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Alt 08.11.2002, 22:17
Anina Noratil
#1
Anina Noratil
Gast
 
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Draußen schien die Sonne. Ein warmer Strahl fiel durch das Fenster ihres Zimmers. Anina lehnt am Fenstersims und sah hinunter auf den Hof. Dort herrschte schon emsiges Treiben.
Alle machten sich zum Aufbruch bereit.
Noch einmal sah sie an sich herunter und strich das Kleid glatt. Sie trug ihr blaues Lieblingskleid. Ihre langen blonden Haaren hatte sie nur mit einem einfachen Lederriemen zusammen gebunden. Nachdenklich strich sie einen Haarsträhne hinter das Ohr. Irgendwie war ihr seltsam zu Mute. Sie war nun 17 Jahre alt und sollte heute ihr Elternhaus verlassen. Kurz nach ihrer Geburt hatte ihr Vater, Anang Noratil, ein angesehener Kaufmann, einen Handel mit einem befreundeten Händler getroffen. Ja, er handelte sogar mit seinen Tochter. So wurde Anina einem damals 2 Jährigem versprochen und heute sollte der Tag sein, an dem sie den Mann kennen lernen sollte.
Er hieß Doran. Mehr wusste sie von ihm nicht. Ihre Eltern wollten sie begleiten und in einer Woche sollte die Hochzeit sein. Auch wenn sie nicht erfreut war über den „Handel“ ihres Vaters so ergab sie sich ihrem Schicksal. Was sollte sie auch sonst tun?
Langsam ging sie aus ihrem Zimmer, sah sich noch einmal kurz um, um Abschied zu nehmen.
Dann stieg sie die Treppe hinab. Unten stand schon ihre Mutter Rina. Sie sah ihrer Tochter etwas wehmütig entgegen und nahm sie dann fest in ihre Arme.
„ Alles ist gepackt und wir können gleich losreiten,“ sagte sie als sie Anina langsam los ließ.
Anina nickte, „ ich habe es von oben gesehen.“ Rina lächelte sie an, „ er ist sicher sehr nett und wird dir ein guter Ehemann sein. Vertrau deinem Vater. Er liebt dich zu sehr um dich einem Tunichtgut zu überlassen.“ Anina erwiderte das Lächeln. „ So wird es sicher sein.“ Damit verließen die beiden das Haus und begaben sich zu den Pferden.
Anang gab letzte Anweisungen verschnürte selbst noch einige Teile am Packpferd. „Da ist ja meine Kleine.“ Mit diesen Worte schritt er auf Anina zu und umarmte sie.“ Aber ich sollte mir das „Kleine“ abgewöhnen. Schließlich bist du bald eine verheiratete Frau.“ Sanft strich er über ihre Wange.“ Ich hoffe er weiß zu schätzen welch bezauberndes Wesen er zur Frau bekommt“ ,mit einem Lachen gab er sie wieder frei.
Noch einige Floskeln und Späße wurden gemacht ehe alle drei fertig und reisefertig aufsaßen.
Doch endlich setze sich die Gruppe in Bewegung. Begleitet wurden die drei von Jakob, er arbeitet schon sehr lange für Anang. Er war ein Freund der Familie geworden.
Der Weg zum Zukünftigen war nicht weit, nur eine Tagesreise. Sie folgten dem Fluss Richtung Süden. Anina versank in Gedanken. Was die Zukunft wohl bringen würde?
Sie erreichten den Wald, hinter dem der Hof des Händlers lag. Es wurde etwas kühler. Sie waren schon einige zeit unterwegs und das dichte Laub der Bäume tat das übrige. Anina zog ihren Umhang etwas enger um die Schultern. Als sie auf sah sah sie noch ihre Eltern, bevor ihr etwas um die Ohren flog und das Pferd sich aufbäumte und sie abwarf.
