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Alt 11.07.2006, 07:29
Das Spiel des Lebens
#1
Aimina Shadar
Reisender
 
Registriert seit: 09 Jul 2006
Beiträge: 36
Hinter den Wolken brach das Sterben des Tages herein, der Himmel ergab sich feige und fahl als Aimina aufs Meer hinausblickte, dem Horizont entgegensehend. Regen begann ihre Haut zu benetzen und als sie die Augen schloss da glaubte sie zu fühlen wie das Licht versiegte und die Dunkelheit hereinbrach und auf ihrer Zunge lag ein Geschmack wie von Blut, ihrem eigenen Blut. Das zarte Rot ihrer Seele welches sie ab und an ins Bewusstsein zurückrief um ihr zu deuten wie nahe sie dem Abgrund bereits stand.
Erinnerungen schlichen sich an, Dieben gleich welche die gekünzelte Fassade ihres äußeren Gehabes zu stehlen versuchten. Und mit einem Mal sah sie sich wieder am nahen Waldrand stehen, nur wenige Meter den Klippen des Meeres entfernt welche sich in einem wilden Getöse und Grollen daran brachen und immer wieder darauf einzustürmen versuchten. Der schlammige Boden vor ihren Füßen, eine Pfütze aus Dreck und Blut welche ihr entgegen floss und sie zurückweichen lies.
Die Leblosigkeit des stämmigen Körpers dessen Gesicht zu einer grauenhaften Fratze verzogen war, während sich in den weit aufgerissenen Mund der Schlamm seinen Weg suchte, lies ihr einen eiskalten Schauer über die zarte Haut wandern. Drei Sommer war es her und drohte noch immer direkt hinter ihr zu stehen. Ihr einen Grund mehr gebend sich nicht umzudrehen, nicht zurück zu sehen, sich eine eigene Vergangenheit zu schaffen mit welcher jeder einverstanden war. An den zarten so unschuldig wirkenden Händen klebte mehr Blut als sie sich selbst eingestehen wollte.
Nun bebenden Körpers sank sie auf die Knie, vergrub die Hände im nassen Sand, die Augen noch immer geschlossen. Stumme Tränen rannen über ihre Wangen, schwarze Tränen welche Zeilen der Erinnerung schrieben, da niemals vergessen sein würde was von Gestern. Was war da eigentlich noch das sie wirklich zu erschrecken vermochte, was gab es auf der Welt das schlimmer sein konnte als sich selbst eingestehen zu müssen das unter der kühlen, selbstsicheren Fassade ab und an ein gebrochenes Mädchen um Hilfe schrie welches sich wiederum selbst zu ersticken versuchte.
Ihre rechte Hand erzitterte für das Fragment eines einzigen Augenblicks, der Dolch glitt aus ihren Händen, sie konnte es spüren und trotzdem war da keiner. Gefühle und Bruchstücke der Vergangenheit hatten sie längst eingeholt selbst wenn sie noch immer verzweifelt darum rang sie nieder zu stechen, zu töten wie sie es bereits zwei mal in ihrem Leben getan hatte. Aber Erinnerungen bestanden nicht aus Fleisch und Blut, sowie Narben welche jene hinterließen niemals wirklich gesehen werden konnten.
„Alles ist ein großes Spiel, ein Spiel des Lebens. Wir sind nur die Darsteller auf dessen Bühne“ raunten leise Worte, hallend, durch die Dunkelheit des Raumes ihrer Gedanken. Ein Raum in welchem sie sich selbst in Ketten gelegt hatte um bewahren zu können was niemand wissen sollte. Ein Spiel… wiederholte sie jene Worte leiser, unruhiger Stimme für sich, ehe sie wütend mit der Faust in den Sand schlug, ihren Blick gen Himmel richtete. Was hatte jemand wie sie in einem Spiel verloren und wieso schien es plötzlich so als würde sie verlieren hatte sie bisher doch immer gewonnen, noch immer eine Lösung gefunden, noch nie aufgegeben und stand sie noch so nah, noch so wenig Schritt vom Abgrund entfernt…
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Alt 13.07.2006, 18:48
#2
Aimina Shadar
Reisender
 
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Das fahle Kerzenlicht zierte den kleinen Raum durch weiche Schatten während Aimina gebeugt über einem der staubigen Bücher versuchte Worte und Lettern zu entziffern die der Hand der Zeit ausgeliefert waren und ihren Inhalt kaum noch Preis geben wollten. Die letzten Tage hatten ihr viel abgeronnen so das Gedanken und Konzentration abglitten bis der fahle Blick der Leere entgegensah, die Zeilen vor ihren Augen verschwammen und keine Wahrnehmung mehr fanden.
Leomar hatte Hand an sie gelegt, sie konnte die Kraft und jene tiefe Wut welche in seinen Schlägen lagen noch immer spüren, konnte die Kälte fühlen welche sich langsam und stetig mit jedem bösen Blick mit jeder Erinnerung an die Vergangenheit durch Venen wand, das Blut gefrieren lies und das Herz in einen von Wärme verratenen Kristall verwandelte. Immer wenn sie glaubte nun würde sie Ruhe vor ihm finden dann stand er wieder vor ihrer Tür. Ablehnung fand kein Gehör, Bitten waren nicht angebracht. Er war zu weit gegangen hatte sich zu weit auf den See aus Eis gewagt. Sein hämisches Lachen, das wissende gefühllose Lächeln auf seinen Lippen, die kalten Worte welche nach Verletzung in ihrem Geist suchten. Die Ruhe vor ihnen welche er ihr nicht gönnte.
„Leg noch einmal Hand an mich und du bist Tod“ Worte welche an ihn gerichtet jedoch scheinbar niemals existiert hatten. Nicht einmal der Dolch welchen sie in einem Moment seiner Unachtsamkeit an seinen Hals gelegt hatte konnte ihn wirklich davon überzeugen wie ernst sie es meinte. Erst als er von Schwindel, Kälte und Hitzeschauern geschüttelt wurde schien er zu begreifen. Als sein Herz raste als würde es jeden Moment den letzten Schlag tun und selbst dann schien er in einem einzigen unwirklichen Atemzug noch amüsiert darüber nachdem Coratheon ihm ein Gegengift verabreicht hatte.
Aimina´s leichtes Gewürz hätte ihn nicht umgebracht, nein es waren nur Gedanken der Warnung welche er auf andere Art uns Weise nicht zu begreifen schien. Ihr Vertrauen das sie ihm entriss auf das er endlich aufwachte und nicht länger glaubte sie empfände auch nur mehr einen Hauch, ein Fragment eines Gefühls für ihn. Mit jedem Tag und jeder Sekunde, mit jedem Augenblick schien die Kälte in ihr zu wachsen, das junge unschuldige Mädchen welches einst so fröhlich und unbeschwert so naiv gewesen war unter der Last erstickend in einen gläsernen Sarg bettend und in der Schwärze des Bewusstseins vergrabend. Das Kind welches sie gewesen war bevor sie zum Dolch gegriffen und ihre Brüder erstochen hatte war mit deren Tod gestorben.
Die Vorwürfe schwanden, immer weniger empfand sie Mitgefühl immer seltener eigenen Schmerz welcher für sie ohnehin nur ein Zeichen war das sie noch lebte. Hatte sie zu weinen so weinte sie, erforderte es die Situation dann gewährte sie dem geschundenen inneren Schmerz dem vor sich dahinsiechenden Etwas das einst sie selbst gewesen war, einen Atemzug ehe sie den Sarg wieder schloss und vergraben lies was ohnehin auf keine Rettung mehr hoffen konnte. Der Versuch ihrer anerzogenen Gesinnung treu zu bleiben als sie den Boden des Landes betrat war von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Sie konnte nicht retten was verloren war und schon gar nicht hatte sie die Macht am Rad der Zeit zu drehen und Leomar war es gewesen welcher ihr die Augen geöffnet hatte, der einzige Dank dem sie ihm noch zusprechen konnte.
Ein letztes Klammern das an eine Beichte erinnerte ehe der letzte Funken Licht vor ihr wie im Bruchteil von Sekunden erlosch. Coratheon hatte sie schließlich auf eine Probe gestellt, eine welche ihr aufzeigte ihr vor Augen führte wie kalt und durchtrieben sie tatsächlich war. Ihm zeigen ob sie es wirklich könne ob sie tatsächlich so war wie sie sich gab, das wollte er von ihr und als sie spürte wie wenig doch übrig war von dem schönen Schein an welchen sie sich ab und an zu klammern versuchte um nicht zu fallen und dabei längst sterbend auf dem Boden des Abgrundes lag, erzeugte einen Strom aus glühender Lava welcher durch ihr inneres Hetzte, sie anstachelte und sie schließlich auf ihn losgehen lies.
Das er sich wehren würde war ihr bewusst gewesen doch gab es ihr noch lange keinen Grund von ihm abzulassen als er dies deutlich werden lies. Erst als das Handgelenk unter einem grausamen Knirschen und Knacken nachgab war sie es die aufgab…

