiflung spinnen.

Die Angst vor dem was kommen mag
kann mir keiner nehmen,
doch Hoffnung erleichtert mein Herz…
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Alt 30.06.2006, 02:58
#6
Aimina Shinra
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Es ist der 28 im Ador, des Jahres 1289

Der Dolch viel zitternd aus ihren Händen, kein einziger Gedanke glitt ihr durch den Kopf, alles war plötzlich in unendlicher Stille versunken, sie sah wie Shaila die Lippen bewegte doch ihre Ohren schienen taub. Ihr Geist war gänzlich abgedriftet und alles was sie noch fühlte war unendliche Wut und Schmerz. Monoton und ohne jegliches Gefühl auf den feinen Zügen ihres Gesichtes, gläserner Augen, ging sie auf das Haus zu, legte alle Sachen Shaila´s in die Truhe und nahm sich eigenes, es überstreifend in fast schon unwirklichen Bewegungen. Dann verlies sie es wieder, das Shaila neben dem verletzten Leomar auf dem Boden saß, verzweifelt versuchend seine Wunden zu pflegen, nahm sie nicht wahr, ein Schutzmechanismus hatte sich eingestellt, war eingerastet wie ein verrostetes Zahnrad einer Uhr. Nichts ging mehr vorwärts, lediglich ihre Schritte welche sie hin zu Ashaki, hin zu ihrem Pferd führten und dann weg, einfach weg, nicht einmal wissend wohin.

Was hatte sie verbrochen? Was hatte sie falsch gemacht? War das die Strafe dass sie eine Frau liebte, war das die Strafe dafür dass sie vermeidliche Gesetze übertreten hatte? Sollte sie zurückgehen? Sollte sie bleiben? Sie stand da und sah zu ihren Füßen, lies den Blick um sich herum, über das weite, schneebedeckte Land streifen. Blut auf ihrer linken, Leomars Blut. Sie war eine Mörderin, wie hatte sie das tun können. Der Gedanke glitt so leise und behutsam durch ihren Kopf, ein weiches Flüstern, so unscheinbar das es ihr schon fast Angst bereitete. Nein mehr als das.. sie viel auf die Knie, wie hatte sie Leomar das antun können, wie hatte sie Shaila das zumuten können. Leer und fahl die sonst so glänzenden Augen, für Tränen brachte sie keine Kraft mehr auf. Sie konnte nicht beide Lieben, das konnte sie nicht. Sie stand auf, wer anderen Schmerz bereitete war allein sie, sie und niemand anderes. Niemand konnte verzweifelt genug sein um dies als Entschuldigung für einen Mord zu stellen. Aber wusste sie das denn so genau, wusste sie wirklich ob er dem Tot näher als dem Leben war. Nein sie wusste es nicht, wie sollte sie auch sie war weggegangen. Wie feige sie doch war.

Er hatte aus Wut und Verzweiflung gehandelt doch seine Worte hatten so großen Schmerz in ihr ausgelöst das sie zum Denken nicht mehr fähig gewesen war. Ein Feind schien er für den Moment geworden, eine Bedrohung für ihr Leben hatte er dargestellt. Wie aus dem Affekt und völlig von Sinnen war sie zornig funkelnder Augen auf ihn zugegangen, hatte ihm den Dolch in die Seite gerammt und nicht einmal das Geringste dabei gespürt. Wie ein Tier das töten musste um leben zu können. Aber sie war kein Tier und all ihr Instinkt war nutzlos. Wie, wie sollte sie das je wieder gut machen. Shaila erwartete von ihr, nein hoffte und wünschte sicherlich das Aimina nach hause kam, das alles vergessen und gut werden würde. Und Leomar, wenn er noch lebte, so würde er Aimina jetzt ,bei Gott, vielleicht hassen können, hassen so sehr wie sie sich selbst hasste. Weil sie keinen Ausweg wusste aus der bodenlosen Lage in welcher sie sich befand.