Aus dem Dickicht drängten Männer. Sie waren dunkel gekleidet und bedrohten sie mit Waffen. Anina lag auf dem Boden und versuchte sich zu orientieren. Sie hörte die Stimme ihres Vaters und die Schreie ihrer Mutter. Sie versuchte sich zu erheben als sie rücklings einen kleinen Abhang hinunter rollte. Was war hier los? Völlig verwirrt krabbelte sie den kleinen Hügel wieder empor. Als sie durch das Gehölz spähte sah sie mit Schrecken ihre Eltern. Einer der Männer hielt ihrem Vater ein Schwert an die Kehle. Ihre Angst wurde immer größer. Sie konnte nicht einmal schreien. Mit einem Lachen wendete sich der Mann ihrer Mutter zu. Mit seinen schmutzigen Fingern griff er nach ihrem Gesicht und versuchte sie zu küssen. Anang wollte dazwischen gehen... da stach der dunkel Mann zu. Der Boden schien unter Anina nachzugeben. Starr sah sie auf ihren Vater wie er in sich zusammen sackte und Blut aus seiner Brust hervor quoll. Rina schrie laut auf und stürzte zu ihrem Mann. Laut lachend näherte sich der Dunkel nun auch ihrer Mutter. Immer noch gebannt sah Anina zu ihnen rüber. Alles um sie herum verschwand als der Mann seinen Dolch ergriff und damit ihrer Mutter die Kehle durchschnitt. Jakob... wo war er? Mit den Augen suchte sie alles ab. Doch fand sie ihn nicht. Kraftlos saß sie da im Gebüsch und wartet nur dass man sie auch fand, um sie dem gleichen Schicksal zuzuführen wie ihre Eltern. Doch etwas zog und zerrte innerlich an ihr. „Lauf.....“ dröhnte es in ihrem Kopf. Und fast gegen ihren Willen begann sie zu laufen..... und sie lief immer tiefer in den Wald hinein.
Sie spürte nichts mehr, weder ihre Beine noch ihre Lunge, die brannte von der Anstrengung.
Nichts um sie herum nahm sie war. Weder den Wald noch die zunehmende Dunkelheit.
Wie weit oder wie lange sie lief, wusste sie nicht zu sagen. Irgendwann musste sie vor Müdigkeit zusammen gesunken sein. Sie sah wieder alles vor ihrem Auge. Den Dunklen... ihren Vater und wie er vom Schwert getroffen zusammensackte....die Schreie ihrer Mutter hallten in ihrem Kopf..... sie wollte rennen doch konnte sie sich nicht rühren .... wie versteinert war sie. Sie wollte schreien doch kein Laut verließ ihren Mund. Als sich der Dolch in das Fleisch ihrer Mutter bohrte schreckte sie hoch. Sie wollte wieder Schreien doch nur Stille. Nur Übelkeit stieg in ihr auf. Sie ging auf die Knie und übergab sich.
Die Anstrengung forderte langsam Tribut. Weinend brach sie wieder zusammen und glitt unruhig in einen traumlosen Schlaf hinüber.
Als sie wieder zu sich kam war es hell um sie herum. Anina wusste nicht wo sie war. Sie blickte sich um. Und die Erinnerung kam wieder. Es war kein Traum gewesen.
Einen große Leere machte sich in ihr breit. Was sollte sie tun? Wohin gehen? Einfach hier auf den Tod warten? Müde sah sie an sich herab. Sie hatte einen Schuh verloren, ihr Kleid hing in Fetzen an ihr, Ihr Umhang war kaum noch als das zu erkennen. Sie zog den einen Schuh auch noch aus und riss einige Fetzen vom Kleid ab damit sie nicht hängen blieb. Schritt für Schritt ging sie weiter ohne zu wissen warum oder wohin. Vögel zwitscherten und nichts schien an die grausame Tat zu erinnern. Nur in Aninas Gedanken liefen immer wieder die gleichen Bilder ab. Bei jeden Geräusch schreckte sie zusammen und ihr Herz begann zu rasen. Sie ging abseits der Straßen. Sie hatte Angst auf Menschen zu treffen. Vielleicht erneut Räuber oder Mörder, die wussten, dass sie sie übersehen hatten. Laut hörte sie ihren Magen knurren. Sie hatte nichts gegessen seit sie aufgebrochen waren. Und wie lange sie nun schon hier herumirrte wusste sie gar nicht mehr.
Müde und durchgefroren setzte Anina sich an einen Baum. Sie zog den Umhang dichter um sich. „ Nicht einschlafen! Bloß nicht einschlafen!“ sagte sie sich immer wieder in ihrem Inneren. Wenn sie einschlief kamen die Träume wieder. Von Messern und Blut und sie hörte die Schreie...
So sehr sie auch kämpfte, die Erschöpfung und die Schwäche waren stärker. So fiel ihr Kinn auf die Brust und sie schlief ein. Erneut das Getöse, ein Schwert blitze auf, grausame Schreie und Blut um sie herum. Sie schrie laut los. Doch....es war nichts zu hören. Kein Schrei. Kein Laut. Nichts.
 
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