„Fallen gelassen, in den Staub, dieses Lächeln, stumm erstart wie die Masken am Fenster in die Jahre blickend, jeden sehen lassend was er zu sehen wünscht“

Einziger Mensch welcher ihr nun hätte beistehen ihr helfen können damit umzugehen war von ihren eigenen Brüdern verbrannt worden, bei lebendigem Leibe geläutert hatten sie ihre Großmutter. Aimina schloss die Augen, noch immer in der Lage noch immer im Besitz der Erinnerung deren Gesicht, welches trotz der vorangeschrittenen Jahre von so großer Jugend schien, direkt vor sich zu sehen. Das weiche, kühle Lächeln auf ihren Lippen dieser wissende Glanz in den Augen die ruhige Stimme mit welcher sie sprach so sie ihr von Geschichten erzählte welche längst verloren schienen und in den großen tiefblauen Augen Aimina´s Verwunderung wie Unglauben leuchten ließen..
Der Geruch der Alten Bücher welcher sich sanft durch das kleine Holzhaus wand, sich mit jenem der getrockneten Kräuter und Reagenzien mischte, mit dem lieblichen Duft von Rosen und Lavendel welcher ihrer Großmutter stets anhaftete. Sie war bei allen guten Geistern nicht das gewesen was sich ein jeder unter einer Großmutter vorstellte, hatte nie einem anderen Menschen geglichen in keinster Weise. Ihre Bewegungen waren geschickt und bedacht zur selben Zeit und dann das Bild der großen, schweren Truhe welcher eine so unwahrscheinliche Verlockung in Aimina auslöste zu jeder Zeit und jeder Stunde das sie jene zu Gesicht bekam.
Ein einziges Mal hatte sie einen Blick hineinwerfen dürfen und was sie gesehen hatte erst nach Jahren verstanden. Giftgrüne Phiolen in geschnitzten Kästchen, eingelegte, kleine Tiere und Insekten in, mit durchsichtig schimmernder Flüssigkeit, gefüllten Gläsern. Leute die nur des Nachts kamen und selbst dann nervös und unsicher zu sein schienen. Der Missmut ihres Vaters mit welchem er so oft auf ihre Großmutter blickte als wolle er sie verjagen und dem sie nur mit einem kühlen ruhigen Lächeln begegnete, und plötzlich war sie in der Lage zu verstehen…
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Alt 15.07.2006, 15:13
#3
Aimina Shadar
Reisender
 
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Du sagst es wird besser, du sagst alles wird gut… aber ich konnte die Dunkelheit noch nie so stark fühlen wie heute Nacht… …mein kleines schwarzes Herz…

Ein leises, abwesend wirkendes Flüstern welches über ihre Lippen glitt, monotonen Ausdrucks auf den feinen Zügen ihres Gesichts in den Spiegel sehend. Sie nahm nicht wahr was alle anderen sahen, konnte nicht nachvollziehen was so viele als so wunderschön empfanden, spürte die Kälte welche nach außen drang. Das Feuer welches sich durch ihre Venen zog und dabei längst erloschen schien so eisig, dass es einen tiefen Schmerz auszulösen wusste. Einer einzigen schnellen Bewegung glitt die flache Hand hin zum Spiegel, welcher unter jener unsanften Berührung erzitterte und Risse hervorrief welche sich fast bis hin zu seinen Rändern zogen, ihr Bild darin zerspringen lies in hundert kleine Teile. Die Hand glitt ab, schnitt sich an den feinen Kanten und lies die Scherben in Blutt verschwimmen. Jetzt war es richtig, jetzt konnte sie es sehn…
Aimina Shadar ist offline  
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Alt 19.07.2006, 15:44
#4
Aimina Shadar
Reisender
 
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Aimina stand vor den Toren des Meeres, das tiefe Blau ihrer Augen im Tosen der Wellen versunken, mit dem Rücken an einen der großen Felsen gelehnt während der stürmische Wind mit dem langen schwarzen Haar spielte, seine Hände durch die samtweichen Strähnen glitten um selbst ihren Umhang in seinen Rausch der unsteten Bewegung zu versetzen. Als ihr Blick gen Himmel wanderte, die Augen sich langsam schlossen und der Regen über ihre Haut rann wie tausend zärtliche Berührungen da waren ihre Gedanken längst den eigenen Händen entglitten hatten das Rat der Zeit zurückgedreht bis sie plötzlich von neuem zum stehen kam.

Sie konnte die Wärme des Feuers spüren, spüren wie die starken Arme, die geschickten Hände und Finger welche über ihre Haut strichen das Beben und Zittern zurückkehren ließen. Nahm wahr wie sie sich mit jeder Sekunde und jedem Moment mehr und mehr in ihm verloren glaubte. Sie hätte ihm nichts entgegenzusetzen vermocht, nicht im kleinsten Fragment eines Augenblicks, so sehr war er auf jede ihrer Bewegungen auf jedes noch so zaghafte Zurückweichen, Stillstehen, eingegangen. Er hatte sie mit in den gläsernen Sarg neben ihre Vergangenheit gebettet, ihr einen Teil ihrer Seele genommen und ohne es zu wissen hatte er sie über eine Grenze geschickt welche sie niemals zu überqueren gesucht hatte. Sie lies es frei, er nahm es mit sich und ja, sie empfand Reue, für den Bruchteil eines Augenblicks hatte sie unendlich tiefe Reue empfunden, dafür das kein Ton über ihre Lippen geglitten, sie sich nicht dagegen währen hatte wollen. Ihr Herz in der Glut des geschürten Feuers des Unbekannten zerronnen, sie wie Wachs in seinen Händen gewesen war und sich gerade ihm niemals hatte hingeben wollen.

Er wollte und sie gab, gab es um es ihm zu geben, es in seine Hände zu legen und in seinem Blick hatte sie kein Zögern zu sehen vermocht. Doch vielleicht war es genau das gewesen was er nicht wollte. Ihre Gedanken, Fragmente ihres Bewusstseins hin und her gerissen in seinen Armen verloren, in seinem Tun versunken. Ihm völlig ergeben und dann doch dieses zur Wehr setzen, wer konnte schon wissen was er da gepflanzt hatte, welchen Samen er ihr in die Seele gelegt und keinen Gedanken daran verschwendete weil er es nicht wissen konnte, sie es ihn nicht wissen lies. Doch was wenn man ihr gab was sie wollte, wenn die dunkle Leidenschaft damit zerbrach und überging in die Normalität in dieses entsetzliche, der Realität zugehörigen Dasein der Dinge und Gegenstände. Er lies sie und sie lies in gewähren doch auf einer Stufe würden sie niemals stehen, durften sie niemals stehen. Würde doch sonst genau das was sie für gewisse Momente und Stunden an ihn Band verloren gehen. Er würde immer sich selbst gehören genau so, wie sie niemals jemand anderem gehören würde, niemals ihr Herz teilen würde weil es ein Spiel war das sich zu rasch der Langeweile ergab. Sie konnte nicht lieben und sie wollte es nicht, das was er in ihr auszulösen wusste ging über alle Grenzen und lies sich nicht vergleichen, nicht in Worte fassen.

Aber da war ja noch jemand, jemand der ihr einst sein Herz geschenkt hatte und sie es zurückgeben musste weil sie niemals empfinden konnte wie er empfand oder empfunden hatte. Jemand dem ebenso eines ihrer Gefühle gehörte wenn auch auf gänzlich andere Art und Weise…

Da war bereits so viel und es gab noch so unendlich viel mehr und gab sie nicht Acht dann würde sie sich verlieren würde einen Schritt zu viel tun und wer konnte schon sagen was dann dort auf sie wartete.
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Alt 20.07.2006, 21:44
#5
Aimina Shadar
Reisender
 
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Ihr Herz schien sich von einer Sekunde auf die andere zu überschlagen als er, kaum das sie die Tür geöffnet hatte, das Bischen versuchten Widerstandes zerbrach und sie gegen das Bücherregal drängte. Es war keine Angst gewesen welche sie hatte spüren können, es war der Anblick des Ungewissen, nie erahnen zu können was er vor hatte, was er tun wollte. Sich das zu nehmen wonach er verlangte und dabei keinen Widerstand duldend so sich seine Lippen auf die ihren legten. Ein zarter Schauer wie an kühlen Regentagen strich sanft über ihre Haut lies den kleinen Körper erbeben. In einem Moment noch die Hand nach einem der Bücher tasten lassend um sich im Notfall zur Wehr setzen zu können, ließen die filigranen Finger fast wie von selbst ab des Vorhabens und ihn gewähren.
Es war nicht sie die spielte, er war es und als er von ihr ab lies da zog sie ihn zurück zu sich als könne sie nicht genug bekommen, nicht genug der Zärtlichkeiten, der Leidenschaft, der Sünde die in seinen Augen so süß war wie Honig. Die Sünde welche sie auf seinen Lippen schmecken konnte in seinen Berührungen dieses verlockende Verlangen auslöste. Ob nun bewusst oder unbewusst hatte er sie längst gefesselt, hatte einen Teil ihrer Selbst an sich gebunden und mit jenem Bewusstsein darum und der Angst welche sich wie ein Schleier auf sie legte da hielt sie inne, stieß ihn von sich, nur einen Hauch von Selbstbeherrschung musste sie doch aufbringen können.
„Du machst mich wahnsinnig“ hatte sie geflüstert und bereits im nächsten Moment so getan als wären diese Worte nie gefallen. Sie liebte ihn nicht nein aber sie verlangte nach ihm, vom Anbruch der Sonne bis hin zum Sterben des Tages, wenn der Mond aufging und sich wieder dem Horizont näherte um in den Tiefen des Meeres zu verglühen. Sie hatte sich längst verbrannt, die Gewissheit darum floss in Form eines Lavastromes durch ihren Körper, durch ihre Seele. Trotz allem, oder genau aus diesem Grund legte sie all ihre Bemühungen darin es ihn nicht spüren zu lassen, sich ihm nicht gänzlich auszuliefern.