Und wieder wünschte sie sich jemanden, irgendjemanden der sie einfach mit sich nahm. Ihr sagte was sie zu tun, zu fühlen hatte. Jemand der ihr alle Freiheit nahm welche sie besaß um solche Situationen herauf zu beschwören. Vielleicht war sie wirklich eine Hexe, vielleicht hatte sie beide tatsächlich unbewusst verhext, hatte sie in ein zu bittres Schicksal geführt als das einer von beiden es ertragen könnte, nicht einmal sie konnte es ertragen. Die Last ihres Herzens schien sie fast umzubringen, es war niemand da und keiner konnte ihr die Entscheidung abnehmen niemand. Denn da war niemand…
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Alt 30.06.2006, 05:16
#7
Aimina Shinra
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Verzweiflung hatte sie angetrieben als sie ihrem Pferd mehr abverlangte als jemals zuvor, ihr Herz raste, ihr Atem bebte als sie die Tür des Heilerhauses aufriss. Blässe hatte sich auf die zarten Züge ihres Gesichts gelegt, kalter Schweiss lag in feinen Perlen auf ihrer Stirn. Heiler wie Wachmann schenkten ihr seltsame und fragwürdige Blicke und als sie vor jener Tür stand, der Tür hinter welcher all ihre Hoffnung lag da schien sie für einen Moment gegen eine unsichtbare Mauer zu laufen. Die Mauer ihres Geistes, ihrer Verzweiflung, aller Angst die so tiefe Wunden in ihr Herz gerissen hatte. Erst nach Augenblicken vermochte sie Kraft aufzubringen und Stunden verrannen wie Sekunden, Fragmente der Zeit welche an ihr vorüber glitten um zu Staub zu zerfallen. Worte, zitternder, bebender Stimme, unkontrolliert und immer wieder durch tiefe Trauer schier unmöglich sie zu formen. Sie wollte nicht das er geht, sie fühlte Liebe für ihn, sie wusste es, die ganze Zeit hatte ihr Herz geschrieen und erstummte durch die noch tiefer liegende Liebe zu Shaila. Was hatte sie nur getan, sie hasste sich, hasste sich wie die schwärzeste Nacht den Tag hast welcher sie zu verdrängen sucht. Alles würde sie für ihn tun, so er nur weiterleben, ihr verzeihen könnte, einschlafen wolle sie und nie wieder aufwachen, sagte sie ihm. Mein Herz hatte er sie genannt, ein Herz das in seinen eigenen Tränen zu ertrinken drohte weil zwei Seiten daran zerrten und man jede gewähren lassen wollte. Bei Glaron was hatte sie getan, bei Ludia der sie vertraut hatte, wieso hatte sie Aimina im stich gelassen.

Nie wieder wolle sie zurückkehren, so viel Leid über die so reine Landschaft Yew´s bringen. In ihrer Verzweiflung nahm sie die einzige Möglichkeit welche ihr Herz noch sah. Sie würde nach Britain gehen, würde gehen und alles beichten, man möge ihr das Haar die Hände die Zunge und die Augen nehmen, bei Gott es würde nicht halb so schmerzen, nicht halb so viel Entbehrung kosten wie Shaila zurück zu lassen und mit der Gewissheit leben zu müssen, Leomar fast das Leben geraubt zu haben. Verheiraten sollte man sie, festnageln an ein Haus, an ein Leben wie es so viele lebten und wie es Gut und Recht erschien. Vielleicht so Glaron wollte, würde sie noch jemand haben wollen, ganz egal wer es auch sein möge, sie würde schweigen und gewähren lassen, für den Frevel den sie begangen. Es war ihr gleich, alles war ihr gleich bis auf die beiden Leben welche sie zurück lies. Noch immer bebend und keine Ruhe findend, trat sie ein in Shaila´s Haus, nachdem sie von Leomar gegangen. Wehmut und Schmerz überkam sie als sie den Blick durch den Raum gleiten lies, als spüre sie das verbrennen ihrer selbst am ganzen Leib. Sie eilte zur Kiste so lange sie noch Kraft besaß, nahm Feder und Papier zur Hand und schrieb was sie zustande brachte. Ein paar Zeilen, für so viel was sie zurücklies, ein paar Worte die niemals auszudrücken vermochten was in ihr vorging. All dies und den kleinen Stein, einen von jenen welche Shaila so liebte, legte sie behutsam in die Truhe neben der Theke ehe sie matt und leblos wie ein Geist ging, alles Hab und Gut das ihr gehörte und ihr helfen konnte Fuß zu fassen mit sich nehmend und hätte sie es noch so gern zurückgelassen, sie brauchte es. Sterben wollte sie, oh wieso konnte sie nicht einfach auf der Stelle tot umfallen.

