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Alt 06.09.2016, 13:13
Pfad der Knochen - Geister des Nichts
#1
Anatheria
Reisender
 
Registriert seit: 21 Jun 2016
Beiträge: 17
Die Äste der Weiden baumelten herab und gaben der Silhouette des Friedhofes ein schauriges Aussehen. Vorsichtig näherte sie sich dem Acker der Seelen. So viele Male war sie hergekommen, immer mit dem gleichen Ergebnis. Bis zu einer gewissen Tiefe konnte sie sich ihren Weg durch die Höhlen der wandelnden Toten bahnen. Aber dann wurden sie zu stark. Mit Gewalt kam sie hier nicht weiter. Aber sie musste das Geheimnis lüften. Es würde nicht nur ihrer Tarnung zu Gute kommen, wenn sie auch die am schwersten Verletzten heilen und wieder beleben konnte, sondern auch ihren Plänen die Kirche Glarons zu vernichten.

Aber für den Augenblick hieß es Konzentration. Tage hatte sie damit zugebracht genug Knochen zu sammeln, damit ihr jemand eine Rüstung daraus fertigen konnte. Nochmal so viele Tage hatte es gedauert den Kontakt und Kauf zu organisieren. Unter ihrer pechschwarzen Robe, also, war sie nun ein Skelett. Zumindest äußerlich. Sie betrat die Katakomben und schickte die beiden Geister nahe dem Eingang in ihre Sphären zurück. Nun kam das letzte Teil des Puzzles, etwas das innerhalb der Grenzen der Stadt sicher mehrere Peitschenhiebe oder gar ein Feuer unter ihren Füßen kosten würde. Aus ihrer Tasche holte sie den Helm, der aus Knochen gefertigt war, und zog ihn über ihren Kopf. Als sie sich in einer Pfütze am Boden ansah, schauderte sie selbst.

'Ich würde mich auch verbrennen, wenn ich so herum laufen würde.' Anatheria setzte ihren Weg fort, die erste Ecke. Es war kein Geist zu sehen, sie patrouillierten einen Gang weiter und in einem Raum zu ihrer Rechten. Noch eine Ecke, dann hieße es 'Alles oder nichts.'
Noch drei Schritte... zwei... ein Heulen, wie das Klagen des Windes durch fensterlose Ruinen, zeigte ihr das einer der Geister sie gesehen hat. Gesehen war untertrieben, er glitt geradewegs durch sie hindurch. Kälte zog durch jeden ihrer Muskeln und krampfte sie schmerzhaft zusammen. Nur mit äußerster Überwindung konnte sie einen gellenden Schrei unterdrücken.
'Mach ein Geräusch wie einer von ihnen – VERDAMMT!' Anatheria zwang sich die Augen zu öffnen und ihren Schmerz durch ein Heulen oder Jaulen hinaus zu pressen. Wenn es so weiterginge würde sie kaum lebend diesen Gang verlassen, geschweige denn, den Urheber dieser Plage finden.

Sie ging weiter, nicht ohne die eine oder andere Pause an einer Wand gelehnt zu verbringen. In einer Tasche ihrer Robe fühlte sie den Heiltrank, den sie zuvor fertig gebraut hatte. Ein einziger, welch ein Wahnwitz. Aber heute war nicht Gewalt das Ziel. Sich an der Wand entlang bewegend, glitt sie tiefer in die Katakomben. Eine Stimme fuhr durch ihren Kopf, als hätte ihr jemand etwas zugeflüstert.

~So allein... komm näher mein Kind...~
„Wer ist da?“ Ihre sonst so feste Stimme war dünn und hilflos. Aber das war egal, ihr antwortete sowieso niemand. Aber... das Skelett, hatte es sie gerade angesehen? Es hat doch den Kopf bewegt.. oder?