Der Körper auf den vielen Kissen des Kamins gebettet, um Ruhe suchend nahm die Wirkung des Gebräus welches sie aus seinen Händen und freien Stücken selbst getrunken hatte langsam wieder ab, verlor der Kraft der Bewusstseinsveränderung und als er sich dicht zu ihr setzte da spielte sie wieder auf ihre eigene Art und Weise ein Spiel das es ihr ermöglichte Dinge preis zu geben welche sie ihm niemals erzählen würde so er glaubte sie wäre in nüchternem Zustand. Viele Worte wurden gewechselt, wobei die meisten über die eigenen Lippen glitten, während seine Hand sanft über die Haut ihrer Schulter strich, mehr als einmal ein amüsiertes Lächeln über seine Lippen glitt und sie größte Mühe hatte diese Zärtlichkeiten nicht all zu wahr zu nehmen um nicht darunter zu erbeben, wonach ihr Körper deutlich drängte.
Wie ein Sturm lies seine Nähe auf seltsame Art und Weise und viel zu oft alle Farben um sie herum verblassen, sie der Nichtigkeit schenkend bis nur noch er da war. Ein Mittelpunkt auf den sich die Sinne fixierten und ein tiefes, verborgenes Gefühl von Angst in ihr auslöste. Er musste sie nur ansehen, ihr einen dieser Blicke schenken welche dem eines Wolfes gleich kamen und schon war sie sein, gehörte mit Körper und Seele ihm, sich dagegen zu wehren war das was es ausmachte, war das was die Faszination um ihn legte. Wirklichen Widerstand zu leisten das vermochte sie nicht, aber sie konnte wenigstens so tun als ob er ihr gleich wäre und genau das tat sie in jedem Moment in dem er bei ihr war, er in ihrer Nähe verweilte.

Bisher hatte sie alle um sich in Liebe zu ihr ertrinken lassen, nur ab und an versucht den einen oder anderen aus dem Wasser zu ziehen und es dann doch nicht vermocht bis sie aufgegeben und sich zurückgezogen hatte. Denn alles Leid was sie jenen brachte schien manchmal auf sie zurückfallen zu wollen, nur das ihr Herz sich nicht rühren wollte. Er war anders er fühlte nicht, sie war ihm egal. Er störte sich nicht daran so sie ihre Spielchen trieb, er dachte nicht darüber nach ob es ihr gut ging, wie er ihr Herz erobern könnte. Er kam wann er wollte, nahm was er wollte und ging dann auf demselben Weg wieder… machte sie es denn anders…
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Alt 05.08.2006, 23:16
#6
Aimina Shadar
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Dunkelheit hatte sich auf das Land gelegt, wie ein Schleier bedeckte sie Farben und Geräusche des Tages, lies die Welt verstummen und in sich versinken. Nur der Wind heulte durch die leeren Gassen und lediglich Schatten huschten ab und an von einer Schwärze hin zur nächsten. Alles schien gleichgültig und dieses Gefühl genoss Aimina in jenem Moment, fand es doch so selten den Weg zu ihr.

Die Augenblicke verstrichen und die Unendlichkeit der Zeit glitt dahin und jedem Anfang eines Tages füllte sich ihr Blick mit ebensolchem Misstrauen wie Neugier und Tatendrang. So er dann, eben noch neu geboren, des Abends starb, wenn die Sonne unterging und dem silbrigen Licht des Mondes Platz machte, legte sich Ruhe auf sie wie auf das Land. Die wirren Stimmen und Farben verklangen und Konzentration für das Wesentliche konnte erwachen. Ihr Blick wanderte hinauf gen des Sternenzeltes, doch wo sie früher glaubte jene müssten einsam sein, da war es ihr nun so als blickten diese auf sie herab und sagten das nicht sie es seien.

Ein Hauch von Zukunft lag vor ihr, dem Auge der Unendlichkeit entgegensehend und sie doch niemals erfassen könnend. Ein Schritt wollte dem nächsten folgen, der Weg jedoch lies sie niemals wissen welches Ziel vor ihr in Erwartung lag. Als führte man sie durch einen dunklen, von allem Licht befreiten Raum, und je nach dem welche Entscheidungen von ihr getroffen wurden da bestimmte die Ungewissheit welche Richtung sie gewählt hatte. Immer wieder öffneten sich unbekannte Türen vor ihr, wurden Möglichkeiten in ihre Hände gelegt um über ihre Grenzen hinaus zu schreiten, jene hinter sich zu lassen und vor sich schon das nächste Hindernis zu sehen. Doch was war das für eine Richtung, welch ein Weg von dem sie nicht wusste wohin er führen sollte, wohin sie gehen wollte. Warum gab es da Niemanden der ihr helfen konnte, der ihr aus freien Stücken Hilfe zukommen lies und sie auffing so sie fallen sollte. Weshalb musste sie alles alleine, eigener noch so junger und unerfahrener Hände schaffen und gleichzeitig darauf achten das sie keine Fehlentscheidung traf. Niemand konnte sehen wenn sie wieder strauchelte, Angst hatte, Tränen der Verzweiflung ihr den Schlaf raubten, wenn sie schwach war und ihr Schwäche zu lies, wenn sie auf den Grund des Abgrundes glitt, weil da keine Kraft mehr war als bloße Einbildung. Sie lies es niemanden sehen weil da niemand war den sie es sehen lassen wollte.

Tag um Tag verstrich gab sich der Nacht hin und mit jedem einzelnen dieser Zeitfragmente belog sie sich selbst und alle anderen um sie herum ein Stück mehr, nur um das zu werden was sie längst war. Gebrochen und Uneins, immer auf Vorsicht immer auf Versteckspiel bedacht, ein kleines Kind in den Schuhen einer erwachsenen Frau. Eine Maske die längst ein Teil von ihr geworden war und möglicherweise war es längst zu spät, wieder das zu werden was sie immer hatte sein wollen, was auch immer es gewesen war, es musste mehr gewesen sein als der Staub und das Nichts welches sie jetzt in Händen hielt. Und sie fühlte es, fühlte es in jeder Faser ihres Körpers, konnte das schwinden aller Gefühle und das Aufbegehren der Nichtigkeit mit allen Sinnen erfassen.

Sie wollte nicht mehr weinen, nicht mehr schwach sein, keine Angst mehr mit sich tragen doch woher die Hilfe nehmen die man nicht stehlen konnte…
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Alt 09.08.2006, 19:25
#7
Aimina Shadar
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Die Augen geschlossen, ihr Herzschlag so unendlicher Ruhe befangen als stünde die Zeit um sie herum still während die Fassade ihres Äusseren mit jedem Fragment eines jeden Augenblicks zu bröckeln schien. Stunde um Stunde verstrich, glitt in den Abgrund der Nichtigkeit, mit dem Strom der Ewigkeit verschmelzend und hinweg getragen werdend, auf das Jenes worum sie sich nun der stillen Heimlichkeit des unberührten Raumes suchte zu befreien, nie wiederkehren möge.
Ein sanftes Beben durchzog den zierlichen Körper, während ein jeder Moment an ihr vorüber glitt als hätte er nie Existenz gefunden. Ordnung in das Chaos aus Gefühlen und Gedanken, aus vergessen Geglaubtem und Ängsten zu finden, sich los zu lösen und jeglicher Schwäche den Rücken zu kehren, aus eigener Kraft ohne helfende Hände welche ohnehin nicht gegeben. Das Leben hatte ihre Geschichte nicht ohne eigene Einwilligung nicht ohne eigenes Handeln zu schreiben, die Kraft war in ihr, sie musste sie nur finden um zu verstehen, um all dem grauenhaften Selbstmitleid, der Zerbrechlichkeit ihrer Selbst ein Nein zu schenken. Der Schwäche ab zu danken und auf zu stehen, sich zu erinnern…