Britain betretend, hämmerte nur noch ein einziger Gedanke in ihrem Geist „einen Fuß vor den anderen“ genau so lange bis sie das Gasthaus betrat, ein Zimmer gefunden, gebrochen zu Boden stürzte.
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Geändert von Aimina Shinra (30.06.2006 um 05:20 Uhr).
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Alt 30.06.2006, 14:17
#8
Aimina Shinra
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Wie ein kleines Häufchen Elend, saß sie in der Ecke des kleinen Raumes. Der Blick voller Angst und Schmerz, weder ein noch aus wissend. Leomar, wie hatte er das tun können, wie konnte er in einem Moment voller Rage und Zorn zu den beiden kommen und ihnen wutentbrannt so lange der finstren Worte entgegenspucken bis Aimina gänzlich am Boden zerstört und das Licht hinter der Schwärze der Mauer nicht mehr sehen konnte und im anderen sagen er wünsche sie wäre glücklich? Weshalb focht er einen Kampf gegen ihre Seele welchen er schon im nächsten Augenblick verklingen lies. Sie war am Boden, hatte er nun was er wollte? Wie konnte jemand behaupten sich zu wünschen sie sei glücklich und sie dann auf diese Art und Weise zu Boden ringen ehe sie völlig zerstört und mit blutendem Herzen in ihren eigenen Tränen ertrank und dann behaupten er wolle sie sei glücklich. So viele wirre Gedanken ronnen durch ihr Bewusstsein doch dieser eine raubte ihr jeden klaren Sinn, damit konnte sie nicht umgehen, damit wusste sie nicht fertig zu werden. Für Tränen fehlte Kraft, der Blick, fahl und leer war er wie bei einem Blinden. Wie hatte sie sich nur auf dieses Spiel einlassen, diesen Weg gehen können. Weshalb hatte sie ihn nicht einfach fort geschickt und ihm geheissen nie wieder zu kommen? Nein stattdessen hatte sie ihm Mut gemacht, ihn nach Yew gebracht und ihn Shaila vorgestellt auf das er doch der Landwehr beitrete. Es war ihr größter Fehler gewesen, jemand der anderen so gerne Schmerz zufügte um dann selbst Schmerz zu empfinden war in seiner eigenen Gruft besser aufgehoben. Denn Leomars Gedanken konnten nicht mehr sein als dies. In einen Moment kalt, erfroren durch den eisigen Hauch der Rache und im nächsten Moment so Gütig das man glauben wollte einen besseren Menschen traf man nie. Wie konnte er kommen, glauben mit Worten alles zerstören zu können und dann behaupten er wolle dass sie glücklich ist.

Für einen Moment rang sie nach Luft, trotz allem, trotz all dieses Wissens, niemand hatte ihr je ein Recht gegeben etwas Derartiges zu tun. Niemand konnte das Recht besitzen jemanden zu töten so er nicht das eigene Leben in Verderben stürzen wollte. Aber das war es doch was er getan hatte, wenn auch auf andere Art und Weise. Nein er wollte ihr nicht das Leben nehmen, aber das Herz hatte er ihr herausgerissen und dabei nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Wütend um ihrer Hilflosigkeit Willen, schlug sie mit der Faust auf den Boden. War das jetzt die Strafe eines Gottes an den sie nicht hatte glauben wollen? Hatten ihre Eltern recht als sie sagten, nein flehten sie solle sich nicht an Ludia wenden? War das die Strafe dafür das sie eine Frau liebte, in ihren jungen Jahren, scheinbar so verdorben…