~Verblasste Schönheit und weltliches Leid zehren an den wundervollen Hautschichten deines Gesichtes.~
Anatheria fuhr herum.
„Zeige dich, Kreatur und ich werde dir weltliches Leid geben.“ Noch im gleichen Augenblick bereute sie ihre Worte. Die Untoten, hatten sie ihr Schreien gehört, natürlich hatten sie, aber würden sie sie angreifen? Vorsichtig sah sie um die nächste Ecke, keine fünf Schritt vor ihr stand ein Skelett in kläglichen Überresten einer Plattenrüstung. Es sah sie unverwandt an, unternahm aber nichts. Wer auch immer ihnen befahl, er oder sie wartete auf Anatheria. War sie immer noch die Katze auf der Jagd, oder schon die Maus in einem Labyrinth aus Knochen?

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Alt 16.09.2016, 16:07
#2
Anatheria
Reisender
 
Registriert seit: 21 Jun 2016
Beiträge: 17
Die Begegnung in den Kerkern unter Britain ließ sie immer noch zittern. Längst hatte sie die Rüstung aus Knochen abgelegt und ihre schwarze Robe gegen eine von sanftem grün getauscht. Dieses Wesen, was auch immer es war hatte durch ihren Kopf zu ihr gesprochen. Er hatte die Untoten gelenkt wie Marionetten, und schlussendlich sogar den General beherrscht. Durch dessen Gebeine hatte der Fremde dann endlich mit röchelnden Worten zu ihr gesprochen. Gerade ab dem Augenblick da sie glaubte dem Wahnsinn anheim zu fallen.

„Ich habe dich beobachtet neugierige kleine Heilerin.“
„Ich bin hier um dir dein Geheimnis zu entreißen, es wird mir die Macht verleihen...“
„Mir etwas entreißen, wie amüsant.“ Es waren nur Sekunden die vergingen doch Anatheria stockte beinahe Augenblicklich der Atem. Wie auf ein unhörbares Kommando hin waren alle Skelette dieser letzten Kammer einen Schritt auf sie zu gegangen. Gleichzeitig. Im Gleichschritt. Es gab keinen Zweifel, der Geist des Knochengenerals steckte in jedem einzelnen von ihnen.

„Also gut, was verlangst du für die Mittel die ich brauche um die Diener Glarons zu strafen?“ Es schien wahrlich als würde der Knochengeneral in eine Art … nachdenken... zu verfallen. Doch dann schnarrte seine Stimme wieder durch die modrige Kammer.

„Du wirst dich mir als würdig erweisen. Bring eine Frau.. ebenso schön wie du es bist, zum Friedhof. Lege sie in ein Pentagramm und nimm ihr jegliche Gelegenheit zu fliehen. Sodann schneide zwei weitere Pentagramme in ihren Körper. Eines direkt über ihrem Herzen, auf dass mir ihre Seele und Essenz zukomme und eines auf der Stirn auf das ich ihre Gedanken erfassen kann im Augenblick ihres Todes.“
„Was du da verlangst ist unmöglich. Wie könnte ich jemand Unschuldigen dem Tod überantworten? Das.. das geht nicht.“ Ein vielfaches leises Knirschen zeigte an das die Skelette wieder auf sie zu kamen.
„Wenn du nicht willens bist Macht zu erfahren, habe ich keine Verwendung mehr für dich.“

„Nein... nein warte. Ich tue was du willst. Ich werde ein Opfer für dich finden. Schön, anmutig und hilflos.“ Die Skelette kehrten wieder in die Nischen zurück, der General wandte sich ab und schlurfte in die die gnädigen Schatten hinein bis sein verzerrter Leib nicht mehr zu erkennen war.

Und nun stand sie hier, an der Oberfläche mit Tränen der Wut in den Augenwinkeln. So sieht also dein toller Plan aus an Macht zu kommen. Ihre Gedanken schalten sie eine dumme unwissende Gans.


Und nun lag sie hier in ihrer Kammer auf dem Bett und starrte die Decke an.
„Wo bin ich da bloß hineingeraten?“
Anatheria ist offline  
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