„Bleibe niemals stehen Aimina, gib niemals auf, weine nicht, schüre keinen Zorn, geh weiter der Weg ist der Deine und wird es bleiben… Schwäche ist für die welche des Todes sind“ ein leises Flüstern welches ihre Gedanken durchdrang, ihren Körper durchzog wie ein milder Schauer um sie von neuem erbeben zu lassen, die Mauer zum Einsturz zu bringen welche all das hinter sich verbarg was sie wirklich war. Wo war ihr Stolz wo war ihre Selbstbeherrschung wo hatte die Stärke verborgen gelegen welche nun mit jedem Atemzug mehr und mehr zur Gewissheit wurde, Ängste und Gefühle verblassen lies.
Entschlossenheit rang mit Verzweiflung, jener Verzweiflung welche sich schon vor so vielen Jahren in die junge, ungeschliffene Seele einen Weg gewunden hatte, welche all zu oft alles erstarren lies und ihr eine Fülle von Angst schenkte welche sich wie Fesseln um ihre Gelenke gelegt hatten, sie zu halten, ihr jeglichen Schritt zu verwehren. Nicht jetzt und niemals wieder, so lautete der Schwur welchen sie sich selbst gegeben. Sie konnte den Hunger nicht spüren, die Müdigkeit nicht mehr erahnen welche sich längst auf ihren Körper gelegt hatte wie ein feines Leichentuch, ihre Sinne zu vernebeln suchte und abglitt.
Längst war sie aus den Schuhen der Kindheit herausgewachsen, längst hatte sie eine Schwelle übertreten welche nur mehr den Hauch von Erinnerung zugelassen, ein feines Band, das ihrer Verzweiflung Halt geschenkt hatte. Und ja jetzt erinnerte sie sich, jetzt konnte sie es sehen, konnte spüren, aller Sinne wahrnehmen wie die Angst, der Trotz, die Verzweiflung starben, die Zeit den Atem anhielt und Vergangenes sich der Nichtigkeit ergab um in der Schwärze der Existenz welche keine wahr zu versinken und vergessen zu werden.
Eine wogende Welle, einem Orkan gleichkommend und dann doch solch unrealer Ruhe ergeben floss wie ein glühender Lavastrom durch Venen, wand sich durch ihren Körper, ihre Seele ihr Herz und erkaltete im Bruchteil eines einzigen unwirklichen Moments. Ausdruckslosigkeit hatte sich auf die feinen Züge ihres Angesichts gelegt, so sie die Augen wieder öffnete, ihrem eigenen Spiegelbild entgegenblickend, einem Bild eigener Existenz welches sie so deutlich niemals zu Gesicht bekommen hatte, sie hatte gewonnen, konnte es in ihren Augen sehen, vermochte es so deutlich zu spüren wie es kein Gefühl der Welt je im Stande war zu deuten…

…ein weiter Weg lag vor ihr, jetzt wo sie die Vergangenheit ins Grab getragen, des geschundene Mädchen, eigenen Selbstmitleids verfallen, unter der Erde des Bewusstseins verscharrt hatte… es gab viel zu lernen…
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Alt 11.08.2006, 16:51
#8
Aimina Shadar
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Die Sonne hatte wie an jedem vergangenen Tag der Dunkelheit, der hereinbrechenden Nacht Platz geschaffen. Nur das fahle Licht der silbernen Sterne erhellte den Himmel über ihr und mitten unter ihnen der strahlende Mond welcher sein gleißendes Licht auf die Erde ergoss, dort vor ihr auf den wogenden Wellen des Meeres sein Antlitz widerspiegelte. Von ihnen getragen wurde wie der fahle Schatten den sie selbst darauf warf.

Am Rande des Ufers saß sie, still schweigend und in sich gekehrt, hatte die nackten Füße in die beruhigend kühle Klarheit des Wassers gleiten lassen. Der leere Blick beobachtete das verschwommene Bild welches ihre Gestalt auf das Meer warf welches so ruhig schien wie nie zuvor. Nicht der kleinste Windhauch brachte Regung in das sie Umgebende, alles schien still zu stehen. Die Zeit hatte aufgehört zu Atmen so kam es ihr vor und gewährte ihr Momente, unendliche Augenblicke um sich selbst zu finden, um sich fallen zu lassen. Ein weiter Weg lag vor ihr, steinig und vieler Hindernisse geprägt aber Angst oder Trauer welche zuvor so tief in ihrer Seele geschlagen hatte, schienen nun keinen Platz mehr zu finden. Eine greifbare Ruhe hatte Einkehr gehalten, wie kaltes Eis durchzog es ihre Venen lies ihr Herz zu Stein erstarren. Sie wollte Rache, Rache für das was man ihr genommen hatte und sie würde sie bekommen…

Verstrichene Momente, der eine den anderen einholend, still und leise als wären sie nie von Existenz gewesen verliehen ihr ein Gefühl als befände sie sich längst nicht mehr auf dem Boden Britannias, mehr noch, als wäre sie der Wirklichkeit entglitten und fände Halt auf gänzlich unbekanntem Grund. Alles schien so unwirklich, ohne Existenz und dann doch so greifbar. Die Sterne durchtränkten den Himmel durch ihre eigene Art der Erschaffung von Faszination und doch taten sie nichts, legten lediglich ein stilles, nächtliches Licht auf die Welt und schürten dieser unbewussten Gabe den Drang Aiminas nach Wissen. Sie musste jemanden finden welcher ihr helfen konnte, von dem sie zu lernen im Stande war, dessen war sie sich bewusster als je zuvor. Jedoch war sie nicht gewillt ein Schreiben aus zu hängen, auf das jeder noch so geringe Bürger wüsste wie es um sie und ihr Können stand. Dinge welche niemanden etwas angingen, in ihren Augen, sollten dort verbleiben wo sie waren. Große Schritte hatte sie der letzten Wochen getan, aus eigener Hand gelernt und doch waren alle Bücher der Welt niemals im Stande einen guten Lehrmeister zu ersetzen.

Ihr Weg war gewählt, nun musste sie ihn lediglich gehen, wer wusste schon wohin er führen würde…
Aimina Shadar ist offline  
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Alt 14.08.2006, 19:37
#9
Aimina Shadar
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Lange Zeit ließ sie an sich vorbei streichen im Schweigen versunken, die Augen geschlossen und in sich gekehrt, die tiefe Ruhe aller Sinne wahrnehmend und sich fallen lassend. Mit jedem Atemzug kehrte mehr und mehr Stille in ihr Inneres, ein Treiben welches dem Sein zu entgleiten suchte. Wenige Tage waren verstrichen doch nun würde sie Shaila die helfende Hand reichen um sie dieser, der eigenen in den bodenlosen Abgrund zu stürzen, ihr das volle Maß der Schwäche vor Augen führen, welches seid so langer Zeit ein Dorn in Aiminas Augen war. Eine neue Göttin, mit welcher sie mehr verband als sie zu erahnen gedacht hatte. Längst vergangene Erinnerungen und Gedanken welchen einen Weg zurückfanden um von ihr mit sich getragen zu werden und sei es bis ans Ende.