Sie schloss die Augen, wollte weder sehen noch hören. Schlafen wollte sie, einschlafen und nie, nie wieder aufwachen wie hatte sie Shaila das antun können? Sie hätte nicht gehen dürfen. Aber was war nun richtig, was war falsch, gab es Glaron, gab es ihn nicht, war es seine Rache? Wieso zum Dämon konnte sie es nicht einfach wissen, wieso sagte es ihr niemand, wie musste sie einen Kampf gewinnen für den sie sich viel zu schwach glaubte.
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Alt 01.07.2006, 01:05
#9
Shaila Kaahit
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Ein Schrei hallte durch die Wälder "Miiiinaaaa" ein Schrei wie er nur aus einer gemarterten Seele kommen mag. Immer wieder dieser Schrei.

Irgendwann hatte sie gefunden was sie suchte. Aber wer war sie noch, diese Frau welche sie mehr liebte als alles auf dieser Welt. Eine Hülle der die Seele geraubt worden war. Der bei lebendigem Leib das Herz rausgerissen ward, von jemanden der ein und ausgegangen war im Heim, dem sie vertrauen schenkte, hatte Mina ihn doch mitgebracht.

Irgendwann war Aimina aufgestanden und gegangen. Shaila schrie, nein nicht mit der Stimme denn dazu war sie nicht fähig. Ihre Seele ihr Herz schrien. Ein lautloser Schrei der ungehöhrt verhallt.
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Alt 04.07.2006, 15:43
#10
Aimina Shinra
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Es ist der 5 im Estif, des Jahres 1289


Es war furchtbar still als Aimina´s langes geflochtenes Haar zu Boden glitt, die gläsernen Perlen mit einem leisen klirren auf den kalten Stein fielen. Die Babierin schüttelte nur den Kopf, das Aimina darauf bestand nicht verstehend und sie nannte den Grund auch nicht. Ihre Augen waren geschlossen und nur eine einzelne Träne glitt über ihre Wange. Als die nun kurzen Zöpfe getrennt wurden fiel das Haar in feinen Locken nicht mehr länger als bis zu ihren Schultern, noch ein kleines Stück kürzer, reichte es ihr zuvor doch bis hin zum Becken. Sie versuchte an nichts zu denken, aber es gelang ihr nicht, selbst wenn ihr bewusst war, dass sie es verdient hatte und sie die Nachsicht ihrer Exzellenz zu würdigen wusste, es tat weh. Schlimmer noch als hätte man sie auspeitschen lassen.

Einen Blick in den Spiegel vermied sie, sie wollte es nicht sehn. Schweigend reichte sie der Frau ein paar Münzen, welche noch immer Kopfschüttelnd damit beschäftigt war das lange Haar vom Boden auf zu heben. In ihrer kleinen Wohnung angekommen setzte sie sich dann stumm an den Küchentisch und sah den Gedanken entglitten aus dem Fenster. Später legte sie monoton ihren Schmuck ab, ihn in einer kleinen Kiste verwahrend ehe sie dafür sorgte dass sie gänzlich bekleidet war. Von der Zusammenkunft des Rates Yew, der in ihren Augen so oder so nicht mehr als ein Kinderspielplatz war, auf welchem zwei Menschen über fünf Einwohner zu regieren versuchten, wusste sie nichts. Man hatte sie nicht vorgeladen und so konnte sie auch nicht aus ihrer Sicht schildern, hatte kein Recht erhalten sich zu verteidigen zumal Leomar sie nicht einmal angeklagt hatte für ihreVergehen. Allein vor Glaron wollte sie nun ein reines Gewissen bewahren und den richtigen Weg gehen.