Sie wartete und Shaila kam, kam wie sie es stets tat so Aimina um ein Treffen bat, doch dieses Mal bedeutete bereits jener Stunde das letzte Mal, da sie sich in die Augen sahen und in denen Shaila´s eine scheinbar endlose Fülle von Gleichgültigkeit, Leid und Selbstmitleid zu finden war. Gebrochen, nicht mehr als ein Häufchen Elend, trat sie vor Aimina. Den Blick gesenkt, den eigenen Willen verloren, als wolle sie das Leid der ganzen Menschheit in sich vereinen, anstatt auf zu stehen, weiter zu gehen die Schwäche zu besiegen. Shaila hatte aufgegeben, mühte sich nicht einmal darum es zu verbergen, nein es schien als wolle sie es alle sehen lassen. Ein Strom aus Lava begann sich stetig und langsam durch Aimina´s Venen zu winden, ihren Körper zu durchfluten, mit jedem Gedanken, jedem Blick den sie Shaila ihrerseits schenkte. Wut und Verachtung in der Seele für jene welche ihr das ganze Maß an Liebe geschenkt hatte, das es geradezu an Besessenheit grenzte. Wie lange hatte sie Shaila sehen lassen, was sie sehen wollte, wenn auch in abgeschwächter Art und Weise, in dem Maße in welchem sie im Stande war die Veränderung ihrer selbst welche schon so lange auf ihr Tun und Handeln einwirkte, zu zeigen. Doch Shaila wollte nicht sehen sie wollte Blind bleiben, so blind wie sie seit jeher war.
Sie gab ihr Hab und Gut Fremden, hielt ihren Kopf für Menschen hin welche sie nicht kannte und die es nicht wert waren und schließlich betrauerte sie sich selbst für das was es ihr einbrachte. Kummer und Schmerz. Wenige Worte wurden gewechselt als Aimina, Shaila in eines der Gasthäuser führte in welchem sie unter falschem Namen ein Zimmer gemietet hatte. Im fahlen Licht und der Dunkelheit des Raumes hatte sie der Wirt kaum wahrgenommen, war er ohnehin ständig damit beschäftigt Münzen zu zählen, nicht einmal als er ihr den Schlüssel gab, reichte es seinerseits für einen Blick. Gold hatte eine seltsame Wirkung auf Menschen, immer wieder wurde sie dessen gewahr und umso mehr Aufmerksamkeit man den Schwächen ihrerseits zukommen lies umso leichter wurde es sie zu kontrollieren, während sie noch immer glaubten sie würden aus freiem Willen handeln.
Die Tür hinter sich schließend folgte Shaila, Aiminas Deut und lies sich auf dem Bett nieder und wieder wurden Worte gewechselt wurde ihr von Seiten Aiminas tiefes Vetrauen entlockt um es am Ende für sich zu nutzen. Sie begann ihr dass zu geben wonach sie sich sehnte, das wonach sie hungerte seit so langer Zeit da sie es nicht bekommen hatte. Berührte ihre Lippen der filigranen, zarten Finger sanft und lies sie vergessen. Nicht einmal als sie begann während des Spiels der Verführung, Fesseln aus fein gearbeitetem Seil an Shaila´s Gelenken an zu bringen, sie an die hölzernen Pfosten des Bettes zu binden, wurde sie ihrer Lage gewahr. Nein sie war blind und sie würde es bleiben.
Wie schwach konnte man nur sein das man sich so sehr an etwas klammerte welches seit Ewigkeiten keine Existenz mehr fand. Welches längst erloschen und im Grab gebettet unter der Erde der Nichtigkeit vergraben lag. Shaila hielt sich verzweifelt an einem Gedanken, an fahler Hoffnung fest, so zerbrechlich so schwach, so voller Mitgefühl und Liebe das Aimina es nicht ertragen konnte. Tränen rannen über die Wangen derer, dessen Schicksal von jenem Augenblick an besiegelt war, Aimina hingegen blieb ohne jeglichen Ausdruck der feinen Gesichtszüge. Schenkte die folgenden Augenblicke und Momente, deren nicht nur sie allein beiwohnte, ihrer Göttin und brachte Shaila was sie verdiente, Schmerz und Leid um ihr zu zeigen wie schwach sie wirklich war, um sie spüren zu lassen und sie zu lehren es zu ertragen, es zu ertragen bis hin zum Tode. Ein Raunen wich durch den Raum, gesprochen von Männern in dunklen Gewändern, welche an den Enden des Bettes standen. Doch nicht nur jene, nein auch Cor war gekommen, half Aimina wobei jene mehr Aussenstehende blieb, sich an der Grenze hielt, ihrem Tun und dessen Richtigkeit vor den Augen der Männer nicht gewiss, zu kurz war die Zeit da sie sich entschlossen hatte ihr Leben in die Hände jener Göttin zu legen. Zu wenig wusste sie noch, doch das was man ihr gesagt hatte, reichte aus, sie hatte ihren Weg gefunden und der erste Schritt war vollendet während langsam jedoch stetig ein Feuer in ihrer Seele zu brennen schien, immer heller immer stärker werdende Glut, mit jeder Regung, jedem Zeugen von Schmerz welcher von Shaila ausging.
Jene wand sich unter der Folter des Fremden wie jener, welcher sie ihr Vertrauen, ihre Liebe geschenkt hatte und war längst zerbrochen, schenkte Aimina anklagende Blicke so lange sie es vermochte, während jene vergeblich nach einem Gefühl von Reue oder gar Mitleid suchte, etwa anderes fand. Ein sanftes Beben welches sich durch ihren Körper wand, ein Schauer so leicht und kühl wie der zarte Herbstwind und doch vermochte jener ein Funkeln in ihre Augen zu legen, einen fahlen Schimmer, die einzige Regung ihrer selbst während all ihrem Tuns. Ihr Blick fiel gen Cor, er schien nicht von dem Beben verschont geblieben und auch in den seinen Augen spiegelte sich der Glanz wieder, doch schienen jene Merkmale weit ausgeprägter als die Aiminas, sie sah ihn an, folgte seinem Tun ihres Blicks, und glaubte das Verlangen welches von ihm Ausging fast schon greifen zu können, ehe alles ein Ende fand…

Im weichen Licht der Kerzen, fackelten die Klingen der Männer auf, als Cor wie Aimina längst zurückgetreten waren und nur wenige Sekunden später da rollte Shailas Haupt über das helle Laken hinab, eines dumpfen Geräusches, um auf den hölzernen Boden zu fallen...

Eine Ungläubige weniger… nicht mehr und nicht minder…
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Alt 16.08.2006, 16:18
#10
Aimina Shadar
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Lange war ihr Blick stillschweigend aus dem Fenster geglitten, zu lange, der nächste Morgen begann zu erwachen, der Horizont am Rande des Himmels sich in rötliches Licht zu tauchen. Entschlossen erhob sie sich, tot nützte sie ihrer Göttin nichts und hätten die Gardisten noch so wenig gegen sie in der Hand, so würde sie trotz allem eine Weile untertauchen.
Gedanken hatten sich genug in ihrem Inneren geschrieben, was tat ein halbes Kind so es Angst hatte und verzweifelt war… es lief davon und genauso musste sie dem äusseren Schein treu bleiben und gehen. War es eine Flucht, hatte sie Angst? Nicht einmal diese Frage fand eine Antwort denn fühlen konnte sie es nicht, lediglich Schlussfolgerungen ziehen, aus dem Handeln eines Menschen welchen alle kannten, nur das sie jener nicht war. So setzte sie sich nieder und verfasste Schreiben, eines dem nächsten folgend. Leomar… „ihr Bruder“ sollte sich um ihr Hab und Gut kümmern, er durfte die Wohnung beziehen und für sich nutzen, darauf Acht geben so lange sie fort war um ihre Eltern zu besuchen. Eltern die sie längst nicht mehr hatte, eine Familie die aus Staub bestand.
Alles wurde schriftlich niedergelegt und ihres eigenen Namens unterzeichnet ehe sie sich daran machte es alle wissen zu lassen und dafür zu sorgen das sie es erst erfuhren so sie bereits weg war.. wohin auch immer.
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Alt 17.08.2006, 15:39
#11
Aimina Shadar
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Ein Seufzen rann ungewollt über ihre Lippen, so nah an den Klippen stehend als wolle sie sich jeden Moment fallen lassen. In rotes Gold getaucht, pries der Himmel einen warmen Herbsttag an, während die Wellen des Meeres in lautem Grollen gegen die Felswand der Bucht schlugen. Wind und Wetter spielte mit dem zarten Stoff des Umhangs, durchstrich weicher Bewegungen ihr Haar und lies sie die Augen schließen, ehe sich ein fahles Lächeln auf die feinen, so jungen Gesichtszüge legten.

All die vermeidlichen Freunde, Karolyn, Shira, Ria.. keine war gekommen, keine war gekommen weil es keine wirklichen Freunde waren, weil so etwas wie Freundschaft niemals existierte und zu keinem Zeitpunkt Wirklichkeit gewesen war. Man vergaß einen Menschen so schnell wieder wie man sich ein Urteil über ihn bildete, es sei denn man erhoffte sich etwas von jenem. Noch vor wenigen Tagen da waren Ria und Shira bei ihr gewesen während die Nacht längst hereingebrochen, hatten sie sich geneckt und gelacht, hatten gealbert als wären sie kleine Kinder, hatten sich eine Kissenschlacht geliefert, sich gegenseitig zu kitzeln gesucht und der vielen Reden maßlos übertrieben. Bis auf die Straße hatte man das laute Gelächter vernehmen können.

Doch als Shaila tot war, da klopfte es nicht ein einziges Mal an ihrer Tür, stand sie ihr dem äußeren Schein nach, doch so nahe, war da doch ein so dichtes Band gewesen. „Seltsam“ flüsterte sie leise, während die Worte noch im selben Augenblick vom Wind hin fort getragen wurden. Shira und Ria zumindest hatten um Aiminas Jugend gewusst, in ihren Augen wie in denen vieler war sie nicht mehr als ein Kind das dem Trotz nach suchte erwachsen zu wirken. Verlernt.. ja vielleicht hatte sie es verlernt. Sie hatte selbst Karolyn geneckt, sie etwas aufgezogen in der Hinsicht ihres Verehrers, Streiche gespielt, stehts die Maske getragen welche alle sehen wollten. Nur weshalb war da niemand, kein einziger, welcher an ihre Tür geklopft hatte um dem armen, kleinen, unschuldigen Wesen, welches nun völlig durcheinander und ängstlich sein musste zu helfen?

Sie waren alle älter, hatten mehr Erfahrung und konnten einiges mehr ertragen. Wie stand es da um ein halbes Kind welches scheinbar irgendwo dort oben zwischen den Wolken schwebte, welches ganz alleine war? Es war nie ein Tag verstrichen an welchem sie nicht gelacht hatte, war nie eine Stunde gegangen, so sie Besuch gehabt, und niemanden geneckt hatte oder zumindest auf die Albernheiten eingegangen war. Aber gekommen war niemand, ein Beweis mehr in ihrer Hand wie nichtig doch Leben war. Sie hielten alle große Reden, man wurde umarmt und gedrückt, doch ging es schließlich darum etwas zu tun, dann war niemand da, dann war es mit einem mal gänzlich still.

Zwei Mal hatte sie Karolyn gesehen, seitdem diese wieder zurück war. Zwei Mal und kein einziges Mal mehr. Kein Brief während ihrer Abwesenheit, keine Notiz und auch kein Wort welches von Shaila über Karolyn erzählt hätte. Da waren sie die guten Freunde, die Heuchler. In den eigenen Gefühlen so verfangen, um Mitleid bittend so es ihnen schlecht ging, aber keines zurückgebend. Nun musste sie schmunzeln während ein sachtes Kopfschütteln von ihr ausging. Nun sie hatte die eigene Maske zu wahren…
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Alt 26.08.2006, 02:51
#12
Aimina Shadar
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Ein Ringen nach Luft war es als Aimina, halb begraben unter dem Körper eines Ogers und und Gliedern, wie Armen und Beinen, von Orks zu sich kam. Unweit ihrer Selbst lagen zwei erschlagene Trolle umringt von anderen Leichen auf dem Boden während das Blut all der Gegner sich seinen Weg über den steinernen, staubigen Boden suchte, zwischen den Rillen entlang laufend. Einige kurze Momente der Besinnung verstrichen. Sie war mit Janaea Dogrem hier, auf deren Schreiben hin. Die Tür einer der Zellen war aufgesprungen und hatte eine ganze Horde der wilden Bestien freigegeben so dass sie zurückgedrängt worden waren. Irgendwann verlor man die Übersicht unter den Schlägen und dem Einstürmen der, nach Mord trachtenden Wesen.
Als das Zurückweichen dann nicht mehr möglich gewesen war traf sie der Arm eines Ogars und schleuderte ihre verwandelte Gestalt welche sogleich wieder ihr wahres Äusseres Preis gab unsanft und eines laut hallenden Aufpralles gegen die Wand…

Nur mit größter Mühe streckte sie einen der dünnen, aufgeschürften Arme über den Koloss hinweg und zog sich am Gürtel eines anderen Ogers unter der Schwere hervor. Ihre Kleidung war dreckig und voller Blut, die Verletzungen der Arme brannten gleich ihrer linken Gesichtshälfte welche spürbar wie sichtbar einen blauen Schimmer anzunehmen begann. Der Blick schweifte von einem Ende des Ganges hin zum anderen ehe Aimina stockte. Ein Geräuch in ihrem Rücken veranlasste sie über die eigene Schulter zurück zu sehen. Ein weiterer Ork stand nur wenig Schritte ihrer eigenen Person von ihr Entfernt und gröhlte Laut, die Axt in seiner Pranke dabei anhebend. Ohne zu zögern begann sie zu laufen, sprang oder stieg über die leblosen Körper hinweg.
Das erreichte Tempo ließ sich, angekommen am Torbogen nur schwerlich bremsen als sie die Treppen hinab in den nächsten breiten Korridor lief. Ihre Schritte verhallten weit hinter ihr und nur im letzten Moment wich sie dem Schlag eines Ogers aus welchen sie in der Düsternis des steinernen Baus zuerst gar nicht wahrgenommen hatte. Sie duckte sich an ihm und seiner ausholenden Faust hinweg, kam am Rande der großen Halle an, in welcher sie hoffte Janaea zu finden. Anstatt dessen jedoch raubte ihr ein weiterer Aufprall die Luft, lies ihre Knochen in schrecklich dumpfem Ton knirschen und Brechen. Ein metallische Geschmack von Blut legte sich auf ihren Lippen, auf ihrer Zunge während noch in selbigem Augenblick Schwärze, Einkehr hielt und ihr die Sinne raubte.
Der Fürst hatte sie, verborgen hinter der Eckmauer, ohne Vorwarnung und ohne jegliches Zögern, scharfer Augen erblickt und war seiner Natur treu geblieben. Die Kriegerin, Dogrem, war nicht weit von ihr, lenkte die Bestien auf sie selbst, sie hinfort lockend und die Meisten erschlagend…

Aiminas Zustand war kritisch jedoch weit vom Tode entfernt als Madame Dogrem sie schneller Schritte aus der Höhle trug, den herabstürzenden Felsen der Decke nur durch Glück ausweichend so das wenig und lediglich kleinere Steine die Beiden trafen. Von Aimina ging keinerlei Bewegung aus, auch dann nicht als ihre Wunden notdürftig jedoch scheinbar von wissenden Händen versorgt wurden. Schließlich trug sie Janaea den ganzen Weg nach Britain und hin zum Heilerhaus wo man sie auf ein Bett legte.

Ihr Geist jedoch ruhte in tiefem Schlaf und den Schmerz ihrer Wunden vermochte sie nicht zu spüren, dem Schlaf eines komaartigen Zustandes erlegen…
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Alt 18.09.2006, 00:06
#13
Aimina Shadar
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Wie die Unendlichkeit eines Traums war die Zeit an ihr vorüber geglitten, waren die Momente und Augenblicke verstrichen in welchen sie geschlafen hatte. Monate waren vergangen ohne dass sie erwachte, ohne dass sie aufwachen wollte, aufwachen musste. Träume und Erinnerungen waren ineinander geflossen, hatten sich zu einem einzigen verewigten Fragment gebildet und sie hatte es ohne es zu wissen genossen.

Während ihre Wunden heilten, die Verletzungen durch die Kraft des Körpers schwanden, da hatte sie der Realität entsagt und sich in andere Welten geflüchtet in welchen keine Herausforderungen auf sie warteten. Selbst ihr Geburtstag war, dem Schweigen und der Stille ergeben, vorüber gestrichen, hatte Momente voller Leere zurückgelassen.

Sie starb nicht, daher hatte das Ende sich irgendwann gefunden und als sie erwachte da fühlte sie sich noch im selben Augenblick, so müde wie noch nie in ihrem Leben. Als währen ihre Glieder aus Blei gegossen, als hätten die Träume und die lange Zeit des Schlafens ein unendliches Maß an Kraft eingefordert. Blinzelnd und schwach öffnete sie die Augen, rang um Orientierung. Sekunden verstrichen, wie Fragmente der Unendlichkeit ehe sie sich darum bewusst wurde wo sie sich befand.

Benommen sank sie zurück auf das Laken des Bettes, strich der kleinen, filigranen Hände über ihre Stirn und ihren Körper hinab, fast als wäre sie sich bewusst darum wie weit sie für so lange Zeit der Realität entschwunden war. Nichts war geschehen, sie war noch immer Aimina, würde es bleiben. Zierlich und klein wie eh und je, verletzlich anmutend, nur ihr Gesicht konnte sie nicht betrachten. Wie gern hätte sie sich in die Augen gesehen nur um sich dessen bewusst zu werden das sich nichts verändert hatte, das sie dem richtigen Pfad gefolgt war.

Sie empfand keine Reue, empfand keinerlei Schmerz, keine Zuneigung, keine Sehnsucht. Lediglich Leere, unendliche Leere hatte sich in ihr ausgebreitet. Alles schien dem Nichts verfallen, gleich und ungeordnet. Wie lange sie wohl schon hier war, ein oder zwei Tage, vielleicht auch drei. Das sie mehr als einen Mond in jenem Haus verweilt hatte war ihr nicht bewusst, hatte man ihr noch nicht mitgeteilt und sie selbst ahnte es nicht einmal, lediglich die Kälte war deutlich zu spüren, hatte sich im Raum ausgebreitet wie ein kühles Leichentuch.

Ein Zittern rann durch ihren Körper, lies sie sanft erbeben. Schwäche und Müdigkeit blieben es gegen welche sie anzukämpfen hatte. Zu weit hatte sie sich hinausgewagt ohne wirklichen Schutz war sie an ihre Grenzen gestoßen und der Halt welcher sie hätte wahren sollen fehlte. Im gleichen Atemzug jedoch kam Sehnsucht auf, Sehnsucht nach Wärme, den Schützenden Armen einer vertrauten Person. Ein Lächeln glitt über ihre Lippen, listig und verführerisch zugleich, unbewusst jedoch vorhanden.

Es gab keine Person welche genug Macht besaß, genug Selbstbewusstsein um sie zu halten, sie zu binden. Alles was sie wollte war aufzustehen, hinauszugehen und Tunkali das nächste Opfer zu offenbaren. Über eigene Grenzen hinauszuwachsen, einer einzigen Sache zu dienen, egal welches Leben es kosten würde, plötzlich schien ihr ein ganz anderes Bewusstsein zu eigen…
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Geändert von Aimina Shadar (19.09.2006 um 04:38 Uhr).
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Alt 18.09.2006, 00:07
#14
Aimina Shadar
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Wie die Unendlichkeit eines Traums war die Zeit an ihr vorüber geglitten, waren die Momente und Augenblicke verstrichen in welchen sie geschlafen hatte. Monate waren vergangen ohne dass sie erwachte, ohne dass sie aufwachen wollte, aufwachen musste. Träume und Erinnerungen waren ineinander geflossen, hatten sich zu einem einzigen verewigten Fragment gebildet und sie hatte es ohne es zu wissen genossen.