Herr Horogat meinte sie sähe nun reifer aus und so schlimm sei es doch gar nicht, aber sie fühlte sich nicht so. Natürlich es ging ihr besser jetzt wo sie Beichte abgelegt und ihre Sünden gestanden hatte und es viel ihr auch nicht schwer ihr Wort zu halten und Buße zu tun. Ihr Haar jedoch war noch nie geschnitten worden, in ihrem ganzen Leben nicht. Immer stolz sah sie noch ihre Mutter hinter ihr sitzen und das lange schimmernde Haar flechtend, stundenlang, Stunden in welchen sie über alles mögliche sprach, sich Zeit nahm wo sie sonst doch immer so sehr beschäftigt war. Momente in denen sie ihr nahe kommen konnte und in der ein festes Band geknüpft wurde. Wieder glitten Tränen über ihre Wangen und sie verbarg das Gesicht in den kleinen Händen. Heimweh hatte sich in ihr Herz geschlichen, sie wollte nach Hause. Wäre sie doch dort geblieben, alles wäre anders gekommen, sicher.

Das Haar würde wieder wachsen, aber die Linie welche es geschnitten symbolisierte, zeichnete einen Abschnitt in ihre Leben um ein neues Kapitel zu beginnen. Eines auf das sie gleichermaßen mit Hoffnung wie mit Angst sah. Wer wusste, vielleicht hätte sie irgendwann selbst eine Tochter, würde ihr stolz das lange Haar flechten, ihr Geschichten erzählen und sich Zeit nehmen dann und wann, so sie jene entbehren konnte. Aber was wenn diese dann dieselben Fehler machen würde, wie konnte man Kinder auf so etwas vorbereiten? Gab es überhaupt einen Weg alles richtig zu machen? Oder musste man das gar nicht, hätte Glaron die Menschen in Vollkommenheit geschaffen wenn er es gewollt hätte?

Und wieder saß sie vor so unendlich viele Fragen, aber das würde wohl nie ein Ende finden…
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Alt 05.07.2006, 15:17
#11
Aimina Shinra
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Es ist der 8 im Estif, des Jahres 1289

Das Gespräch mit Karolyn hatte ihr unheimlich gut getan, sie fühlte dass sie nicht allein war und glaubte ihr alles anvertrauen zu können. Selbst die Erfahrung oder den Glauben an die lebenden Toten, welche sich vom Blut der Menschen ernährten hatte sie ihr erzählt und mit jedem Wort schien ihr Herz etwas leichter geworden. Als des nächsten Tages dann Leomar aufgetaucht war, da war plötzlich alles wieder anders. Schlimme Worte waren es gewesen welche sie ihm gesagt, hatte versucht ihn zu hassen und auch er hatte kein Blatt vor den Mund genommen, doch als sie zuletzt die Trauer in seinen Augen sah, da fühlte sie wie sehr sie ihn doch liebte und wieder empfand sie die Schuldgefühle dafür, das sie ihn verletzt hatte und ohne das sie es wollte glitten die Worte einfach über ihre Lippen.

„Ich liebe Dich“ hatte sie geflüstert unter Tränen in den Augen wusste sie doch was sie Shaila damit antun würde. Doch hieß sie auch die Gewissheit welchen Frevel sie begangen hatte indem sie Shaila verfallen gewesen war und eine Zukunft gab es für sie nicht in ihren Armen. Aber welchen Sinn trugen all diese Geschehnisse, weshalb hatte sie sich nach Yew verlaufen, musste Shaila kennen lernen und erst all diesen Schmerz durchleben ehe sie glücklich sein sollte. Glücklich ja, aber war sie das jetzt? War sie wirklich glücklich? Würde es halten und alles gut werden? All ihre Hoffnung lag nun in Leomar, auf das er ihr helfen würde ihren Wankelmut zu beseitigen und endlich zu einer Seite zu stehen. Musste das Leben denn wirklich immer aufregend sein damit man glücklich war oder lag es einfach an ihrer Jugend und der Neugier für die sie jetzt büßte, wegen welcher das lange Haar gefallen war.

Sie liebte ihn das wusste sie und sie stand sich viel zu oft selbst im Weg. Wo sie sich ein gutes Leben in Tugend wünschte da reizte sie derselben Zeit alles was untugendhaft und was falsch war. Was nur stimmte nicht mit ihr, wieso trug sie diesen Wunsch wie nach Sünde in sich. All ihre Hoffnung lag nun darin das sie widerstand und ihr Leben nun endlich in geraden Bahnen verlaufen würde.
Aimina Shinra ist offline  
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