Während ihre Wunden heilten, die Verletzungen durch die Kraft des Körpers schwanden, da hatte sie der Realität entsagt und sich in andere Welten geflüchtet in welchen keine Herausforderungen auf sie warteten. Selbst ihr Geburtstag war, dem Schweigen und der Stille ergeben, vorüber gestrichen, hatte Momente voller Leere zurückgelassen.

Sie starb nicht, daher hatte das Ende sich irgendwann gefunden und als sie erwachte da fühlte sie sich noch im selben Augenblick, so müde wie noch nie in ihrem Leben. Als währen ihre Glieder aus Blei gegossen, als hätten die Träume und die lange Zeit des Schlafens ein unendliches Maß an Kraft eingefordert. Blinzelnd und schwach öffnete sie die Augen, rang um Orientierung. Sekunden verstrichen, wie Fragmente der Unendlichkeit ehe sie sich darum bewusst wurde wo sie sich befand.

Benommen sank sie zurück auf das Laken des Bettes, strich der kleinen, filigranen Hände über ihre Stirn und ihren Körper hinab, fast als wäre sie sich bewusst darum wie weit sie für so lange Zeit der Realität entschwunden war. Nichts war geschehen, sie war noch immer Aimina, würde es bleiben. Zierlich und klein wie eh und je, verletzlich anmutend, nur ihr Gesicht konnte sie nicht betrachten. Wie gern hätte sie sich in die Augen gesehen nur um sich dessen bewusst zu werden das sich nichts verändert hatte, das sie dem richtigen Pfad gefolgt war.

Sie empfand keine Reue, empfand keinerlei Schmerz, keine Zuneigung, keine Sehnsucht. Lediglich Leere, unendliche Leere hatte sich in ihr ausgebreitet. Alles schien dem Nichts verfallen, gleich und ungeordnet. Wie lange sie wohl schon hier war, ein oder zwei Tage, vielleicht auch drei. Das sie mehr als einen Mond in jenem Haus verweilt hatte war ihr nicht bewusst, hatte man ihr noch nicht mitgeteilt und sie selbst ahnte es nicht einmal, lediglich die Kälte war deutlich zu spüren, hatte sich im Raum ausgebreitet wie ein kühles Leichentuch.

Ein Zittern rann durch ihren Körper, lies sie sanft erbeben. Schwäche und Müdigkeit blieben es gegen welche sie anzukämpfen hatte. Zu weit hatte sie sich hinausgewagt ohne wirklichen Schutz war sie an ihre Grenzen gestoßen und der Halt welcher sie hätte wahren sollen fehlte. Im gleichen Atemzug jedoch kam Sehnsucht auf, Sehnsucht nach Wärme, den Schützenden Armen einer vertrauten Person. Ein Lächeln glitt über ihre Lippen, listig und verführerisch zugleich, unbewusst jedoch vorhanden.

Es gab keine Person welche genug Macht besaß, genug Selbstbewusstsein um sie zu halten, sie zu binden. Alles was sie wollte war aufzustehen, hinauszugehen und Tunkali das nächste Opfer zu offenbaren. Über eigene Grenzen hinauszuwachsen, einer einzigen Sache zu dienen, egal welches Leben es kosten würde, plötzlich schien ihr ein ganz anderes Bewusstsein zu eigen…
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Alt 19.09.2006, 04:31
#15
Aimina Shadar
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Das ganze Verhör war die fadenscheinigste zwölf Stundenverhandlung welcher Aimina je beiwohnen durfte. Gegen sie standen ebenso viele Vermutungen aus wie gegen alle anderen, welche Shaila nahe standen, doch jene unterzog man nicht einer solchen Behandlung. Fragen um Fragen welche immer wieder wiederholt wurden, als glaubten diese Narren sie würde ihre Antworten ändern. Es war nicht schwer sich in jemanden hineinzuversetzen der man einst gewesen war und welcher mit so etwas wie einem derartigen Mordfall im Leben nichts zutun hätte. So reagierte sie wie jeder Unschuldige reagieren würde, in jeder Hinsicht, während ihr Verhalten berechnet und gespielt war, in Wirklichkeit wäre sie gerne aufgestanden und hätte Vingril ins Gesicht gespuckt. Anstatt dessen jedoch lies sie verschlossenen Gefühlen freien Lauf und versetzte sich in das Mädchen das sie hätte sein sollen, die Unschuld in Person.
Trotz allem, Vingril schien etwas zu planen, er verdrehte Worte in ihrem Mund noch ehe sie zuende gesprochen waren, bezichtigte sie Dingen, welche keinen Wahrheitsgehalt hatten und anderen deren Antwort ihm nicht passte.
Es schien als wünsche er sich förmlich sie sei es gewesen, als wäre es ein lang ersehnter Traum seinerseits. Sie war nicht dumm und Menschen waren alle gleich, ob sie die Wahrheit sagte oder nicht, sie suchten, aus welcher Absicht oder welchem Grund auch immer, eine Möglichkeit sie zu einem Geständnis zu bringen welches mehr als nur unwahrscheinlich war. Sie würden sie aus dem Weg räumen, früher oder später, das schien völlig gleich und der Grund darum war ebenso unwichtig wie die Tatsache, dass man sie behandelte wie einen uneinsichtigen Schwerverbrecher obgleich sie stets kooperativ reagierte. Irgendetwas stimmte nicht, aber ihre Rolle blieb die Selbe und sie spielte sie bis zum ende.
Man schlug sie, nahm ihr ihre Tasche ab, zog sie aus und gab ihr luftige Gefängniskleidung, welche gerade zu nach einer Erkältung schrie. Sie war müde gewesen, unendlich müde und sie war es noch. Ab und an wurde die Übelkeit stärker, dann schwächte sie wieder ab und dann und wann schien ihr Gleichgewicht gar nicht mehr vorhanden. Noch immer begriff sie nicht wie sie so lange hatte schlafen können. Monate waren vergangen, hatten ihr mehr als nur ein bisschen Kraft geraubt und kaum war sie erwacht da standen die Gardisten schon an ihrem Bett um sie abzuführen. Ihre Rippe schmerzte, erinnerte sie daran das sie noch lebte aber Ablenkung verschaffte ihre diese Tatsache keine.
Irgendetwas stimmte hier nicht, es war mehr als seltsam das man ein so junges Mädchen, einem Kind näher als einer erwachsenen Frau, welche niemand anderen in ihrem Leben gehabt hatte als Shaila, deren Mordes bezichtigte. Natürlich sie war klein und zierlich, und jene Person welche der Wirt erwähnt hatte war es ebenso. Als wäre sie die einzige Person auf welche jene Statur zutraf. Sie konnten sie dem Wirt so oft vorführen wie sie wollten, nicht einmal sie kannte sein Gesicht, zu dunkel war es in dem Raum gewesen, ganz abgesehen davon hatte er sie keinen Blicks gewürdigt, lediglich die Münzen welche sie ihm gereicht hatte. Es war zum verzweifeln… Ein lächeln huschte über ihre Lippen als sie den Kopf sacht zurücksinken lies, jenen leicht schüttelnd.
Sie konnten ihre Wohnung hundert Mal auf den Kopf stellen, von Shaila gab es da nichts, bis auf ein paar Geschenke aus längst vergessenen Tagen, unter welchen sich etwas Schmuck, ein paar Kleider befanden, alte Briefe. Nur lauter wertloses Zeug, aber bitte es lag ja nicht mehr in ihren Händen. Sie solle Shaila aus Habgier getötet haben, oh sicher und allein aus Habgier hat sie sich schließlich Tunkali verschworen auf das deren Anhänger ihr helfen würden. Als hätte sie nicht mehr davon gehabt Shaila am Leben zu lassen, welche doch regelmäßig mit ihr zur Jagd ging, letzteres hätte sie erheblich reicher werden lassen. Die Schwerter waren ihr egal gewesen, eines hatte sie sogar verschenkt, das andere zu einem zehntel des wahren Wertes einem gänzlich Fremden verkauft. Entweder hatte jener es Leomar zukommen lassen, oder der Mann hinter der Maske war er selbst gewesen, wie sich inmitten des Gespräches herausstellte. Allerdings den Templern hatte sie die guten Stücke um keinen Preis vergönnt.
Ein Gedanke um den nächsten ließ sie ihrer Müdigkeit verfallen und sie drohte schon fast einzuschlafen ehe sie aufschreckte und sich sogleich erhob. Die Strafe folgte auf dem Fuß, so dass sich Schwärze über ihr Bewusstsein legte und drohte jenes zu ersticken, sie lehnte sich seitlich gegen die Wand und zählte bis zehn ehe sie die Augen wieder öffnete. Kleine Funken tanzten vor ihren Augen, behutsam schüttelte sie sich und ging vorsichtiger Schritte hin zur Kerkertür um nach dem Wachhabenden zu rufen und ihn zu bitten er möge doch die Erlaubnis einholen, sie dürfe ihrem Onkel eine Nachricht oder einen Brief zukommen lassen, auf das er sich keine Sorgen mache und wisse wo sie sei…
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Alt 21.09.2006, 22:44
#16
Aimina Shadar
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Die kleinen Hände auf den verkühlten, schmerzenden Unterleib gelegt, starrte sie leeren Blicks auf das kahle Mauerwerk welches sie umgab. Wie viele Tage es wohl schon waren, welche man sie in der Dunkelheit des kalten Gemäuers verbringen lies. Jegliches Zeitgefühl war ihr abhanden gekommen, die Gedanken drehten sich im Kreis während ihr blasser Körper sacht zitterte. Ab und an spielte sie mit dem dreckigen Stroh, das warten hatte sie aufgegeben, selbst den Gestank welcher die Luft durchdrang nahm sie kaum noch wahr. Ihre Hände waren so kalt wie ihre kleinen Füße auf dem steinernen Boden. Durch jede Ritze kroch der Winter welche von einem Tag auf den anderen Einzug gehalten hatte. Die ersten Flocken hatte sie verschlafen.
Manchmal hört man leise Schritte, ab und an sah sie auf, aber sie kamen nicht näher, waren sogleich wieder verschwunden. Zerkrümeltes, altes Brot lag in der Ecke, in der Hoffnung auf eine kleine Maus oder eine Ratte welche sich hierher verlaufen würde. Manchmal glaubte sie ihre eigene Stimme nicht mehr zu kennen, so lange hatte sie mit niemandem gesprochen und mit jedem Tag der verging, da wuchs die Gleichgültigkeit in ihr heran. Es schien alles der Nichtigkeit ergeben, trotz allem würde sie ihre Worte nicht ändern. Sollten sie sie doch auspeitschen es würde nichts in ihr bewegen. Allein wegen deren Hochnäsigkeit und der Art und Weise wie sie sie behandelt hatten würde sie nichts sagen. Damit schürten sie lediglich das Feuer des kindlichen Trotzes in ihr.
Der Wärter war nicht ganz so schlimm, manchmal wenn er vorüber ging dann schob er ihr unbemerkt einen Apfel oder einen Pfirsich durch die Gitterstäbe, als erinnere sie ihn an seine Tochter oder etwas anderes, Aimina wusste es nicht, aber sie schätzte es. Wie er es nur aushielt, Tag für Tag hier unten zu sitzen, Tag für Tag die Wände anzustarren und darauf zu warten dass Leute kamen und gingen. Einige von ihnen würde man nie wieder sehen. Ein seltsames Gefühl musste es sein, sich das mit anzusehen, nicht darüber nachdenken zu dürfen, damit es einem nicht zu nahe trat und man seiner Arbeit nachgehen konnte.
Einer schwachen, eher taumelnden Bewegung erhob sie sich und setzte sich auf die kleine Bank, welche ein Nachtlager darstellte das sie nicht benutzte. Seit Tagen hatte sie nicht geschlafen, oder waren es Wochen? Wie eine Ewigkeit so erschien es ihr. Vielleicht hatte man sie vergessen, vielleicht war die Welt untergegangen, vielleicht waren sie alle tot…

Ein Lächeln huschte über ihre Lippen und der Tag fand ein Ende ohne das sie es wusste...
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Alt 23.09.2006, 03:49
#17
Aimina Shadar
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Sie lernte, mit jedem Tag welchen sie inmitten des kleinen Raumes verbrachte. Wie lange sie bereits die Augen geschlossen hielt, ohne zu schlafen, wie lange sie bereist über das Schweigen der Nacht nachdachte, über die Lehre der Stille, welche so unendlich viel beizubringen wusste. Sie hatte aufgehört sich zu bedauern und begonnen die gegebene Zeit zu nutzen, sich ihrer Selbst bewusst zu werden und all dem was sie umgab, dem was Einwirkung auf sie nahm. Gleich einer leichten Trance, saß sie auf dem kalten Boden, der gemauerten Steine, den Rücken an die Wand gelehnt, Haltung wahrend.
Dem was sie nun darstellte, und dem was sie nun diente wurde sie erst jetzt bewusst und sie nahm es auf wie Luft welche eines der Lebenselixiere darstellte. Wärme hielt Einzug, verbündete sich mit der Kälte ihrer Seele und verschmolz zu einem Gleichgewicht. Vielleicht war alles Schicksal, vielleicht dem Zufall ergeben, doch ihre Großmutter hatte ihr den Weg geebnet und dies in vollem Bewusstsein um das was kommen, was geschehen würde. Es lag nicht mehr in ihren Händen, es war nicht mehr an ihr, allein umherzuirren, nein… nun führte man sie, eine Hand geleitete sie durch das Dunkel und wies ihr mit den gegebenen Umständen zu handhaben.
Ob man sie wieder erkennen würde so sie das Gefängnis verlassen sollte, so ihre Göttin ihr gnädig war, ihr einen Weg wies und sie ihr dienen durfte. Es gab so vieles welches gelernt, welches erkannt werden musste, wollte, und in ihr trug sie den Willen dazu. Noch zu wenig hatte man ihr anvertraut um all die Geheimnisse, all das Wissen, welches die einzig wahre Gestalt des Lebens darstellte. Wie eine Flut, eine Sichel wollte sie über das Land ziehen um Rache zu üben, ihrer Göttin zu schenken wonach sie verlangte um ihr Dank darzubringen. Und lies man ihr diese Wahl nicht, so würde sie in deren Sinne sterben, sie würde stark sein, nicht bedauernswert und nutzlos wie all die anderen jämmerlichen Seele, welche Tag um Tag um ihr eigenes Schicksal trauerten, Untergebene ihrer Leiden und Schmerzen waren.
Ein starkes Pochen suchte sie aus ihrer Konzentration zu reissen, längst hatte sie sich verkühlt, ihr Unterleib schmerzte als ramme man ihr in regelmäßigen Abständen ein Messer ins Fleisch und doch hieß sie es gut. Gleich einer Prüfung, nahm es sie es mit absichtlicher Aufmerksamkeit wahr um es zu erfühlen, zu ertasten mit all den ihr gegebenen Sinnen. Es war nichts Schlechtes mehr, denn was uns nicht tötet das lässt uns wachsen…
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Alt 27.09.2006, 05:22
#18
Aimina Shadar
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Leicht ausser Atem lies sie sich auf einer der schweren Truhen nieder, in welchen nun sämtliches Hab und Gut ihrerseits, sorgfältig eingepackt und zugepackt verstaut war. Nunmehr ruhiger Art und Weise lies sie ihren Blick durch die leeren Räume gleiten ehe es in bestimmten Abständen, welche Aimina abwartete, an der Tür klopfte. Sie eilte sich, öffnete und sah diesen heruntergekommenen Gaunern entgegen, welche auf eine Menge Gold hofften, einen Teil hatten sie bereits bekommen, der andere würde erst nach Beendigung der Arbeit gegeben werden. Abgesehen davon hatten sie die Zeit der Abwesenheit, eines Gardisten stets zu berücksichtigen welcher in regelmäßigen Abständen an Aiminas Wohnung vorüberging.
So wurde die Nacht damit verbracht, bei Kälte und Nebel ihren Besitz aus Britain und an den Ort ihrer neuen Niederlassung zu verfrachten. Ihr war es vergönnt die Gabe der Teleportation zu nutzen, die anderen hingegen hatten mit all den vielen Dingen recht zu kämpfen, es waren sicher um die siebzehn Kisten, welche von einem Ort an den anderen gebracht zu werden hatten. Erst als der Morgen graute, da wurde die letzte Truhe auf neuem Boden abgesetzt. Die Angeheuerten waren müde und all ihrer Kräfte beraubt, als Aimina ihnen sagte wo sie den restlichen Teil ihrer Belohnung, den sie sich nun wirklich redlich verdient hatten, finden würden. Wenigstens etwas das einmal so lief wie es laufen sollte und sie war heilfroh darüber als die Gestalten ihr neues Heim verlassen hatten und von dannen gezogen waren.
Halb tot sank sie auf eine Schlafrolle, nun endlich konnte sie ihrer Müdigkeit freien Lauf lassen ohne dass es irgendjemanden interessierte. Bis sie Bett und Tische wieder zusammengebaut hatte, würde sicher eine Woche vergehen, wenigstens hatte alles übrige in fertigem Zustand transportiert werden können. Ein schmunzeln glitt über ihre Lippen, den Jungs war es irgendwann zu bunt geworden und sie hatten den patrollierenden Gardisten kurzer Hand geknebelt und gefesselt, ihn zu viert überwältigt. Der Arme Kerl, jetzt latschte er nichtmehr durch die nächtliche Kälte, nein er lag in ihr...
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